Reisetipps Stockholm

Stichworte Stockholm

Alkohol

Die Stockholmer trinken gern Alkohol, meist nur am Wochenende, aber dann richtig - trotz hoher Preise und erschwertem Zugang. Getränke mit mehr als 3,5 % Alkohol verkaufen nur staatliche Läden (systembolaget). Doch durch den EU-Beitritt Schwedens wurde die restriktive Alkoholpolitik, die auf die Gesundheit der Bürger abzielt, faktisch aufgeweicht. Seit 2004 gelten dieselben höheren Einfuhrmengen wie für den Rest Europas. Billigpreise in den Nachbarländern sorgten für einen weiteren Anstieg des Alkoholkonsums. Für Schwedens Gesetzgeber vorerst bester Grund beim strikten Kurs zu bleiben.

Architektur

Die Bandbreite der architektonischen Formen in Stockholm ist riesig. Die ältesten Gebäude der Altstadt und ihr Straßennetz stammen aus dem Mittelalter. Mit Schwedens Aufstieg zur Großmacht im 17. Jh. entstanden Stadtpaläste und Landschlösser wie Schloss Drottningholm und das Königliche Schloss. Im 18. Jh. entwickelte sich der Gustavianische Stil, benannt nach König Gustav III. (1746-1792), die schwedische Variante des klassizistischen Stils in Architektur, Design und Kunsthandwerk. Gustavianisch steht für Leichtigkeit, strenge, klare Formen und Pastellfarben wie Hellgelb und Perlgrau. Bestes Beispiel: das Interieur im Pavillon Gustav III. im Hagapark.

Die Industrialisierung Schwedens und die Expansion Stockholms in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. machten den Bau von Wohnhäusern, Hotels, Markthallen und Theatern erforderlich. Vorherrschend waren Jugendstil (Dramaten) und schwedische Nationalromantik (Nordiska Museet, Stadshuset). In den 1920er-Jahren bevorzugten die Architekten den schlicht-eleganten Klassizismus. Gunnar Asplund, Schöpfer der Stadsbiblioteket (1920-28), führte den Funktionalismus (funkis) ein, bevorzugter Baustil für große, nüchterne Wohnblocks wie etwa auf Gärdet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sahen die Städteplaner neidisch auf den Wiederaufbau mit modernen Hochhäusern im Ausland. Beim stolzen Versuch, die Innenstadt mit einem 30-Jahre-Programm zu erneuern, gingen die Städtebauideologen rigoros vor: Es wurde brutal abgerissen und neu gebaut, wie etwa in der Nähe des Hötorget: Fünf nüchterne Bürotürme aus dem 1960er-Jahren ersetzten die alte Bausubstanz aus dem 17. Jh. Nach dem Bau des Kulturhuset (1974) war Schluss, weitere Modernisierungspläne wurden begraben.

Inzwischen ist die Modernisierungslust wieder entflammt, vor allem in Stockholms Außenbezirken. Eins der modernsten Wohnprojekte aus Beton und Glas ist das neue Stadtviertel Hammarby Sjöstad mit 9000 Wohnungen für rund 20 000 Menschen. Das Viertel auf einem ehemaligen Industriegelände gilt als anspruchsvolles Umweltprojekt, bei dem versucht wird, Energie im Massenwohnungsbau etwa mit Hilfe von Sonnenkollektoren effizient einzusparen.

Königliche Familie

Die schwedischen Royals, König Carl XVI. Gustaf, Königin Silvia sowie die Kinder Victoria, Madeleine und Carl Philip, erfreuen sich bei den Schweden größter Beliebtheit. Die Bernadottes, so der Familienname der französischstämmigen Dynastie, leben außerhalb von Stockholm im Schloss Drottningholm und geben sich sehr volksnah. Sie repräsentieren Schweden im Ausland, und das machen sie gut. Jedenfalls finden das ihre Anhänger, während Kritiker meinen, das Königshaus koste zu viel, sei unmodern und undemokratisch. Lange galt in Schweden die männliche Thronfolge. Sie wurde 1977 nach der Geburt von Kronprinzessin Victoria abgeschafft.

Mode

Praktisch, avantgardistisch, nordisch: Mode made in Sweden gilt international längst nicht mehr als Geheimtipp. Immer mehr schwedische Modedesigner sind auch im Ausland erfolgreich, der Umsatz boomt. Besonders Jeans schwedischer Marken wie Acne, Nudie oder Cheap Monday sind angesagt. Dass schwedische Mode viel mehr ist als H & M, zeigen die Designer zwei Mal im Jahr in Stockholm: Auf der Stockholm Fashion Week präsentieren Etablierte und Newcomer ihre neuesten Kollektionen.

Alfred Nobel

Der erfolgreiche Chemiker (1833-96) entdeckte 1866 das Dynamit. Nobel galt als einer der bedeutendsten Erfinder des 19. Jhs. Außer Chemie beschäftigten ihn auch Physik, Medizin und Literatur und der Weltfrieden. Bei seinem Tod 1896 besaß Nobel über 355 Patente und ein Vermögen von heute umgerechnet etwa 160 Mio. Euro. In seinem Testament verfügte er, dass die Zinsen aus seiner Stiftung denjenigen Meistern obiger Disziplinen zugute kommen sollen, die im „verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Seit 1901 werden am 10. Dezember, Nobels Todestag, die nach ihm benannten Preise im Stockholmer Konzerthaus verliehen.

Schären

24000 kleine und große Inseln, Granitfelsen und grüne Schärenparadiese erstrecken sich 150 km in Nord-Süd-Richtung östlich der Stadt. Mit den neuen Dampfschiffen zum Ende des 19. Jhs. strömten die Städter in die Schären, darunter viele Maler und Schriftsteller. Prächtige Holzvillen wurden gebaut, Pensionen entstanden. In den 1960er- und 1970er-Jahren lockten Arbeitsplätze in der Stadt, die Menschen verließen die Gegend. Eine aktive Schärenpolitik stoppte den Abwanderungstrend. Als Ausflugsziel sind die Schären sehr beliebt, zu den 10 000 ständigen Bewohnern kommen viele internationale Urlauber.