Reisetipps Oberbayern

Ausflüge & Touren Oberbayern

Bad Tölzer Seen- und Flussrunde

Keine Tour für Kilometerfresser, sondern für Naturliebhaber. Gönnen Sie sich einen ganzen Tag für diese Rundfahrt (60 km), denn es lohnt sich an vielen Stellen, auszusteigen, spazieren zu gehen und bei gemütlicher Brotzeit zu rasten. Variante für Radwanderer: auf dem familienfreundlichen Isarradweg von Bad Tölz bis zum Sylvensteinsee und zurück (rund 50 km).

Nach einem Bummel durch Bad Tölz mit seinen stattlichen Bürgerhäusern geht es gen Osten über die B 472 in Richtung Waakirchen, einem kleinen, wenig besuchten Dorf wie aus dem Bilderbuch. Wahrzeichen ist sein stattlicher Zwiebelturm. Nach Süden hin ist der Blick frei auf die Alpenkette. Wenige Kilometer nach Waakirchen treffen Sie auf die Kreuzung mit der B 318. Hier biegen Sie rechts ab nach Gmund. In der Stadt Tegernsee gönnen Sie sich einen Bummel auf der Seepromenade und unbedingt eine Einkehr ins Herzogliche Bräustüberl.

Südlich von Rottach-Egern mit seinen Firstclass-Hotels tauchen Sie ein in eine wildromantische Landschaft. Die Weißach entlang flussaufwärts fahren Sie auf der B 307 bis Wildbad Kreuth. Im 19. Jh. war diese entlegene Ansiedlung dank schwefelhaltiger Quellen eines der führenden europäischen Heilbäder. Heute ist Wildbad Kreuth bundesweit vor allem wegen politischer Klausurtagungen bekannt. Sonntags ist während des Gottesdienstes die Heilig-Kreuz-Kapelle geöffnet, die eine schöne frühbarocke Kreuzigungsgruppe besitzt. Am Ursprung der Heilquelle den Bachlauf am alten Bad aufwärts finden Sie das Denkmal Max Josefs I.

Mit dem Auto weiter in Richtung Westen bringt Sie die Deutsche Alpenstraße zum Sylvensteinstausee, dessen Umgebung eine Fülle an Wandermöglichkeiten bietet, zum Beispiel hinauf zur Röthenbachalm. Ein ganzes Dorf wurde hier geflutet, als man den künstlichen See 1959 anlegte. Die B13 führt vom Sylvensteinstausee in Richtung Norden. Die Isar abwärts vorbei an Lenggries erreichen Sie nach knapp 20 km wieder Ihren Ausgangspunkt Bad Tölz.

Radltouren für Pedalritter und Kunstfreunde

Vor hundert Jahren entdeckte die expressionistische Künstlervereinigung „Der Blaue Reiter“ um Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter und Paul Klee die Region zwischen Murnau und Kochel für sich. Die Routen auf ihren Spuren sind bis zu 54 km lang - sportliche Herausforderung und Augenweide zugleich.

So wird die Radltour zum Kunstgenuss mit Rallyereiz: Eine 2009 neu gestaltete Radl- und Kunstlandkarte (gegen Gebühr bei der Touristeninfo Murnau oder unter www.blauer-reiter-murnau.de erhältlich) zeigt Haltepunkte und Motivplätze der Expressionisten auf. Hier haben die Künstler jene Bilder gemalt, die heute Millionen wert sind. In der Karte sind die Gemälde, die an den jeweiligen Standorten entstanden sind, abgebildet. Außerdem sind die genauen Entfernungen, Bademöglichkeiten, Wirtshäuser, Aussichtspunkte und noch einige weitere Sehenswürdigkeiten gekennzeichnet, zu deren wichtigsten das Freilichtmuseum Glentleiten in Großweil, das Franz-Marc-Museum in Kochel, Kloster und Kirche Benediktbeuern gehören.

Route 1: Murnau - Murnauer Moos - Seehausen, 26 km

Ohne größere Steigungen führt der Weg von der Ortsmitte in das Naturschutzgebiet Murnauer Moos mit seiner vor allem im Frühjahr eindrucksvollen Flora. Schon kurz vor Mühlhabing kann man Gabriele Münters Bild „Der blaue See“ mit dem Original vergleichen. Weiter geht's nach Grafenaschau und dann zurück an den hübschen, überdurchschnittlich warmen Staffelsee bis nach Seehausen-Rieden mit Bademöglichkeit. Entlang der Bahnlinie fahren Sie zurück zum Ausgangspunkt. Auf diesem letzten Streckenabschnitt passieren Sie mehrere berühmte Motive wie Gabriele Münters 1908 gemalten „Blick aufs Murnauer Moos“.

Route 2: Murnau - Riegsee - Aidlinger Höhe, 19 km

In leichtem Auf und Ab über Froschhausen und Riegsee, deren beide Kirchen Kandinsky zu exzessiven Farbspielen inspiriert haben. Auf dem weiteren Weg geht es zu schönen Aussichtspunkten mit Blick auf Deutschlands höchste Berge (Wettersteingebirge, Zugspitze), durch Wiesen und Wälder, zu Wirtshäusern und schließlich zur Ortsmitte zurück. Legen Sie bei Perlach einen Halt ein. Gabriele Münter inspirierte dieses Panorama zum 1934 gemalten „Blick aufs Gebirge“.

Route 3: Murnau - Kochel - Sindelsdorf, 54 km

Die Route ist nur gut trainierten Radlern zu empfehlen und nimmt einen vollen Tag in Anspruch, denn es gibt hier besonders viel zu sehen und zu entdecken. Zunächst geht es südwärts in das hübsche Dorf Ohlstadt am Fuß des Heimgartens. Der Abstecher zum Freilichtmuseum Glentleiten braucht Zeit und will gut überlegt sein.

In Kochel lädt dann das Franz-Marc-Museum zur Kunstbetrachtung ein. In Ried - zugehörig zu Benediktbeuern - malte Paul Klee 1915 „Föhn im Marck'schen Garten“ - vergleichen Sie es mit dem Original! Die Villa, in der das Ehepaar Marck wohnte, gibt es noch. In Sindelsdorf, wo Franz Marc ebenfalls mehrere Jahre gelebt hat, sind viele seiner großen Gemälde entstanden, darunter auch das berühmte Bild „Die gelbe Kuh“. Die letzte Etappe von Sindelsdorf nach Murnau, an der Höhlmühle und am Perlach vorbei, sollte man nicht unterschätzen. Wenn die Beine müde sind, kann sie sich arg in die Länge ziehen!