Reisetipps Masurische Seen

Insider Tipps Masurische Seen MARCO POLO Korrespondent Thoralf Plath im Interview

Thoralf Plath lebt seit 1995 in der russischen Exklave Kaliningrad. Der gebürtige Rüganer ist schon lange ein Fan der Seen Masurens.

Wo und wie leben Sie genau?

Ganz nah am Meer. Bis zum Strand sind es nur wenige Meter. Wir leben in Selenogradsk, dem alten ostpreußischen Königs-Seebad Cranz am Fuß der Kurischen Nehrung. Dort haben wir 1999 ein altes deutsches Haus gekauft und ausgebaut. Ein guter Ort zum Leben. Die Ostsee vor der Haustür; man ist mit dem Auto oder mit der Elektritschka in 30 Minuten in Kaliningrad. Und auch bis Masuren ist es nicht weit.

Was reizt Sie an Masuren?

Es ist einfach eine wundervolle Naturlandschaft. Nicht spektakulär, nein, im Gegenteil, von sanfter, melancholischer Schönheit. Es ist, als lebe ein verborgener Zauber in diesen östlichen Landschaften, dem mit Worten kaum beizukommen ist, und in Masuren spürt man das, trotz des Tourismus, der in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Man sollte möglichst langsam unterwegs sein, am besten mit dem Fahrrad, zu Fuß. Im Frühnebel eines Sommermorgens auf einen See hinausrudern, sich treiben lassen. Diese Stimmungen wie aus einer verlorenen Zeit, das mag ich so an Masuren. Nicht umsonst sagt man: Wer einmal in Masuren war, geht nie wieder ganz weg.

Was mögen Sie an Masuren nicht so?

Die überfüllten Urlauberzentren wie Giżycko und Mikołajki in der Ferienzeit. Auch die vielen „Privat“-Verbotsschilder, mit denen Grundstücksbesitzer, meist wohlhabende Warschauer, ihre Datschen und manchmal gleich ein gutes Stück Seeufer dazu vor Touristen „schützen“. Und was ich nun ganz und gar nicht mag, ist der kommerzielle Rummel rings um das frühere Hitler-Hauptquartier Wolfsschanze.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin Journalist und berichte für die Nachrichtenagentur dpa, das Info-Portal Russland-Aktuell und diverse deutsche Printmedien aus Königsberg, dem Norden Polens und den baltischen Staaten. Darüber hinaus organisiere ich Touren für Gruppen und Individualreisende und betreue auch Gäste vor Ort.

Was tun Sie in Ihrer Freizeit?

Da bin ich gern in der Natur unterwegs, je entlegener, desto besser, als Kontrastprogramm sozusagen zu meinem bewegten Berufsleben. Mein großes Hobby ist aber das Segeln. Wann immer Zeit für längere Törns ist, bin ich mit meinem Boot auf der Ostsee unterwegs, aber gern auch auf den Masurischen Seen, wo man überall chartern kann. Masuren ist ein wunderbares Segelrevier.