Die besten Blogs über PROTEST IN SYRIEN

Das Volk fordert den Rücktritt von Bashar al-Assad und vor allem Freiheit.

Ausgewählt von Karin El Minawi

Die Regierung hat ausländischen Journalisten die Berichterstattung verboten; dafür berichten und diskutieren Blogger über die Situation in Syrien. Und das heißt: über Sicherheitskräfte, die weiter mit Gewalt gegen Gegner des Regimes vorgehen. Über die Beobachter der Arabischen Liga, die eigentlich die Einhaltung des Friedensplans überwachen sollen. Über das Blutvergießen, das kein Ende nimmt.

Massenproteste gegen Assads Regime. Demonstranten mit der Nationalflagge vor  dem Bild Bashar al-Assad in Damaskus. In Syrien sind bei einer der größten Protestaktionen seit Beginn des Volksaufstands Hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen.

(Foto: dpa)

"Die Beobachtungsmission der Arabischen Liga ist eine Farce", kritisiert Abu Kareem in seinem Blog www.levantdream.blogspot.com. "Seriöse Beobachter würden das, was sie sehen, auch dokumentieren. Dies ist keine Kriegszone, dies ist ein einseitiges Massaker, das durch das mörderische Regime umgesetzt wird." Der Blogger drückt aus, was am Freitag mehrere hunderttausend Menschen dazu trieb, gegen die Führung von Präsident Baschar al-Assad und gegen die Internationalen Beobachter zu protestieren. Der Blogger Abu Kareem ist der Meinung, dass die Untätigkeit der Beobachter sie zu Komplizen des Regimes mache. "Ich dachte, dass die Arabische Liga sich verändert hätte, doch sie ist noch immer eine beschämende, inkompetente und nutzlose Organisation." Seitdem die Beobachtungsmission in Syrien angekommen ist, sind Aktivisten zufolge 286 Menschen ums Leben gekommen.

Auch der Blogger Zoulfakar steht den Beobachtern skeptisch gegenüber. Auf www.syrianpulse.com behauptet er, dass die Golfstaaten weder Baschar al-Assad noch sein Regime austauschen wollten. "Es ist nicht im Interesse der Araber, dass Syrien demokratisch regiert wird. Auch nicht, dass Menschen aus verschiedenen Sekten und Religionen friedlich miteinander leben. Das gibt es am Golf nicht, warum also in Syrien?", schreibt Zoulfakar. "Wir Syrer werden erst dann in Freiheit leben und einen demokratischen Staat haben, wenn wir weiter sterben", folgert er. Laut UN-Schätzungen wurden seit März mehr als 5000 Menschen getötet, mehrere tausend Demonstranten sollen verhaftet worden sein.

"Seit vor neun Monaten die Revolution begonnen hat, ist al-Assad das Lachen vergangen", schreibt Hazem al Hamawy auf www.the-syrian.com. "Obwohl seine Leute täglich viele Menschen töten, gehen die Demonstranten trotzdem Tag und Nacht auf die Straße, fordern seinen Rücktritt, seine Hinrichtung und vor allem Freiheit". Er ist der Ansicht, dass al-Assad am Ende sei. "Es ist nur noch eine Frage der Zeit, denn viele Soldaten haben sich auf die Seite der Demokratiebewegung gestellt". Ein Leser des Blogs schließt sich dem zwar an, fragt aber, ob diese Revolution nicht doch einen politischen Führer haben sollte, der die Stimme des Volkes in die Welt herausschreit.

Dem Blogger Abdulsalam Ismail ist egal, wer die Führung übernimmt, Hauptsache nicht Baschar al-Assad. Auf www.3bdulsalam.com schreibt er: "Über 40 Jahre hat das repressive Regime keine wirkliche Leistung gezeigt, keine Probleme gelöst. Im Gegenteil, sie haben Probleme produziert, die sie mit ihren Entschuldigungen, Strategien und ihren Verschwörungstheorien verschleiert haben. Es reicht."