Nach Ansicht der Kommentatoren in Deutschland und Europa fehlt den Parteien hierzulande eine klare Linie für das Wahljahr 2009.

JYLLANDS-POSTEN (Dänemark):

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Wahlplakat und Werbung für den Schlussverkauf vor einem Geschäft in Kassel. (© Foto: dpa)

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"Es sind harte Zeiten für Europas Sozialdemokraten. Überall stehen sie unter Druck, nicht zuletzt wegen ihrer fehlenden Fähigkeit zur Selbsterneuerung und zu gewichtigen Antworten auf die Herausforderungen der Globalisierung. Nirgendwo sonst sind die Sozialdemokraten davon so belastet wie derzeit in Deutschland. Man muss für die politische Kultur in Deutschland hoffen, dass die SPD sich selbst wiederfindet. Ein erster Schritt würde in der knallharten Abweisung der Neokommunisten von der Partei Die Linke auf der Basis von Selbstvertrauen und Stolz auf die eigenen Traditionen sowie das bisher Erreichte bestehen."

NÜRNBERGER NACHRICHTEN:

"Angela Merkel lehnte Steuersenkungen lange beharrlich ab - weil sie damit in den Wahlkampf ziehen wollte. Dann knickte sie ein, ohne Begründung. Im Bundestag präsentierte sie nun das Konjunktur- und Schulden-Paket wie eine Änderung der Verpackungsverordnung: ohne Leidenschaft, ohne wirklich dafür zu werben. In der CDU wächst daher der Unmut über die konturlose Chefin - aus Angst vor Wahlschlappen. Der Saar-Ministerpräsident Müller geht deshalb so hart ins Gericht mit seiner Partei ohne Kurs. Christian Wulff agiert ähnlich. Und Angela Merkel, die eigentlich Attackierte, tut so, als ob sie all das nichts anginge."

BILD-ZEITUNG (Berlin):

"Friede, Freude, Merkelmeier: Worum wollen Kanzlerin Merkel und Vize Steinmeier im Wahlkampf noch ringen, womit die Wähler ins eine oder das andere Lager ziehen? Da kommt nicht wenigen der Verdacht: Wollen sie gar nicht? Die große Koalition will weiterregieren. Bloß das nicht! Wir wollen einen Wahlkampf, der den Namen auch verdient. Mit Profilen, mit Ecken, mit Kanten! Sonst kriegt der Wähler nichts zu wählen - und die Republik noch einmal vier Jahre Merkelmeier."

NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Folgt man den Umfragen, ist das Urteil der Wähler klar, ein Erfolg von CDU und Liberalen und damit eine Koalition sicher. Den Sozialdemokraten bliebe nur die undankbare Aufgabe, die Scherben zu kitten und die Ära Ypsilanti auch personell endgültig abzuhaken. Und darauf zu hoffen, dass das schwierige Erbe der Noch-Landesvorsitzenden der Bundespartei das Wahljahr nicht völlig verdirbt."

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(SZ vom 17. Januar 2008/pfau)