Reisetipps Rom

Ausflüge & Touren Rom

Castelli Romani: Frascati & Castel Gandolfo

Castelli Romani nennen die Römer die hübschen Dörfer und Städtchen an der wohl ältesten Weinstraße der Welt. In Frascati (ca. 20 km südlich von Rom) in den Albaner Bergen hatten schon Cäsar und Brutus ihre Villen, in Castel Gandolfo geht der Papst in die Sommerfrische. An Wochenenden herrscht hier viel Trubel! Anfahrt: von der Ringautobahn Gran Raccordo Anulare (G.R.A.) Autobahn A1 oder N215 bis Frascati bzw. N7 bis Castel Gandolfo. Zug: von Termini jeweils nach Frascati oder Castel Gandolfo. Bus: zwischen Frascati und Castel Gandolfo blaue Cotral-Busse ca. alle 30 Min.

Bereits die Zugfahrt nach Frascati entlang des Aquädukts bietet Blicke in die campagna, die schon Goethe faszinierten. Das Barockschloss des Kardinals Aldobrandini kann nicht besichtigt werden, nur der Park mit dem Teatro dell'Acqua. Aber die meisten Ausflügler wollen sowieso den süffigen weißen Frascati probieren und am Marktstand porchetta, Spanferkel, essen. An der Panoramastraße liegt das beliebte Ausflugslokal Zaraza (Mo | im Winter auch So abends geschl. | Viale Regina Margherita 45 | Tel. 069422053 | €€). Auf der Fahrt nach Castel Gandolfo haben Sie dann einen wunderbaren Blick auf den vulkanischen Lago di Nemi, der zu Spaziergängen einlädt.

Der beliebteste Mitbürger von Castel Gandolfo ist eindeutig Papst Benedikt XVI. Die alte Fabiola Moroni schickt ihm zum Willkommen und zur Abfahrt Kuchen in den Palast. Sie selbst ist bescheiden geblieben: In ihrer Hosteria la Fraschetta (Mo geschl. | Via della Repubblica 58 | Tel. 069361312 | €) bekommt man noch heute hausgemachte Pasta, etwa fettucine mit Steinpilzen, für gerade mal 6 Euro!

Tivoli: Villa Adriana & Villa D'Este

Ein Nachmittag in Tivoli sei „das Glück im Quadrat“, lässt Max Frisch seinen „Homo Faber“ schwärmen. Unter den vielen Villen in Latium ist die Villa Adriana einzigartig und gilt, zusammen mit dem Besuch der Renaissancegärten der Villa d'Este, als der schönste klassische Ausflug. Die Villa d'Este liegt direkt in Tivoli 32km östlich von Rom, die Villa Adriana rund 6km südwestlich davon. Anfahrt über die Via Tiburtina, Settecamini bis zum Ort namens Villa Adriana, dort rechts Schildern zur Villa Adriana folgen. Per Bahn: Bahnhof Tiburtina bis Tivoli, per Bus: blauer Cotralbus ab Metro B: Ponte Mammolo bis Tivoli Centro, von dort Shuttle zur Villa Adriana. | www.comune.tivoli.rm.it

Auf der Fahrt entlang der Ausfallstraße Via Tiburtina passieren Sie wild wuchernde Vorstädte, Fabrikanlagen und den Ort Bagni di Tivoli, dessen Schwefelquellen Ihnen lange vorher in die Nase stechen. Doch die Villa Adriana, die kaiserliche Villa, kurz vor der Stadt Tivoli, liegt in einem herrlichen Stück campagna mit Eichen, Pinien und Zypressen. Kaiser Hadrian (76-138 n. Chr.) hatte auf seinen Reisen und Kriegszügen das gesamte Imperium gesehen, bevor sich der weitsichtige Lenker Roms hierher zurückzog. Fasziniert von seinen Reiseeindrücken, ließ der Philosoph nicht nur einen Palast, sondern sozusagen die erste antike Weltausstellung bauen, wo er seinen Besuchern, Beamten und Senatoren die Highlights der römischen Zivilisation vorführen konnte: das Lyzeum und die Stoa Poikile, das Tor der Agora in Athen, kleine und große Thermen, das Tempeltal in Thessalien sowie den Nilkanal zwischen Alexandria und Kanopus, den ein steinernes Nilkrokodil, vier Karyatiden, Amazonen und eine römische Kopie der Aphrodite von Knidos schmücken.

Seine Mußestunden verbrachte der Kaiser im bizarren Teatro Marittimo, einem kreisrunden, von Wasser umgebenen Inseltempel zwischen Philosophensaal, griechischer und lateinischer Bibliothek. Vielleicht trauerte er dort auch um seinen früh verstorbenen Freund Antinous, ein bildschöner Jüngling, dessen Statuen jeden Winkel seiner Residenz schmücken.

Begegnet war der Kaiser dem damals etwa 14-Jährigen auf einer seiner vielen Reisen in Kleinasien und verliebte sich spontan in den Knaben. Antinous wurde sein ständiger Begleiter, er war so etwas wie ein Supermodel der Antike und hat unzählige Künstler inspiriert. Im Jahr 130 n. Chr. ertrank der schöne junge Mann unter nie geklärten Umständen im Nil. Kaiser Hadrian, dessen Mausoleum unter der Engelsburg liegt, starb als 62-Jähriger, er überlebte seinen Freund um acht Jahre.

Über Jahrhunderte wurde die Villa geplündert. Erst der kunstsinnige Kardinal Alessandro Farnese machte hier im 16. Jh. erste Ausgrabungen, die Kardinal Ippolito d'Este, seit 1550 päpstlicher Verwalter, fortführte, um seine Villa d'Este in Tivoli auszuschmücken (tgl. 8.30 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang | Tel. 0774382733 | Eintritt 6 Euro).

Von den Wasserspielen der Villa d'Este in Tivoli lassen sich unzählige Besucher begeistern. Kardinal Ippolito (1509-72) ließ den terrassenförmigen Garten zu Füßen seiner Prunkvilla anlegen. Bis zu 500 Brunnen und Fontänen plätschern, murmeln, sprühen hier gleichzeitig und bringen Klang und Farbe in den Renaissancepark. Das ganze Spektakel wird von der fontana dell'organo idraulico, einem Wunderwerk von Wasserorgel, inszeniert, die die Gewässer des kleinen Flusses Aniene verteilt (Di-So 8.30 Uhr bis eine Stunde vor Sonnenuntergang | Piazza Villa d'Este | Tel. 199766166 | Eintritt 6,50 Euro).

Wenn Sie die Kunst mit Genuss verbinden wollen, können Sie im Garten des Antico Ristorante Sibilla direkt neben dem römischen Sibyllentempel speisen, dessen kreisrunde Anlage schon zahlreichen Landschaftsmalern des 18. und 19. Jhs. Modell stand (Di-So | Via della Sibilla 50 | Tel. 0774335281 | €€).

Cerveteri - Auf den Spuren der Etrusker

Cerveteri liegt 44 km nordwestlich von Rom. Auf dieser Tour nicht vergessen sollten Sie Ihre Badesachen, denn nach dem archäologischen Ausflug können Sie sich am langen, schwarzen Strand von Ladispoli oder im hellen Sand von Fregene, dem Prominentenstrand der Römer, entspannen. Anfahrt: Cerveteri, Autobahn A12 oder SS1 Via Aurelia. Per Zug: Nahverkehrszug nach Ladispoli (Richtung Grosseto, alle 30 bis 50 Min.) von der Stazione Termini, umsteigen in den blauen Cotralbus nach Cerveteri, gut einstündiger Fußmarsch bis zu den Nekropolen, im Sommer Pendelbus. | www.comune.cerveteri.rm.it

Zu Zeiten, als das alte Rom kaum mehr als ein Dorf war, galt die Etruskerstadt Caere, das heutige Cerveteri, mit 100000 Einwohnern als eines der größten und blühendsten Gemeinwesen des Mittelmeers. Die Etrusker waren Spezialisten in der Metallgewinnung und -veredelung und schufen in Latium eine Hochkultur, deren Zeugnisse, kunstvolle Bronzen und Sargskulpturen Sie vielleicht schon im Etruskermuseum Villa Giulia in Rom besichtigt haben. Im 5. und 6. Jh. v. Chr. beherrschten die im Zwölferbund zusammengeschlossenen Etruskerstädte das Tyrrhenische Meer und trieben mit Griechen, Phöniziern und Karthagern Handel. Danach begann ihr langsamer Abstieg - und der Aufstieg Roms. 90 v. Chr. wurde Caere als einfaches municipium dem caput mundi (Haupt der Welt) einverleibt.

Die etruskischen Nekropolen liegen etwas außerhalb von Cerveteri. Leider sind viele Rundgräber schon lange vor Ihrem Besuch von tombaroli, Grabräubern, geplündert worden. Glücklicherweise entging ihnen die Tomba degli Alari, ein Frauengrab, das 1905 mit komplettem Hausrat, Schmuck und Parfümfläschchen entdeckt wurde. Von den acht Gräbern der Necropoli di Banditaccia, die zur Besichtigung freigegeben sind, ist die Tomba dei Rilievi, das Reliefgrab, mit seinen Stuckdekorationen sicher das eindrucksvollste (Di-So 8.30-19 | im Winter bis 16 Uhr | Eintritt 4 Euro). Die Grabbeigaben, Waffen und Kultgegenstände finden Sie im Museo Nazionale Cerite im Castello Ruspoli, einem Renaissancepalast an der Piazza S. Maria Maggiore in Cerveteri (Di-So 8.30-19.30 Uhr | Eintritt frei).

Ostia & Ostia Antica - Römischer Kultstrand & klassische Kultur

Strandrummel und stille Ruinenstadt, beides haben die Römer keine 30km entfernt. Nicht vergessen: Badezeug für Ostia oder die südlich gelegenen Strandbäder Anzio und Nettuno, lange Hosen zum Strandreiten in Castel Fusano, Sonnencreme. Anfahrt: mit dem Auto über die Autobahn 201 oder die Via del Mare. Mit der S-Bahn ab Magliana (Metro B): Ostia Lido bzw. Ostia Antica. Oder ab Stazione Ferrovie Roma - Lido di Ostia, Piazzale Ostiense (Piramide)

„Ah, bella Ostia“, schwärmen alle ragazzi, wenn sie vom Strand- und Diskoparadies vor den Toren Roms sprechen. Das Meer ist nicht so türkisblau wie an der Costa Smeralda, aber die Wasserqualität hat sich in den letzten Jahren verbessert, Strände und Pinienhaine sind gepflegter, und manche Badeanstalt, wie der Kursaal, hat einen eigenen Pool für diejenigen, die kein Meer mögen. Einen Tauchclub gibt's in der Badeanstalt Nuova Pineta (Lungomare L. Catullo 6 | Tel. 0656470161). Und ein beliebtes Fischrestaurant mit Terrasse über Strand und Meer ist La Vecchia Pineta, wozu auch die üblichen Strandkabinen gehören (Lungomare/Piazzale dell'Aquilone 4 | Tel. 0656470255 | S-Bahn Piramide-Lido di Roma: Castelfusano). Manche, die statt auf Beton mehr auf Natur, Dünen und breite Strände stehen - der Müll hinter den Büschen ist ihnen egal -, fahren etwas über die letzte feste Badeanstalt hinaus Richtung Süden. Es gibt zwar einen Zaun, der die Strandfans abhalten soll, aber der hat, wie in Italien üblich, Löcher. Für Nachtschwärmer, die nach der Disko ins hell erleuchtete Meer tauchen möchten, organisiert die Stadt Ostia neuerdings Il Mare di Notte (nächtliches Meer). Am Wochenende sind Ostia und andere Strandbäder in der Umgebung natürlich völlig überfüllt.

Ostia ist bei der römischen Jugend Kult, Ostia Antica dagegen ist Kultur pur: Nur 5 km vom quirligen Strandbad liegt die stille Ruinenstadt, die einmal Roms „Tor zur Welt“ war. Der einstige Hafen und Marinestützpunkt, der im 4. Jh. v. Chr. an der Tibermündung lag, ist heute versandet. Ostias Blüte war in der frühen Kaiserzeit: Caligula stiftete die Wasserleitung, Claudius erneuerte das Hafenbecken, und Nero ließ die Caserma dei Vigili, die Polizei- und Feuerwehrkaserne, einrichten. Schlendern Sie unter Pinien durch die antiken Ladenstraßen, vorbei am Forum mit seinen Tempeln und Thermen, Schenken, Reedereien, Wohnhäusern und Speichern (Horrea) und dem Amphitheater. Vergessen Sie nicht, die von Augustus erbaute Piazza degli Corporazioni, den Zunftplatz hinter dem Theater, zu bewundern, wo Sie ein Beispiel für antikes Sponsoring sehen: Nymphen, Meeresungeheuer und Schiffe als Werbefläche für die Handelshäuser, die ihrerseits das Theater finanzierten (Di-So 8.30 Uhr bis 1 Stunde vor Sonnenuntergang | Eintritt 4 Euro). Keine 200m vom Eingang zu den Ruinen liegt die Cafeteria und Enotaca Gregoriopoli für einen kulinarischen Zwischenstopp (Di-So | Viale dei Romagnoli 756 | Ostia Antica | Tel. 065652098 | €-€€).