Reisetipps USA West

Ausflüge & Touren USA West

Highway 1: die Traumstrasse Amerikas

Als schönste Panoramaroute der USA wird der Küstenhighway zwischen San Francisco und Los Angeles gern bezeichnet - und er macht seinem Namen alle Ehre. Vorüber an uralten Redwoodwäldern, bunten Strandorten und altspanischen Missionen schlängelt er sich an den Steilklippen des Pazifik entlang. 800 km kalifornische Traumkulissen, für die Sie sich 3 bis 4 Tage Zeit lassen sollten. Beste Reisezeiten: April bis Juni und September/Oktober, denn im Hochsommer liegt die Küste häufig im Nebel.

Ein paar Tage in San Francisco sind die richtige Einstimmung auf die Küstenroute, dann geht's los: Zuerst auf dem Highway 101 südwärts in das Silicon Valley, das legendäre Hightechzentrum Kaliforniens. In San Jose können Sie im supermodernen Tech Museum (201 S Market St. | tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 8 $) alles über Chips und Computer erfahren. Von dort klettert die SR 9/236 über das Örtchen Calistoga hinauf in die Coast Mountains, wo im Big Basin State Park und im Henry Cowell State Park bis zu 100 m hohe und über 2000 Jahre alte Redwoodbäume erhalten blieben, zwischen denen Lehrpfade hindurchführen.

Nächster Stopp: Santa Cruz, ein typisch kalifornisches Strandstädtchen mit vielen Studenten und Surfern, schönen Villen auf den Klippen und einem alten Leuchtturm (kleines Surfermuseum). Bei der Weiterfahrt auf dem Highway1 säumen Artischockenfarmen und Dünen voller Mittagsblumen den Weg zur Monterey Peninsula. Unbedingt sehenswert: das Monterey Bay Aquarium und das umbrandete Kap der Point Lobos State Reserve mit kleinen Buchten, in denen häufig Seeotter zu beobachten sind.

Nun folgt das schönste Stück des Pacific Coast Highway: Hoch über dem Meer kurvt er bei Big Sur an den Hängen der steil ins Meer fallenden Santa Lucia Range südwärts. Ein Tipp zur Kaffeepause mit grandiosem Blick über die Küste: das Restaurant Nepenthe, rechter Hand direkt am Steilabbruch. Danach immer neue Kurven, immer neue Aussichtspunkte entlang der kaum erschlossenen Küste. Erst bei San Simeon, wo im Hinterland das Schloss des Zeitungszaren Hearst liegt, wird das Ufer wieder flacher. Gute Gelegenheit zum Bummel an einer der Strandbuchten, in der oft auch Kolonien der riesigen Seeelefanten zu beobachten sind.

Ein hoher Vulkanfelsen markiert bei Morro Bay das Ende des einsamen Küstenabschnitts. Dort und an den Stränden südlich von San Luis Obispo (hübsche Altstadt mit Missionskirche) herrscht Ferientrubel. In Pismo Beach darf man sogar mit dem Auto in die Sanddünen fahren. Auf der US 101 geht es weiter nach Süden: Vorüber am Touristenstädtchen Solvang, dem „dänischen Dorf Kaliforniens“, und weiter zu den langen Surferstränden Refugio und El Capitan. Dort, am Fuß der Santa Ynez Mountains, liegt einer der schönsten Küstenorte des Golden State: Santa Barbara mit spanisch-mediterraner Architektur und kalifornisch-legerem Flair. Nicht verpassen sollten Sie die schön gelegene Mission Santa Barbara (Laguna/Los Olivos St. | tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 4 $).

Die restliche Strecke bis Los Angeles ist in drei Stunden zu schaffen: schnell über die Autobahn 101 oder aussichtsreich entlang der Küste über Oxnard und Malibu auf dem Highway 1.

Der Südwesten: Canyons im Indianerland

Eine Reise durch die Wildwestszenerien des amerikanischen Südwestens. Und die ganze grandiose Vielfalt des steinernen Schluchtenlands steht auf dem Programm: Grand Canyon und Monument Valley, Indianerreservate und uralte Ruinenstädte. Startpunkt für die zwei-wöchige Rundfahrt ist Las Vegas. Sie können aber auch gut in Phoenix oder Los Angeles beginnen. Beste Zeit für die 2800 km lange Tour: Mai bis Oktober.

Nach durchspielter Nacht ist der Aufbruch von Las Vegas vielleicht nicht einfach, doch die klare Wüstenluft und der erste Blick auf die roten Felswände des Valley of Fire etwas nördlich an der I-15 werden den Kopf bald freimachen. Wenig später folgt die Grenze zu Utah, das sich in St. George gleich mit einem großen Tempel (Visitor Center) als Mormonenstaat vorstellt. Von dort schlängelt sich die SR 9 weiter zum Zion Nat. Park. Zeit für einen ersten Pausentag mit Wanderungen. Durch die wild zerklüfteten Felsen auf dem grünen Markagunt Plateau geht es dann ostwärts zur US 89 und weiter zu einem der ganz großen Highlights: dem Bryce Canyon Nat. Park mit seinen filigranen Steinskulpturen.

Der nächste Routenabschnitt auf der SR 12 zählt unbestritten zu den schönsten Panoramarouten des Südwestens: zerklüftete Tafelberge, immer neue Canyons und Wüstentäler, wohin das Auge schaut. Auf fast 3000 m Höhe klettert der Highway über den Boulder Mountain und führt dann hinab in den Capitol Reef Nat. Park, der 1000 km² umfasst. An dem von dramatischen Sandsteinklippen überschatteten Scenic Drive beginnen zahlreiche Pfade für Tageswanderungen.

Nördlich von Hanksville dürfen Sie am Hwy. 24 einen Abstecher zu den lustigen Steinzwergen des Goblin Valley nicht verpassen, und in Green River können Sie sich im Powell River History Museum (1765 E Main St. | im Sommer tgl. 8-20, sonst 8-17 Uhr | Eintritt 3 $) über die Entdecker auf dem Colorado River informieren. Es folgt ein kurzes Stück Autobahn I-70, bevor die US 191 nach Süden abzweigt: nach Moab, das von der steinernen Wunderwelt des Arches und Canyonlands Nat. Park umrahmt wird. Am besten beziehen Sie für einige Nächte Quartier und erkunden dann die Umgebung - zu Fuß, per Mountainbike oder auf einer Rafttour.

Die US 191 führt weiter nach Monticello, wo sich ein Abstecher zu den berühmten Ruinen von Mesa Verde in Colorado anbietet. Zurück im Staat Utah, geht es dann über Mexican Hat weiter durch die rote Canyonwelt ins filmbekannte Monument Valley im Navajo-Reservat.

Steinige, öde Wüste bis zum Horizont - die Fahrt auf der US 160/SR 98 verläuft in Arizona durch die einsamsten Regionen des Navajo-Reservats. Doch auch dort wieder Zeugnisse der Vergangenheit: die Ruinen des Navajo Nat. Monument (Lehrpfad). Dann bei Page ein verblüffender Kontrast: zwischen feuerroten Felsklippen die tiefblauen Fluten des Lake Powell. Wie wäre es mit einer Bootsfahrt in der Wüste?

Nächster Stopp: der Grand Canyon, die berühmteste Attraktion des Südwestens. Über das bewaldete Hochplateau am Südrand der Schlucht zielt die US 180 weiter nach Süden auf die Vulkankegel von Flagstaff zu, wo Sie sich eine Wanderung zu den indianischen Ruinen des Walnut Canyon nicht entgehen lassen sollten. Von Flagstaff schlängelt sich die US 89A durch den Oak Creek Canyon zum grandios gelegenen Erholungsort Sedona und klettert dann hinauf in die Berge zum Westerndorf Jerome. Von dort geht es über die Berge wieder nordwärts und auf der I-40 gen Westen.

Der letzte Teil der Reise bietet ein klassisches Stück amerikanische Highwaygeschichte: die legendäre Route 66, die von Seligman aus durch Wüstentäler und nostalgisch verkommene Orte wie Peach Springs nach Kingman führt. Von dort fahren Sie in drei Stunden zurück nach Las Vegas, dem Ausgangspunkt der Tour.

Rocky Mountains: wilde Bergwelt und Geysire

Der Yellowstone-Park, die Mormonenstadt Salt Lake City und die 4000er-Gipfel Colorados sind die Highlights dieser Tour. Am Weg liegen aber auch weniger bekannte Attraktionen: urige Westernstädte, Dinosaurierfriedhöfe und Indianerreservate. Zeitbedarf für die gut 3500 km lange Strecke: 3 Wochen. Beste Reisezeit: Ende Juni bis September.

Startpunkt der Tour ist Denver, dessen ausgezeichnete Museen zur Kunst- und Naturgeschichte zumindest einen Besichtigungstag verdienen. Von dort geht es im Vorland der Rockies zunächst nordwärts zur hübschen Universitätsstadt Boulder und dann nach Estes Park, dem Tor zum Rocky Mountain Nat. Park. In luftiger Höhe führt die US 34 über die kontinentale Wasserscheide und durch sattgrüne Ranchweiden im Tal von Grand Lake zurück nach Süden.

Ein erster Kontakt mit den Goldgräbertagen in Colorado erwartet Sie an der I-70 im Westernstädtchen Georgetown mit vielen viktorianischen Häusern aus der Boomzeit ab 1860: das Hamill House etwa oder das Hotel de Paris von 1875. Vorbei an den Skigebieten von Breckenridge führt die Route dann zu der nostalgischen Bergwerksstadt Leadville mit zahlreichen historischen Gebäuden und Museen und durch menschenleere Hochgebirgsregionen über den 3687 m hohen Independence Pass nach Westen.

Über Aspen, das mondäne Ferienstädtchen der Hollywoodstars, geht es in das alte Kurbad Glenwood Springs, auf dessen Friedhof der legendäre Revolverheld Doc Holliday begraben liegt - er starb hier an Tuberkulose. Weiter am Ufer des Colorado River nach Grand Junction. Danach wird es wieder einsam: Gut 150 km verläuft der Hwy. 139 nordwärts durch menschenleere Steppe. Eine Kulisse wie geschaffen für die Funde des Dinosaur Nat. Monument, wo Sie Dinosaurierfossilien aus der Zeit vor 140 Mio. Jahren bewundern können. Durch die Schluchten der Flaming Gorge führt die Route nach Wyoming zum Fort Bridger, einem restaurierten Pelzhändlerposten aus dem Jahr 1842.

Die Autobahn I-80 bringt Sie dann schnell bis Salt Lake City, neben Denver die einzige Großstadt dieser Route. Nach einem Besichtigungstag an den historischen Stätten der Mormonen geht es auf der US 89 über die alte Eisenbahnstadt Ogden und das beliebte Ferienstädtchen Jackson weiter zum berühmtesten Highlight der Rockies: dem Yellowstone Nat. Park. Zwei volle Tage zum Wandern und Staunen sollten Sie für dieses Wunderland der Geysire auf jeden Fall einplanen.

Durch das idyllische Wapiti Valley fahren Sie danach ostwärts zum Westernort Cody und über die Bighorn Mountains nach Sheridan. Vorüber am legendären Little Bighorn Battlefield führt die Route weiter ostwärts durch das Reservat der Northern Cheyenne. Sehenswert: die St. Labre Indian School mit einer modernen Missionskirche.

Durch die einsamen Weiten Ostmontanas geht es weiter, bis nach einem halben Fahrtag kurz hinter der Grenze zu Wyoming der geheimnisvoll wirkende Vulkanstumpf des Devil's Tower Nat. Monument in den Himmel ragt. Noch ein kurzes Stück Autobahn I-90, dann sind die Black Hills in South Dakota erreicht. Nach einem Abstecher hinaus in die Prärie zum Badlands Nat. Park nehmen Sie den Black Hills Parkway (US 385) gen Süden zum berühmten Mount Rushmore. Über den zum Museumsdorf restaurierten Kavallerieposten Fort Laramie und Cheyenne, die Hauptstadt von Wyoming, endet die Rundfahrt wieder in Denver.