Reisetipps USA Ost

Ausflüge & Touren USA Ost

Durch die Mitte in den Süden

Der Süden ist groß, ihn in zwei bis drei Wochen sehen zu wollen ist so gut wie unmöglich. Sie sollten sich daher auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten beschränken. Nördlichster Punkt der Reise ist Philadelphia, südlichster Key West. Der Rückweg erfolgt über das Mississippi-Tal. Planen Sie mindestens 5000 km und drei bis vier Wochen für diese Tour ein.

Ausgangspunkt ist Washington D.C. Zwei bis drei Tage reichen, um sich umzuschauen und den Jetlag auszukurieren. Zunächst aber geht es gen Norden in die alte Arbeiterstadt Baltimore. Der raue Charme der alten Ziegelhäuser konzentriert sich am Inner Harbor und im kopfsteingepflasterten Kneipenviertel Fells Point. Das weiter nördlich gelegene Philadelphia erlebte 1776 die Erklärung der amerikanischen Unabhängigkeit. Heute präsentiert sich „Philly“ als ein Mix aus Freilichtmuseum, Kunstdorado und spröder No-Nonsense-City.

Ein Abstecher ins Pennsylvania Dutch Country führt Sie zu den Amischen, die hier noch wie vor hundert Jahren leben. Das etwas westlich davon liegende Gettysburg rekonstruiert detailgenau den dramatischen Verlauf des Bürgerkriegs in einem Nationalpark. Danach, Washington umfahrend, lässt sich in den dichten Wäldern des Shenandoah Nat. Park einmal Natur pur genießen.

Über Charlottesville, das vornehme Unistädtchen mit der herrschaftlichen Villa Monticello des US-Präsidenten Thomas Jefferson, geht es nach Richmond. Die alte Hauptstadt der Konföderierten wirkt noch immer stolz und unbeugsam, besonders im Regierungsviertel Court End. Eine knappe Stunde weiter südöstlich liegt Colonial Williamsburg, Amerikas größte Museumsstadt, die mit einem Riesenaufwand ins Jahr 1775 entführt.

Den Kopf frei bekommen Sie danach auf den Düneninseln der Outer Banks, wo Sie baden, Meeresfrüchte genießen und in hübschen kleinen Orten die Seele baumeln lassen können. Es folgen die Südstaatenschönheiten Charleston und Savannah. Von hier aus einen Abstecher nach Atlanta, die boomende Hauptstadt Georgias, zu unternehmen ist eine Zeitfrage.

Weiter Richtung Süden verlängert das 1565 gegründete Städtchen St. Augustine den Traum des tiefen Südens mit herrlichen alten Kolonialhäusern und weißen Sandstränden.

Danach wird „Fun“ immer größer geschrieben. Orlando steht ganz im Zeichen von Disney World und weiteren Megathemenparks. An der Küste lohnt das Kennedy Space Center. In Miami treffen die USA auf die Karibik - und produzieren einen Schmelztiegel, der vor allem nachts kocht und brodelt. Der über Brücken und die Florida Keys führende Overseas Highway endet nur einen Katzensprung von Havanna entfernt in Key West.

Durch die Sumpflandschaft der Everglades und den Golf von Mexiko entlang führt die Tour zum Mississippi-Delta. Hier wartet New Orleans mit einem eher karibischen als amerikanischen Flair. Nach dem Bummel durch das weltberühmte French Quarter sollten Sie eine Fahrt durch das Cajun Country anschließen: Es warten hier schläfrig-hübsche Dörfer und Sümpfe, in denen Sie Alligatoren begegnen können.

Den Mississippi entlang geht es nach Norden. In Memphis, der Stadt des Blues, ist die Fahrt nach Graceland, dem Anwesen Elvis Presleys, obligatorisch. Stromaufwärts, in St. Louis, lässt der gewaltige Gateway Arch den Fuß vom Gas nehmen. Von hier aus zogen früher die Planwagentrecks nach Kalifornien. Doch für Sie geht es nun auf schnurgeraden Interstates zurück nach Washington.

New York, Neuengland und die Niagarafälle

Eine Tour voller Kontraste: Von New York reisen Sie nach Boston, „Grande Dame“ der Ostküste, und weiter durch Neuengland. Von hier können Sie auch einen Abstecher zu den Niagara Falls machen. Die berühmtesten Wasserfälle der Welt liegen nur eine halbe Tagesreise vom Westen Neuenglands entfernt. Beste Reisezeiten sind Spätsommer und Herbst: In den Straßenschluchten von New York ist es nicht mehr so stickig, das Wetter ist weniger diesig, und während des Indian Summer präsentieren sich die Wälder Neuenglands in einmaliger Farbenpracht. Für die rund 3000 km lange Strecke sollten Sie mindestens 14 Tage vorsehen.

New York City ist natürlich eine eigene Reise wert. Doch für diese Tour sollten Sie sich nach drei Tagen losreißen und in den Mietwagen setzen. Auf der I-95 geht es zunächst an der dicht besiedelten Küste Connecticuts entlang zum Connecticut River Valley. An den Ufern des Unterlaufs liegen verschlafene Dörfer wie Old Lyme, Essex und East Haddam mit schönen Kunstgalerien. In Newport mit seiner verwinkelten Altstadt und großen Villen sollten Sie übernachten. New Bedford hingegen ist eine triste Hafenstadt, die jedoch dank ihres hervorragenden Whaling Museum die Abfahrt lohnt. Die Halbinsel Cape Cod war schon immer das Baderesort der New Yorker und Bostoner. Folgen Sie der historischen Route 6 A mit schönen alten Dörfern. Im alten Walfängerhafen Provincetown ankerte 1620 die „Mayflower“, bevor sie nach Plymouth weitersegelte.

Die Kultur- und Wirtschaftsmetropole Boston lässt sich gut zu Fuß entdecken. Für Spazierfahrten nach Salem, Lexington und Concord ist sie eine gute Basis. Zwischen Boston und dem nördlichsten Punkt dieser Tour liegen etliche hübsche Fischerhäfen. Längere Aufenthalte wert sind Rockport, Camden und Boothbay Harbor. Der Acadia Nat. Park, einziger Nationalpark Neuenglands, besticht mit einer faszinierenden Landschaft. Im nahen Bar Harbor können Sie gut speisen und auf Walbeobachtungstour gehen.

Reisen in Neuengland ist zeitaufwendig: Von Ost nach West führen kaum Autobahnen. Nach dem Acadia Nat. Park fahren Sie am besten nach Portland zurück und von dort ins Landesinnere. Bald kurven Sie durch winzige Weiler in dichten Wäldern - in der Ferne ragen die Zweitausender der White Mountains auf. Den Mount Washington können Sie sogar mit dem Wagen bezwingen.

Westlich der White Mountains erhebt sich die dicht bewaldete Bergkette der Green Mountains. Der berühmte Wintersportort Stowe ist auch ein guter Ausgangspunkt für Wanderer und Radfahrer. Verschiedene Routen auf beiden Seiten der Berge führen südwärts nach Westmassachusetts. Dort flachen sie zu den Berkshire Hills ab, bekannt als Refugium betuchter New Yorker und für ihre Kunst- und Kulturfestivals. Entscheiden Sie sich für die Niagara Falls, fahren Sie südlich von Pittsfield auf die westwärts strebende I-90. Diese bringt Sie in weniger als fünf Stunden zu den rauschenden Fällen.