Reisetipps Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern

Stichworte Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommern

Bernstein

Versteinertes Harz von Nadelbäumen, das älter als 1 Mio. Jahre ist, wird Bernstein genannt. Der Bernstein an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns entstand vor 40 Mio. Jahren aus den damals hier vorhandenen subtropischen Wäldern.

Insbesondere Nordweststürme spülen Bernstein an den Strand. Bernstein lässt sich bohren, sägen und schleifen; poliert glänzt er fast wie Edelstein. Bereits in ur- und frühgeschichtlicher Zeit war er als Schmuckstein begehrt, wie Funde in Großsteingräbern belegen.

Bernsteinstücke mit eingeschlossenen Pflanzenresten und Insekten, vornehmlich Fliegen und Mücken, werden als Inklusen bezeichnet. Das Bernsteinmuseum in Ribnitz-Damgarten und das kleinere Bernsteinmuseum in Sellin auf Rügen zeigen einige erstaunlich gut erhaltene Einschlüsse. Durch sie wissen wir, welche Insektenarten vor mehr als 40 Mio. Jahren in diesem Gebiet lebten.

Fauna

Zur Küste gehören die Möwen mit ihrem Gekreische. Sie brüten auf dem Boden, oft umfassen die Kolonien Tausende von Paaren. Am häufigsten sieht man die an ihrem roten Schnabel erkennbare Lachmöwe. Die Silbermöwe ist durch den roten Punkt auf dem gelben Schnabel von der Sturmmöwe zu unterschieden. Die Region Westrügen-Bock-Zingst ist der bedeutendste Kranichrastplatz Mitteleuropas - bis zu 40000 der beeindruckenden Großvögel rasten hier jeweils im Frühjahr und im Herbst.

Die Fischer fangen in der Ostsee vor allem Dorsch, Flunder oder Aal, in den Boddengewässern Hecht, Barsch und Zander. Im Frühjahr sammeln sich große Heringsschwärme im Greifswalder Bodden.

Nach Sturmtagen liegen zu Tausenden die Schalen der weißen bis gelben Herzmuschel und die der weiß bis rosa gefärbten Pfeffermuschel am Strand. Häufig wird die an der schwarzen Schale erkennbare Miesmuschel angetrieben. Im Wald leben Reh-, Rot- und Damwild sowie Wildschweine.

Flora

Typisch sind die angelegten Kiefernforste. Die von Weststürmen eigenartig verformten Kiefern, deren Kronen manchmal fast waagerecht zur windabgeschirmten Seite wachsen, werden Windflüchter genannt. Bei Nienhagen, westlich von Rostock, gibt es den Gespensterwald. Die bizarr geformten Bäume lassen mit ein wenig Phantasie Märchen- und Fabelwesen erkennen. Buchenwälder wachsen im Nationalpark Jasmund auf der Insel Rügen. Geschützt sind der Meerkohl, eine bis zu 70 cm hohe, buschartig verzweigte Pflanze, und die bis zu 40 cm hoch wachsende Stranddistel mit kugelartigen Blüten.

Caspar David Friedrich

Die Bilder des 1774 in Greifswald geborenen Malers haben die Ostseeküste Vorpommerns weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt gemacht. Friedrich malte mit Vorliebe Naturerscheinungen sowie Landschaften. Zwei seiner berühmtesten Gemälde stellen die Klosterruine Eldena seiner Geburtsstadt und Kreidefelsen auf Rügen dar. Die immer wieder aufgestellte Behauptung, der Künstler habe die im Februar 2005 abgestürzten Wissower Klinken gemalt, konnte anhand von Skizzen widerlegt werden. Das Bild zeigt die Viktoriasicht zur Zeit der Romantiker. Sturm, Regen und Frost haben die Kreidefelsen seither gewaltig verändert. Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald besitzt sieben Ölgemälde und ein Aquarell des Künstlers. Caspar David Friedrich war Mitglied der Berliner und der Dresdner Kunstakademie.

Hansestädte

Rostock, Stralsund, Wismar und Greifswald gehörten im Mittelalter zu den mächtigsten Mitgliedern des Städtebunds der Hanse. 1990 besannen sich die Städte auf diese Tradition und tragen seither wieder den Beinamen Hansestadt - das H im Autokennzeichen verweist darauf.

Die Hanse, eine lockere, aber dauerhafte Vereinigung, veranstaltete ihre erste Zusammenkunft 1356 in Lübeck. Ihr Einfluss reichte von Brügge und London bis Nowgorod. Der Hanse gehörten zeitweise bis zu 200 Städte an. Der letzte Hansetag fand 1669 statt. An ihm nahm von den mecklenburgischen und vorpommerschen Hansestädten nur noch Rostock teil.

Leuchttürme

Entlang der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns gibt es zehn Leuchttürme. Der älteste steht auf Kap Arkona (Insel Rügen), er ist der berühmteste, weil ihn Karl Friedrich Schinkel 1825 entworfen hat. Nachdem der Turm 1901 durch den daneben neu erbauten Leuchtturm funktionslos geworden war, kam die Ausstattung in das Berliner Reichsverkehrsmuseum, wo sie im Zweiten Weltkrieg verloren ging. Das Blinkfeuer des Kap Arkonaer Leuchtturms ist 40 km weit zu sehen, das des Leuchtturms auf dem Hiddenseer Dornbusch 45 km weit. Der höchstgelegene Leuchtturm Deutschlands mit dem Namen Buk blinkt seit 1878 bei Kühlungsborn. Der Turm ist 21 m hoch, der Bastorfer Berg, auf dem er steht, jedoch 78 m. Auf die Türme von Buk, Warnemünde, Darßer Ort, Kap Arkona und Hiddensee dürfen Besucher hinaufsteigen.

Plattdeutsch

Nach dem Rückgang des Lateinischen war Plattdeutsch bzw. Niederdeutsch vom 14. Jh. an in Norddeutschland Amtssprache. Ab dem 16. Jh. nahmen der Adel und das Bürgertum das Hochdeutsche an; Plattdeutsch blieb die Umgangssprache der einfachen Menschen. Heute dient Plattdeutsch als Sammelbegriff für die verschiedenen, in Norddeutschland gesprochenen Dialekte, wobei das Mecklenburger und das vorpommersche Platt kaum Unterschiede aufweisen. Die Jungen reden kaum Plattdeutsch, die Älteren an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern verwenden es dagegen noch häufig. Binnenländlern fällt es meist schwer, den Inhalt eines in Plattdeutsch geführten Gesprächs vollständig zu verstehen. Aber nur Döösbaddel (Dummköpfe) lernen nicht schnell, dass kieken gucken heißt, klönen sich unterhalten, n' lütten heben einen Schnaps trinken und dass man hinterher antütert (angeheitert) sein kann.

Störtebeker

Den legendären „Robin Hood der Ostsee“ beanspruchen insgesamt zwölf Städte und Dörfer für sich. Einer der Sagen zufolge ist er in Ruschvitz auf Rügen geboren, eine andere erzählt, in einer Höhle am Streckelberg bei Koserow auf Usedom habe er einen Schlupfwinkel besessen. Jedes Jahr in den Sommermonaten stürzt sich ein Schauspieler in der Rolle des berühmten Piraten auf der Ralswieker Freilichtbühne auf Rügen in neue Abenteuer. Mehr als 300000 Zuschauer verfolgen jährlich das mit rund 180 Mitwirkenden und 30 Pferden aufwendig inszenierte Spektakel. Die aufgeführten Stücke erzählen von den großen Taten des Volkshelden, der im 14. Jh. auf Ost- und Nordsee operierte, 1400 vor Helgoland gefangen und 1401 in Hamburg hingerichtet wurde.

Strandkörbe

Der Rostocker Hofkorbmachermeister Wilhelm Bartelmann gilt als der Erfinder des Strandkorbs. 1882 baute er einer älteren, rheumakranken Dame einen mit Markisenstoff überdachten Rohrstuhl als Windschutz, der einem hochgestellten Wäschekorb glich. 1883 annoncierte Bartelmann im Allgemeinen Rostocker Anzeiger: „Badegästen empfiehlt Bartelmann Strandkörbe als Schutz gegen Sonne und Wind …“ Und seine Ehefrau eröffnete 1884 in Warnemünde den ersten Strandkorbverleih an der Ostseeküste. In Heringsdorf auf Usedom fertigt eine Fabrik noch heute Strandkörbe in traditioneller Handarbeit.

Thalassotherapie

Meerwasser heilt und macht schön. Das wussten schon die Römer und die alten Ägypter. In unseren Tagen wurde die Thalassotherapie (thalassa - griech.: das Meer) wiederentdeckt und wird heute von mehreren Hotels angeboten. Doch Original-Thalasso ist in Deutschland bislang nur im Thalasso-Vital-Center Arkona Spa des Hotels Neptun in Rostock-Warnemünde zu haben (www.hotel-neptun.de). Dort füllt täglich frisch eingelassenes Meerwasser, das über eine Pipeline befördert wird, Pool und Wannen.

Wellness

Wellness heißt auch an der Ostseeküste von Mecklenburg-Vorpommern der Megatrend. Immer mehr Hotels bieten ihren Gästen exklusiv ausgestattete Wellness-Bereiche für unterschiedliche Wohlfühlerlebnisse an. Damit bei diesem großen Angebot Qualität garantiert wird, hat Mecklenburg-Vorpommern 2004 als erstes Bundesland ein Qualitätssiegel für Wellness-Hotels und Freizeitbäder eingeführt. Nur wer eine Prüfung durch den Deutschen Wellness-Verband bestanden hat, bekommt dieses Gütesiegel verliehen. So kann der Gast sicher sein: Wo Wellness draufsteht, ist auch Wellness drin.

Zeesenboote

Bis in die 60er-Jahre des 20. Jhs. waren die robusten, bis zu 12 m langen Zeesenboote auf den Boddengewässern zum Fischfang unterwegs. Denn wegen ihres geringen Tiefgangs waren sie dafür prädestiniert. Benannt sind die für Deutschland einzigartigen Fischereifahrzeuge nach der Zeese, einem beutelartigen Schleppnetz, das durch das Wasser gezogen wurde. In den vergangenen Jahren erlebten die Zeesenboote ein Comeback als Regattasegler und für Touristenfahrten. Charakteristisch sind auch heute noch die braunen Segel.