Reisetipps Venedig

Stadtspaziergänge Venedig

Venedig ahoi: mit dem Schiff um die Altstadt

Das historische Herz der Lagunenstadt lässt sich vom Wasser aus am schönsten entdecken. Versuchen Sie es statt der klassischen Fahrt durch die Hauptarterie, den Canal Grande, einmal mit einer Umrundung. An Bord eines vaporetto der Linie 41 oder 42 lernen Sie nicht nur den wenig bekannten Stadtteil Cannaregio und das Hafenviertel kennen, Sie genießen auch Panoramablicke auf Venedigs schönste Uferpromenaden. Startplatz: Bahnhof oder Piazzale Roma. Zeitrahmen: inklusive „Landausflügen“ ein ganzer Tag.

Ausgangspunkt dieser Tour ist der Bahnhof. Gleich zu Füßen seiner Treppe besteigen Sie einen der für die Stadt der Kanäle so charakteristischen schwimmenden Busse namens vaporetto, und zwar die Nr. 42 (Nr. 41 befährt dieselbe Strecke in entgegengesetzter Richtung). Das Boot tuckert erst einmal ein kleines Stück den Canal Grande entlang. Doch sehr bald schon - unmittelbar nach der imposanten Kirche von San Geremia - biegt er nach links in den Canale di Cannaregio ein. Am Palazzo Labia vorbei, führt die Route hinein in den für venezianische Verhältnisse ungewöhnlich geräumigen und lichten Bezirk Cannaregio. Schon an der ersten Station (Ponte delle Guglie) empfiehlt sich ein kurzer Landgang. Ziel ist das ehemalige und weltweit älteste jüdische Ghetto.

Wieder auf dem vaporetto, gelangen Sie unter dem dreibogigen Ponte dei Tre Archi hindurch auf offenes Wasser. Der Blick schweift bis nach Burano, Torcello und zum Flughafen. Das Schiff nimmt Kurs nach Osten. Bei der Station Madonna dell'Orto gehen Sie kurz von Bord, um der gleichnamigen, wunderschönen gotischen Kirche und dem nahen Sterbehaus Jacopo Tintorettos einen Besuch abzustatten. Die nächste Station, Fondamente Nove, ist neuerlich Anlass zur Fahrtunterbrechung. Diesmal locken die barocke Jesuitenkirche Santa Maria Assunta dei Gesuiti und unweit davon das Wohnhaus Tizians.

Nun geht es mit dem Schiff hinüber nach San Michele, der Friedhofsinsel. Nördlichster Punkt der Rundfahrt ist die für ihre traditionsreiche Glasindustrie berühmte Insel Murano. Kunstliebhaber werden sich den Besuch ihrer Kirchen San Pietro Martire und Santi Maria e Donato, Souvenirjäger den in einer Glasbläserei nicht entgehen lassen.

Wieder an den Fondamente Nove, folgt das vaporetto nun dem Nordufer des Bezirks Castello. Es fährt vorbei an der Franziskanerkirche San Francesco della Vigna und umschifft die Halbinseln San Pietro di Castello und Isola di Sant'Elena. Im Bassin von San Marco steuert es vorbei am Ausstellungsgelände der Biennale und dem Schifffahrtsmuseum Richtung Westen. Entlang der Riva degli Schiavoni, dem bei Flaneuren so beliebten, weil überaus breiten Kai der Dalmatiner, nehmen Sie zum Abschluss einigen der berühmtesten Hotels der Stadt die Parade ab.

Auf Palladios Spuren

Dieser Bummel führt zu den grandiosen Sakralbauten des Meisterarchitekten Andrea Palladio aus Padua. Zwei, drei Stunden sollten für den Abstecher auf die beiden südlich der Altstadt gelegenen Inseln genügen.

Sie gehört zu den meistfotografierten Ansichten der Lagunenstadt: jene Klosteranlage von San Giorgio Maggiore, die Andrea Palladio Ende des 16. Jhs. im Auftrag der Benediktiner auf dem so malerisch gegenüber dem Dogenpalast gelegenen Eiland errichtet hat. Mit der Bootslinie 82 setzen Sie von San Zaccaria in wenigen Minuten über, bestaunen danach erst einmal die in ihrer geometrischen Strenge an einen antiken Tempel gemahnende, strahlend weiße Marmorfassade, um sich schließlich in dem nicht minder eindrucksvollen, dreischiffigen Kircheninneren mit seinen riesigen Tintoretto-Gemälden umzusehen. Das Panorama, das man von der Aussichtsplattform des Campanile (tgl. 9.30-12.30 und 14.30 bis 18.30, Winter bis 16.30 Uhr) genießt, ist mindestens so atemraubend wie jenes vom Campanile von San Marco gegenüber.

Um ein weiteres von Palladios Meisterwerken bewundern zu können, müssen Sie mit derselben Linie bloß zwei Stationen weiterfahren. Auf der Nachbarinsel Giudecca erhebt sich die Votivkirche Il Redentore (Mo bis Sa 10-17 Uhr). Diesen klassizistischen Kuppelbau mit seiner eindrucksvollen Marmorfassade hat Palladio im Auftrag der Stadtregierung geschaffen, die damit an das Ende einer verheerenden Pestepidemie erinnern wollte. Er wurde 1592 geweiht und steht seither alljährlich am dritten Julisonntag im Zentrum eines riesigen Fests, mit dem die Venezianer der seinerzeitigen Erlösung von der Plage gedenken.

Auch der Entwurf zu der wenige Gehminuten weiter östlich ebenfalls am Nordkai der Giudecca thronenden Kirche Santa Maria della Presentazione wird Andrea Palladio zugeschrieben, allerdings vermutlich fälschlicherweise. Die Besichtigung des kleinen Gotteshauses, das auch auf den Kurznamen Le Zitelle hört, ist dank der erhabenen Schlichtheit dennoch lohnend (geöffnet nur So 10 bis 11.30 Uhr).