Reisetipps Paris

Ausflüge & Touren Paris

Versailles: der Glanz des Sonnenkönigs

Ein Besuch des gigantischen Schlosses Ludwigs XIV. ist ein absolutes Muss bei einem Paris-Aufenthalt. In einer knappen halben Stunde ist es von Paris am einfachsten zu erreichen mit der S-Bahn RER C (Versailles-Rive Gauche). Vom Bahnhof sind es dann nur wenige Schritte. Vom Gare Saint-Lazare fahren ca. alle 15 Minuten Züge nach Versailles-Rive Droite (dort Bus Phébus) und vom Gare Montparnasse (Großrichtung Chartres) geht es nach Versailles-Chantier (dort Phébus). Die Buslinie 171 fährt von der Métrostation Pont de Sévres (M 9) zum Schloss. Für einen Versailles-Besuch sollten Sie mindestens einen Tag einplanen, bequeme Schuhe anziehen und auf Proviant nicht verzichten.

Kaum irgendwo anders ist ein Herrschaftsgedanke so konsequent und beeindruckend und dennoch so geschmackvoll und harmonisch wie in Versailles umgesetzt worden. Hier wurde die absolutistische und zentralistische Staatsidee Wirklichkeit, die im "Sonnenkönig" Ludwig XIV. (1638-1715) personifiziert ist. Es war das persönliche Lebenswerk des Königs, aus dem einstigen Jagdschloss in einem sandigen und sumpfigen Gebiet das Zentrum Europas zu machen. 36000 Arbeiter und 6000 Pferde arbeiteten an dem Projekt, dessen Realisierung rund 50 Jahre dauerte. Hügel wurden abgetragen und anderswo aufgeschüttet, ein damals 60 km² großer Park mit Wasserflächen, Labyrinthen, 300 Vasen und Skulpturen, Blumenbeeten und Brunnen sowie Gartenschlösschen angelegt, und das riesige Schloss mit zahlreichen Flügeln, Anbauten und Nebengebäuden entstand. Auf Geheiß des Königs lebte hier quasi der gesamte Adel des Landes. Ein Hofstaat von bis zu 20000 Menschen musste versorgt und durch gigantische Feste bei Laune gehalten werden. Heute vermitteln die wunderschönen musikalischen Wasserspiele (Grandes Eaux Musicales) tagsüber an Sommerwochenenden und Abendveranstaltungen mit Feuerwerk, Theateraufführungen und klassischer Musik im Park einen kleinen Eindruck vom Pomp und Glanz dieser Zeit. Reservierung (für die Abendveranstaltungen) | Infos unter www.versailles-spectacles.com

Absolutes Pflichtprogramm bei der Schlossbesichtigung sind die königliche Kapelle, die Oper und die Prunkgemächer in der ersten Etage, deren Wände mit Marmor und Goldbrokat verziert sind. Dazu gehört auch der berühmte, 73 m lange Spiegelsaal, dessen 17 Fenster Licht auf die jeweils gegenüberliegenden Spiegel werfen. Ein Besuch empfiehlt sich wegen der oft langen Warteschlangen entweder gleich morgens oder am späteren Nachmittag - was auch den Vorteil hat, dass ab 15.30 Uhr der Eintrittspreis reduziert ist.

Höhepunkt im heute nur noch 1 km² großen Park sind neben den Wasserbecken, auf denen Sie Bootsfahrten unternehmen können, die beiden Schlösschen Grand und Petit Trianon. Sie liegen im nördlichen Teil der Anlage und entstanden auf Wunsch der Königsmaitressen Madame de Maintenon und Madame de Pompadour. Die neu hergerichtete Domaine de Marie-Antoinette et Grand Trianon umfasst neben Grotten, Liebestempel und Wasserläufen im hübschen englischen Garten auch Le Hameau, die idealisierte Nachbildung eines Bauerndorfs mit Teich. Wer nicht so gut zu Fuß ist, kann zeitweise auf Fahrrad, Touristenbahn oder Boot umsteigen. Schlossbesichtigung: April-Okt. Di-So 9-18, Nov.-März Di-So 9-17 Uhr | 13,50 Euro. Domaine de Marie-Antoinette et Grand Trianon: April-Okt. Di-So 12-19.30 Uhr, 9 Euro | Nov.-März Di-So 12-17 Uhr, 5 Euro. Park: April-Okt. tgl. 7-20.30 Uhr | Nov.-März tgl. 8-18 Uhr | gratis außer Sa/So April-Sept.: 7 Euro Grandes Eaux (Wasserspiele der Brunnen mit klassischer Musik): tgl. 11-12 u. 15-17.30 Uhr | 7 Euro. | www.chateauversailles.fr | www.fnac.com

Giverny: zu Besuch an Monets Seerosenteich

Knapp 70 km nordwestlich von Paris liegt das malerische Dorf Giverny, das Weltruhm besitzt. Der Impressionist Claude Monet malte am Teich des üppigen Gartens seines dortigen Anwesens die berühmten Seerosenbilder "Les Nymphéas". Kunstfreunde aus der ganzen Welt besichtigen heutzutage das Wohnhaus und den herrlichen Garten. Über die Autobahn A 13 (Richtung Rouen, Ausfahrt Bonnières, dann Vernon/Giverny) ist Giverny gut zu erreichen. Vom Bahnhof Saint-Lazare verkehren außerdem Züge bis Vernon, danach geht's weiter mit dem Bus TVS 151, zu Fuß, per Taxi oder mit dem Mietfahrrad: Fahrtzeit insgesamt etwa eine Stunde; auf Direktverbindung ohne Umsteigen achten!

Die Originale der meisten Werke des berühmten Impressionisten können Sie im Musée Marmottan, im Musée d'Orsay oder im Musée de l'Orangerie bewundern. Inspirieren ließ sich der Ruhe suchende Maler, der hier von 1883 bis zu seinem Tod 1926 lebte, von seinem sanft zum Fluss abfallenden Garten, der aus einem üppigen Bauerngarten und - jenseits eines Tunnels - einem japanisch anmutenden Teil mit dem in vielen Variationen dargestellten Seerosenteich besteht. Im Inneren des stattlichen, rosafarbenen und in altfranzösischem Stil gehaltenen Wohnhauses finden sich nur Reproduktionen einiger seiner Werke sowie Fotos und japanische Holzschnitte. Sehr sehenswert ist die ganz in Weiß-Blau gehaltene Küche mit ihren schönen alten Fliesen.

Bereits Ende des 19. Jhs. wurde Giverny auch eine Künstlerkolonie, die viele Maler anzog. Zeugnis davon legt das Musée d'Art Americain ab, in dem Bilder von etwa 40 amerikanischen Malern zu sehen sind. Einige hundert Meter weiter, im damaligen Hôtel Baudy, stiegen viele der Künstler ab. Es ist heute ein hübsches kleines Restaurant, das seinen Charme bewahrt hat. Besonders lohnenswert ist ein Besuch des verwilderten Gartens hinter dem Lokal mit seinen Rosenbüschen und dem alten Atelier: Fast hat es den Anschein, als hätten die Maler es nur kurz verlassen, um gleich wiederzukommen (Besichtigung des Gartens und eines kleinen Museums für Restaurantgäste frei). La Fondation Claude Monet: April-Okt. Di-So 9.30-18 Uhr | 5,50 Euro | www.fondation-monet.com. Musée d'Art Americain: April-Okt. Di-So 10-18 Uhr | 5,50 Euro | www.maag.org. Restaurant Musée Baudy | April-Okt. Di-So (So nur mittags) | Tel. 02/32211003 | €€

Garten mit Aussicht: Saint-Germain-En-Laye

Bereits im 19. Jh. waren Ausflüge in die alte Königsstadt Saint-Germain-en-Laye bei den Parisern populär: Das lag nicht nur an der bequemen Verbindung über die 1837 gebaute erste Eisenbahnverbindung des Landes. Saint-Germain hat sich bis heute das Flair einer sympathischen Provinzstadt bewahrt. In den Straßen und verkehrsberuhigten Gassen des alten Städtchens mit den schönen Adelspalästen können Sie herrlich flanieren und in den verschie-densten Geschäften einkaufen. Das Königsschloss mit seinem wunderschönen Park und der langen Aussichtsterrasse sowie der große Wald machen einen Aufenthalt unvergesslich. Mit der RER A ist Saint-Germain-en-Laye ab Charles de Gaulle-Etoile in 25 Minuten erreichbar.

Wer gern einkauft, kann in diesem Örtchen selbst am Sonntagvormittag zwischen Boutiquen, Antiquitäten-, Deko- und Einrichtungsläden bummeln oder in den Lebensmittelgeschäften und auf dem reichhaltigen, bunten Markt Proviant für das mittägliche Picknick im Park einkaufen.

In der 40000-Ew.-Stadt residierte bis Ende des 17. Jhs. das französische Königshaus. Um das festungsartige, fünfeckige Schloss haben die Architekten von Versailles einen wunderschönen Park angelegt. Ein besonderes Erlebnis ist ein Spaziergang entlang der über 2 km langen und hoch über der Seine errichteten Terrasse: Es öffnet sich ein einzigartiger Blick über den Fluss, die westlichen Vororte von Paris und die Wolkenkratzer von La Défense. Das Tourismusbüro befindet sich im Geburtshaus des Komponisten Claude Debussy. Besuchen sollten Sie das Atelier des Symbolisten Maurice Denis, in dem auch Werke von Paul Gauguin und Pierre Bonnard ausgestellt sind. Office de Tourisme De Saint-Germain-En-Laye | 38, rue Au-Pain | www.saint-germain-en-laye.fr

Chantilly: Kunst, Pferde und Natur

Nur etwa 45 km nördlich von Paris, umgeben von einem 80 km² großen Waldgebiet, lädt Chantilly, eins der schönsten und besterhaltenen französischen Schlösser, zu einer Landpartie ein. Neben dem Bauwerk selbst und seinen umfangreichen Sammlungen verschafft auch ein Besuch des Schlossparks vielfältige Eindrücke. Pferdeliebhaber kommen in den riesigen Stallungen Grandes Ecuries auf ihre Kosten. Über die Autobahn A 1 Richtung Lille (Ausfahrt Survilliers, dann die D 942A) oder in knapp 30 Minuten mit dem Zug von Paris-Nord bis Chantilly-Gouvieux (dann Taxi oder Bus Cariane Richtung Senlis) sind die Anlagen relativ gut zu erreichen.

Das Schloss aus dem 16. Jh., das auch einen neueren Teil hat, gehörte einst den berühmten Adelsfamilien Condé und Montmorency. Es besitzt eine Bibliothek mit einzigartigen Werken und eine der reichhaltigsten Gemäldesammlungen Frankreichs; in ihr hängen Meisterwerke der Malerei des 16.-19. Jhs. Der ausgedehnte, abwechslungsreiche, von André Le Nôtre angelegte Park mit seinen Wasserläufen, Wäldchen, Liebesinseln, Brunnen und einem kleinen Weiler lädt zum Picknick, zu einer Bootspartie oder zur Rast in einem kleinen Gasthaus ein. In der Nähe des Schlosses liegen in einem herrlichen Gebäude aus dem 17. Jh. die zu den schönsten Stallungen weltweit gehörenden Grandes Ecuries mit ihrem umfangreichen Museum. In über 30 Sälen wird alles zum Thema Pferd gezeigt. Im Sommer finden dreimal täglich Dressurvorführungen statt.

Sehr zu empfehlen sind auch Wanderungen in den Wäldern der Umgebung. Wer mit dem Auto kommt, sollte dazu die nur 10 km entfernt liegende und über die D 924 zu erreichende, uralte Stadt Senlis mit ihren mittelalterlichen Gassen und der schönen Kathedrale besuchen. Office Du Tourisme de Chantilly | 60, av. du Maréchal Joffre (neben dem Bahnhof) | www.chantilly-tourisme.com. Park u. Museum: März-Okt. Mi-Mo 10-18 Uhr (im Winter 10.30-17 Uhr) | 9 Euro | www.chateaudechantilly.com. Grandes Ecuries: April-Okt. Mi-Mo 10.30-18, Sa/So 10.30-15.30 Uhr (im Winter 14-18 Uhr) | Vorführungen 11.30, 15, 17.15 Uhr | 9 Euro | www.museevivantducheval.fr