Reisetipps Stockholm

Ausflüge & Touren Stockholm

Mariefred mit Schloss Gripsholm

Malerisch liegt das Städtchen Mariefred mit seinen bunten Holzhäusern und den schmalen Gassen an einer Bucht des Mälarsees. Gegenüber dem kleinen Ort thront Schloss Gripsholm, die mächtige Wasaburg mit ihren vier runden Türmen und hellroten Backsteinmauern, die Mariefred zu einem beliebten Ausflugsziel gemacht hat. Das pittoreske Kleinstadtidyll können Sie mit Schiff, Auto oder Zug gut erreichen. Für einen Besuch sollten Sie einen ganzen Tag einplanen.

Mit dem Auto fahren Sie auf der E 4 in südlicher Richtung bis nach Södertälje, biegen dort ab auf die E 20 in Richtung Göteborg und fahren dann bis zur Ausfahrt Mariefred. Oder Sie nehmen den Zug ab Stockholm Hauptbahnhof bis Läggesta (ca. 40 Min.), von dort Bus 303 nach Mariefred (ca. 10 Min. | www.sj.se). Am schönsten aber ist die Anreise immer noch mit dem Schiff M/S Mariefred ab Stockholm (Klara Mälarstrand/Stadshusbron beim Stadshuset | Rückfahrticket ca. 24 Euro | Dauer: ca. 3,5 Std. | www.mariefred.info).

Gustav I. Wasa (1496-1560) ließ Schloss Gripsholm 1537 errichten. Seitdem wurde es mehrmals erneuert und umgebaut. In rund 60 Räumen werden über 500 Jahre Schlossgeschichte mittels kostbarem Kunsthandwerk und prachtvollen Möbeln wie etwa ein Rokokosekretär des schwedischen Meisters Georg Haupt präsentiert. Die Inneneinrichtung des Schlosses ist sehr gut erhalten, wunderschön sind der Grüne Salon der Königin Sofia Magdalena (1746-1813) und der Runde Salon Gustavs III. Besonders sehenswert sind außerdem das Schlosstheater von Gustav III., ein Meisterwerk klassizistischer Innenarchitektur (1781), und die staatliche Porträtsammlung mit rund 4500 Gemälden (Mitte Mai-Mitte Sept. tgl. 10-16 Uhr, Führung tgl. 12, 14 Uhr auf Schwedisch, 13 Uhr auf Englisch | Eintritt 70 SEK | www.royalcourt.se).

Nach dem Schlossbesuch sollten Sie unbedingt einen Spaziergang durch das idyllische Mariefred (5000 Ew.) unternehmen, das 1605 seine Stadtrechte erhielt. Benannt wurde es nach dem Kartäuserkloster Pax Mariae (1493), das hier stand, bevor Gustav I. Wasa es 1537 kurzerhand abreißen ließ, um Baumaterial für das neue Schloss zu gewinnen.

Bummeln Sie auf der Storgatan mit ihren kleinen Läden und dem Rathaus, werfen Sie einen Blick in die Kirche von 1697, in das Heimatmuseum im Callanderska gården mit seinem wunderschönen Blumenund Kräutergarten oder aber in das Grafikens Hus, ein internationales Zentrum für grafische Kunst (Mai bis Sept. tgl. 11-17, Okt.-April Do-So 12-16 Uhr | Eintritt 70 SEK | Gripsholms Kungsladugård | www.grafikenshus.se).

Auf dem Friedhof von Mariefred liegt das Grab des Schriftstellers Kurt Tucholsky, der Deutschland 1929 desillusioniert den Rücken kehrte und nach Schweden emigrierte, hier unter anderem seine berühmte Sommergeschichte Schloss Gripsholm (1931) verfasste und 1935 in der Nähe von Göteborg an einer Überdosis Schlaftabletten starb - ob absichtlich oder aus Versehen ist bis heute umstritten.

Stärken können Sie sich im Gripsholms Slottspaviljong mit tollem Blick auf das Schloss (Mai-Aug. | Slottsparken Lottenlund | Tel. 0159/10023 | www.gripsholmsslottspaviljong.se | €-€€). Infos: Mariefreds Turistbyrå | Rådhuset | Tel. 0159/29790 | Fax 29795 | www.mariefred.se | www.sormlandsturism.se).

Sandhamn: Schärenidylle in der Ostsee

Schöne Sandstrände, bunte Holzhäuser, graue Felsenklippen: ein wahrer Ausflugklassiker ist dieser Ort herrlicher Sommerfrische am äußersten Rand der Stockholmer Schären! Schon die Reise ist ein Erlebnis: Sie fahren vorbei an unzähligen, mit Kiefern bewachsenen Inseln, kleinen roten Badehäuschen und prächtigen Villen. Sandhamn können Sie nur mit dem Schiff erreichen, für den Ausflug sollten Sie einen Tag einplanen.

Am schönsten ist eine Tour mit dem Schiff Strömma Kanal, das eine besondere Route durch flache Gewässer nimmt. Die Fahrt ab Nybrokajen dauert ca. 3 Stunden (Rückfahrticket ca. 30 Euro | www.strommakanalbolaget.com). Unbedingt im Voraus buchen! Nur gute 2 Stunden benötigen die Boote der Waxholmsbolaget ab Strömkajen (Rückfahrticket ca. 26 Euro | www.waxholmsbolaget.se) oder die Cinderellabåtarna ab Strandvägen (Rückfahrticket ca. 30 Euro | www.cinderellabatarna.com). Im Winter verkehren die Schiffe nach Sandhamn nur ab Stavsnäs (ca. 1 Std.), dorthin fahren die Busse 433 und 434 ab Slussen (ca. 40 Min. | www.sl.se). Tipp: Seien Sie früh am Anleger, und heben Sie außerdem das Bootticket auf, es wird am Ende der Fahrt wieder eingesammelt!

Sandhamn liegt weit draußen im Schärengarten auf der 27 ha großen Insel Sandön. Aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage am Einlauf der kürzesten und tiefsten Fahrrinne nach Stockholm wurden hier im 17. Jh. ein Lotsenposten und eine Zollstation eingerichtet. Alle Schiffe, die die Insel auf dem Weg in die schwedische Hauptstadt passierten, waren gezwungen, hier Zoll für ihre Waren zu zahlen. Ende des Großen Nordischen Krieges, in dem Schweden gegen Russland kämpfte, wurde Sandhamn 1719 wie viele Orte an der schwedischen Ostküste von russischen Truppen niedergebrannt. Später wurde die Insel wieder aufgebaut, Häuser für Fischer, Lotsen und Zollbeamte errichtet, u. a. das Zollhaus (Tullhuset) aus gelbem Stein, in dem sich heute Wohnungen befinden.

Seit 1865 gibt es eine regelmäßige Schiffsverbindung nach Stockholm. Mit den Booten kamen die ersten Badegäste, darunter Schriftsteller und Maler wie August Strindberg, Carl Larsson und Anders Zorn, die sich von der Sommerfrische inspirieren ließen. Sommerpensionen und Gasthäuser wurden eröffnet, um die stetig wachsende Schar der Touristen aufnehmen zu können. Heute leben auf der Insel etwa 100 Menschen, rund 100 000 Sommergäste kommen jedes Jahr dazu, darunter sehr viele junge Leute. Die sorgen im Sommer für lebhafte Stimmung auf der sonst eher ruhigen Insel. Besonders populär ist die Schärenidylle bei gut betuchten Seglern, denn sie ist internationales Segelzentrum, in dem viele Regatten ausgetragen werden z.B. Gotland Runt oder Sandhamnsregattan.

Rote Sommerhäuser und Fischerhütten sind über Sandhamns graue Klippen verstreut, der Duft wilder Rosenhecken erfüllt im Sommer die Luft. Tauchen Sie ein in die Atmosphäre dieses Schärenparadieses, und machen Sie einen Spaziergang durch den kleinen Ort. Besuchen sie Sandhamns Museum (nur im Sommer 4 Std. tgl. geöffnet), bummeln Sie entlang der kleinen Läden am Hafen, oder genießen Sie eine seglarbulle, eine Hefeschnecke mit Rosinen und Kardamom, in der Bäckerei Sandhamns Bageriet (nur im Sommer). Für den größeren Hunger empfiehlt sich Sandhamns Värdshus (Mitte Juni-Mitte Aug. | Tel. 57153051 | www.sandhamnsvardshus.se | €€). Auf der Insel gibt es ausgezeichnete Bademöglichkeiten. Nur 20 Gehminuten vom Ort, durch einen Kiefernwald und Blaubeerfelder getrennt, liegt umgeben von sonnenwarmen Klippen der weiße Sandstrand Trouville. Infos unter www.sandhamn.se

Uppsala: Universitätsstadt mit Reicher Tradition

Gemütlich schlängelt sich der Fyrisån durch die traditionsreiche Studentenstadt (188 000 Ew.) mit Schwedens ältester Universität. Darüber thronen der Dom mit seinen beiden spitzen Türmen und das wuchtige, hellrote Schloss mit seinen Rundkuppeln. Grüne Parks, kleine Cafés und viele Radfahrer prägen die Atmosphäre der Stadt, die etwa 70 km nördlich von Stockholm liegt. Für den eintägigen Kulturtrip nach Uppsala nehmen Sie am besten den Zug (Rückfahrticket ab ca. 10 Euro | Dauer: ca. 40 Min. | www.sj.se).

Während des Semesters wimmelt es in Uppsala nur so von Studenten, während der Ferien im Sommer dagegen wirkt die Stadt fast ausgestorben. Schwedens älteste Universität wurde 1477 gegründet. König Gustav II. Adolf stiftete 1625 das Uppsala Universitätsmuseum Gustavianum, in dem heute die Geschichte der Hochschule präsentiert wird. Besonderes Kuriosum des Museums ist der prächtige Augsburger Kunstschrank, den Gustav II. Adolf 1632 in Augsburg geschenkt bekam und in dem der passionierte Sammler allerlei exotische Gegenstände aufbewahrte, etwa ein kleines getrocknetes Krokodil (Sept-Mai Di-So 11-16, Juni-Aug. Di-So 10-16 Uhr | Akademigatan 3 | Eintritt 40 SEK | www.gustavianum.uu.se). Zu den Kostbarkeiten der Universitätsbibliothek Carolina Rediviva mit etwa 5 Mio. Bänden gehört die berühmte, handschriftlich verfasste Silberbibel Codex Argenteus des Bischofs Wulfila aus dem 6. Jh., das umfangreichste Dokument in gotischer Sprache (Mitte Mai-Sept. Mo-Do 9-18.30, Fr 9 bis 17.30, Sa 10-17, So 11-16, sonst Mo-Fr 9-20, Sa 10-17 Uhr | Eintritt nur Mitte Mai-Sept. 20 SEK | Dag Hammarskjöldsväg 1 | www.ub.uu.se).

Uppsalas mächtiger gotischer Dom mit seinen nahezu 120 m hohen Türmen wurde 1435 geweiht. Lange Zeit war er Krönungskirche und Grabstätte vieler schwedischer Persönlichkeiten wie Gustavs I. Wasa und Carl von Linnés. Sehenswert ist abgesehen von der Schatzkammer vor allem der Silberschrein des Heiligen Erik aus dem 16. Jh. (Nov.-April So-Fr 8-18, Sa 10-18, Mai-Aug. tgl. 8-18, Sept. Mo-Fr 8-16, Sa-So 8-18, Okt. Mo-Fr 8-16, Sa 10-18, So 8-18 Uhr | Eintritt frei | www.uppsaladomkyrka.se).

Gustav I. Wasa ließ 1549 das Schloss errichten, in dem heute der Verwaltungssitz der Stadt und ein Museum für zeitgenössische Kunst liegen (Di-Fr 12-16, Sa-So 11-17 Uhr | Eintritt 30 SEK | www.uppsala.se/konstmuseum). Das Linnémuseum im Linnégarten erinnert an den berühmten Botaniker, der hier 1743-78 mit seiner Familie lebte (Mai-Sept. Di bis So 11-17 Uhr | Eintritt 50 SEK | Svartbäcksgatan 27 | www.linnaeus.se). Nach so viel Kultur bietet sich eine Pause in einem der vielen Cafés am Fyrisån an.

Vom Stora Torget aus können Sie dann Bus 110 oder 115 (www.ul.se) nach Gamla Uppsala nehmen, 5 km nördlich der Stadt. Der Ort war einst ein bedeutender Kult- und Handelsplatz, an dem lange vor der Wikingerzeit heidnische Götter verehrt wurden. Wer in den großen Königshügeln (6. Jh.) begraben wurde, ist bis heute ungeklärt. Im Gamla Uppsala Museum sind archäologische Funde aus den Grabhügeln zu sehen (Sept. bis Mitte Dez., Jan.-April Mo, Mi, Sa, So 12-15, Mai-Aug. tgl. 11-17 Uhr | Eintritt 50 SEK | Disavägen | www.raa.se/gamlauppsala). Infos: Uppsala turistinformation | Fyristorg 8 | Tel. 018/7274800 | www.uppland.nu