Reisetipps San Francisco

Stichworte San Francisco

Bay Bridge

Beim letzten Erdbeben 1989 brach die Bay Bridge an mehren Stellen ihres Ostausläufers zusammen und begrub zahlreiche Autofahrer unter sich. Seit Jahren drängen die Verantwortlichen daher auf einen seismisch beständigeren Neubau. Nach irrwitzigen Kostenexplosionen stoppte Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger die bereits laufende Konstruktion. Seine Experten schlugen eine deutlich preisgünstigere Lösung vor, konnten sich damit jedoch nicht durchsetzen.

Das Ende vom Lied: Der Ostteil der Bay Bridge wird nur unwesentlich modifiziert weitergebaut - als größte selbsttragende Ein-Turm-Hängebrücke der Welt. Kostenpunkt: 6,2 Mrd. Dollar! Im November 2007 rammte ein Frachter einen der Brückenpfeiler - rund 220000 Liter Schweröltreibstoff verseuchten das filigrane Ökosystem der Bay Area. Viele Zug- und einheimische Vögel verendeten elendig.

Beatniks

„Gestern traf ich in Berkeley einen interessanten, bärtigen Typen, der auf den Katzennamen Snyder hört. Er studiert Orientalistik, und in ein paar Monaten verlässt er die Bay Area, um ein Zen-Mönch zu werden - stell dir vor, ein echter Mönch! Er ist ein lakonischer Dickkopf, glaubt an indianische Religionen, aber er ist ein Warmblüter mit einem lustigen Bart, dünn, blond, fährt ein Fahrrad in Berkeley und trägt rote Cordhosen, er ist fasziniert von indianischer Kultur ... interessante Person.“

Das schrieb Allen Ginsberg am 9. September 1955 an einen Freund in New York über den Autor Gary Snyder. Ginsberg besuchte die Bay Area und blieb. Nur einen Monat später organisierte Ginsberg ein historisches Treffen sechs ausgesuchter Poeten in der Six Gallery. Dort las er zum ersten Mal sein berühmtes Gedicht Howl - die „San Francisco Beat Generation“ war geboren.

Nur kurze Zeit später gesellten sich zu den Westküstenprotagonisten die Ostküstenbeatniks Jack Kerouac, William Burroughs und Gregory Corso. Die Beatwerke sollten die Wirklichkeit ungeschönt - fast rau - auf den Punkt bringen. Den Gedanken wurde freier Lauf gelassen; in den Bars und Cafés im North Beach trafen sich die Poeten, um die Werke mehr oder weniger improvisiert vorzutragen.

Kaiser Norton I

Wer hätte das gedacht: Selbst San Francisco hatte einmal einen eigenen Kaiser. Ab 1854 herrschte in San Francisco ein durchgeknallter Kaufmann namens Joshua A. Norton. Der selbst ernannte „Kaiser Norton I“ ließ sich auf von ihm ausgegebenen Geldscheinen abbilden.

Kaiser Norton hatte große Pläne: Er gab sich als „Kaiser der Vereinigten Staaten und Beschützer Mexikos“ aus. Und das, obwohl Kalifornien schon 1850 zum 31. Bundesstaat der USA erklärt worden war. Norton wurde aber nicht im Schweinsgalopp aus der Stadt gejagt, sondern verehrt. Bis 1880 „regierte“ Kaiser Norton in San Francisco. Dann starb er - und 30000 treue „Untertanen“ wohnten seiner Bestattung bei.

Mark Twain und der Nebel

„Der kälteste Winter, den ich jemals erlebt habe, war der Sommer in San Francisco“, sagte einmal Mark Twain in gewohnt übertriebener Polemik. Ausgerechnet in den Sommermonaten überzieht die Stadt oft eine dicke Nebelschicht. Das liegt an der warmen Luft aus dem Inland, die gegen die kalte Meerluft trifft und so den Nebel über der San Francisco Bay erzeugt. Morgens ist es oft kühl und bewölkt, wenn die Sonne stark genug ist - sie frisst sich in der Regel bis 12 Uhr durch den Nebel -, gibt sie ein kurzes Stelldichein. Doch bereits ab 17 Uhr wird es meist schon erheblich kühler, weil dann der Nebel wieder die Oberhand gewinnt.

Der Anblick ist faszinierend: Innerhalb kürzester Zeit bewegen sich Nebelschwaden wie flüchtende Schafherden über die Stadt. Immerhin, der wetterfühlige Mark Twain hielt es hier gute drei Jahre von 1864 bis 1867 aus. Danach zog es ihn nach Europa als Korrespondent für die Zeitung Alta California.

Sportgeschichte(n)

AT&T Park, das Baseballstadion der San Francisco Giants, liegt so dicht an der Bucht, dass sich während eines Spiels dahinter Fans in Booten tummeln, um einen weit aus dem Stadion geschlagenen Home-Run-Ball zu fangen. Wer im Stadion einen Baseball der Besucher schnappt, wird von missmutigen Giants-Anhängern mit einem lauten Throw it back! bedacht.

Die Giants und die 49ers (Football) konnten sich auch 2007 nicht mit großen Erfolgen brüsten. Zwar hält der inzwischen im Ruhestand befindliche Barry Bonds mit 762 home runs den derzeitigen Baseballrekord, doch seine Verwicklung in einen Dopingskandal lässt einen faden Beigeschmack zurück. Die 49ers überlegen sogar, San Francisco den Rücken zu kehren und ihre Zelte im eine Autostunde südlich gelegenen San Jose wieder aufzubauen.

Bleibt der Rückblick auf vergangene Stars wie den farbigen Willy Mays. Legendär ist The Catch aus dem Spiel der Giants gegen die Cleveland Indians 1954: Aus schier unglaublichem Winkel fischte Mays den Ball aus der Luft, wurde dabei fest an die Außenwand des Stadions gedrückt und schaffte es dann noch, den Ball aus der Fangbewegung heraus flüssig wie ein griechischer Speerwerfer zurückzuwerfen.

Support the Locals

Ketten wie McDonald's, Wal-Mart oder Starbucks werden von den San Franciscans nicht unbedingt gern gesehen. Sie gehen lieber in Läden in der Nachbarschaft, die oft als Familienunternehmen geführt werden - auch wenn das ein paar Cents mehr kosten sollte. Hier vertreibt der Inhaber einen nicht nach einer Viertelstunde, um Platz für neue Kundschaft zu schaffen. Und obendrein tummelt sich in einem locally owned place das interessantere Publikum.