Reisetipps München

Sehenswertes München Bäder und Boulevards, Parks und Paläste

München ist nicht nur eine Stadt für ein paar Stunden - ihre Schönheit und Vielfalt erschließt sich mit jedem Tag mehr

Wer München nicht nur besichtigen, sondern anschauen will, möge sich ein Gebot auf den Stadtplan schreiben: Lass dir Zeit! Man sollte, um nicht nur einen oberflächlichen Eindruck zu bekommen, Münchens liebenswerte Details auf sich wirken lassen - und sie vor allem im Zusammenhang mit der Umgebung, der Geschichte, den Menschen betrachten.

Es ist gewiss sinnlos, sich die gesamte Residenz in zwei Tagen erobern zu wollen. Ein Abend im Brunnenhof, bei einem der feierlich-klassischen Sommerkonzerte, ein Nachmittag im Theatron des Olympiageländes bei den Rockmusikern, ein früher Morgen bei den Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt, ein Besuch im Nymphenburger Park mit einer kundigen Biologin, eine Hochzeit in der Theatinerkirche am späten Samstag - die wahre Schönheit dieser Stadt wird entdecken, wer sich abseits touristischer Pfade bewegt.

Wer sich für Kunst interessiert, wird in München sowieso schnell vom straff durchstrukturierten Zeitplan abweichen - es gibt schlicht zu viel zu bestaunen! Wenn man Berlin außer Acht lässt, ist München mit seinen fast 50 staatlichen, städtischen und privaten Sammlungen Rekordhalter unter den deutschen Städten. Doch den Ruf als Museumsstadt verdankt man vor allem dem Glanz der Vergangenheit. Es war der kunstsinnige König Ludwig I., der mit seinen Museumsgründungen (Alte und Neue Pinakothek, Glyptothek und Antikensammlung) das kulturelle Erbe erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich machte. Ludwigs Museen sind bis heute Publikumsrenner und brechen ständig Besucherrekorde.

Die aktuelle Kunst hingegen wurde in München lange Zeit stiefmütterlich behandelt. Gegenwartskunst wurde privaten Sammlern und Mäzenen überlassen. Das änderte sich erst 2002: Neues Glanzlicht der Münchern Museenwelt ist heute die Pinakothek der Moderne. Nach amerikanischem Vorbild sind hier nicht nur die Gemälde und Skulpturen der Staatsgalerie Moderner Kunst, sondern auch die reichen Bestände der Neuen Sammlung (Kunsthandwerk und Design), also angewandte Kunst, gleichrangig miteinbezogen.

Wer mit den ehrwürdigen Häusern der jungen und alten Kunst nichts anfangen kann, dem sei das Valentin-Karlstadt-Musäum ans Herz gelegt, oder eines der vielen kleinen, intimen Museen, die eher „exotische“ Interessen befriedigen.

Altes Rathaus

Tipp für Verliebte: Die bronzene „Julia“ an der Südseite des über 500 Jahre alten, oft zerstörten und zuletzt nach dem Krieg nicht mehr originalgetreu wieder errichteten Alten Rathauses ist ihre Schutzpatronin. Sie waltet, so der Volksmund, besonders aufmerksam, wenn man ihr ein paar Blumen zusteckt. Der Ballsaal mit seinem hölzernen Tonnengewölbe dient noch heute repräsentativen Empfängen. Hier ist auch das Spielzeugmuseum zu Hause. | Tgl. 10-17.30 Uhr | Eintritt 3,50 Euro | U/S-Bahnhof Marienplatz

Asamkirche

Der Märtyrer Johannes von Nepomuk ist der Schutzpatron der Brücken. Und doch steht die ihm geweihte Kirche etwa 1 km entfernt von der Isar. Trotzdem hat der heilige Nepomuk hier eine gewisse Aufgabe: Die Asamkirche, eingerahmt von Boutiquen und schicken Geschäften, ist eine für München typische ideelle und architektonische Brücke zwischen zwei Welten. Lebenslust und Konsumrausch treffen hier auf Tradition und verwurzelten Katholizismus, moderne Funktionsbauten auf überbordende Barockarchitektur. Für Fotoamateure ist das malerische Dämmerlicht im Inneren eine echte Herausforderung, für Freunde der Kunsthistorie bieten der von vier gewundenen Säulen umrahmte Hochaltar und die plastische Dreifaltigkeitsgruppe darüber tausend Möglichkeiten der Deutung. Zwischen 1975 und 1982 ist die Kirche mit so großem Aufwand restauriert worden, dass Lästermäuler behaupteten, mit diesem Geld hätte sich eine ganze Stadtratsriege ihre Plätze im Paradies erkauft. | Sendlinger Str. 62 | U 1/2/3/6 Sendlinger Tor

Bürgersaalkirche

Korrekt eigentlich der „Bürgersaal“, aber seit der Hochaltar 1778 eingeweiht wurde, wird der Raum als Kirche genutzt und heißt auch so. Er ist nicht nur historisch interessant als ehemaliger Versammlungsraum der Marianischen Männerkongregation, einer jesuitisch geprägten Glaubensgemeinschaft von Priestern und Laien. Im Untergeschoss der im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstörten Kirche liegt Pater Rupert Mayer begraben, eine der Identifikationsfiguren des Münchner Widerstandes gegen Hitler. 1987 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen. | Neuhauser Str. 14 | U/S-Bahnhof Stachus

Dreifaltigkeitskirche

Eine typisch bayerische Gründungsgeschichte hat diese erste spätbarocke Kirche Münchens: Die Grausamkeiten des Spanischen Erbfolgekrieges als Schreckensvision für Münchens Zukunft vor Augen, gelobte die Kammerdienerstochter Anna Maria Lindtmayr den Bau einer Kirche, auf dass das göttliche Strafgericht an ihrer Stadt vorübergehe. Bürger und Vertreter der Landstände waren so beeindruckt, dass sie an den italienischen Architekten und Hofbaumeister Giovanni Antonio Viscardi einen entsprechenden Auftrag gaben. So vereinen sich in der eigenwilligen Architektur mit ihren über das Eck gestellten Säulen und dem prächtigen Deckengemälde von Cosmas Damian Asam italienische Dynamik und bayerische Ausdruckskraft. | Pacellistr. 6 | U/S-Bahnhof Stachus

Fischbrunnen

Der Fischbrunnen am Rand des Marienplatzes steht jeden Aschermittwoch im Rampenlicht. Dann erscheint der Oberbürgermeister zum Geldbeutelwaschen und taucht sein Portemonnaie ins kalte Wasser. So stellt er sicher, dass die Stadtsäckel im kommenden Jahr wieder gut gefüllt sind. Auch etliche Münchner folgen traditionell dem Beispiel ihres Bürgermeisters - schließlich herrscht nach den tollen Faschingstagen oft Flaute in der Geldbörse. Im Rahmen einer Sanierungsaktion in den 90er-Jahren dachte man auch an die Vierbeiner und stattete den Brunnen mit einer bodennahen Trinkstelle aus. | U/S Bahnhof Marienplatz

Frauenkirche

Heißt eigentlich „Dom zu unserer lieben Frau“ und ist Bischofskirche der Erzdiözese München-Freising. Sie ist länger als ein Fußballfeld (109 m), fasst 2000 Personen und ist mit ihren beiden welschen Hauben auf den Türmen (der südliche Turm ist mit 99 m um 1 m kürzer) das Wahrzeichen der Stadt. Sie ist von der südlichen und westlichen Einfallstraße (Autobahn München-Garmisch und Nymphenburger Straße) nahezu vom Stadtrand aus sichtbar, dank eines alten Rechtes, demzufolge dieser Blick nicht verbaut werden darf. Der spätgotische Bau besticht durch die klare, fast strenge Gliederung.

Sagen ranken sich um einen schwarzen Fußabdruck im Eingangsbereich: Kurz vor Fertigstellung der Kirche im 15. Jh. soll sich der Teufel in das Gotteshaus geschlichen haben, um es zu zerstören. Aber er stellte fest, dass das Gebäude keine Fenster hatte - kein Mensch würde in einer Kirche ohne Fenster beten. Vor Freude stampfte er auf dem Boden auf, hinterließ einen Fußabdruck und ging, ohne die Kirche zu zerstören. Was er übersehen hatte: Von seinem Standpunkt und dem heutigen Abdruck aus kann man tatsächlich kein Fenster sehen - es gibt sie aber! Darüber, ob die Restaurierung der drei Schiffe aus den 70er-Jahren wirklich gelungen ist, herrscht in München geteilte Ansichten. Jedenfalls bietet sich dem Besucher eine Fülle kirchenhistorischer Kostbarkeiten, etwa das Prunkgrabdenkmal Kaiser Ludwigs des Bayern. Und eine Turmauffahrt gehört zum festen Besuchsprogramm. | Auffahrt zum Südturm April-Okt. Mo-Sa 10-17 Uhr | Frauenplatz 1 | U/S-Bahnhof Marienplatz

Heiliggeistkirche

Mit der Frauenkirche und St. Peter eine der alten Kirchen Münchens, wahrscheinlich 1208 als romanische Kapelle entstanden. Nach dem Stadtbrand 1327 als Gotikbau wieder errichtet, wurde sie durch die Brüder Asam als barockes Schmuckstück ausgekleidet. Im Krieg fast ganz zerstört, restaurierte man sie jahrelang in unendlicher Geduldsarbeit. | Tal 77 | U/S-Bahnhof Marienplatz

Jüdisches Museum

Seit März 2007 ist der monumentale Kubus in der Nähe des Viktualienmarktes für Besucher geöffnet. Im Untergeschoss gibt die Dauerausstellung „Stimmen - Orte - Zeiten“ Einblick in die jüdische Kultur Münchens und deren Geschichte in der Landeshauptstadt. Die erste und die zweite Etage warten mit Wechselausstellungen zu unterschiedlichen Themen auf. Gründungsdirektor Bernhard Purin ist dafür bekannt, die jüdische Geschichte auch durch ungewöhnliche Perspektiven zu zeigen - so porträtieren zum Beispiel Comiczeichnungen eines Künstlers das jüdische Leben von heute. | Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | St.-Jakobs-Platz 16 | www.juedischesmuseum.muenchen.de | U/S-Bahnhof Marienplatz

Karlsplatz/Stachus

Noch immer können sich die Straßenbahnschaffner nicht einigen, ob es jetzt Karlsplatz oder Stachus heißt. Historisch dagegen ist die Sache klar: Dieser Platz im Herzen der Stadt, angelegt nach dem Schleifen der Stadtbefestigung 1791 und nach dem Zweiten Weltkrieg lange Zeit als angeblich verkehrsreichster Stadtknotenpunkt ganz Europas gerühmt (aber weit weniger imposant als Londons Piccadilly Circus oder die Place de la Concorde in Paris), wurde benannt nach dem wenig beliebten Kurfürsten Karl Theodor. Der Name Stachus dagegen dürfte, für München nicht untypisch, von dem ehemaligen Wirtshaus Stachusgarten stammen, das dort stand, wo heute der Kaufhof klotzt. Im Osten, rechts neben den neubarocken Geschäftshäusern des Architekten Gabriel von Seidl, steht, als Eingang zur Neuhauser Straße und zur Fußgängerzone, das dreibogige Karlstor, ein kleiner Rest der alten Befestigung aus dem 14. Jh. Zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde das gegenüberliegende Pini-Haus, Münchens rundes Eckhaus. Im ersten Untergeschoss entwickelte sich ein reges Geschäftsleben. Am Übergang zum Lenbachplatz im Norden steht der strahlend weiße Justizpalast aus dem vergangenen Jahrhundert, Reverenz des Architekten Friedrich von Thiersch (1852-1921) an die Gotik, die Renaissance- und Barockkultur. | U/S-Bahnhof Stachus

Lenbachplatz

Um die Jahrhundertwende entstanden und somit typisch für die damalige muntere, von keinerlei Ideologie eingepferchte Stadtplanung. Das „Künstlerhaus“ von Gabriel von Seidl hat längst seine Bedeutung als Vereinshaus für Kunstschaffende verloren. Schräg gegenüber steht das ehemalige Bernheimer-Palais, ein Opfer des größten Immobilienskandals der Republik, der „Schneider-Pleite“. Es wurde generös restauriert und mit einer hyperedlen Gastronomie bestückt. | U/S-Bahnhof Stachus

Marienplatz

Seit Münchens Gründung gesellschaftlicher, kaufmännischer und architektonischer Stadtmittelpunkt. Die Mariensäule wurde 1638 aufgestellt. Damit löste der strenggläubige Kurfürst Maximilian I. ein Gelöbnis für eine Stiftung ein, für den Fall, dass München und Landshut unbeschädigt den Schwedenkrieg überstehen sollten. Heute ist der Marienplatz nicht nur fester Programmpunkt für jeden Touristen, vor allem um 11 und 12 Uhr wegen des Glockenspiels am Neuen Rathaus, sondern Endpunkt fast aller politischer Demonstrationen und Veranstaltungsort für jedwede städtische Kultur. Eine eigene Szene bilden die Straßenmusikanten, Gaukler und Pantomimen, die hier (oder in der Neuhauser Straße) mit amtlicher Genehmigung ihre Kunststückchen zum Besten geben und dabei ganz gut verdienen. Architektonisch aber ist der Marienplatz eher eine Missgeburt: Das überbordende Neue Rathaus erscheint viel zu dominant, und der Kaufhof gilt als Markenzeichen schlechten Architekturgeschmacks. Einen schönen Ausblick auf das quirlige Treiben hat man vom Café Glockenspiel gegenüber dem Neuen Rathaus. | U/S-Bahnhof Marienplatz

Maximilianstrasse

Sie ist Münchens Aushängeschild und verrät doch so viel über den zwiespältigen Charakter dieser Stadt. Sie misst lediglich 1,5 km und gilt dennoch als Prachtboulevard. Sie startet, stadtauswärts gesehen, symbolträchtig: Im rechten Winkel zur verkehrsberuhigten Residenzstraße breitet sie sich nach Osten aus, der aufgehenden Sonne entgegen; links flankiert vom strengen Nationaltheater, rechts vom Hauptpostamt mit dem edlen Freiluftcafé „L'Opera“ und dem Bayerischen Hauptmünzamt mit dem in großen Lettern verkündeten Motto „Moneta Regia“, was der Münchner recht frei übersetzt: „Hier regieren die Moneten“. Maximilian II. verwirklichte hier, angewidert von der Liebe seines Vaters Ludwig I. zum strengen Neoklassizismus, seinen Traum von liberaler Architektur. Tudorgotik, italienische Spätrenaissance, französische Arkaden, diese bunte Mischung wagte damals Hofarchitekt Friedrich Bürklein. Und nach dem Zweiten Weltkrieg rangen die Münchner dem Schutt die Wiedergeburt der königlichen Idee ab: Wer am Vormittag gegen die Sonne ans Ende der Straße schaut, sieht jenseits der Isar das klassizistische Landtagsgebäude Maximilianeum wie ein utopisches Ziel hingemalt. Dazwischen liegen Münchens teuerste Modegeschäfte. Hier residieren versteckt einige erlesene Edeljuweliere, Topcoiffeure, Edelbistros, das vornehme Kempinski-Hotel Vier Jahreszeiten und das hoch gelobte Sprechtheater, die Münchner Kammerspiele. Münchens bekanntester Insidertreff Schumann's ist leider an den Odeonsplatz umgezogen. Die Regierung von Oberbayern residiert gegenüber dem Max-II.-Denkmal, das trutzig und stolz die Ideologie der damaligen Zeit verkörpert: Gerechtigkeit, Wehrkraft, Friede, Wissenschaft. | Tram 19, U/S-Bahnhof Marienplatzoder U 4/5 Lehel

Michaelskirche

Der selbstdarstellerisch nicht unbegabte Herzog Wilhelm V. wollte mit diesem Gotteshaus der Gegenreformation ein imposantes Denkmal setzen und plünderte für den Bau die Staatskasse. Dafür konnte er sich rühmen, „seinen Jesuiten“ das, nach dem Petersdom zweitgrößte Tonnengewölbe, ein für damalige Verhältnisse statisches Wunder, errichtet zu haben. In der Gruft liegt, neben anderen bayerischen Herrschern, auch Ludwig II. Sonntags singt hier Münchens wohl bester Kirchenchor (siehe Tagespresse). | Neuhauser Str. 52 | U/S-Bahnhof Stachus

Münchner Stadtmuseum

Ein Heimatmuseum im eigentlichen Sinne ist das Münchner Stadtmuseum nicht. Wie in einer Zeitmaschine reist man durch das München vergangener Jahrhunderte. Erlebt die Wandlung einer deutschen Residenzstadt zu einer weltoffenen Großstadt, die Wohnkultur im 19. und 20. Jahrhundert, das Ende des Nationalsozialismus, die Entwicklung zur Medienstadt. Dazwischen immer wieder Sonderausstellungen rund um Stadt, Land und Kunst (aktuelle Informationen im Internet). | Di-So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | So frei | St.-Jakobs-Platz 1 | www.stadtmuseumonline.de | U/S-Bahnhof Marienplatz

Nationaltheater

Bayerns erster König, Max I. Joseph, wünschte sich zu Anfang des 19. Jhs. ein Theater nach Vorbild des Pariser Odéon und gab einen entsprechenden Auftrag an den jungen Karl von Fischer. Schon fünf Jahre nach der Einweihung im Jahr 1818 vernichtete ein Großfeuer den stolzen, streng klassizistischen Bau, und Leo von Klenze machte sich an die Rekonstruktion des Kunsttempels. Doch der Zweite Weltkrieg zerstörte das Gebäude erneut. Statt einer modernen Lösung zuzustimmen, entschlossen sich die Stadtväter zur abermaligen Rekonstruktion. So wird der Max-Joseph-Platz heute dominiert durch das Denkmal des Königs und den griechischen Säulenportikus des Theaters mit seinem versetzten Doppelgiebel. Das prunkvolle Halbrund fasst nur 2100 Besucher, deshalb muss, um das (von Kritikern heftig umstrittene) Niveau der Inszenierungen zu halten, jeder Sitzplatz mit über 100 Euro pro Aufführung subventioniert werden. Doch hat das Haus auch eine durchaus ehrenwerte jüngere Geschichte: Richard Strauss dirigierte hier viele Uraufführungen, Dirigenten wie Clemens Krauss, Bruno Walter, Hans Knappertsbusch, Solti, Fricsay und Keilberth starteten von hier aus Weltkarrieren. Zur Zeit ist Kent Nagano Chef am Pult. Höhepunkt der Saison sind die Festspiele im Juli. | Besichtigung nach Anmeldung | Tel. 218501 | Max-Joseph-Platz 2 | Tram 19 Nationaltheater

Neues Rathaus

Mehr pompös denn kulturgeschichtlich wertvoll. Überbordende Lust zur Gotik trieb den Grazer Architekten Georg von Hauberrisser zu seltsamen Einfällen, als das Gebäude von 1867 bis 1908 errichtet wurde. Unterhalb des 80 m hohen Turms ist das viertgrößte Glockenspiel Europas installiert. Es erzählt täglich um 11 und 12 Uhr (März-Okt. auch 17 Uhr) von zwei Großereignissen, die einst auf dem Marienplatz stattgefunden haben: das Turnier anlässlich der Hochzeit Herzog Wilhelms V. von Bayern mit Renata von Lothringen (1568) und der auch heute noch am Fasching in siebenjährigem Rhythmus zelebrierte Schäfflertanz anlässlich der Pest im Jahr 1517. Nächster Termin: 2012. | Turmaufzug Mai-Okt. Mo-Fr 9-19, Sa/So 10-19 Uhr, Nov.-April Mo-Fr 10-17 Uhr | U/S-Bahnhof Marienplatz

Peterskirche

Eines der ältesten Bauwerke Münchens, genannt der Alte Peter, und berühmt-berüchtigt für seine 306 Treppenstufen und den Schwindel erregenden Ausblick. Lange vor der Stadtgründung stand auf dem Petersberg schon eine Kapelle. Daraus wuchs, im Verlauf der Jahrhunderte, eine architektonisch interessante Kombination aus Romanik, Gotik, Frühbarock und Rokoko. Dieses Ambiente lockt vor allem an Sonn- und Feiertagen zu prachtvollen Mozart- und Haydn-Messen. Doch auch an Werktagen bietet die Peterskirche erholsame Stille im Trubel der Innenstadt und eine Fülle wunderschöner Pretiosen aus den Werkstätten berühmter Künstler wie Erasmus Grasser (von ihm stammen die Marmor-Grabsteine), Nikolaus Gottfried Stuber (Hochaltar) und Ignaz Günther (Dreisitz rechts neben dem Altar sowie Mariahilf-Altar im Südschiff). | Turmbesteigung Sommer Mo-Sa 9-19, So 10-19 Uhr, Winter Mo-Sa 9-18, So 10-18 Uhr 17.30 Uhr | 1,50 Euro | Rindermarkt 1 | U/S-Bahnhof Marienplatz

Residenz

Eine schier unfassbare Pracht bietet sich dem Besucher. Unsere Empfehlung: mindestens einen ganzen Tag einplanen. Denn nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges hat der Freistaat Abermillionen in die Restaurierung der „Herzkammer Bayerns“ gesteckt, die ein halbes Jahrtausend Sitz der Herrscher war. Alle architektonischen Spielarten, die die Kultur Bayerns geprägt haben, findet man hier: strenge Renaissance, überbordendes Barock, verspieltes Rokoko und gradlinigen Klassizismus. 1385 wurde der Grundstein für die Neuveste im Nordosten der alten Stadt gelegt. Über die Jahrhunderte entstand Schritt für Schritt die Residenz, bestehend aus drei Hauptkomplexen und sechs Innenhöfen. Wer nicht alle Kostbarkeiten zwischen Residenz-, Hofgarten- und Marstallstraße anschauen kann, sollte zumindest das Residenzmuseum mit Europas wertvollster Hofkunstsammlung besuchen. Das Vestibül, die Ahnengalerien, Porzellankabinett, Antiquarium (in dem heute noch die großen Empfänge des Ministerpräsidenten stattfinden), die Porzellankammern, die Reichen Zimmer, das Spiegelkabinett und die Nibelungensäle bieten einen groben Überblick. | April-Okt. tgl. 9-18 Uhr, Nov.-März. tgl. 10-16 Uhr | Eintritt 6 Euro | Max-Joseph-Platz 3 | www.residenz-muenchen.de | U/S-Bahnhof Marienplatz | Tram 19 Nationaltheater

Theatinerkirche

Die Geburt Max Emanuels muss die Eltern Kurfürst Ferdinand Maria und Henriette Adelaide wirklich schwer beeindruckt haben: Nicht nur, dass Papa der Mama zur Geburt Schloss Nymphenburg schenkte, auch ließ das Paar aus Dankbarkeit eine der schönen Münchner Kirchen errichten und St. Cajetan (dem Gründer des Theatinerordens) weihen. Und wie der Namenspatron und sein Orden aus Italien stammen, so ist auch die Architektur dem eleganten italienischen Hochbarock nachempfunden. Erst François Cuvilliés sorgte, 100 Jahre nach Grundsteinlegung, für den Rokokoausbau. Die Theatinerkirche ist mit der Ludwigs- und der Frauenkirche eines der markanten Wahrzeichen der Münchner Skyline. Besonders imposant sind der Hochaltar mit einem Marien-Gemälde des Rubens-Schülers Caspar de Crayer, die wunderbar gearbeitete schwarze Kanzel und die Fürstengruft der Wittelsbacher unter dem Hochaltar. | Theatinerstr. 22 | U 3/4/5/6 Odeonsplatz

Bayerisches Nationalmuseum

Wer sich für bayerische und süddeutsche Kunst- und Kulturgeschichte interessiert, darf das Nationalmuseum nicht verpassen. Es ist kunsthistorisches (abendländische Kunst, vor allem Skulpturen vom frühen Mittelalter bis zur Mitte des 19. Jhs.), kunstgewerbliches (Fachsammlungen: Porzellan, Keramik, Steinschnitt, Gold- und Silberarbeiten, Glasmalerei, Uhren, Miniaturen etc.) und kulturhistorisches (Volkskunst, religiöse Volkskunde, Krippensammlung) Museum in einem. Besonders sehenswert sind die Skulpturen von Tilmann Leinberger, Bildwerke von Grasser und Polack, der Ignaz-Günther-Saal, das Landshuter und das Schwanthaler-Zimmer, das Tattenbach-Kabinett und die Augsburger Weberstube im Erdgeschoss. Daneben die umfangreiche Meißener und Nymphenburger Porzellansammlungen sowie die Bauernstuben, Masken und Hafnergeschirre. Die Krippensammlung mit ihren mehr als 6000 Figuren ist einzigartig auf der Welt. | Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Prinzregentenstr. 3 | www.bayerisches-nationalmuseum.de | U 4/5 Lehel | Tram 17 Nationalmuseum

Eisbach

Schon von weitem ist die Zuschauermenge auf der kleinen Brücke über dem Eisbach zu sehen. Dicht gedrängt stehen hier Touristen und Einheimische, um den Isarsurfern bei ihren Ritten zuzusehen und ihre Kunststücke zu bejubeln. Direkt neben dem Haus der Kunst baut sich der Eisbach zu einer brusthohen Welle auf, die Profis den perfekten Ritt mitten in der Stadt ermöglicht. Eigentlich ist das Surfen offiziell noch immer verboten - aber selbst Polizisten verweilen hier gern ein paar Minuten, um die Wellenreiter zu bewundern. Wer die Surfaction das erste Mal sieht, traut seinen Augen nicht und grübelt einige Minuten darüber nach, wie sich die Jungs und Mädels auf ihren Brettern halten können. | Prinzregentenstr. 1 | Tram 17 Nationalmuseum/Haus der Kunst

Haus der Kunst

Seit der Eröffnung der Pinakothek der Moderne ist dieses Haus mit seiner eigenartigen Geschichte (Hitler gab seinem Lieblingsarchitekten den Auftrag für ein Haus der deutschen Kunst) in Gefahr, in die zweite Reihe abzurutschen. Dagegen stemmt sich Chris Dercon, seit 2002 Direktor. Er versucht erfolgreich, mit neuem Konzept und präziser Auswahl der Ausstellungen verloren gegangenes Terrain zurückzugewinnen. Die ersten Jahre zeigen Mut zu Außergewöhnlichem. Dass hier mit Florian Süßmayr gar ein neuer Star entdeckt wurde, ist dem Haus der Kunst schon seit langem nicht mehr passiert. Nun will Dercon das Haus gar in seinen ursprünglichen Nazistil zurückverwandeln - als kulturhistorisches Mahnmal. | Tgl. 10-20 Uhr, Do 10-22 Uhr | Eintritt je nach Ausstellung ab 6 Euro | Prinzregentenstr. 1 | www.hausderkunst.de | Tram 17 | Bus 100 Haus der Kunst

Hofgarten

Münchens modernster „Kriegsschauplatz“. Der 1988 verstorbene Ministerpräsident Franz Josef Strauß wollte sich hier mit einem gigantischen Staatskanzlei-Bauwerk ein Denkmal setzen. Doch die Bevölkerung lief, unterstützt von Architekten, Umweltschützern und Stadtpolitikern, Sturm gegen das „Straußoleum“. Nachfolger Max Streibl reduzierte die Pläne auf ein erträgliches Maß. Doch wird trotz allem der nach den Prinzipien italienischer Gartenarchitektur entworfene Hofgarten durch den um die Kuppel des alten Armeemuseums hochgezogenen Bau empfindlich gestört. | U 3/4/5/6 Odeonsplatz

Isartorplatz

Jeden Tag zur Rushhour nimmt von hier das Chaos seinen Lauf. Am Isartorplatz kreuzt sich der Altstadtring mit der Achse Haidhausen/Innenstadt, was unweigerlich zu Autokolonnen und Verkehrsstaus führt. Beherrscht vom Isartor (1337 erbaut), dem einstigen Osttor der Stadt mit seinem kauzigen Valentin-Karlstadt-Musäum, ist hier das architektonische Hauptproblem von München genau zu studieren: mittelalterliche Befestigung, hässliche Nachkriegsbauten, mühsam Restauriertes und moderne Architektur als wirre Großstadtmixtur. | S-Bahnhof Isartor

St. Anna im Lehel

Nicht nur eine der bedeutenden, sondern auch Bayerns erste Rokokokirche. Das während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigte und im Nachhinein in mehreren Abschnitten wirklich schön restaurierte Gebäude wurde 1727 in fünfjähriger Bauzeit von Johann Michael Fischer errichtet. Dessen neue Architekturidee: ein ovaler Zentralraum. Die Gebrüder Asam besorgten die kunstvollen Gewölbefresken und Altarbilder, die in mühevoller Kleinarbeit wieder dem Original nachempfunden wurden. | St.-Anna-Platz 5 | U 4/5 Lehel

Valentin-Karlstadt-Musäum

Im Isartorturm ist Münchens liebenswertestes und lustigstes Museum untergebracht. Neben dem Nagel, an den der Volksschauspieler Karl Valentin (sprich „Fallentin“) seinen bürgerlichen Beruf hängte, und dem Winterzahnstocher mit Pelzbesatz ist in dem Panoptikum so manche skurrile Kostbarkeit, aber auch eine phantasievolle Dokumentation damaliger Volksschauspielkunst zu sehen. 2001 wurde auch eine eigene Liesl-Karlstadt-Abteilung eingerichtet. Unterm Dach findet sich ein bewirtschaftetes Volkssängerlokal mit einer „Kaffeehauseinrichtung“ aus der Zeit der Jahrhundertwende. Senioren über 99 Jahre haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. | Eintritt 1,99 Euro | Mo, Di 11.01-17.29 Uhr, Fr, Sa 11.01-17.59 Uhr, So 10.01-17.59 Uhr | www.valentin-musaeum.de | Tal 43 | S-Bahnhof Isartor

Alte Pinakothek

In der Alten Pinakothek finden Sie unter den 1400 alten Meistern zwar nicht Leonardo da Vincis „Mona Lisa“, dafür aber seine „Maria mit dem Kinde“ oder Lorenzo Lottos „Mystische Vermählung der heiligen Katharina“: Die Alte Pinakothek zählt zu den sechs bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Ihre Gemälde repräsentieren alle Schulen der europäischen Malerei vom Mittelalter bis zum beginnenden 19. Jh. Die Schwerpunkte aber sind deutsche und niederländische Malerei des 15. und 16. Jhs., holländische und flämische Malerei des 17. Jhs., italienische Malerei des 15. bis 18. Jhs., französische und spanische Malerei der Barockzeit.

Das „Sanctissimum“ - und der wohl auch wertvollste Besitz - des Hauses sind Albrecht Dürers „Die vier Apostel“ von 1526, die auf listige Weise von Nürnberg nach München gerieten. Besonders sehenswert sind unter anderem die altdeutschen Meister von Altdorfer bis Cranach im Obergeschoss, die Italiener des 15. und 16. Jhs., der Rubens-Saal, die Franzosen des 17. Jhs., Tiepolos „Anbetung der Könige“ und Jan Brueghels d.Ä. „Großer Fischmarkt“ von 1603. Liebhaber der schwäbischen Malerei finden im Erdgeschoss des Museums die Flügel des Kaisheimer Altars aus der Kaisheimer Zisterzienserklosterkirche von Hans Holbein dem Älteren.

Leo von Klenze, König Ludwigs I. berühmter Hofbaumeister, verwirklichte mit dem Bau der Alten Pinakothek zu Beginn des 19. Jhs. revolutionäre architektonische Ideen: Er installierte nicht nur die ersten sichtbaren Oberlichtkonst ruktionen eines Museums, sondern führte auch eine völlig neue Raumaufteilung ein, die von verschiedenen Lichtarten und -einfallswinkeln bestimmt wurde. Klenze prägte mit seinem an der italienischen Renaissance orientierten Bauwerk den weiteren Museumsbau in ganz Europa. Die Münchner schätzen die Wiese vor dem Gebäude als Picknickort. | Mi-So 10-18 Uhr, Di 10-20 Uhr | Eintritt 5,50 Euro | So 1 Euro | www.pinakothek.de | Barer Straße 27 | U 2/8 Theresienstraße | Tram 27 Pinakotheken

Englischer Garten

New York hat den Central Park, London den Hyde Park, doch kein Münchner würde „seinen“ Englischen Garten dagegen eintauschen. Zwar ist dieser 5 km lange und bis zu 1 km breite Park - im Geiste der Aufklärung von Sir Benjamin Thompson, Graf von Rumford, Physiker und Generalleutnant der kurfürstlich-bayerischen Armee, 1788 als Idee geboren und ein Jahr später von Kurfürst Karl Theodor verwirklicht - heutzutage mehr durch seine „Nackerten“ berühmt geworden. Doch der Münchner sieht über derlei Berg und Tal stoisch hinweg auf dem Weg zum Chinesischen Turm, zum Kleinhesseloher See oder zum Aumeister.

Von Süd nach Nord ändert der Englische Garten seinen Charakter, wird wilder, einsamer, bewachsener. Die klassischen Merkmale (und Treffpunkte): der Monopteros im Süden, unweit vom Haus der Kunst. Klassizistischer Rundtempel aus der Feder des Architekten Leo von Klenze. Hier trifft sich die Jugend der Welt (und wer sich dazuzählt) zum Musizieren. Auf der Wiese davor tummeln sich Hundehalter mit Zamperl aller Arten und Größen zum Erfahrungsaustausch.

Oberhalb des Eisbaches liegt der Chinesische Turm (1790 eingeweiht, 1944 abgebrannt und 1951 wieder aufgebaut). Dies ist Münchens berühmtester Biergarten. 1 km nördlich, vor dem Mittleren Ring, hat sich am Kleinhesseloher See, in den von Gabriel von Seidl 1883 gebauten Räumen des Seehauses, eine noble Gaststätte mit Biergarten direkt am Wasser breit gemacht. Doch eine halbe Wanderstunde weiter, Richtung Freimann, liegt der Aumeister, ein altes Jägerwirtshaus mit wunderschönem Garten. Dank der Bäume sitzen Sie hier auch bei großer Sommerhitze herrlich. Leider muss man mittlerweile vor Nachtspaziergängen in diesem Teil warnen. | U 3/6 Giselastraße oder Universität

Glyptothek

Münchens ältestes Museum. König Ludwigs I. berühmte Antikensammlung öffnete ihre Pforten im Jahre 1830, also noch vor dem British Museum in London oder der Eremitage in St. Petersburg. Ein Gesamtkunstwerk der Superlative: eine besonders großartige Skulpturensammlung Europas in einem der bedeutenden klassizistischen Bauwerke Deutschlands. Die meisten der ausgestellten Werke sind freilich Kopien.

Das von Leo von Klenze (1784 bis 1864) im Stil eines ionischen Tempels errichtete Museum beherbergt griechische und römische Skulpturen vom 6. Jh. v. Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. Ein Rundgang durch die 13 Säle des Hauses ist wirklich lohnend, wobei man sich möglichst jeweils auf ein paar Einzelstücke beschränken sollte. Erstaunlich modern: der lasziv-erotisch hingestreckte Barberinische Faun, dem man seine über 2000 Jahre kaum abnehmen mag (Saal II). Imposant: die 62 römischen Porträtbüsten auf Kalksteinpfeilern, deren Höhe den jeweiligen Rang berücksichtigt (Saal XI). Kostbarster Besitz: die gut erhaltenen Original-Giebelfiguren des Aphaia-Tempels (500 v. Chr.) auf der Insel Ägina (Saal VII und IX). Im Innenhof der Glyptothek findet sich ein verstecktes Idyll im Münchner Großstadtgetümmel: ein Café unter Akazien und zwischen weinbewachsenen Museumsmauern, das zum Träumen und kreativen Arbeiten einlädt. | Di-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr | Eintritt 3,50 Euro | Königsplatz 3 | U 2 Königsplatz

Königsplatz

Dass sich der Architekt hier von der Akropolis in Athen inspirieren ließ, fällt jedem Besucher sofort auf. Mächtig thronen die wuchtigen Bauwerke wie Tempelanlagen der Antike über dem Platz. Um die Wirkung der weiß leuchtenden Gebäude noch zu verstärken, griff der Architekt tief in seine Trickkiste. Der Königsplatz ist nicht eben, sondern fällt von den Gebäuden am Rand über die Rasenflächen zur zentralen Straße hin leicht ab. Diese geringe Neigung genügt, um den Eindruck von antiken Tempelanlagen zu erzeugen, die immer auf Hügeln errichtet wurden. Als König Ludwig I. im 19. Jh. die Gestaltung in Auftrag gab, sollte der Platz keinem bestimmten Zweck dienen, sondern der Ästhetik der Antike nacheifern. Heute wird der Königsplatz jeden Sommer im Juli zum Schauplatz des Kino Open Airs. Auf einer riesigen Leinwand flimmern dann aktuelle Blockbuster und Filmklassiker unter dem Sternenhimmel. Zu genießen entweder bequem im Liegstuhl oder leger auf der Picknickdecke. | U2 Königsplatz

Lenbachhaus

Nur einen Steinwurf vom Königsplatz entfernt liegt ein besonders schönes Museum Münchens: die ehemalige Villa des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach. Wer seinen Schritt durch das schmiedeeiserne Eingangsportal lenkt, findet nicht nur Kunst, sondern auch eine grüne Oase der Ruhe und Erholung. Seit 1929 sind in der ockergelben, im italienischen Landvillenstil der Renaissance erbauten Künstlerresidenz die Sammlungen der Städtischen Galerie untergebracht. Die umfangreichen Bestände dokumentieren die Geschichte der bildenden Kunst in München von der Gotik bis zur Gegenwart. Schwerpunkte der Sammlungen liegen jedoch im 19. Jh. (Lenbach-Nachlass) und im 20. Jh. (Jugendstil, Paul-Klee-Sammlung, Kubin-Archiv).

Seine internationale Bedeutung verdankt das Museum aber der Sammlung Blauer Reiter: Neben den berühmten Bildern von Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej von Jawlenksy, August Macke und Paul Klee sollte man sich vor allem auf Wassily Kandinskys umfangreiches Werk konzentrieren, das seine Lebensgefährtin Gabriele Münter dem Haus 1957 gestiftet hat. Im Erdgeschoss wird in Wechselausstellungen zeitgenössische Kunst gezeigt. Auch Vortragsreihen, Konzerte und Filmvorstellungen. | Di-So 10-18 Uhr | Eintritt je nach Ausstellung ab 5 Euro | Luisenstr. 33 | Ecke Briennerstr. | www.lenbachhaus.de | U 2 Königsplatz

Leopoldstrasse

An dieser Straße scheiden sich die Geister. Kaum ein Tourist versäumt es, an lauen Abenden vom Siegestor rauf zur Münchner Freiheit zu spazieren, zunächst auf der Ostseite, wo eine ganze Heerschar von fliegenden Händlern Kunstprodukte oder das, was sie dafür halten, feilbietet. Zahllose kleine Cafés und Wirtschaften säumen den Boulevard, Eisdielen haben ihre Stühle auf dem Bürgersteig aufgestellt, auf dem Trottoir, wie man in Bayern sagt. Boutiquen, Bücherläden, Schallplattengeschäfte, Diskotheken, Fastfood- und Spezialitätenrestaurants gibt es en masse. Der riesige „Walking Man“ der Münchner Rückversicherung im Süden ist nichts gegen das Politikum, das im Norden gen Himmel ragt: Die Highlight Towers, zwei 113 und 126 m hohe Bürotürme, gegen die die Münchner Sturm liefen - sie fürchteten eine Beeinträchtigung des historischen Stadtbildes durch die Glasriesen. Obwohl deren Bau nicht verhindert werden konnte, setzte ein anschließendes Bürgerbegehren durch, dass zukünftig kein Hochhaus die 99-m-Grenze (Höhe der Frauenkirche) überschreiten darf. | U 3/6 Giselastraße oder Münchner Freiheit

Ludwigskirche

Obwohl schon auf den ersten Blick als romanisch-klassizistischer Nachbau (durch Gärtner) entlarvt, birgt diese Kirche einen besonders wertvollen Schatz: eine der großen Fresken der Welt (neben Michelangelos Ausmalung der Sixtinischen Kapelle), an der Altarwand im Chor, ebenfalls ein „Jüngstes Gericht“ (von Peter Cornelius). Die beiden Türme stehen in direktem Kontrast zur imposanten, südlich gelegenen Theatinerkirche. | Ludwigstr. 20 | U 3/6 Universität

Ludwigstrasse

Wer den monumentalen Boulevard von der Feldherrnhalle im Süden der Ludwigstraße in Richtung Staatsbibliothek und Universität hinauf zum Siegestor flaniert, bekommt einen Eindruck von der Idee Klenzes, München mit einer opulenten, in sich geschlossenen Prachtstraße zu bestücken, die alle Welt von der Größe des bayerischen Königtums überzeugen sollte. | U 3/6 Odeonsplatz oder Universität

Luitpoldpark

Münchens Bürger wussten, wie sie sich einem Prinzregenten gegenüber zu benehmen hatten: Anlässlich seines 90. Geburtstages schenkten sie Luitpold anno 1911 90 Linden und pflanzten sie in einen nach ihm benannten Erholungspark im Westen Schwabings. Heute ist der Park ein beliebtes innerstädtisches Erholungsziel. Von hier aus lässt es sich bequem zum Olympiagelände wandern oder Rast machen im Bamberger Haus, das mit prachtvollem Barockrestaurant und urigem Bierstüberl Jung und Alt anzieht. Auch schön: die Freskomalereien im Festsaal im ersten Stock. | U 2/3 Scheidplatz

Münchner Freiheit

Zum Gedenken an die Mitglieder des Widerstandes gegen das Hitler Regime wurde der ehemalige Feilitzschplatz nach dem Krieg umbenannt. Die Münchner Freiheit ist nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, Drehscheibe Schwabings, Standort einiger Cafés und vor allem nachts ein lärmender Vergnügungspark. Dieser Platz ist symptomatisch für das Münchner Leben: wuselig, protzig, kaputt - aber auch liebenswert, originell, bunt und ab und zu sogar gemütlich, je nach Tageszeit und Lebensanschauung. | U 3/6 Münchner Freiheit

Neue Pinakothek

Als Pendant zur Alten Pinakothek gründete Ludwig I. in der Mitte des vorigen Jhs. direkt gegenüber die Neue Pinakothek, doch Kriegsschäden zwangen zum Abbruch des alten Klenze-Gebäudes. Alexander von Brancas neues Galeriegebäude, das 1981 als der größte deutsche Museumsneubau nach dem Krieg eröffnet wurde, löste eine Welle von Begeisterung, aber auch kontroverse Diskussionen aus.

Das Interesse an der Galerie ist unvermindert groß: Bereits ein Jahr nach der Eröffnung 1981 wurde der millionste Besucher gezählt. In den 22 Ausstellungssälen sind etwa 550 Gemälde und 50 Plastiken aus der Zeit zwischen Rokoko und Jugendstil zu sehen. Im Mittelpunkt steht jedoch die europäische Kunst des 19. Jhs. Die Konzeption geht von der Vielfalt der einzelnen Malerschulen des 19. Jhs. aus: von den Frühromantikern, der Hofkunst unter Ludwig I., den Nazarenern, den französischen und deutschen Spätromantikern und Realisten bis zu den Deutschrömern (von Marées, Böcklin, Feuerbach), der Gründerzeitmalerei und den französischen Impressionisten (Degas, Manet, Monet, Renoir). Wer der Kunst des 19. Jhs. nur wenig abgewinnen kann, sollte sich auf die frühe Moderne konzentrieren: Impressionisten, Sezessionisten, Symbolisten und Jugendstil (Räume 18-22). Sonderausstellungen im Untergeschoss. | Do-Mo 10-18 Uhr, Mi 10-20 Uhr | Eintritt je nach Ausstellung ab 6 Euro | kostenlose thematische Führungen: Mo 15, Mi 18.30 Uhr, Treffpunkt an der Information | Barer Str. 29 | Nordeingang | www.pinakothek.de | U 2/8 Theresienstraße | Tram 27 Pinakothek

Pinakothek der Moderne

Sie ist der Star unter Münchens Kunsthäusern. Nach großen Querelen 2002 eingeweiht, registrierte man schon nach wenigen Wochen den millionsten Besucher und übertraf sogar die Londoner Tate Gallery an Beliebtheit. Das von Stefan Braunfels entworfene Haus entstand mit der Idee, selbst ein architektonisches Kunstwerk zu sein und so der Kunst ein adäquates Zuhause zu geben (auch wenn manche Lästermäuler von einer „Schuhschachtel“ sprechen). Vier große Sammlungen des Freistaates und eine Reihe privater Schenkungen sind hier untergebracht, so die Staatsgalerie Moderner Kunst mit Werken der Blauen Reiter bis Beuys. Auf mehr als 12000 m² werden die wichtigsten künstlerischen Entwicklungen von Malerei, Grafik, Design und Architektur des 20. und 21. Jhs. gezeigt. Dazu kommen Video- und Fotokunst sowie aktuelle Schauen. | Di, Mi, Fr und Sa, So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr | Eintritt 9,50 Euro | Barer Str. 40 | www.pinakothek.de | U 2/8 Theresienstraße | Tram 27 Pinakothek

Universität

Die Ludwig-Maximilians-Universität ist, nach der Freien Universität Berlin, mit mehr als 60000 Studenten Deutschlands zweitgrößte Hochschule. Namen wie Fraunhofer, Röntgen, Pettenkofer, Sauerbruch, Schelling, Riehl oder Max Weber verbinden sich mit dieser Universität (und dienen als Namenspatrone für Münchens Straßen). Weltberühmt sind die beiden Schalenbrunnen links und rechts der Ludwigstraße. Die Adresse der Universität trägt in Ehrerbietung für und zum Gedenken an Sophie und Hans Scholl, die im Kreis der „Weißen Rose“ Widerstand gegen das Hitler-Regime geleistet hatten und dafür 1943 hingerichtet wurden, deren Namen. | Geschwister-Scholl-Platz | U 3/6 Universität

Bavaria/Theresienwiese

Wo könnte die weibliche Symbolfigur Bayerns besser stehen als auf einer Anhöhe über der Theresienwiese, dem Schauplatz des Oktoberfestes? Errichtet 1850 durch Ludwig I., wacht die gusseiserne Dame über die Ruhmeshalle im Hintergrund zu Ehren bayerischer Persönlichkeiten. Der Bau der 18 m hohen Statue galt als technisches Meisterwerk; heute hat man von der Aussichtsplattform im Bavaria-Kopf einen einzigartigen Ausblick auf die schräg gegenüberliegende St.-Paul-Kirche. | April bis 15. Okt. tgl. 9-18 Uhr, während des Oktoberfestes tgl. 9-20 Uhr | Eintritt 3 Euro | U 4/5 Theresienwiese

Deutsches Museum Verkehrszentrum

In den drei Hallen des kleinen Ablegers des berühmten Deutschen Museums dreht sich alles rund ums Auto, die Eisenbahn und was die Welt sonst noch bewegt. Dampflokomotiven zeigen die Wurzeln der Mobilität, glänzende Rennwagen laden zum Träumen ein und die Ausstellung „Grenze der Mobilität“ zeigt, welche Probleme die Zukunft bringen könnte. | Tgl. 9-17 Uhr | Theresienhöhe 14a | Eintritt 5 Euro | www.deutsches-museum.de | U 4/5 Schwanthalerhöhe

Gärtnerplatz

Im 19. Jh. wurde der Gärtnerplatz als erster sogenannter Schmuckplatz Münchens angelegt, ein Brunnen gebaut und üppige Blumenbeete arrangiert. Auch heute ist der kreisförmige Platz vor dem Staatstheater am Gärtnerplatz ein städtebauliches Schmuckstück. Auf den breiten Gehwegen rund um den Platz stellen im Sommer viele Cafés ihre Tische auf und kaum ein Ort ist besser geeignet, um bei einer kurzen Rast das Treiben der Münchner auf sich wirken zu lassen. | U 1/2 Fraunhoferstraße

Südfriedhof

Ein Eldorado für Geschichtsfreunde. Der Südfriedhof, entstanden im 16. Jh. und einst als Gottesacker für arme Leute geplant, diente im 17. Jh. als Pestfriedhof und ab Ende des 18. Jhs. als Zentralfriedhof. Nach der Erweiterung Mitte des 19. Jhs. wurde er letzte Ruhestätte für viele prominente und angesehene Münchner. Hier liegen unter anderem begraben: der Bildhauer Roman Anton Boos (St. Peter), der Architekt Friedrich von Gärtner (Feldherrnhalle), der Historienmaler Wilhelm von Kaulbach, Architekt Leo von Klenze und auch der „Arme Poet“-Maler Carl Spitzweg. | Thalkirchner Str. 17 | U 1/2/3/6 Sendlinger Tor

Westpark

Dieser über 7 km² große Erholungspark südlich des alten Messegeländes wurde 1983 fertig, als München Ausrichter der Internationalen Gartenbauausstellung war. Im Sommer finden rund um den See Freiluftveranstaltungen des Kulturreferats statt. Weiter westlich steht die berühmte Originalpagode, die anlässlich der IGA von 200 nepalesischen Kunsthandwerkern errichtet wurde. | U 6 Westpark

Botanischer Garten

Die 200000 m² große Anlage nördlich des Nymphenburger Parks gilt als einer der schönsten Pflanzengärten Europas, und zwar das ganze Jahr über. Ästhetik und Wissenschaft sind hier eine Idealverbindung eingegangen. Der Garten ist ein Eldorado für Fotografen und Botaniker. Ob im Schmuckhof, in der genetischen Abteilung, im Alpinhaus, im Rhododendronhain oder im Arboretum, überall entfaltet sich prachtvolle Natur - und wird, von der Medizinpflanze bis zur insektenfressenden Blüte, wenig belehrend und informativ erklärt. | Nov-Jan. tgl. 9-16.30, Feb./März/Okt. 9-17, April/Sept. 9-18, Mai-Aug. 9-19 Uhr | Eintritt 3 Euro | Menzinger Str. 65 | Tram 17 | Bus 143 Botanischer Garten

Herz-Jesu-Kirche

Nach dem Brand der Herz-Jesu-Kirche 1994 in Neuhausen entwarf das Architekturbüro Allmann, Sattler und Wappner einen kühnen, blau schimmernden Glasbau. Zunächst von konservativen Anwohnern heftig bekämpft, wurde die neue Kirche zum Wahrzeichen modernen katholischen Denkens. Hier finden auch hochkarätige Konzerte und Ausstellungen statt. | Romanstr. 6 | U 1 Rotkreuzplatz

Hirschgarten

In der Stadtchronik ist nachzulesen, dass Kurfürst Carl Theodor im 18. Jh. hier ein künstliches Jagdrevier für den Adel anlegen ließ. 100 Hirsche sollen daraufhin in einem umzäunten und 40 ha großen Gehege ausgesetzt worden sein. Heute gibt es in der Parkanlage immer noch ein Gehege mit Rehen und Hirschen, allerdings werden die nun von den Besuchern gefüttert und nicht mehr gejagt. Vor allem mit Kindern ein lohnendes Ziel. Zur Erholung und Stärkung ist Münchens größter Biergarten, der Königliche Hirschgarten, mitten im Park zu empfehlen. | Tram 17 Steubenplatz

Museum Mensch und Natur

Hier wird Naturkunde spielerisch aufbereitet: die bunte Welt der Minerale, die Geschichte des Lebens. Beileibe nicht nur für Kinder. | Di-So 9-17 Uhr | Eintritt 2,50 Euro, bis 18 Jahre kostenlos | Schloss Nymphenburg | www.musmn.de | Tram 17 | Bus 51 Schloss Nymphenburg

Nymphenburg

Man schenkte vornehm zu Kurfürst Ferdinand Marias Zeiten. Mitte des 17. Jhs. bescherte ihm Henriette Adelaide den ersehnten künftigen Thronfolger Max Emanuel. Dafür beehrte der stolze Vater sie mit dem Schloss Nymphenburg. An die 700 m, also dreimal so lang wie das Olympiastadion, ist die Front dieser barocken Schlossanlage, deren Bau von 1664 bis 1757 gedauert hat. Sie diente den bayerischen Herrschern als Sommerresidenz, und wer durch all die prächtigen Gemächer flaniert, kann erahnen, wie nobel es zur Glanzzeit des bayerischen Hofes zugegangen sein muss. Neben dem Mittelbau mit seinem prunkvollen steinernen Saal und der Schönheitengalerie locken das Marstallmuseum mit der weltweit bedeutendsten Sammlung an Wagen, Schlitten und Geschirren und das Porzellanmuseum mit Pretiosen der namensgleichen Manufaktur.

Einen Besuch wert sind außerdem der Schlosspark mit den Gewächshäusern, die Amalienburg als ein Paradebeispiel höfischen Rokokos, die Badenburg mit ihren chinesischen Papiertapeten, die Pagodenburg mit ihrer in der damaligen Zeit schicken chinoisen Ausschmückung und die Magdalenenklause, die sich Kurfürst Max Emanuel im hohen Alter als Meditationskapelle bauen ließ. | April-15. Okt. tgl. 9-18 Uhr, 16. Okt.-März tgl. 10-16 Uhr | Eintritt Gesamtkarte 10 Euro | Jahreskarte für alle bayerischen Schlösser und Sammlungen für 2 Personen 65 Euro | www.schloesser.bayern.de | Tram 17 | Bus 51 Schloss Nymphenburg

Schlosskanal

Eigentlich sollten im 18. Jh. noch mehr Kanäle angelegt werden, bis zu Schloss Schleißheim und Schloss Dachau sollten diese reichen. Dann hätte die höfische Gesellschaft bequem mit der Gondel von einer Residenz zur nächsten gelangen können. Verwirklicht wurde aber nur der Schlosskanal. Heute verläuft wohl einer der schönsten Spazierwege Münchens entlang des schnurgeraden Kanals auf Schloss Nymphenburg zu. Ruhe herrscht hier allerdings nur im Sommer. Sobald der Kanal im Winter von einer dicken Eisschicht bedeckt ist, genießen die Eisstockfans hier ihr Spiel auf über 40 Bahnen. Die Flutlichtanlage garantiert Spielspaß bis 22 Uhr und einige Glühweinstände sorgen für innere Wärme. | U1 Gern

Allianz-Arena

Genau 2874 Luftkissen bilden die Außenhaut des neuen Fußballtempels, von den Einheimischen oft spöttisch als „Kloschüssel“ bezeichnet. Dennoch ist er seit seiner Eröffnung im Mai 2005 eine der Top-Sehenswürdigkeiten der bayerischen Landeshauptstadt. Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben sich einen Spezialeffekt einfallen lassen: Wenn der FC Bayern spielt, leuchtet die Arena in heißem Rot, wenn der TSV 1860 zum Anpfiff erscheint, in kühlem Blau. Wer die versteckten Ecken der Arena erkunden will, kann bei einer Stadionführung sogar einen Blick in die Mannschaftsduschen werfen. | Außer an Spieltagen tgl. 10.15, 11, 13, 15 und 16.30 Uhr (Winterzeit Nov.-März) bzw. 17.30 Uhr (Sommerzeit) | Eintritt 10 Euro (Tickets in der Allianz-Arena-Shop) | www.allianz-arena.de | Werner-Heisenberg-Allee 25 (gut sichtbar von der A9 Richtung Nürnberg) | U 6 Fröttmaning

BMW Welt

Im Sommer 2007 hat die BMW Welt gegenüber des Olympiaparks ihre Pforten geöffnet: ein architektonisches Meisterwerk aus Glas und Stahl, das als Erlebniszentrum der bayerischen Automarke und Veranstaltungsort für verschiedenste Anlässe fungiert. Ebenfalls 2007 wurde direkt daneben das BMW Museum mit seiner großen Fahrzeugsammlung und vielen Meilensteinen aus der Vergangenheit der Bayerischen Motorenwerke (vom legendären Vorkriegswagen Dixi bis zu den extravaganten Rennwagen der 60er Jahre) nach umfangreicher Neugestaltung wieder eröffnet: eine Zeitreise durch die Geschichte des Automobils. | BMW Welt | Lerchenauer Str. 57 | www.bmwwelt.com | U3 Olympiazentrum

Deutsches Museum

Vermutlich würden nicht einmal drei Wochen genügen, um im Deutschen Museum alles zu sehen. Mit 55000 m² Ausstellungsfläche und rund 17000 Objekten zählt es zu den größten technisch-naturwissenschaftlichen Museen der Welt. Die Bestände des 1903 von Oskar von Miller gegründeten Museums werden laufend ergänzt und mit Exponaten der neuesten technischen Entwicklungen versehen. So findet sich in der Mammutshow auf der Isarinsel alles, was den Menschen in Sachen Technik bislang eingefallen ist.

Einige Tipps für Nichttechnikfreaks: Zu den Attraktionen gehören das im Untergeschoss naturalistisch installierte Bergwerk, weiter die Luft- und Schifffahrtshallen sowie der Faradaykäfig in der Starkstromtechnik (tgl. 11, 14 und 16 Uhr Vorführungen). Für einen Besuch des Zeiss-Planetariums sollte man sich Zeit nehmen (Vorführungen um 10, 12, 14 und 16 Uhr | Eintritt 2 Euro). | Tgl. 9-17 Uhr | Tageskarte 8,50 Euro | Ermäßigung für Gruppen über 20 Personen | Museumsinsel 1 | www.deutsches-museum.de | S-Bahnhof Isartor | Tram 18 Deutsches Museum

Das Deutsche Museum hat zusätzlich 1992 die Flugwerft Schleißheim eingerichtet. Von Otto Lilienthals Normal-Segelapparat aus der Frühzeit der Luftfahrt über Senkrechtstarter und Hubschrauber bis zu einer 30 m hohen Europa Rakete von 1971 lässt sich hier die Entwicklung moderner Fluggeräte nachvollziehen. An einem Flugsimulator kann man zudem selbst Erfahrungen sammeln. | Tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Effnerstr. 18 | Oberschleißheim | S-Bahnhof Oberschleißheim

Flosslände Thalkirchen

Zuerst ist nur leise die Blasmusik zu hören, dann erscheint das Floß auf der Isar und kommt gemächlich näher. Ab etwa 16 Uhr erreicht jeden Nachmittag zwischen Mai und September ein Floß nach dem anderen die Floßlände, das Ziel der Fahrten, die meist im Morgengrauen begonnen haben. Den besten Blick bietet die kleine Brücke neben dem Campingplatz. Auf manchen der Flöße finden ausgelassene Partys mit Livemusik statt, auf anderen geht es ruhiger zu. Eines ist aber immer gleich: der Aufschrei eines unvorsichtigen Flößers, der die Stromschnellen unterschätzt hat und plötzlich knietief im Wasser steht.

Um die sechs- bis achtstündige Floßfahrt von Wolfrathausen nach München selbst zu erleben, braucht man entweder viel Glück oder muss Monate im Voraus buchen. Vor allem im Juni und Juli ist es schwer, einen Platz zu ergattern, da die Flöße für Firmenfeiern komplett angemietet werden. Buchung: Tel. 1204236 | www.isarflossfahrten.biz | 129 Euro pro Person inkl. Brotzeit.

Nur wenige Gehminuten von der Floßlände entfernt fließt die renaturierte Isar. Sie ist das beliebte Ziel vieler Sonnenanbeter, die hier auch gerne hüllenlos ins Wasser steigen. | U 3 Thalkirchen | Bus 135 Thalkirchen Campingplatz

Maximilianeum

Im Überschwang des vergangenen Jahrhunderts wollte Maximilian II. eine richtige „Akropolis“ ans Ende der Maximilianstraße setzen. Architekt Friedrich Bürklein sorgte für die Erfüllung des Wunsches. Ursprünglich gedacht als Wohn- und Unterrichtsstätte für besonders begabte bayerische Studenten (die Stiftung - freie Kost und Logis während des Studiums - gibt es für ausgewählte 1,0-Abiturienten immer noch), zogen 1949 hier der Bayerische Landtag und der Senat des Freistaates ein. Nach dem Gesetz ist es zwar jedem Bürger erlaubt, an öffentlichen Sitzungen teilzunehmen, es ist aber empfehlenswert, sich vorher telefonisch nach den Zeiten der Führungen zu erkundigen. Tel. 4194411 | U 4/5 Max-Weber-Platz

Müllersches Volksbad

Auch wenn Ihnen der Sinn nicht nach einem erfrischenden Bad steht, sehenswert ist das schöne Jugendstilgebäude auf jeden Fall. Die beiden gewölbten Schwimmhallen sowie Dampfbad und gekachelte Saunaräume lohnen einen ausgiebigen Besuch. | Mo 7.30-17, Di-So 7.30-23 Uhr | Eintritt 3,40 Euro | Rosenheimer Str. 1 | S-Bahnhof Rosenheimer Platz | Tram 18 Deutsches Museum

Olympiagelände

Weltweites Beispiel für revolutionäre zeitgenössische Architektur ist der Münchner Olympiapark geworden. Nachdem die Stadt den Zuschlag für die Spiele 1972 bekommen hatte, beschloss die Kommune, das Motto „Fröhliche Spiele“ bereits beim Bau der Sportstätten umzusetzen. Das Architektenbüro Behnisch und Partner setzte auf das archaische Prinzip der Zeltkonstruktion. Und so entstand auf dem 3 km² großen Gelände des einstigen königlich-bayerischen Exerzierfeldes am Oberwiesenfeld ein kühnes Nebeneinander von in sich geschlossenen Dachlinien, die überragt werden vom 291 m hohen Olympiaturm (Eintritt 4 Euro). Von 9 bis 24 Uhr laufen die Aufzüge, und dann ist auch das Drehrestaurant dort oben mit respektabler Küche in Betrieb. Zentrum des Geländes ist das 80000 Besucher fassende Stadion. Früher war hier die Spielstätte von FC Bayern und TSV 1860, die jedoch seit 2005 in der Allianz-Arena ein neues, moderneres Zuhause gefunden haben. Seitdem sucht man nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten. Und fand sie etwa im Air & Style, einem internationalen Snowboard-Wettbewerb, der immer Anfang Dezember in der Socca Five Arena stattfindet (Tel. 30672137 | www.olympiapark-soccafive.de). Zum neuen Highlight des Geländes avancierte die geführte, zweistündige Bergtour über das Zeltdach (April-Okt. | Tel. 30672414 | 35 Euro). Im Theatron am Olympiasee finden im Sommer kostenlose Popkonzerte statt. Der aus Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufgeschichtete Olympiaberg dient Trimmern zum Schwitzen und Touristen zur Aussicht über die Stadt. Wer als Besucher hierher kommt, kann sich von Prominenten Anekdoten aus der Geschichte der Sportstätte erzählen lassen. Einfach MP3-Player ausleihen und loslaufen (Verleih April-Okt. | Info-Pavillon am Olympia-Eissportzentrum | Nov.-März im Olympiaturm | Kosten: 7 Euro | Kaution: 50 Euro). | www.olympiapark-muenchen.de | U 3 | Bus 51/173/174 Olympiazentrum | Bus 50 Olympia-Eisstadion

Villa Stuck

Mitten in Münchens Nobelviertel Bogenhausen liegt das neoklassizistische Jugendstilpalais des Münchner Malerfürsten Franz von Stuck. Exterieur und Interieur dieses eigenwilligen Gesamtkunstwerks wurden von Stuck selbst konzipiert. Zu seinen Lebzeiten war die 1898 vollendete Künstlervilla glanzvoller Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Im Erdgeschoss können Sie die Repräsentationsräume mit den prächtigen Wanddekorationen sowie einer Sammlung von Stucks Bildern, Skulpturen und Möbeln bewundern. Oben befindet sich das Atelier mit einer prunkvollen Kassettendecke, schönen Gobelins und dem „Altar der Sünde“. Im Erdgeschoss gibt es herausragende Wechselausstellungen moderner Kunst. | Mi-So 11-18 Uhr | Eintritt 4-9 Euro | Prinzregentenstr. 60 | www.villastuck.de | U 4 Prinzregentenplatz | Tram 18 Friedensengel