Reisetipps Rom

Highlights Rom

Region: Rom

Auditorium Parco della Musica

Konzertzentrum der Superlative. Beim Bau der dreiflügeligen Musikhalle war Stararchitekt Renzo Piano auf Fundamente einer römischen Villa gestoßen, die nun geschickt in den Komplex einbezogen sind. Das Auditorium besteht aus drei Sälen mit 2800, 1200 und 700 Sitzen, die durch Foyers verbunden sind und in ein Amphitheater unter freiem Himmel münden. Die asymmetrischen Kuppelformen beflügelt immer wieder die Phantasien der Besucher. Auf jeden Fall sind die Römer wie verzaubert von ihren neuen Klangkörpern, egal ob ein Klassikstar wie Pianist Maurizio Pollini brilliert oder Keith Jarrett improvisiert. Mit Cafeteria und großem Musik- und Buchladen. | Besichtigung Mo-Fr 11, 14 und 18, Sa/So stündlich 10.30-17.30 Uhr, Vorverkauf Do-Di 11-18 Uhr | Eintritt 10 Euro | Kartenvorbestellung Tel. 0648078400 (aus dem Ausland), Tel. 800907080 (in Italien) | www.auditoriumroma.com | www.santacecilia.it | Viale Pietro de Coubertin 15 | Nähe Stadio Flaminio | Tram 2, 19 | Bus 53, 217, M

Region: Centro Storico II

Ara Pacis Augustae

Eine ultramoderne Stahl-Glaskonstruktion über dem 2000 Jahre alten Friedensaltar des Kaiser Augustus' - am Projekt des US-Stararchitekten Richard Meier hagelte es Kritik wie einst an der Glaspyramide des Pariser Louvre. Doch nach zehn Jahren Pannen, Possen und Protesten hat die Ara Pacis nun endlich ein neues Zuhause. | Di-So 9-19 Uhr | Eintritt 6,50 Euro | Via di Ripetta | Bus 70, 81, 117

Fontana di Trevi

Roms beliebteste Wasserorgel steht auf einem kleinen Platz, umgeben von sechsstöckigen Palazzi. Mit dem Bau schufen sich die Barockpäpste 1750 ein letztes großes Denkmal, denn ihre Macht im Kirchenstaat schwand dahin. Meeresgott Ozeanus braust mit zwei Pferden durch einen Triumphbogen heran. Nicht nur Touristen werfen eine Münze in das Becken, um irgendwann nach Rom zurückzukommen. | Piazza di Trevi | Bus 62, 63, 81, 85, 95, 116, 119, 492

Galleria Borghese

Wunder gibt es, aber die dauern in Rom etwas länger: Nach siebzehnjähriger Restaurierung wurde das barocke Lustschlösschen des Kardinals Scipione Borghese, der nicht nur ein Förderer des jungen Gianlorenzo Bernini, sondern einer der größten Kunstmäzene der Welt war, wieder eröffnet. Im Erdgeschoss sehen Sie Berninis Skulpturen „Daphne und Apoll“, „David“, der „Raub der Proserpina“ und die strahlende Nacktheit der „Paolina Borghese“, Schwester Napoleons, von Antonio Canova. Im ersten Stock hängt die berühmte Gemäldesammlung des Kardinals, darunter Werke von Lucas Cranach d. Ä., Tizian, Paul Veronese, Raffael, Peter Paul Rubens und Caravaggio. | Di-So 9-19 Uhr nur mit Vorbestellung (ital. und engl.) Tel. 06328101 oder www.ticketeria.it | | Fax 0632651329 | Eintritt 6,50 Euro plus 2 Euro Buchungsgebühr | Piazza Scipione Borghese 5 | www.galleriaborghese.it | Bus 52, 53, 116, 490, 495

Scalinata Trinità dei Monti

Die beschwingten Balustraden der Spanischen Treppe unter der französischen Kirche Trinità dei Monti sind das Ergebnis eines jahrzehntelangen Streits zwischen den Päpsten und der französischen Krone. Die Franzosen finanzierten den Aufgang zu ihrer Nationalkirche, der Sonnenkönig Ludwig XIV. hätte sich am liebsten selbst auf der Piazza di Spagna ein Denkmal gesetzt. Aber die Päpste brachten schließlich ihre Version durch und ließen 1723 die elegante Treppenanlage von Alessandro Specchi und Francesco de Sanctis schaffen. Früher war sie von der internationalen Jugendszene beherrscht, doch heute ist Essen, Trinken, Kiffen und Gitarrespielen verboten, Flirten jedoch erlaubt. | Metro A Spagna | Bus 116

Region: Das Päpstliche Rom

Cappella Sistina

„Es ist wie die erste Reise zum Mond“, hatte der Chefrestaurator der Sixtinischen Kapelle, Fabrizio Mancinelli, prophezeit, „danach wird die Kunstwelt verändert sein.“ Tatsächlich kam bei der Restaurierung des künstlerischen Heiligtums in den 1990er-Jahren ein ganz neuer Michelangelo zum Vorschein. Nachdem Schichten von Kerzenruß und Staub entfernt waren, erstrahlten alle Figuren der Schöpfungsgeschichte an der Decke der päpstlichen Hauskapelle in lindgrünen, helllila oder orangefarbenen Gewändern. Der größte Renaissancemaler - auch Il Divino, der „Göttliche“, genannt - entpuppte sich als Manierist in Pop-Art-Farben. Die Kunstwelt stand Kopf.

1508-12 hatte Michelangelo Buonarroti (1475-1564) die Decke mit ihrer Gesamtlänge von 41 m ganz allein in Freskotechnik ausgeführt, nicht liegend, wie die Legende besagt, sondern über Kopf, mit einem Kerzenlicht am Hut. Fast 30 Jahre später, als nunmehr 60-Jähriger, beauftragte ihn Papst Paul III. noch mit dem „Jüngsten Gericht“ an der Stirnseite der Kapelle. Doch schon damals war dessen Enthüllung Weihnachten 1541 ein Skandal: Zum Vorschein kam ein nackter Christus, der mit einer machtvollen Geste einen Wirbel von ebenfalls nackten Heiligen, Auserwählten, Auferstandenen und Verdammten um sich zieht, ein grandioser Schlussakt Michelangelos. Dann stand die Gegenreformation vor der Tür - Glück für uns, dass die frommen Reformatoren das Werk nicht gleich wieder zerstörten. Allerdings musste Michelangelos Schüler Daniele de Volterra den Nackten einige Tücher um die edlen Teile malen.

Bei der Restaurierung des „Jüngsten Gerichts“ 453 Jahre später gab es endlich mal keinen Skandal, nur Applaus. Der Vatikan hatte sich nämlich bei der delikaten Frage um die Lendentücher mit einem geschickten „Jein“ aus der Affäre gezogen. Immerhin 17 der 40 auferzwungenen Lendenschurze durften die Restauratoren abwaschen. Eine späte Genugtuung für Michelangelo, Il Divino.

San Pietro

Der Petersdom ist ein einziger Superlativ. Die Kirche bedeckt zweieinhalbmal die Fläche des Kölner Doms, misst 211 m Länge, 186 m an ihrer breitesten Stelle und 132 m Höhe. Das Gotteshaus kann 60000 Menschen aufnehmen. 1506 beauftragte Papst Julius II. Donato Bramante mit dem Bau einer dreischiffigen Kathedrale an Stelle der antiken Basilika, die Konstantin über dem Grab Petri errichtet hatte. In der 120-jährigen Baugeschichte brachten die besten Baumeister Italiens viele einander widersprechende Modelle ein: Bramante plante als Grundriss ein griechisches Kreuz mit einer mächtigen Kuppel, das auf Wunsch nachfolgender Päpste in ein langschenkliges Kreuz verwandelt wurde. Das Langhaus war noch nicht fertig, als Michelangelo 1546 Bramantes Ideen wieder aufnahm und eine große Kuppel nach dem Vorbild des Florentiner Doms begann. Papst Paul V. schwebte wiederum das längste Langhaus der Christenheit vor. Er beauftragte Carlo Maderno mit dem Anbau und der Fassade, die dann aber die Sicht auf die Kuppel einschränkte.

Im Kircheninnern gleich rechts stehen Sie vor der Heiligen Pforte, die nur in heiligen Jahren geöffnet wird. Michelangelos „Pietà“, erste Seitenkapelle rechts, steht - seit ihr 1972 ein Geistesgestörter die Nase abschlug - hinter schusssicherem Glas. Am Pfeiler des heiligen Longinius glänzt der Fuß der Bronzestatue St. Peters, ganz blank von den vielen Küssen der Pilger. Eine Marmortreppe vor dem Papstaltar führt zum Grab Petri und der letzten Ruhestätte von Johannes Paul II., darüber wölbt sich der schwere Bronzebaldachin von Bernini. Wegen des großen Zulaufs befindet sich der eigentliche Eingang zu den Papstgräbern und den Vatikanischen Grotten jetzt im rechten Seitenschiff.

In der Apsis finden Sie zwei weitere Werke Berninis: den Kathedraaltar, der den „Heiligen Stuhl“ enthält, und das Grab des Barberini-Papsts Urbans VIII. Links im Langschiff liegt der Eingang zur Sakristei und zum Vatikanschatz.

Rechts vom Petersdom befindet sich der Aufzug zum Dach, gefolgt von 320 steilen Stufen hinauf zur Kuppel, von der Sie einen herrlichen Blick über Rom genießen können. | Kirche tgl. 7-19, im Winter bis 18 Uhr, Sakristei 9-18, im Winter bis 14.30 Uhr, Dach und Kuppel 9-18 Uhr | Eintritt 2,50 Euro | Eintritt 5 Euro, Sicherheitskontrollen unter rechten Kolonnen (bitte unbedingt dezente Kleidung: bedeckte Schultern und lange Hosen!), mit Lift 7 Euro | Bus 40, 62, 64 | Metro A Ottaviano

Region: Ausserhalb

Centrale Montemartini

Eine strahlend weiße Venus, die Aphrodite von Knidos, römische Kaiser, Feldherren und Philosophen im E-Werk zwischen verrußten Maschinen? Die reizvolle Unterbringung der Helden und Götter sollten Sie sich nicht entgehen lassen. | Di-So 9.30-19 Uhr | Eintritt 4,20 Euro | Kombiticket mit Musei Capitolini 8,30 Euro | Via Ostiense 106 | Metro B Piramide oder Garbatella | Bus 702, 716 | Tram/Bus 3

Region: Centro Storico I

Campo de' Fiori

Er ist der teuerste Markt Roms, aber viele Römerinnen schwören auf ihr „Blumenfeld“ im Herzen der Stadt, wo es viel Grünzeug, Gemüse und sogar Kleidung, aber nur wenige Blumen gibt. Der Name stammt von einer blumigen Rinderweide, die sich hier im Mittelalter befand. Zwischen Corso Vittorio Emanuele und der edlen Piazza Farnese gelegen, von hohen, restaurierten Palästen umgeben, ist er besonders abends, wenn hier die Wirte ihre Tische eindecken, ein romantischer Essplatz. | Bus 40, 63, 64, 116

Pantheon

Ein Zylinder mit einer Kuppel drauf - so einfach-genial ist die Konstruktion des Pantheons, das Marcus Agrippa, Schwiegersohn von Augustus, 27v. Chr. den Göttern bauen ließ. Genial sind auch die Lichteffekte an Sonnentagen. Wieso liegt der antike Tempel, umgebaut von Kaiser Hadrian, verschandelt im Barock und als Grabmal für das italienische Königshaus entfremdet, so klein und wohl proportioniert zu Füßen der Touristen, obwohl doch in klassischen Zeiten fünf Stufen hinaufführten? Rom hat im Laufe der Zeit 6 m Schutt aufgetürmt, unter dem die antiken Bauten versanken. | Mo-Sa 9 bis 19.30, So 9-18 Uhr | Eintritt frei | Piazza della Rotonda | Bus 116

Piazza Navona

Die barocke Arena ist noch heute der beliebteste Treffpunkt aller Römer. Eine herrschaftliche Bühne für arme Darsteller und reiche Selbstdarsteller, mäßige Maler und fliegende Händler, prominente Flaneure und Promenadenmischungen. Das Prunkstück der Piazza, die Fontana dei Quattro Fiumi, stammt von Bernini, der Neptunbrunnen im Norden von Giacomo della Porta. | Bus 40, 64, 70, 81, 116, 492

Region: Klassisches Rom

Campidoglio

Wo einst die Tempel Jupiters und Junos standen, gestaltete Michelangelo im Jahr 1536 den trapezförmigen Kapitolsplatz, der vom Palazzo dei Senatori, dem Palazzo dei Conservatori und dem Palazzo Nuovo gerahmt wird. Den Sockel, auf dem Kaiser Marc Aurel seit 1538 mit erhobener Hand grüßte, schmückt heute eine Kopie. Vor Umweltschäden bewahrt steht das originale Reiterstandbild aus dem 2. Jh. in den Musei Capitolini hinter Glas. | Piazza del Campidoglio | Bus 119, 160, 630

Colosseo

Gerne hätten die Italiener die schönste aller klassischen Arenen, das Kolosseum, dem Fußball geweiht, aber nur die zarten Ballerinen des Bolschoitheaters durften bisher hier ihre „Heldenspiele“ tanzen. Kaiser Vespasian begann den Bau 72 n. Chr., sein Sohn Titus weihte ihn nach nur achtjähriger Bauzeit mit hunderttägigen Festspielen ein. Unzählige Tiere und Gladiatoren wurden geopfert. Sehr lebendig sind allerdings noch die Legionäre, mit denen Sie hier gegen Entgelt für ein Foto posieren können. | Tgl. 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang | Eintritt 9 Euro (auch für den Palatin gültig), bei Ausstellungen 2 Euro mehr | Piazza del Colosseo | Metro B Colosseo

Foro Romano

Von den Kaiserforen wurde nicht nur Rom, sondern das ganze Römische Reich regiert. Das Forum Romanum, ursprünglich als Vestaheiligtum gedacht, entwickelte sich vom Viehmarkt zur politischen Arena. Hier sprach Cicero seine Brandreden gegen Catilina und der alte Cato sein ceterum censeo: „Karthago muss vernichtet werden.“ Heute dürfen auch gewöhnliche Sterbliche wieder an lauen Abenden zwischen Triumphbögen und Säulen promenieren: Roma sotto le stelle (Rom unter Sternen) heißen die nächtlichen Führungen (auf italienisch und englisch | Juni-Mitte Sept. | Termine bei den Infopavillons oder in Tageszeitungen wie „La Repubblica“).

Einige Höhepunkte: Es geht vom Eingang an der Via dei Fori Imperiali vorbei an der Basilica Aemilia, dem Tempio di Faustina, am Tempio di Caesare und Arco di Augusto über die Via Sacra zur Rostra, der Rednertribüne; rechts davon der Lapis Niger, der Schwarze Stein über dem Grab von Romulus, die Curia des Senats, der Arco di Settimo Severo; linker Hand der Tempio di Saturno und die Basilica Julia, die Gerichtshalle, von Caesar kurz vor seiner Ermordung gebaut; rechteckiger Tempio di Castore e Polluce und der kreisrunde Tempio di Vesta, wo die Vestalinnen, Jungfrauen aus den vornehmsten Familien, das Heilige Feuer hüteten; die Via Sacra entlang, vorbei am Haus der Vestalinnen und dem Tempio di Romolo, den Maxentius für seinen früh verstorbenen Sohn baute, und die von Konstantin umgestaltete Basilica di Massenzio.

Beim Arco di Tito führt der Weg hoch auf den Palatin, wo viele reiche Römer und auch Cicero und Catull ihre Villen besaßen. Durch die schönen Farnesischen Gärten des 16. Jhs. können Sie wieder zum Forum hinabsteigen. | Tgl. 9 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang | Largo Romolo e Remo | Via di S. Gregorio 30 | Piazza S. Maria Nova (Titusbogen) | Eintritt frei | Via dei Fori Imperiali; Eintritt Palatin und Colosseo 9 Euro | Bus 85, 87, 117, 175