Am Dienstag findet in Washington der Amtswechsel statt. Was die internationale Presse über George Bush und Barack Obama schreibt: Eine Presseschau.

SUNDAY INDEPENDENT (London): "Er ist der neue Kennedy, der neue Roosevelt, sogar der neue Lincoln. So wie Kennedy ist er ein Idealist ohne Illusionen. Gleichzeitig ist er ein Außenseiter, ein Kandidat, der eine ganz neue Präsidentschaft verspricht. Seine Neuartigkeit geht über seine Hautfarbe hinaus. Er verkörpert den Wechsel durch sein Alter, seine Herkunft und sein Temperament. Er ist der erste Präsident des 21. Jahrhunderts. Wir wissen, dass der neue Präsident nicht alle Erwartungen erfüllen kann, doch wir wissen auch, dass sich etwas Grundlegendes ändert. Diese Woche werden wir einen Präsidenten bekommen, der die Welt nicht mehr in schwarz-weiß sieht, sie nicht mehr in Gut und Böse aufteilt. Darin liegt unsere Hoffnung."

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Zur Diskussion um George Bush und Barack Obama: "Große Politiker können zwischen falsch und richtig unterscheiden, beherrschen vor allem aber auch die Kunst, Politik auf der Grauskala und damit Kompromisse zu machen." (© Foto: AFP)

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GÖTEBORGS-POSTEN (Göteborg):

"Das Gute und das Böse sind in dieser Welt zu finden, und zwischen beiden gibt es keine Kompromisse. So drückte sich Präsident George W. Bush in seiner letzten Rede vor der Nation, der Welt und der Geschichte aus. Sicher gibt es Gutes und Schlechtes auf der Welt. Aber zwischen Gutem und Schlechtem liegt eine unendlich lange Grauskala. Große Politiker können zwischen falsch und richtig unterscheiden, beherrschen vor allem aber auch die Kunst, Politik auf der Grauskala und damit Kompromisse zu machen. Bush hat diese unerlässliche Kunst nicht beherrscht. Als er überdies den fatalen Fehler beging, böse Handlungen für einen guten Zweck zuzulassen, endete das Ganze in der Katastrophe. Bush geht in die Geschichte als einer der schlechtesten Präsidenten der USA ein."

LE FIGARO (Paris):

"Bush leistet Obama einen großen Dienst. Auf seinen Schultern lastet alle Kritik an Amerika: der Krieg im Irak, das Hochsicherheitsgefängnis Guantánamo, die Finanz- und Wirtschaftskrise. Im Gegensatz dazu wird uns Obama als der Träger einer wunderbaren Erneuerung vorgeführt. Doch Obama macht sich keine Illusionen. Er ist sogar der Erste, der den Weg für eine Rehabilitierung Bushs frei macht. Dass Verteidigungsminister Robert Gates auch nach dem Wechsel im Weißen Haus zunächst im Amt bleibt, spricht für den Pragmatismus Obamas und ist ein Zeichen dafür, dass die Politik Bushs gar nicht so schlecht war, zumindest in seiner zweiten Amtszeit. Der Misserfolg der Präsidentschaft Bushs ist in vielen Bereichen offensichtlich, doch sein Porträt ist oft zu vereinfacht und karikaturenhaft gezeichnet worden."

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(SZ vom 19.1.2009/pfau)