Reisetipps Paris

Stichworte Paris

Crottes

Millionen von Touristen und Parisern dürften schon in einen der vielen Hundehaufen hineingetreten sein. Trotz vieler Appelle und trotz der städtischen Motorräder, die die Hinterlassenschaften der ca. 300000 Pariser Hunde mit einer Art Staubsauger in Tanks befördern, ist dieser Malaise bisher nicht beizukommen. Immerhin 20 t Kot landen täglich auf Pariser Wegen. In letzter Zeit werden zunehmend Hundeklos eingerichtet und die Hundebesitzer aufgefordert, den Dreck selbst zu beseitigen.

Lebenswertes Paris

Paris droht am Autoverkehr zu ersticken. Bürgermeister Bertrand Delanoë hat sich deshalb dem Kampf gegen den Verkehrsinfarkt auf die Fahnen geschrieben. Die Stadtverwaltung will die Autos mittel- bis langfristig aus dem Zentrum verbannen, die Seine-Schnellstraße sperren und den Pariser Autobahnring Boulevard Périphérique überdachen und bepflanzen. Neue Straßenbahnlinien und Radwege entstehen. An etwa 1450 Verleihstationen (Vélib) stellt die Stadtverwaltung von Paris insgesamt knapp 20000 Fahrräder zur Verfügung. Zu sehr günstigen Tarifen (1 Euro/Tag, 5 Euro/Woche) können Pariser und Touristen die grauen Vélos mieten. Schon jetzt sind die Zweiräder kaum mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Geht es nach dem Bürgermeister, parken die Autos künftig ganz vor der Stadt, werden neue Parks angelegt und vermehrt Stadtteiltheater gebaut. Kurz: Paris soll wieder den Parisern und den Touristen gehören.

Les Halles

Wo einst die legendären Markthallen standen, befindet sich heute ein Schandfleck der Stadt: ein hässliches Einkaufszentrum. Die meisten Pariser wollen Les Halles am liebsten weghaben, doch was soll an ihre Stelle treten? Bürgermeister Bertrand Delanoë hatte einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Doch der Entwurf des Gewinners David Mangin - ein Garten und ein in 9 m Höhe hängendes Riesendach aus Glaslamellen und Kupfer - soll nur die groben Linien vorgeben. Einzelne Teile des Projekts werden noch einmal separat ausgeschrieben. Nach den derzeitigen Plänen könnte mit den konkreten Umbauarbeiten 2008 begonnen werden.

Métro

Nicht die älteste U-Bahn der Welt, aber sicher eins der am dichtesten geknüpften Netze. Es soll keinen Punkt in Paris geben, der mehr als 600 m von einer der knapp 300 Stationen entfernt liegt. Zwar rattern die Züge oft nicht gerade besonders schnell über die Gleise. Doch angesichts des täglichen Verkehrschaos an der Oberfläche ist die täglich 5 Mio. Passagiere transportierende Métro, die immerhin schon im Jahr 1900 eingeweiht wurde, ein empfehlenswertes Fortbewegungsmittel in Paris. Vereinzelt zeugen noch schöne Jugendstileingänge von Hector Guimard, beispielsweise an der Station Abbesses, von der Anfangszeit der U-Bahn. Schick und hochmodern dagegen ist die fahrerlose Linie 14.

Rauchen

Frankreich ist traditionell ein Raucherland, und der Klischee-Franzose ist ohne die Gauloise im Mundwinkel eigentlich gar nicht vorstellbar. Das soll bald vorbei sein. Angesichts von jährlich 60000 Toten durch Tabakkonsum hat sich die Regierung dem Kampf gegen das Rauchen verschrieben und die Steuern auf Zigaretten so drastisch erhöht, dass das Land bei den Zigarettenpreisen jetzt im europäischen Spitzenfeld liegt. So soll nicht nur mehr Geld in die leeren Staatskassen fließen, es sollen auch die Kosten im Gesundheitswesen deutlich gesenkt werden. In Bahnen, an öffentlichen Orten sowie in Büros sind die Glimmstängel bereits verboten. Vor vielen Bürohäusern sieht man seitdem Grüppchen von Rauchern stehen. In Restaurants und Cafés gilt ab 1. Feb. 2008 ein generelles Rauchverbot, dann werden die Nichtraucherecken in Lokalen der Vergangenheit angehören. Bereits jetzt sind etliche Hotels und Lokale ganz rauchfrei, erkennbar am Aufkleber "100% sans tabac". Eine Liste der betreffenden Häuser finden Sie im Internet unter www.parisinfo.fr.

Seine

Die Bedeutung der Seine für die Entwicklung von Paris spiegelt sich auch im Stadtwappen, auf dem ein Handelsschiff zu sehen ist. Viele berühmte Brücken verbinden linkes und rechtes Seine-Ufer, rive gauche und rive droite. Doch in den letzten Jahrzehnten haben die Pariser Stadtplaner dem Fluss mit dem Bau mehrspuriger Uferschnellstraßen und durch starke Verschmutzung übel mitgespielt. Nun soll die Seine ihren alten Stellenwert zurückgewinnen. Seit zwei Jahren wird in jedem August die Schnellstraße am Fluss gesperrt. Im Rahmen der Aktion "Paris Plage" (Pariser Strand) wird dann reichlich Sand aufgeschüttet, werden Palmen aufgestellt und Liegestühle vermietet, Kioske installiert und Konzerte gegeben. Neue Schiffsverbindungen sind geplant, und seit kurzem gibt es das Piscine Josephine Baker, ein Schwimmbad auf einem zu Füßen der Très Grande Bibliothèque verankerten Boot.

Streiks

Irgendwo wird immer gestreikt. Mal sind es die Postbeamten, dann die Müllmänner oder - leider relativ häufig - die Beschäftigten von Métro, RER oder Eisenbahn. Nichts geht dann mehr, weil die Straßen verstopft sind und es kein Fortkommen mehr gibt. Viele Pariser sind genervt, doch die meisten bleiben gelassen - ein Streik gehört eben zu ihrem täglichen Leben.