Reisetipps Stockholm

Sehenswertes Stockholm Paradies auf vierzehn Inseln

Schwedens schwimmende Hauptstadt bezaubert durch ihre phantastische Lage

Auch wenn die Gründer Stockholms im 13. Jh. noch nicht fliegen und die einzigartige Inselwelt in ihrer Gesamtheit aus der Luft erfassen konnten, wie es Besuchern heute beim Anflug vergönnt ist - sie hatten den richtigen Riecher für den Standort ihrer neuen Stadt. Nur, dass damals nicht ästhetische, sondern rein praktische Gründe zählten.

Gebaut wurde die schwedische Hauptstadt am strategisch günstigen Übergang vom süßen Mälarsee zur salzigen Ostsee auf der Insel Stadsholmen, der größten Insel der heutigen Altstadt, Gamla Stan. Weil die großen Handelsschiffe wegen der Stromschnellen nicht zwischen Ostsee und Mälarsee verkehren konnten, brauchte man dort einen Umschlagplatz für die Waren und errichtete eine Siedlung. 1252 wurde Stockholm zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Lange Zeit beschränkte sich die bauliche Entwicklung der Stadt auf die Altstadtinseln. Doch als die Bevölkerung rasant zunahm, wurde neuer Wohnraum dringend erforderlich. Anfang des 17. Jhs. erschlossen die Stadtväter deshalb die nördlich und südlich angrenzenden Gebiete, die sogenannten malmarna, nach dem Muster eines Schachbretts. Zunächst errichteten die Stockholmer ihre Häuser aus Holz. Nach einigen Bränden aber wurde das verboten und Stein als Material vorgeschrieben. Ende des 19. Jhs. nahm die Bebauung des ländlichen Östermalm ihren Ausgang, weiterhin entstanden die Arbeiter- und Handwerkerviertel Kungsholmen und Södermalm.

Heute wächst Stockholm außerhalb dieses Bereichs in alle Himmelsrichtungen kräftig weiter. Die Innenstadt umfasst 14 Inseln, die durch Brücken miteinander verbunden sind; zwischen den Stadtteilen Norrmalm, Djurgården und Gamla Stan verkehren Fähren. Und dennoch ist Stockholms Zentrum so kompakt, dass Sie alles bequem zu Fuß erreichen können. Wer lieber fährt, ist mit den Buslinien sowie der roten, blauen und grünen Linie der Stockholmer U-Bahn sehr gut bedient. Die Fahrscheine für beide Verkehrsmittel bekommen Sie in den U-Bahn-Stationen (gekennzeichnet mit einem T für tunnelbana) oder im pressbyrån.

Den schönsten Eindruck von der Stadt bekommmen Sie von oben: Die Fjällgatan oder der Monteliusvägen auf Södermalm bieten einen atemberaubenden Blick auf die City. Auch vom Wasser aus können Sie die Stadt prima erkunden. Bootstouren durch Stockholms Inselwelt vermitteln einen guten Eindruck von der Stadt. Sie haben die Wahl zwischen Ausflugsschiffen, die Sie hinaus in die Schären bringen, und Sightseeingbooten, die Rundfahrten um die Stadtinseln anbieten. Aus dieser Perspektive werden sie ihre Stadt garantiert auch gerne betrachtet haben, die stolzen Gründer Stockholms.

Hötorget/Heumarkt

Marktplatz mit langer Tradition, auf dem bis 1856 auch Heu (schwedisch hö), Holz und Stroh gehandelt wurden. Heute gibt es dort Obst, Gemüse und Blumen zu kaufen, die Stände mit weiteren frischen Produkten wie Fleisch, Fisch und Käse sind im Untergeschoss des modernen Glaspalasts mit riesigem Multiplexkino untergebracht. Schräg gegenüber liegen das Traditions-Kaufhaus PUB (1882), in dem Greta Garbo einst als Hutverkäuferin arbeitete, und das Konserthuset von 1926. Bus 1, 56, 59: Hötorget | Grüne Linie: Hötorget

Konserthuset

Architekt Ivar Tengbom entwarf den blauen „griechischen Tempel“ des Konzerthauses 1926 im neoklassizistischen Stil am Hötorget. Davor steht der Orpheus-Brunnen des berühmten schwedischen Bildhauers Carl Milles (1875-1955). Das Konserthuset ist Sitz der seit 1902 musizierenden schwedischen Philharmoniker. Außerdem werden hier jedes Jahr feierlich die Nobelpreise in Anwesenheit der Königsfamilie übergeben. Hötorget | www.konserthuset.se | Bus 1, 56: Hötorget | Grüne Linie: Hötorget

Kulturhuset

Hässlich, retro, cool! Die Meinungen über Stockholms Kulturhaus von 1974 gehen weit auseinander. Beton und Glas prägen den riesigen Gebäudekomplex am Sergels torg. Entworfen wurde der Bau von Peter Celsing, dessen Vorschlag sich beim damals ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gegen 44 andere durchsetzte. Hier finden regelmäßig Musik-, Tanz- und Theatervorstellungen, Lesungen und Diskussionen statt. Unter demselben Dach: das Stadsteater mit sechs Bühnen, ein Internetcafé, ein Lesesaal mit 500 internationalen Zeitungen, eine CD-Bibliothek, Restaurants, Cafés, Designshop. Di-Fr 11 bis 18, Sa-So 11-16 Uhr | Sergels torg | www.kulturhuset.se | Bus 47, 56, 69, 71: Sergels torg | Blaue, grüne, rote Linie: Centralen

Kungliga Operan/Königliche Oper

Schwedens erstklassige Nationalbühne für Oper und Ballett am Gustav Adolfs torg wurde 1773 von Gustav III., einem Förderer der feinen Künste, gegründet. 1792 fiel er während eines Maskenballs ausgerechnet in der Oper einem Attentat zum Opfer. Das ursprüngliche Opernhaus wurde Ende des 19. Jhs. abgerissen und durch das heutige Gebäude ersetzt. Außen ist es im neoklassizistischen Stil gehalten, das prachtvolle Interieur glänzt im Spätbarock. Einen Besuch lohnt das Goldfoyer, ausgeschmückt mit Goldstuckaturen, Kristallleuchtern, großen Spiegeln und Stoffen aus florentinischem Goldbrokat. Führungen (auch auf Englisch) Aug.-Mai Sa 13 Uhr | 75 SEK | Gustav Adolfs torg | www.operan.se | Bus 2, 55, 71, 76: Karl XII:s torg | Blaue Linie: Kungsträdgården

Kungsträdgården

Im 15. Jh. wurde in diesem Garten noch das Gemüse für die Schlossküche angebaut, im 16. Jh. flanierte der Adel durch den neu angelegten Renaissancepark. Im 18. Jh. durfte ihn dann auch das Volk nutzen. Im ältesten Park der Stadt treffen sich heute die Stockholmer gern. Außerdem werden hier viele Feste und Festivals veranstaltet. Im Winter können Sie im Kungsträdgården Schlittschuh laufen (Verleih vor Ort), im Sommer in den Cafés entspannen, Schach spielen oder einfach nur mit einem guten Buch auf der Bank sitzen. Bus 2, 43, 55, 62, 71, 76: Karl XII:s torg | Blaue Linie: Kungsträdgården

Nationalmuseum

Die größte Kunstgalerie Schwedens (1866) mit Sammlungen von Gemälden und Skulpturen, Zeichnungen, Stichen und Kunsthandwerk (Gobelins, Möbel, Glas, Silber) vom 15. Jh. bis ins frühe 20. Jh. präsentiert unter anderem Werke der wichtigsten schwedischen Künstler sowie Arbeiten von Rembrandt van Rijn, Peter Paul Rubens, Francisco de Goya, Pierre Auguste Renoir, Edgar Degas und Paul Gauguin. Auch die Dauerausstellung zum Thema schwedisches Design lohnt unbedingt einen Besuch. Sept.-Mai Di, Do 11-20, Mi, Fr-So 11-17, Juni-Aug. Di 11-20, Mi-So 11-17 Uhr | Eintritt 100 SEK | Södra Blasieholmshamnen | Blasieholmen | www.nationalmuseum.se | Bus 2, 43, 55, 62, 65, 71, 76: Karl XII:s torg | Blaue Linie: Kungsträdgården

Olof-Palme-Gedenktafel

Am 28. Februar 1986 wurde Olof Palme (geb. 1927), einer der charismatischsten Politiker Schwedens, auf dem Sveavägen nach einem Kinobesuch erschossen. Zwei Mal war der Sozialdemokrat Ministerpräsident (1969-76 und 1982-86) sowie maßgeblich an der schwedischen Reformpolitik der 1950er- und 1960er-Jahre beteiligt. Vor allem aber war Palme für das Bild Schwedens im Ausland verantwortlich. Er bezog harte Position gegen den Vietnamkrieg und vermittelte für die Uno im Iran-Irak-Krieg. Am Tatort erinnert eine in den Bürgersteig eingelassene Gedenktafel, an der die meisten Leute achtlos vorübergehen, an den Mord, der noch immer nicht aufgeklärt ist. Sveavägen/Olof Palmes Gata | Bus 59: Adolf Fredrik kyrka | Grüne Linie: Hötorget

Rosenbad

Wo man Ende des 17. Jhs. in Maiglöckchen und Rosen baden konnte, sind seit 1981 der Sitz der schwedischen Regierung und das Büro des Ministerpräsidenten untergebracht. 1904 entwarf Ferdinand Boberg das Palais im venezianischen Stil direkt am Wasser. Bevor die Regierung einzog, lagen Wohnungen, ein Restaurant und eine Bank in dem Gebäude. Fredsgatan | Bus 3, 53, 62, 65: Tegelbacken | Blaue, grüne, rote Linie: Centralen

Sergels torg/Sergel-Platz

Plattan, die Platte, wie der Platz mit den zwei Ebenen auch genannt wird, ist ein ständig diskutiertes Objekt. Die einen wollen, dass er platt gemacht wird, weil sich dort die Stockholmer Drogenszene trifft, die anderen möchten ihn als architektonische Glanzleistung der schwedischen Moderne unbedingt erhalten. Auf der oberen Ebene des Platzes, einem Verkehrskreisel, steht ein 38 m hoher gläserner Obelisk von Edvin Öhrström. Wenn er abends angestrahlt wird und die bunten Lichter des Kulturhuset dazu leuchten, bekommt die Platte fast etwas Bezauberndes. Bus 47, 56, 59, 69: Sergels torg | Blaue, grüne, rote Linie: Centralen

Strindbergsmuseet

Schwedens wichtigster Schriftsteller August Strindberg (1849-1912) lebte von 1908 bis 1912 in der Drottninggatan, im Blauen Turm, in dem heute das Strindbergmuseum untergebracht ist. Seine Wohnung wurde rekonstruiert, das Originalmobiliar ist erhalten. Zu sehen sind Strindbergs Bibliothek mit 3000 Büchern sowie Schlaf-, Ess- und Arbeitszimmer. Berühmt wurde der scharfe Gesellschaftskritiker durch seine mehr als 60 naturalistischen und expressionistischen Dramen, die für die Entwicklung des modernen Dramas von entscheidender Bedeutung waren, darunter Fräulein Julie (1888), Nach Damaskus (1901) und Ein Traumspiel (1902). Nov.-Feb. Di-So 12-16, März-Okt. Di 12-19, Mi-So 12-16 Uhr | Eintritt 50 SEK | Drottninggatan 85 | www.strindbergsmuseet.se | Grüne Linie: Rådmansgatan

Kungliga Slottet/Königliches Schloss

Ein schwerer Brand zerstörte 1697 die einst mittelalterliche Burg Tre Kronor, inzwischen zu einem Renaissanceschloss umgebaut. Nicodemus Tessin d. J. ließ an dieser Stelle das imposante Gebäude mit italienischer Fassade und französischem Interieur errichten, das erst 60 Jahre später für König Adolf Fredrik bezugsfertig war. Die besten Künstler und Handwerker Europas waren an der Gestaltung der 608 Räume des Königlichen Schlosses beteiligt, das als das größte der Welt gilt. Außer den königlichen Paraderäumen mit unzähligen kostbaren Kunstgegenständen, Möbeln und Tapeten ist die Galerie Karls XI. im Spätbarock ein besonderes Prunkstück. Sie ist dem Spiegelsaal in Versailles nachempfunden, hier finden die königlichen Bankette statt. Ebenfalls sehr sehenswert sind der prächtige Reichssaal mit dem Silberthron der Königin Kristina von 1650 und das Schlafzimmer Gustavs III., der dort nach einem Attentat in der Stockholmer Oper 1792 starb. Das Schloss beherbergt außerdem die Schlosskirche im Rokokostil, in der im Sommer Konzerte stattfinden. Im Kellergewölbe liegt die Schatzkammer mit kostbaren Kronjuwelen und Königsinsignien, etwa das Reichsschwert von Gustav I. Wasa (1496-1560), Krone, Zepter und Reichsapfel Eriks XI. (1533-77) und die Krone der Königin Lovisa Ulrika (1720-82).

Im Keller des Schlosses ist auch das Museum Tre Kronor untergebracht, das eindrucksvoll die fast tausendjährige Schlossgeschichte illustriert. Viele Gegenstände konnten vor dem Feuer gerettet werden und sind hier zu sehen. Helme, Rüstungen sowie eine Hochzeitskarosse aus dem 17. Jh. werden in der Rüstkammer des Schlosses präsentiert. Besonderes Highlight: das ausgestopfte Pferd Streiff von König Gustav II. Adolf, auf dem er im Dreißigjährigen Krieg in der Schlacht bei Lützen 1632 fiel. Heute wird das Schloss nicht mehr als Residenz, sondern nur als Amtssitz sowie für offizielle Empfänge und Staatsbesuche genutzt.

Große Touristenattraktion ist die Wachablösung mit Musik und Parade im äußeren Königlichen Schlosshof (im Sommer Mo-Sa 12.15, So 13.15, sonst Mi, Sa 12.15, So 13.15 Uhr). Feb. bis Mitte Mai, Mitte Sept.-Dez. Di-So 12-15, Mitte-Ende Mai, Anfang-Mitte Sept. tgl. 10-16, Juni bis Aug. tgl. 10-17 Uhr | Slottsbacken | Eintritt ab 90 SEK | www.royalcourt.se | Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Mårten Trotzig Gränd/Mårten-Trotzig-Gasse

Die schmalste Gasse der Altstadt mit 36 Treppenstufen ist nur 90 cm breit. Sie wurde nach dem deutschen Kaufmann Martin Traubtzig aus Wittenberg benannt, der 1581 nach Schweden einwanderte und hier Ende des 16. Jhs. mehrere Häuser besaß. Er handelte mit Eisen und Kupfer und war einer der reichsten Kaufleute Stockholms. Auf einer Geschäftsreise ins mittelschwedische Dalarna wurde er 1617 erschlagen. Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Medeltidsmuseum

Tauchen Sie ein in das mittelalterliche Leben Stockholms! In diesem unterirdischen Museum wird die Vergangenheit wieder lebendig. Wichtige archäologische Funde, die bei Erdarbeiten für eine Tiefgarage unter dem Reichstag in den 1980er-Jahren entdeckt wurden, sind hier ausgestellt, etwa Teile der alten Stadtmauer und das 22 m lange Riddarholmsschiff. Außerdem zu sehen: Nachbauten des mittelalterlichen Hafens und eines Marktplatzes mit Pranger sowie Waffen und Kleidungsstücke. Di-Fr 11-19, Sa-So 11-17 Uhr (wegen Umbaus voraussichtlich bis Jan. 2010 ausgelagert ins Kulturhuset am Sergels torg) | Strömparterren an der Brücke Norrbro | Helgeandsholmen | Eintritt frei | www.medeltidsmuseet.stockholm.se | Bus 2, 43, 55, 71, 76: Karl XII:s torg | Blaue Linie: Kungsträdgården

Nobelmuseet

Im alten Börsenhaus von 1778 werden 100 Jahre Nobelpreisgeschichte mit multimedialer Technik präsentiert. Die Nobelpreisträger und ihre Werke werden in Filmausschnitten vorgestellt, außerdem informiert die Ausstellung über die Hintergründe des Preises und seinen Stifter, Alfred Nobel. Mitte Sept.-Mitte Mai Di 11 bis 20, Mi-So 11-17, Mitte Mai bis Mitte Sept. Mi-Mo 10-17, Di 10-20 Uhr | Eintritt 60 SEK | Stortorget 2 | www.nobelmuseet.se | Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Riddarholmskyrkan/Riddarholmskirche

Neben das Franziskanerkloster aus dem 13. Jh. baute man zwischen 1280 und 1300 dieses Gotteshaus, das im Lauf der Zeit mehrmals vergrößert wurde. Die dreischiffige Kirche aus roten Backsteinen wurde im gotischen Stil errichtet, nach einem Brand 1835 erhielt sie den 90 m hohen Westturm mit seiner charakteristischen Spitze aus durchbrochenem Gusseisen. Seit 1807 dient die Riddarholmskirche nur noch als Grab- und Gedächtniskirche, hier liegen bis auf wenige Ausnahmen die Grabstätten der schwedischen Monarchen. Besonders eindrucksvoll ist der imposante Sarkophag Karls XIV. Johanns. Als französischer Marschall mit dem Namen Jean-Baptiste Bernadotte kämpfte er unter Napoleon, 1818 wurde er schwedischer König, weil es in Schweden keinen passenden Thronfolger gab. Er ist der Begründer der heutigen Bernadotte-Dynastie. Mitte-Ende Mai, Anf.-Mitte Sept. tgl. 10-16, Juni-Aug. tgl. 10 bis 17, Mitte-Ende Sept. Di-So 12-15 Uhr | Eintritt 30 SEK | Birger Jarls torg | Riddarholmen | www.royalcourt.se | Bus 3, 53: Riddarhustorget | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Riddarhuset/Haus des Adels

Das prächtige Gebäude wurde 1641 bis 1674 im Stil des niederländischen Barock gebaut. Das Ritterhaus war Treffpunkt des Adels. 1865 wurde die Ständegesellschaft abgeschafft und der Adel politisch entmachtet. Die Skulpturen auf dem Dach symbolisieren die ritterlichen Tugenden Fleiß, Mut, Ehre, Stolz und Tapferkeit. Im Inneren des Gebäudes zieren über 2300 Wappen die Wände des Rittersaals, in dem ein kostbarer Schatz aufbewahrt ist: ein geschnitzter Ebenholzstuhl von 1623. Mo-Fr 11.30-12.30 Uhr | Eintritt 50 SEK | Riddarhustorget 10 | www.riddarhuset.se | Bus 3, 53: Riddarhustorget | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Riksdagshuset/Reichstag

Das monumentale Reichstagsgebäude und die Reichsbank auf Helgeandholmen wurden 1905 bzw. 1906 eröffnet. Als die Schweden 1971 den Zweikammerreichstag abschafften und den Einkammerreichstag einführten, wurde ein neuer Plenarsaal notwendig. Während das Parlament für zwölf Jahre ins Kulturhuset am Sergels torg umzog, fanden bis 1983 umfangreiche Umbaumaßnahmen statt. Reichstags- und Reichsbankgebäude wurden miteinander verbunden und vergrößert, im westlichen Teil des Komplexes liegt der Plenarsaal, dessen Wände und Stühle aus hellem Birkenholz gefertigt sind. Gratisführungen (auf Schwedisch und Englisch) Sept. bis Mitte Juni Sa-So 13.30, Ende Juni bis Aug. tgl. 12-15 Uhr | Riksgatan 3A | Tel. 7864862 | www.riksdagen.se | Bus 3, 53: Riddarhustorget | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Storkyrkan/Dom

Die über 700 Jahre alte Domkirche spielte für Schwedens Staatskirche eine wichtige Rolle: Von hier aus verbreitete der große Reformator Olaus Petri (1493-1552) die lutherische Lehre über das Land. Die Fassade der Kirche, die 1306 geweiht wurde, ist wie die des benachbarten Königlichen Schlosses im Stil des italienischen Barock gehalten. Die fünfschiffige Basilika mit dem 66 m hohen Turm wurde mehrfach umgebaut, deshalb lassen sich in ihrem Inneren verschiedene Epochen erkennen. Die ältesten Teile, die Deckengemälde in der Marienkapelle, stammen aus dem Mittelalter, die Krönungsstühle und die Kanzel über dem Grab von Olaus Petri aus dem späten Barock. Nicodemus Tessin d. J. entwarf sie, der aus Bremen stammende Künstler Burchardt Precht führte die Arbeiten aus.

Kostbare Kunstschätze sind auch der Silberaltar aus dem 17. Jh. und die große Gruppe Der heilige Georg mit dem Drachen (1489) aus Eichenholz und Elchgeweih, die der Lübecker Bildhauer Bernt Notke schuf. Einen aufmerksamen Blick lohnt außerdem das Gemälde Vädersolstavlan mit der ältesten Ansicht Stockholms. Dargestellt ist ein ganz besonderes Lichtphänomen mit sechs funkelnden Sonnenringen, das im April 1535 über Stockholm zu sehen war.

Die Storkyrkan war bis 1873 Krönungskirche der schwedischen Könige. 1976 gaben sich König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia in der Storkyrkan das Jawort. Okt. bis Mitte Mai tgl. 9-16, Mitte Mai-Sept. tgl. 9-18 Uhr | Eintritt 25 SEK nur im Sommer, außer So | Trångsund 1 | www.stockholmsdomkyrkoforsamling.se | Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Stortorget/Großmarkt

Schon im frühen Mittelalter nutzten die Stockholmer diesen Platz als Markt; auch der Pranger stand damals darauf. 1520 fand hier das sogenannte Stockholmer Blutbad statt. Der dänische König Kristian II., der Schweden unter seine Krone zwingen wollte, ließ auf dem Platz 94 politische Gegner hinrichten. Die schönen Kaufmannshäuser am Platz haben einen mittelalterlichen Charakter, wurden aber mehrfach umgebaut. Ihre rot-gelben Steinfassaden stammen aus dem 17. Jh. und ersetzten 1625 nach einem Feuer die ursprünglichen Häuser aus Holz. Viele haben noch mittelalterliche Gewölbekeller, in denen heute Cafés und Restaurants liegen. Im Haus der Börse (1778) residiert das Nobelmuseum. In der oberen Etage tagt regelmäßig die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreisträger ernennt. Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Tyska Kyrkan/Deutsche Kirche

Mit der Hanse, die etwa von 1150 bis 1650 den Handel in der Ostseeregion kontrollierte, kamen viele deutsche Kaufleute, Handwerker und Künstler nach Stockholm. Sie blieben auch nach Ende der Hansezeit in der schwedischen Hauptstadt und sorgten dafür, dass der kulturelle und wirtschaftliche Einfluss Deutschlands unverändert stark blieb. 1571 gründete sich die deutsche Gemeinde, die heute noch etwa 2000 Mitglieder hat. Das Interieur der Kirche ist im Stil der deutschen Spätrenaissance und des deutschen Barock gestaltet. Die Kanzel aus Ebenholz und Alabaster (1660) und die Empore (1660-65), bemalt mit 119 hauptsächlich biblischen Motiven, sind besonders sehenswert. Der 96 m hohe Kirchturm wurde nach einem Feuer 1878 nach Plänen des Berliner Architekten Julius Carl Raschdorff erneuert. 1923 wurde ein Glockenspiel eingebaut, das nach wie vor um 8, 12, 16 und 20 Uhr abwechselnd die Choräle Lobe den Herrn und Nun danket alle Gott über den Straßen und Gassen der Altstadt erklingen lässt. 2004 bekam die Deutsche Kirche eine neue Orgel, einen Nachbau der alten Orgel aus dem 17. Jh. Sa bis So 12-16, im Sommer tgl. 12-16 Uhr | Svartmangatan 16A | www.st-gertrud.se | Bus 2, 43, 55, 71, 76: Slottsbacken | Grüne, rote Linie: Gamla Stan

Historiska museet

1000 Jahre schwedische Geschichte von der Steinzeit bis zum Mittelalter werden im Historischen Museum spannend präsentiert. Zum Beispiel: Wer und wie waren die Wikinger? Eine Ausstellung mit Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenständen gibt einen guten Einblick in das Leben und den Glauben der Nordmänner (9.-11. Jh.). Auf gar keinen Fall verpassen sollten Sie den unterirdischen Guldrummet (Goldsaal) mit seinen kostbaren Gold- und Silberschätzen - 52 kg Gold und mehr als 200 kg Silber, als Schmuck, als Schalen, Pokale und Schreine. Mai-Sept. tgl. 10-17, Okt.-April Di, Mi, Fr-So 11 bis 17, Do 11-20 Uhr | Eintritt 60 SEK, freier Eintritt Okt.-April Do 16 bis 20 Uhr | Narvavägen 13-17 | www.historiska.se | Bus 44, 56: Narvavägen, Bus 47, 69, 76: Djurgårdsbron | Rote Linie Richtung Ropsten: Karlaplan

Kungliga Biblioteket/Königliche Bibliothek

Schwedens Nationalbibliothek liegt im Park Humlegården, den Gustaf II. Adolf 1619 anlegen ließ, um dort Hopfen anzupflanzen. Seit 1661 wird hier von allem, was in Schweden und auf Schwedisch gedruckt wird, ein Exemplar aufbewahrt. Auch Bücher und Handschriften aus baltischen, deutschen, polnischen und dänischen Klöstern, Kirchen und Schlössern, kostbare Kriegsbeute, bilden einen Teil der Sammlung. Allein die schwedischen Druckerzeugnisse belaufen sich mittlerweile auf mehr als 3 Mio. Bücher und Zeitschriften, über 500 000 Poster, 300 000 Karten und 500 000 Bilder, insgesamt 98 Regalkilometer, zu denen pro Jahr 1 km hinzukommt. Das Material ist der Öffentlichkeit zugänglich. Mitte Aug.-Anfang Juni Mo-Do 9-20, Fr 9-19, Sa 10-17 Uhr, Anfang Juni-Mitte Aug. Mo-Do 9-18, Fr 9-17, Sa 11-15 Uhr | Humlegården | www.kb.se | Bus 1, 2, 55, 56: Stureplan | Rote Linie: Östermalmstorg

Kungliga Dramatiska Teatern/Königliches Dramatisches Theater

Gegründet wurde das Königliche Theater schon im Jahr 1788 von Gustav III., am Nybroplan jedoch residiert das Dramaten erst seit Beginn des 20. Jhs. Der Architekt Fredrik Liljekvist ließ das Gebäude von 1901 bis 1908 im schönsten Wiener Jugendstil errichten. Die Außenfassade ist aus weißem Marmor, das prächtige Interieur mit großen Wand- und Deckengemälden, Skulpturen und Büsten geschmückt. Schauspielhaus und Ensemble genießen einen hervorragenden Ruf. Es werden Klassiker sowie moderne Stücke gegeben. Nybroplan | www.dramaten.se | Bus 47, 62, 69, 76: Nybroplan | Rote Linie: Östermalmstorg

Kungliga Hovstallet/Marstall

Seit 1894 liegt der Marstall in dem großen roten Backsteinkomplex in Östermalm. Aufgabe des Marstalls ist der private und der offizielle Transport der Royals und des Hofstaats. Die Angestellten kümmern sich um den königlichen Fuhrpark mit 15 Autos und des Königs Kutsch- und Reitpferde, 14 an der Zahl. Zwei Jahre lang lernen die schwedischen Halbblüter im Gespann zu gehen und den lauten Straßenverkehr zu ertragen. Täglich zwischen 8 und 11 Uhr bewegen Mitarbeiter die Tiere auf der Insel Djurgården. In der Garage werden die königlichen Autos gewaschen, poliert und unterhalten. Wertvollster Schatz des Marstalls sind die prächtigen alten Kutschen wie etwa die Paradekutsche Karls XV., die der König 1859 erstand. Sie kommen heute noch bei Umzügen und offiziellen Antrittsbesuchen ausländischer Botschafter zum Einsatz. Nur mit Führung, Mitte Jan.-Anf. Juni und Mitte Aug. bis Ende Nov. Sa-So 14, Mitte Juni-Mitte Aug. Mo-Fr 14 Uhr | Eintritt inkl. Führung 50 SEK | Väpnargatan 1 | Östermalm | www.royalcourt.se | Bus 47, 62, 69, 76: Nybroplan | Rote Linie: Östermalmstorg

Musikmuseet

Musik erleben, hören und selbst ausprobieren! Das alles können Sie im Musikmuseum mit seinen über 5000 Musikinstrumenten, von denen die ältesten aus dem 17. Jh. stammen. Di-So 12-17 Uhr | Eintritt 40 SEK | Sibyllegatan 2 | www.musikmuseet.se | Bus 47, 62, 69, 76: Nybroplan | Rote Linie: Östermalmstorg

Östermalms saluhall/Östermalms Markthalle

Die Architekten Isak Gustaf Clason (1856-1930) und Kasper Salin (1856-1919) ließen sich beim Bau dieser rund 3000m² großen Markthalle von Backsteinarchitektur und neuartigen Gusseisenkonstruktionen inspirieren, die sie auf Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien gesehen hatten. In Anwesenheit König Oscars I. wurde die Halle, heute ein Spezialitätentempel, 1888 eröffnet. www.ostermalmshallen.se | Rote Linie: Östermalmstorg

Strandvägen

Früher war er ein unbefahrbarer Feldweg mit verfallenen Häusern, dann wurde er - pünktlich zur schwedischen Industrieausstellung 1897 - zu einem Prachtboulevard ausgebaut. Reiche Großhändler beauftragten die besten Architekten mit dem Bau ihrer prunkvollen Villen. Heute gilt der 35 m breite Strandvägen, auf dem es sich wunderbar flanieren lässt, mit seinen drei Lindenreihen als Nobeladresse. Der Kai, an dem bis 1940 das Feuerholz angeliefert wurde, wurde erst kürzlich renoviert. Alte und moderne Boote dümpeln hier nebeneinander und verleihen dem Strandvägen ein maritimes Flair. Bus 47, 62, 69, 76: Nybroplan | Rote Linie: Östermalmstorg

Almgrens Sidenväveri/Almgrens Seidenweberei

Die alte Seidenweberei von 1833 ist heute ein Museum. Der Betrieb des einstigen königlichen Hoflieferanten wurde zwar schon 1974 geschlossen, doch die Maschinen funktionieren nach wie vor, und so werden hier heute weiterhin kleine Mengen handgewebter Stoffe aus chinesischer Seide nach Originalmustern auf den alten Webstühlen produziert.

Besucher können beim Weben zuschauen und im Museumsshop Seidenstoffe, Krawatten, Schals und Halstücher kaufen. Mo-Fr 10-16, Sa-So 11-15 Uhr, Führungen Mo, Mi, Sa, So 13, Mo auch 18 Uhr | Eintritt 65 SEK | Repslagargatan 15 A | www.kasiden.se | Bus 2, 3, 43, 53, 55, 59, 71, 76: Slussen | Grüne, rote Linie: Slussen

Fjällgatan

Eine der schönsten Straßen Södermalms auf dem Stigberget mit phantastischem Blick auf Stockholm. In der pittoresken Straße und den umliegenden Gassen stehen malerische Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jh. Hier genießen Sie die Aussicht am besten bei einem leckeren Eis in Fjällgatans Kaffestuga (Fjällgatan 37 | Bus 2, 3, 53, 71, 76: Tjärhovsplan | Grüne, rote Linie: Slussen).

Katarinahissen/Katarinalift

Bequem und schnell überwinden Sie die 38 m Höhenunterschied vom Platz rund um Slussen zum Mosebacke torg mit diesem Aufzug. Oben angekommen, bietet sich eine tolle Aussicht auf die Stadt. Bei der Einweihung 1883 betrieb Dampf den Lift, seit 1915 versorgt Strom den Motor. 1933 wurde der Originallift abgerissen und später der heutige Aufzug an derselben Stelle eingerichtet. Sept.-Mitte Mai tgl. 10-18, Mitte Mai-Aug. tgl. 8-22 Uhr | 10 SEK | Stadsgården | Bus 2, 3, 43, 53, 55, 71, 76: Slussen | Grüne, rote Linie: Slussen

Katarina kyrka/Katarina-Kirche

Jean de la Vallée entwarf diese Kirche mit klassizistischer Fassade, die 1695 vollendet war. Zwei Mal brannte sie ab (1723 und 1990). Nach dem letzten Brand achtete man auf einen strengen, originalgetreuen Wiederaufbau, bei dem auch die alten Bautechniken angewendet wurden. Kosten: fast 300 Mio. Kronen, die zum Teil aus Spendengeldern finanziert wurden. 1995 wurde die neue Kirche geweiht. Auf dem Friedhof liegt die frühere schwedische Außenministerin Anna Lindh begraben, die 2003 bei einem Attentat im Kaufhaus NK ums Leben kam. Okt.-März Di-Fr 11-17, Sa-So 10-17, April bis Sept. auch Mo 11-17 Uhr | Högbergsgatan 15 | Bus 2, 3, 53, 71, 76: Tjärhovsplan | Grüne, rote Linie: Slussen

Medborgarplatsen und Medborgarhuset/Bürgerplatz und Bürgerhaus

An der Götgatan liegt dieser Platz mit seinen beliebten Cafés, wo sich die Stockholmer im Sommer gern unter freiem Himmel auf ein Bier treffen. Das Medborgarhuset wurde 1939 im funktionalistischen Stil gebaut und beherbergt unter anderem eine Schwimmhalle und eine Bibliothek. Vor dem Gebäude erinnert ein Denkmal an die schwedische Außenministerin Anna Lindh, die hier einen Tag vor ihrem Tod ihre letzte öffentliche Rede hielt. Bus 59, 66: Medborgarplatsen | Grüne Linie: Medborgarplatsen

Slussen/Schleuse

Kleeblättriger Verkehrsknotenpunkt mit U-Bahnstation, Busterminal und Straßenkreuzungen zwischen Gamla Stan und Södermalm, der seinen Namen von der Schleuse bekam, die an dieser Stelle die Ostsee mit dem Mälarsee verbindet. Der desolate Zustand des 1935 gebauten Verkehrskreisels und seine dringend notwendige Renovierung führten zu heftigen Diskussionen über die Zukunft von Slussen (eigentlich Karl-Johansslussen). Ein Neubau der Anlage ist ab 2012 geplant. In der Zwischenzeit investiert das Stockholmer Straßenbauamt jährlich 2 bis 5 Mio. Kronen für die Instandhaltung des maroden Verkehrsknotenpunkts. Bus 2, 3, 43, 53, 55, 71, 76: Slussen | Grüne, rote Linie: Slussen

Stockholms Stadsmuseum

Die komplexe Geschichte Stockholms von ihren Anfängen bis zur Gegenwart und die bedeutendsten Phasen der Stadtentwicklung dokumentiert das Stadtmuseum in verschiedenen Ausstellungen spannend und anschaulich: zum Beispiel das Stockholmer Blutbad von 1520, die Industrialisierung der Stadt und ihre Expansion im 20. Jh. Kostbarstes Exponat ist der Loheschatz mit 18 000 Silbermünzen und -waren, der 1937 bei Bauarbeiten in Gamla Stan gefunden wurde. Di, Mi, Fr-So 11-17, Do 11-20 Uhr | Eintritt frei | Ryssgården | www.stadsmuseum.stockholm.se | Bus 2, 3, 43, 53, 55, 71, 76: Slussen | Grüne, rote Linie: Slussen

Liljevalchs Konsthall

Einen ausgezeichneten Überblick über schwedische und internationale zeitgenössische Kunst bietet die Kunsthalle Liljevalch von 1916. Sehr populär bei den Stockholmern: die jährliche Frühjahrsausstellung Vårsalongen. Mi, Fr-So 11-17, Di, Do 11-20 Uhr | Eintritt 70 SEK | Djurgårdsvägen 60 | www.liljevalchs.com | Bus 44, 47: Konsthallen | Rote Linie Richtung Ropsten: Karlaplan

Nordiska Museet

Eine monumentale Statue des Königs Gustav I. Wasa aus bemalter und vergoldeter Eiche empfängt die Besucher in der riesigen Haupthalle des Nordischen Museums, das sich ganz der nationalen Kulturgeschichte widmet. 1907 im nationalromantischen Stil erbaut, präsentiert es schwedisches Alltagsleben, Feste und Traditionen - von 1520 bis heute. Möbel, Kinderspielzeug, Schmuck, Kleidung und Gebrauchsgegenstände sind hier zu sehen. Besonders interessant: die Ausstellung über die Sami (Lappen), ihr Leben, ihre Geschichte und ihre Identität. Mo, Di, Do, Fr 10-16, Mi 10-20, Sa-So 11-17 Uhr | Djurgårdsvägen 6-16 | Eintritt 60 SEK, Mi 16-20 Uhr gratis | www.nordiskamuseet.se | Bus 44, 47: Nordiska Museet | Rote Linie Richtung Ropsten: Karlaplan

Rosendals slott/Schloss Rosendal

Karl XIV. Johann, Begründer der Bernadotte-Dynastie, zu der die heutige Königsfamilie gehört, ließ das Lustschloss als Sommersitz für seine Frau Desideria bauen. Als Désirée Clary war sie zwei Jahre lang die Verlobte Napoleons gewesen, bis dieser die Verbindung auflöste und Josephine de Beauharnais heiratete. Ihr gehörte Schloss Malmaison, das Rosendal als Vorbild diente. In den 1820er-Jahren im Empirestil errichtet, ist Rosendal eines der ersten Fertighäuser Schwedens. Das Interieur ist original erhalten. Wunderschön: der Rote Salon mit rot plissierter Seide an den Wänden und rotem Damast auf den Sitzmöbeln. Nur mit Führung, Juni-Aug. Di-So 12, 13, 14, 15 Uhr | Eintritt 60 SEK | Rosendalsvägen 49 | www.royalcourt.se | Bus 47: Waldemarsudde, ab dort ausgeschildert

Skansen

Um die alte Volkskultur der niedergehenden Bauerngesellschaft zu retten, gründete Arthur Hazelius 1891 Skansen, das älteste Freilichtmuseum der Welt. Er ließ rund 150 typische Bauernhäuser und Herrenhöfe inklusive Möbeln, Haushaltsgegenständen und Trachten aus ganz Schweden zusammentragen und auf dem Gelände auf Djurgården wieder aufbauen.

Besonders sehenswert ist die Seglora-Holzkirche, die um 1730 in Westschweden gebaut wurde und in der heute Trauungen abgehalten werden. Auch eine kleine Stadt aus dem 19. Jh. mit Holzhäusern und Handwerksbetrieben wie Bäckerei, Buchdruckerei und Glasbläserei wurde angelegt. Eine weitere Attraktion ist das Wildgehege mit typisch nordischen Tieren wie Bären, Elchen und Rentieren. Besonders lohnend ist ein Besuch der Gehege im Mai oder Juni, wenn die Jungtiere auf die Welt kommen. Im Sommer werden in diesem riesigen, grünen Park mit hohen Bäumen und duftenden Bauernblumen zahlreiche Feste mit Volksmusik und Volkstänzen veranstaltet. Park und Gelände: Okt.-April Mo-Fr 10 bis 15, Sa-So 10-16, Mai und Sept. tgl. 10-20, Juni-Aug. tgl. 10-22 Uhr, Häuser: Mai-Sept. tgl. 11-17 Uhr | Eintritt ab 65 SEK, im Sommer ab 100 SEK | Djurgården | www.skansen.se | Bus 44, 47: Skansen | Rote Linie Richtung Ropsten: Karlaplan

Thielska Galleriet

Eine umfangreiche Sammlung nordischer Kunst aus der Zeit um 1900 wird in der Villa des früheren Bankiers und großen Kunstsammlers Ernest Thiel präsentiert, darunter etwa Gemälde von Carl Larsson, Edvard Munch und Anders Zorn. Mo bis Sa 12-16, So 13-16 Uhr | Sjötullsbacken 8 | Eintritt 50 SEK | www.thielska-galleriet.se | Bus 69: Thielska Galleriet

Vasa

Im 17. Jh. war Schweden eine Großmacht im Ostseeraum. Während des Dreißigjährigen Kriegs (1618-48) gab König Gustav II. Adolf aus dem Herrschergeschlecht Wasa den Auftrag für den Bau eines stattlichen Kriegsschiffs, das die Welt noch nicht gesehen hatte. Mit diesem gigantischen Projekt hoffte der König die schwedischen Interessen gegen Polen wahren zu können, mit dem sich das Land seit 1600 im Krieg befand.

Geplant war ein riesiges Schiff, das über 64 Kanonen haben sollte, mit 300 Soldaten und 145 Seeleuten segeln und Seegefechte mit Artillerie führen konnte. Darüber hinaus sollte die Vasa Macht demonstrieren und dem Feind ordentlich Furcht einflößen - die imposanten Löwenköpfe und rund 500 bunt bemalte antike Kaiser und Götter, Seejungfrauen und Krieger, Engel und Teufel aus Eichen-, Kiefern- und Lindenholz sollten dafür sorgen. Doch dazu kam es niemals. 1628 sank das 53 m hohe und 69 m lange königliche Kriegsschiff der Schweden wegen eines Konstruktionsfehlers bereits auf seiner Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen.

Erst 333 Jahre später, 1961, wurde das Schiff geborgen, sorgfältig konserviert, restauriert und ein eigenes Museum dafür gebaut. Ein ständiges Problem der Restauratoren bleiben allerdings die 2,5 t Schwefel, die sich im Holz der Vasa gebildet haben. Der Schwefel oxidiert zu Schwefelsäure, wenn er mit dem Sauerstoff in der Luft und mit Wasser in Berührung kommt und greift das Holz an. Dieser Prozess wird durch das Eisen der etwa 5500 Bolzen zusätzlich beschleunigt.

Ein Erlebnis ist das Vasa-Museum schon beim Eintreten: In einer riesigen Halle erhebt sich das imposante Kriegsschiff aus der Dunkelheit. Auf drei Galerien, die den Originalrumpf der Vasa umgeben, sind verschiedene Ausstellungen mit Exponaten zum Bau, zur Geschichte und zur Bergung des Schiffs sowie zum Leben an Bord zu sehen. Ein Film informiert über die äußerst komplizierte Bergung und Restaurierung. Sept.-Mai Do-Di 10-17, Mi 10-20, Juni-Aug. tgl. 8.30-18 Uhr | Eintritt 95 SEK | Galärvarvsvägen 14 | www.vasamuseet.se | Bus 44, 47: Vasamuseet | Rote Linie Richtung Ropsten: Karlaplan

Waldemarsudde

Direkt am Wasser, umgeben von einem großen Park, liegt diese stattliche Jugendstilvilla (1905) des Prinzen Eugen (1865-1947), einer der führenden Landschaftsmaler um 1900. Der jüngste Sohn des schwedischen Königs Oscar II. und Urenkel Jean Baptiste Bernadottes (König Karl XIV. Johan) war auch ein großer Kunstmäzen, der nicht nur Künstler finanziell unterstützte, sondern sich auch für neue Wege in der Kunst einsetzte.

Etwa 2500 Werke aus dem frühen 20. Jh. wie Gemälde, Skulpturen und Zeichnungen gehören zu der Sammlung des Prinzen, die heute in Staatsbesitz ist. Fast alle namhaften Künstler seiner Zeit, meist Schweden, sind vertreten, z.B. Karl Nordström, Ernst Josephsson oder Ivan Aguéli. Zu sehen sind auch drei der berühmtesten Bilder des Prinzen selbst: Frühling (1891), Das alte Schloss (1893) und Die Wolke (1896). Di, Mi, Fr-So 11-17, Do 11-20 Uhr | Eintritt 85 SEK | Prins Eugens väg 6 | www.waldemarsudde.se | Bus 47: Waldemarsudde

Birka

Vom 8. bis 10. Jh. war Birka auf der Insel Björkö im Mälarsee wichtiges Handelszentrum der Wikinger. In vielen Gräbern auf der Insel machte man kostbare Funde. Das Birkamuseet präsentiert die Wikingersiedlung an Hand von Modellen und dokumentiert das Alltagsleben der wilden Nordländer. Björkö, das etwa 30 km westlich von Stockholm liegt, zählt seit 1993 zum Weltkulturerbe der Unesco und ist nur mit dem Schiff zu erreichen (Mai-Anf. Sept. tgl. 9.30 Uhr | Rückfahrticket inkl. Museum SEK 270 | ab Stadshusbron | www.raa.se/birka | www.strommakanalbolaget.com).

Drottningholm

Mitten im Grünen, gut 10 km außerhalb von Stockholm, residiert seit 1981 die schwedische Königsfamilie im Südflügel dieses Schlosses. Nicodemus Tessin d. Ä. ließ die barocke Schlossanlage 1662 bis 1700 nach dem Vorbild von Versailles erbauen. Seit 1991 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Eines der Glanzstücke Drottningholms ist das Treppenhaus mit italienischem Stuckdekor, großen Marmorstatuen und Malereien von Hofmaler David Klöcker Ehrenstrahl (1628-98). Besonders prunkvoll ist auch das Paradeschlafzimmer der Königin Hedvig Eleonora (1636-1715).

Zum Schloss gehört ein riesiger Park mit einer Kaskadenanlage, der in einen symmetrisch angelegten französischen und einen naturromantischen englischen Teil gegliedert ist. Am Ende des Parks liegt Kina Slott, ein chinesischer Pavillon mit Pagodendach, Lackmöbeln und Seidentapeten, der 1753 errichtet wurde und als Lustschloss diente. Sehr sehenswert ist außerdem das einzigartige Schlosstheater (1766) mit seiner ausgesprochen raffinierten Bühnentechnik. Noch heute gibt es hier Opern- und Theateraufführungen zu sehen. Okt.-April Sa-So 12 bis 15.30, Mai-Aug. tgl. 10-16.30, Sept. tgl. 12-15.30 Uhr, Führungen (auch auf Englisch): Mai Sa-So 10, 12, 14, 16, Juni-Aug. tgl. 10, 12, 14, 16, Sept. tgl. 12, 14, Okt.-April Sa-So 12, 14 Uhr | Eintritt 70 SEK inkl. Führung | hin und zurück 140 SEK | Lovön | www.royalcourt.se | www.strommakanalbolaget.com | Grüne Linie: Brommaplan, dann Bus 176, 177, 323, 338 nach Drottningholm | Schiff ab Stadshusbron am Stadshuset

Globen

Stockholms wichtigste Arena für Sportveranstaltungen, Shows und Konzerte im Süden Stockholms gilt als das größte kugelförmige Gebäude der Welt. Mit einem Durchmesser von 110 m und einer Höhe von 85 m ist die Silhouette des Globen schon von Weitem zu sehen, abends wird er oft in bunten Farben angestrahlt. Die weiße, futuristische Halle aus Beton, Stahl und Glas mit ihrer knallroten Inneneinrichtung fasst rund 16 000 Zuschauer und wurde 1989 eingeweiht. Seitdem werden in der Nationalarena die verschiedensten Meisterschaften u. a. im Eishockey, Handball und Tennis ausgetragen sowie Konzerte von Musikgrößen wie den Rolling Stones veranstaltet. Globentorget 2 | Johanneshov | www.globearenas.se | Grüne Linie Richtung Hagsätra: Globen

Hagaparken

Gustav III. ließ diesen wildromantischen Park Mitte des 18. Jhs. anlegen. Er ist heute Teil des Ekoparken, des Stockholmer Nationalparks. Der englische Landschaftsgarten verbindet Natur mit Kultur. Ungewöhnliche Gebäude mit Einflüssen aus der Antike, Italien und China liegen im Park verstreut: die blau-goldenen Kupferzelte (1787), die früher als Ställe dienten und heute ein Café und das Haga Park Museum beherbergen, der Ekotempel, der an Sommertagen als königlicher Speisesaal genutzt wurde, das Haga Slott (1802-04), in dem der jetzige König Carl XVI. Gustaf aufwuchs, die Chinesische Pagode, Ausdruck der damaligen Chinamode, und der Pavillon Gustav III. (1787) mit prächtigem Spiegelsaal und weiß-goldenem Interieur, dessen schlichte Eleganz den typischen Gustavianischen Stil prägte. Pavillon nur mit Führung (auch auf Englisch) Juni-Aug. Di-So 12, 13, 14, 15 Uhr | Eintritt 60 SEK inkl. Führung | www.royalcourt.se | ab Odenplan mit Bus 515: Haga Norra, dann Spaziergang ca. 750 m

Kaknästornet

Der Funk- und Fernsehturm und zentrale Sendemast für ganz Schweden (1967) ist mit 155 m Stockholms höchstes Bauwerk und bietet einen spektakulären Blick auf die Stadt. Café und Restaurant. Lift. Jan.-Mai tgl. 10-21, So 10-18, Juni-Aug. tgl. 9-22, Sept.-Dez. tgl. 10-21 Uhr | Lift 35 SEK | Mörka Kroken 28-30 | www.kaknastornet.se | Bus 69: Kaknästornet

Millesgården

Carl Milles (1875-1955), einer der bedeutendsten Bildhauer Schwedens, baute sich 1908 auf einer Klippe auf der Insel Lidingö ein Wohnhaus mit Atelier. Dort können Sie heute seine eigene Sammlung antiker Plastiken und Entwürfe seiner Arbeit anschauen. Der Garten mit spektakulärem Blick aufs Wasser ist in Terrassen angelegt, auf 18000 m² verteilen sich Skulpturen, größtenteils Repliken seiner eigenen Werke. Milles' Springbrunnen und seine Monumentalplastiken sind in vielen Orten Schwedens anzutreffen, ein schönes Beispiel ist die Bronzefigur Gott Vater auf dem Himmelsbogen in Nacka bei Stockholm. In der Kunsthalle des Millesgården wird regelmäßig zeitgenössische Kunst ausgestellt. Mitte Mai-Sept. tgl. 11-17, Okt.-Mitte Mai Di-So 12-17 Uhr | Eintritt 80 SEK | Herserudsvägen 32 | www.millesgarden.se | Rote Linie: Ropsten, dann Bus 203, 207 Richtung Torsvik

Moderna Museet

Auf 5000 m² präsentiert das Moderne Museum eine phantastische Sammlung schwedischer und internationaler Kunst, darunter bedeutende Werke von Robert Rauschenberg, Pablo Picasso, Henri Matisse, Nils von Dardel und Sigrid Hjertén. Das Gebäude entwarf der spanische Architekt Rafael Moneo anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 1998. Di 10 bis 20, Mi-So 10-18 Uhr | Eintritt 80 SEK | Exercisplan | Skeppsholmen | www.modernamuseet.se | Bus 65: Moderna Museet | Blaue Linie: Kungsträdgården

Skogskyrkogården/Waldfriedhof

6 km südlich vom Zentrum im Stadtteil Enskede liegt der riesige Waldfriedhof, der seit 1994 auf der Liste der Weltkulturerbestätten der Unesco steht. Zur Begründung hieß es, der Skogskyrkogården sei ein bedeutendes Beispiel für eine Friedhofsanlage, die sich harmonisch in eine natürliche Waldlandschaft mit Hügeln, Ebenen und Lichtungen integriert und Natur und Architektur ausgewogen verbindet. Gunnar Asplund und Sigurd Lewerentz gewannen mit ihrem Entwurf 1914 den Architekturwettbewerb für den Friedhof. Umgeben von dunklen Kiefern liegen auf dem 1 km² großen Gelände die Waldkapelle (1920) und das Waldkrematorium (1940) von Asplund sowie die Auferstehungskapelle von Lewerentz (1925). Der Waldfriedhof ist die letzte Ruhestätte vieler berühmter Persönlichkeiten, etwa der Schauspielerin Greta Garbo, die 1990 in New York starb und hier neun Jahre später beigesetzt wurde (Kvarter 12 A | Grab 1). Tgl. 24h | Führung 90 SEK | Sockenvägen 492 | www.kyf.stockholm.se | ab Gullmarsplan mit Bus 18 Richtung Farsta strand: Skogskyrkogården | Grüne Linie Richtung Farsta strand: Skogskyrkogården

Stadion

Das Stockholmer Stadion am Valhallavägen wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1912 gebaut. Architekt Torben Grut ließ sich von der antiken Sportarena und den Ringmauern einer mittelalterlichen Stadt inspirieren und errichtete die Anlage in rotem Backstein. Es gilt als das älteste noch genutzte Olympiastadion der Welt. Die Arena (14 000 Zuschauer) dient seit der Olympiade als Austragungsort vieler Sport- und Musikveranstaltungen und steht unter Denkmalschutz. Lidingövägen 1-3 | Bus 4, 55, 72: Stadion | Rote Linie Richtung Mörby Centrum: Stadion

Stadsbiblioteket

Wichtigstes Beispiel für den funktionalistischen Baustil der 1930er-Jahre ist die von Gunnar Asplund entworfene Stadtbücherei am Sveavägen. Das Gebäude mit seinen schlichten Fassaden und der zylindrisch angelegten, hohen Rotunde wurde 1928 eingeweiht. Inzwischen muss die Stockholmer Hauptbibliothek dringend erweitert werden. Den international ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewann die deutsche Architektin Heike Hanada. Der Baubeginn der neuen Bibliothek ist für 2010 geplant. Mo-Do 9-21, Fr 9-19, Sa-So 12-16 Uhr | Sveavägen 73 | www.biblioteket.stockholm.se | www.nyttstadsbibliotek.stockholm.se | Bus 2, 4, 42, 53, 59, 70, 72: Stadsbiblioteket | Grüne Linie: Rådmansgatan

Stadshuset/Rathaus

Der führende Architekt Ragnar Östberg ließ das Wahrzeichen Stockholms mit dem 106 m hohen Turm 1923 im nationalromantischen Stil aus 8 Mio. Backsteinen errichten. In dem Gebäude residiert die Stadtverwaltung, im Blauen Saal findet an jedem 10. Dezember das große Nobelbankett mit rund 1300 Gästen statt. Wunderschön ist der Goldene Saal mit Wandmosaiken aus 19 Mio. Blattgoldteilchen, in dem die Nobelgäste den Abend nach dem Diner beim Tanzen ausklingen lassen. Sehenswert ist auch die Prinzengalerie mit einem Fresko des Prinzen Eugen. Nur mit Führung tgl. 10, 12, 14 Uhr | Eintritt 60 SEK | Eintritt 20 SEK | Hantverkargatan 1 | Kungsholmen | www.stockholm.se/stadshuset | Bus 3, 62: Stadshuset | Blaue Linie: Rådhuset