Reisetipps London

Stichworte London

Fussball

London ist die Hauptstadt des populärsten Volks-, Zuschauer- und Sofasports der Insel: football. Der Londoner Traditionsverein Arsenal („the Gunners“ war die Inspiration für Nick Hornbys Roman „Fever Pitch“. Andere wichtige Clubs der 1. Liga, the Premiership, sind Chelsea („the Blues“) und Tottenham Hotspurs („Spurs“). Ganze Familien kommen zu den matches, auch wenn die Wettbüros eine Männerdomäne bleiben. Berühmt sind die einfallsreich-provozierenden Gesänge von den Rängen.

Mode

London Fashion ist weniger der englische Landhausstil, sondern seit Zandra Rhodes' verrückten Kreationen der 1970er-Jahre immer ein bisschen ausgefallen, ein bisschen crazy: zottelige Fellmäntel und Plüschpelze über Miniröcken im Winter, hautenge clubwear mit klobigen Stiefel vom Camden Market. Londons kreatives Klima und das Erbe der Punkära, an deren Anfang die britische Modequeen Vivienne Westwood stand, lebt heute fort in einer Vorliebe für Stilmix und witzige Accessoires wie z.B. die mit Fotos bedruckten Taschen von Anya Hindmarch. Londoner Models wie Kate Moss und Naomi Campbell wurden Superstars, und die besten Talente der Haute-Couture wie Stella McCartney, Alexander McQueen und John Galliano sind international gefragt.

Monarchie

Schon vor 1066, als der Normannenkönig William der Eroberer hier seinen Regierungssitz einrichtete, war London der Sitz des englischen Königshauses. Der Monarch ist das Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland, segnet Gesetze ab und ist oberster Befehlshaber der Armee. Das Portrait von Elizabeth II., Königin seit 1952, ziert Münzen und Briefmarken. Die Monarchie bedient tief liegende Bedürfnisse der englischen Psyche nach einer stabilen, hierarchischen Gesellschaftsordnung mit festen Ritualen und dem Glanz einer alten Tradition. Dabei ist die Macht der Queen symbolischer Art: Elizabeth II. mag alljährlich im Oberhaus die Regierungserklärung (Queen's Speech) verlesen, geschrieben wird sie vom Premierminister und dem Kabinett. Im Gegensatz zur kinderlosen Tudor-Virgin Queen Elizabeth I. (1558-1603), hält die Nachkommenschaft Elizabeth‘ II. den Tratsch am Laufen. 2005 hat Prince Charles seine langjährige Liebe Camilla Parker-Bowles geheiratet, und während Prince William den Charme seiner Mutter Diana geerbt hat, tritt Harry häufig ins Fettnäpfchen. Beide haben auf der Militärakademie Sandhurst geschwitzt. Um einen Einsatz im Irak ist Harry noch einmal herumgekommen - das war den Verantwortlichen dann doch zu gefährlich für die Nummer Drei in der Thronfolge.

Musik

London ist nicht nur das Zentrum der Musikindustrie, hier werden internationale Trends gemacht. Die Briten selbst kaufen pro Kopf mehr CDs (und Vinylschallplatten) als jede andere Nation der Welt, und in jeder Schulklasse gibt's ein paar Typen, die zu Hause in der Garage eine Band aufziehen. Das populärste Popmusikgenre ist urban, Musik aus der Stadt: Garage, Hip-Hop, Drum & Bass, R‘n'B und Mischformen. Aktuell: Jazzsängerin Amy Winehouse und die 21-jährige Londoner grime („Schmutz“)-Sängerin Lady Sovereign. Britpop ist passé, hat aber dem aktuellen Rockgitarren-Revival Impulse gegeben („Bloc Party“). Junge asiatischstämmige Londoner tanzen zu bhangra, Bands wie „Dirty Pretty Things“ und „Razorlight“ zelebrieren (Post-)Punkrock, das Indie-Electro-Quintett „New Young Pony Club“spielt New Rave, und die aktuelle Style-Ikone Lily Allen besang auf ihrem Debütalbum von 2006 die Stadt (Single LDN), während englischer Folk gerade eine Renaissance erlebt.

Politik

Trotz des schottischen Parlaments in Edinburgh und der walisischen Nationalversammlung in Cardiff bleibt London das Zentrum der britischen Politik. Die Houses of Parliament gelten als Vorbild parlamentarischer Demokratien in aller Welt. Die (New) Labour Party wird von dem Schotten Gordon Brown geführt, der Tony Blair im Sommer 2007 als Premierminister ablöste, die konservative Partei (die Tories) von dem dynamischen Erneuerer David Cameron geführt. Das Mehrheitswahlrecht bewirkt, dass die dritte politische Partei, die links von Labour angesiedelten europafreundlichen Liberal Democrats unter Menzies Campbell bis auf weiteres wenig Chancen haben. London hat erst seit 2000 wieder eine eigene gewählte Vertretung.

Tabloids

Das Wort tabloid bezieht sich auf das handliche, U-Bahn-freundliche Format, der große Vorteil gegenüber den broadsheets-Qualitätszeitungen. Heute bringen aber auch diese vor allem in London ein kleineres Format heraus. Das einzige Londoner Boulevardblatt, der „Evening Standard“, ist nicht zu vergleichen mit den berüchtigten Revolverblättern „The Sun“ oder „News of the World“. Die Schreibe ist plakativ, das Weltbild simplistisch und immer dem Prinzip Britain first! verpflichtet, die Paparazzi schamlos. Täglich verkaufen die tabloids zusammen etwa 10 Mio. Exemplare, die geschätzte Leserschaft ist dreimal so hoch.

Teatime

Trotz des Siegeszugs der Kaffeebars ist der schwarze Tee immer noch das Lebenselixier der Londoner. Mit 165 Mio. Tassen pro Tag sind die Briten (nach den Iren) die größten Teekonsumenten Europas. Eine cup of tea oder cuppa ist das erste, was einem bei Krisen jeglicher Art in die Hand gedrückt wird. Zum Erstaunen kontinentaler Besucher trinkt die ältere Generation Tee auch zum Abendessen zu Hause (tea). Zu 98 Prozent wird der Tee white, mit Milch, getrunken. Die wenigsten Londoner machen sich noch die Mühe, losen Tee aufzubrühen, und ein Teebeutel verbringt heute im Schnitt nur noch 35 Sekunden im Becher (mug).

Wimbledon

Dass das älteste und renommierteste Rasentennisturnier der Welt wieder ansteht, erkennt man daran, dass es Ende Juni/Anfang Juli auffallend viel regnet! Wimbledon möchte jeder Profi einmal gewinnen. Der neue britische Hoffnungsträger ist der Schotte Andrew Murray. Der jüngste Wimbledon-Gewinner aller Zeiten, Boris Becker, kommentiert heute für die BBC. Der traditionelle Wimbledon-Snack: Erdbeeren mit Sahne.