Reisetipps München

Highlights München

Region: Nymphenburg & Neuhausen

Nymphenburg

Man schenkte vornehm zu Kurfürst Ferdinand Marias Zeiten. Mitte des 17. Jhs. bescherte ihm Henriette Adelaide den ersehnten künftigen Thronfolger Max Emanuel. Dafür beehrte der stolze Vater sie mit dem Schloss Nymphenburg. An die 700 m, also dreimal so lang wie das Olympiastadion, ist die Front dieser barocken Schlossanlage, deren Bau von 1664 bis 1757 gedauert hat. Sie diente den bayerischen Herrschern als Sommerresidenz, und wer durch all die prächtigen Gemächer flaniert, kann erahnen, wie nobel es zur Glanzzeit des bayerischen Hofes zugegangen sein muss. Neben dem Mittelbau mit seinem prunkvollen steinernen Saal und der Schönheitengalerie locken das Marstallmuseum mit der weltweit bedeutendsten Sammlung an Wagen, Schlitten und Geschirren und das Porzellanmuseum mit Pretiosen der namensgleichen Manufaktur.

Einen Besuch wert sind außerdem der Schlosspark mit den Gewächshäusern, die Amalienburg als ein Paradebeispiel höfischen Rokokos, die Badenburg mit ihren chinesischen Papiertapeten, die Pagodenburg mit ihrer in der damaligen Zeit schicken chinoisen Ausschmückung und die Magdalenenklause, die sich Kurfürst Max Emanuel im hohen Alter als Meditationskapelle bauen ließ. | April-15. Okt. tgl. 9-18 Uhr, 16. Okt.-März tgl. 10-16 Uhr | Eintritt Gesamtkarte 10 Euro | Jahreskarte für alle bayerischen Schlösser und Sammlungen für 2 Personen 65 Euro | www.schloesser.bayern.de | Tram 17 | Bus 51 Schloss Nymphenburg

Region: Mehr zu Entdecken

Allianz-Arena

Genau 2874 Luftkissen bilden die Außenhaut des neuen Fußballtempels, von den Einheimischen oft spöttisch als „Kloschüssel“ bezeichnet. Dennoch ist er seit seiner Eröffnung im Mai 2005 eine der Top-Sehenswürdigkeiten der bayerischen Landeshauptstadt. Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben sich einen Spezialeffekt einfallen lassen: Wenn der FC Bayern spielt, leuchtet die Arena in heißem Rot, wenn der TSV 1860 zum Anpfiff erscheint, in kühlem Blau. Wer die versteckten Ecken der Arena erkunden will, kann bei einer Stadionführung sogar einen Blick in die Mannschaftsduschen werfen. | Außer an Spieltagen tgl. 10.15, 11, 13, 15 und 16.30 Uhr (Winterzeit Nov.-März) bzw. 17.30 Uhr (Sommerzeit) | Eintritt 10 Euro (Tickets in der Allianz-Arena-Shop) | www.allianz-arena.de | Werner-Heisenberg-Allee 25 (gut sichtbar von der A9 Richtung Nürnberg) | U 6 Fröttmaning

Deutsches Museum

Vermutlich würden nicht einmal drei Wochen genügen, um im Deutschen Museum alles zu sehen. Mit 55000 m² Ausstellungsfläche und rund 17000 Objekten zählt es zu den größten technisch-naturwissenschaftlichen Museen der Welt. Die Bestände des 1903 von Oskar von Miller gegründeten Museums werden laufend ergänzt und mit Exponaten der neuesten technischen Entwicklungen versehen. So findet sich in der Mammutshow auf der Isarinsel alles, was den Menschen in Sachen Technik bislang eingefallen ist.

Einige Tipps für Nichttechnikfreaks: Zu den Attraktionen gehören das im Untergeschoss naturalistisch installierte Bergwerk, weiter die Luft- und Schifffahrtshallen sowie der Faradaykäfig in der Starkstromtechnik (tgl. 11, 14 und 16 Uhr Vorführungen). Für einen Besuch des Zeiss-Planetariums sollte man sich Zeit nehmen (Vorführungen um 10, 12, 14 und 16 Uhr | Eintritt 2 Euro). | Tgl. 9-17 Uhr | Tageskarte 8,50 Euro | Ermäßigung für Gruppen über 20 Personen | Museumsinsel 1 | www.deutsches-museum.de | S-Bahnhof Isartor | Tram 18 Deutsches Museum

Das Deutsche Museum hat zusätzlich 1992 die Flugwerft Schleißheim eingerichtet. Von Otto Lilienthals Normal-Segelapparat aus der Frühzeit der Luftfahrt über Senkrechtstarter und Hubschrauber bis zu einer 30 m hohen Europa Rakete von 1971 lässt sich hier die Entwicklung moderner Fluggeräte nachvollziehen. An einem Flugsimulator kann man zudem selbst Erfahrungen sammeln. | Tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 5 Euro | Effnerstr. 18 | Oberschleißheim | S-Bahnhof Oberschleißheim

Olympiagelände

Weltweites Beispiel für revolutionäre zeitgenössische Architektur ist der Münchner Olympiapark geworden. Nachdem die Stadt den Zuschlag für die Spiele 1972 bekommen hatte, beschloss die Kommune, das Motto „Fröhliche Spiele“ bereits beim Bau der Sportstätten umzusetzen. Das Architektenbüro Behnisch und Partner setzte auf das archaische Prinzip der Zeltkonstruktion. Und so entstand auf dem 3 km² großen Gelände des einstigen königlich-bayerischen Exerzierfeldes am Oberwiesenfeld ein kühnes Nebeneinander von in sich geschlossenen Dachlinien, die überragt werden vom 291 m hohen Olympiaturm (Eintritt 4 Euro). Von 9 bis 24 Uhr laufen die Aufzüge, und dann ist auch das Drehrestaurant dort oben mit respektabler Küche in Betrieb. Zentrum des Geländes ist das 80000 Besucher fassende Stadion. Früher war hier die Spielstätte von FC Bayern und TSV 1860, die jedoch seit 2005 in der Allianz-Arena ein neues, moderneres Zuhause gefunden haben. Seitdem sucht man nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten. Und fand sie etwa im Air & Style, einem internationalen Snowboard-Wettbewerb, der immer Anfang Dezember in der Socca Five Arena stattfindet (Tel. 30672137 | www.olympiapark-soccafive.de). Zum neuen Highlight des Geländes avancierte die geführte, zweistündige Bergtour über das Zeltdach (April-Okt. | Tel. 30672414 | 35 Euro). Im Theatron am Olympiasee finden im Sommer kostenlose Popkonzerte statt. Der aus Trümmern des Zweiten Weltkriegs aufgeschichtete Olympiaberg dient Trimmern zum Schwitzen und Touristen zur Aussicht über die Stadt. Wer als Besucher hierher kommt, kann sich von Prominenten Anekdoten aus der Geschichte der Sportstätte erzählen lassen. Einfach MP3-Player ausleihen und loslaufen (Verleih April-Okt. | Info-Pavillon am Olympia-Eissportzentrum | Nov.-März im Olympiaturm | Kosten: 7 Euro | Kaution: 50 Euro). | www.olympiapark-muenchen.de | U 3 | Bus 51/173/174 Olympiazentrum | Bus 50 Olympia-Eisstadion

Region: München

Mangostin

Biergarten mit ziemlich originalen asiatischen Küchenvarianten. Draußen Wan-Tan-Suppe unter Kastanien, drinnen ein japanisches und ein thailändisches Restaurant sowie eine Cocktailbar. Obwohl etwas abseits gelegen (aber ideal nach dem Tierparkbesuch), hat sich das Mangostin fest in Münchens Feinschmeckerszene etabliert. | Tgl. | Maria-Einsiedel-Str. 2 | Tel. 7232031 | www.mangostin.de | U 3 Thalkirchen

Weisses Brauhaus

Uriges bayerisches Wirtshaus mit derb-grantigen, aber fixen Kellnerinnen und den himmlischsten Semmelknödeln auf Erden. | Tgl. | Tal 7 | Tel. 2901380 | U/S-Bahnhof Marienplatz

Schrannenhalle

Einst bejubelter Prachtbau, zerstörte 1932 ein Brand die Schrannenhalle. Ihr Dornröschenschlaf endete erst 2003 mit dem Wiederaufbau. Im Herbst 2005 verbreitete sich endlich die Neuigkeit: „Aufgsperrt is!“ Heute wie damals glänzt die Halle mit filigranen Elementen aus Gusseisen und Glasflächen - eine echte Markthalle mit 50 Geschäften. Der eine isst Currywurst, der andere nippt Champagner, und einen Stand weiter fertigt ein Handwerker Kunstvolles. Während der Wiesn wird „die Schranne“ zum 15. Bierzelt mit Partystimmung bis zum Morgengrauen. | Tgl. 24 Std. | Viktualienmarkt | www.schranne.de | U/S-Bahnhof Marienplatz

Region: Maxvorstadt & Schwabing

Englischer Garten

New York hat den Central Park, London den Hyde Park, doch kein Münchner würde „seinen“ Englischen Garten dagegen eintauschen. Zwar ist dieser 5 km lange und bis zu 1 km breite Park - im Geiste der Aufklärung von Sir Benjamin Thompson, Graf von Rumford, Physiker und Generalleutnant der kurfürstlich-bayerischen Armee, 1788 als Idee geboren und ein Jahr später von Kurfürst Karl Theodor verwirklicht - heutzutage mehr durch seine „Nackerten“ berühmt geworden. Doch der Münchner sieht über derlei Berg und Tal stoisch hinweg auf dem Weg zum Chinesischen Turm, zum Kleinhesseloher See oder zum Aumeister.

Von Süd nach Nord ändert der Englische Garten seinen Charakter, wird wilder, einsamer, bewachsener. Die klassischen Merkmale (und Treffpunkte): der Monopteros im Süden, unweit vom Haus der Kunst. Klassizistischer Rundtempel aus der Feder des Architekten Leo von Klenze. Hier trifft sich die Jugend der Welt (und wer sich dazuzählt) zum Musizieren. Auf der Wiese davor tummeln sich Hundehalter mit Zamperl aller Arten und Größen zum Erfahrungsaustausch.

Oberhalb des Eisbaches liegt der Chinesische Turm (1790 eingeweiht, 1944 abgebrannt und 1951 wieder aufgebaut). Dies ist Münchens berühmtester Biergarten. 1 km nördlich, vor dem Mittleren Ring, hat sich am Kleinhesseloher See, in den von Gabriel von Seidl 1883 gebauten Räumen des Seehauses, eine noble Gaststätte mit Biergarten direkt am Wasser breit gemacht. Doch eine halbe Wanderstunde weiter, Richtung Freimann, liegt der Aumeister, ein altes Jägerwirtshaus mit wunderschönem Garten. Dank der Bäume sitzen Sie hier auch bei großer Sommerhitze herrlich. Leider muss man mittlerweile vor Nachtspaziergängen in diesem Teil warnen. | U 3/6 Giselastraße oder Universität

Pinakothek der Moderne

Sie ist der Star unter Münchens Kunsthäusern. Nach großen Querelen 2002 eingeweiht, registrierte man schon nach wenigen Wochen den millionsten Besucher und übertraf sogar die Londoner Tate Gallery an Beliebtheit. Das von Stefan Braunfels entworfene Haus entstand mit der Idee, selbst ein architektonisches Kunstwerk zu sein und so der Kunst ein adäquates Zuhause zu geben (auch wenn manche Lästermäuler von einer „Schuhschachtel“ sprechen). Vier große Sammlungen des Freistaates und eine Reihe privater Schenkungen sind hier untergebracht, so die Staatsgalerie Moderner Kunst mit Werken der Blauen Reiter bis Beuys. Auf mehr als 12000 m² werden die wichtigsten künstlerischen Entwicklungen von Malerei, Grafik, Design und Architektur des 20. und 21. Jhs. gezeigt. Dazu kommen Video- und Fotokunst sowie aktuelle Schauen. | Di, Mi, Fr und Sa, So 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr | Eintritt 9,50 Euro | Barer Str. 40 | www.pinakothek.de | U 2/8 Theresienstraße | Tram 27 Pinakothek

Region: Lehel

Valentin-Karlstadt-Musäum

Im Isartorturm ist Münchens liebenswertestes und lustigstes Museum untergebracht. Neben dem Nagel, an den der Volksschauspieler Karl Valentin (sprich „Fallentin“) seinen bürgerlichen Beruf hängte, und dem Winterzahnstocher mit Pelzbesatz ist in dem Panoptikum so manche skurrile Kostbarkeit, aber auch eine phantasievolle Dokumentation damaliger Volksschauspielkunst zu sehen. 2001 wurde auch eine eigene Liesl-Karlstadt-Abteilung eingerichtet. Unterm Dach findet sich ein bewirtschaftetes Volkssängerlokal mit einer „Kaffeehauseinrichtung“ aus der Zeit der Jahrhundertwende. Senioren über 99 Jahre haben in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt. | Eintritt 1,99 Euro | Mo, Di 11.01-17.29 Uhr, Fr, Sa 11.01-17.59 Uhr, So 10.01-17.59 Uhr | www.valentin-musaeum.de | Tal 43 | S-Bahnhof Isartor

Region: Altstadt

Frauenkirche

Heißt eigentlich „Dom zu unserer lieben Frau“ und ist Bischofskirche der Erzdiözese München-Freising. Sie ist länger als ein Fußballfeld (109 m), fasst 2000 Personen und ist mit ihren beiden welschen Hauben auf den Türmen (der südliche Turm ist mit 99 m um 1 m kürzer) das Wahrzeichen der Stadt. Sie ist von der südlichen und westlichen Einfallstraße (Autobahn München-Garmisch und Nymphenburger Straße) nahezu vom Stadtrand aus sichtbar, dank eines alten Rechtes, demzufolge dieser Blick nicht verbaut werden darf. Der spätgotische Bau besticht durch die klare, fast strenge Gliederung.

Sagen ranken sich um einen schwarzen Fußabdruck im Eingangsbereich: Kurz vor Fertigstellung der Kirche im 15. Jh. soll sich der Teufel in das Gotteshaus geschlichen haben, um es zu zerstören. Aber er stellte fest, dass das Gebäude keine Fenster hatte - kein Mensch würde in einer Kirche ohne Fenster beten. Vor Freude stampfte er auf dem Boden auf, hinterließ einen Fußabdruck und ging, ohne die Kirche zu zerstören. Was er übersehen hatte: Von seinem Standpunkt und dem heutigen Abdruck aus kann man tatsächlich kein Fenster sehen - es gibt sie aber! Darüber, ob die Restaurierung der drei Schiffe aus den 70er-Jahren wirklich gelungen ist, herrscht in München geteilte Ansichten. Jedenfalls bietet sich dem Besucher eine Fülle kirchenhistorischer Kostbarkeiten, etwa das Prunkgrabdenkmal Kaiser Ludwigs des Bayern. Und eine Turmauffahrt gehört zum festen Besuchsprogramm. | Auffahrt zum Südturm April-Okt. Mo-Sa 10-17 Uhr | Frauenplatz 1 | U/S-Bahnhof Marienplatz

Residenz

Eine schier unfassbare Pracht bietet sich dem Besucher. Unsere Empfehlung: mindestens einen ganzen Tag einplanen. Denn nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges hat der Freistaat Abermillionen in die Restaurierung der „Herzkammer Bayerns“ gesteckt, die ein halbes Jahrtausend Sitz der Herrscher war. Alle architektonischen Spielarten, die die Kultur Bayerns geprägt haben, findet man hier: strenge Renaissance, überbordendes Barock, verspieltes Rokoko und gradlinigen Klassizismus. 1385 wurde der Grundstein für die Neuveste im Nordosten der alten Stadt gelegt. Über die Jahrhunderte entstand Schritt für Schritt die Residenz, bestehend aus drei Hauptkomplexen und sechs Innenhöfen. Wer nicht alle Kostbarkeiten zwischen Residenz-, Hofgarten- und Marstallstraße anschauen kann, sollte zumindest das Residenzmuseum mit Europas wertvollster Hofkunstsammlung besuchen. Das Vestibül, die Ahnengalerien, Porzellankabinett, Antiquarium (in dem heute noch die großen Empfänge des Ministerpräsidenten stattfinden), die Porzellankammern, die Reichen Zimmer, das Spiegelkabinett und die Nibelungensäle bieten einen groben Überblick. | April-Okt. tgl. 9-18 Uhr, Nov.-März. tgl. 10-16 Uhr | Eintritt 6 Euro | Max-Joseph-Platz 3 | www.residenz-muenchen.de | U/S-Bahnhof Marienplatz | Tram 19 Nationaltheater