Reisetipps Kuba

Szene Kuba

Simon Assmann,

Regisseur und Autor, studierte an der Filmakademie Baden-Württemberg Dokumentarfilm und absolvierte ein Austauschsemester an der Escuela Internacional de Cine y Televisión (EICTV) auf Kuba. Seinen Dokumentarfilm Mi Revolucion drehte er in Havanna und in der Sierra Maestra. Ihn fasziniert vor allem die Widersprüchlichkeit des Landes, das in den letzten 45 Jahren einen ganz eigenen Weg ging.

Vedado

Ein Stadtviertel macht Party

Havannas Viertel Vedado entwickelt sich zunehmend zum In-Treff der Szene. Nach dem Flanieren am Malecón ziehen die feierfreudigen Cubanas und Cubanos durch das Viertel. Streetlife ist angesagt: Überall wird getanzt, geflirtet und getrunken - am liebsten Rum mit kubanischer Cola. Gute Adressen im Viertel sind die edle Galeria Bar (im Hotel Nacional de Cuba | Calle 21 y O | www.hotelnacionaldecuba.com) oder der lässige Jazz-Club La Zorra y el Cuervo (Calle 23).

Helden im Ring

Durchboxen bis ganz oben

Kampfsportarten wie Taekwondo und Boxen sind total angesagt; Trainings in Parks und Innenhöfen locken Locals an, die ordentlich anfeuern. Erfolgreiche Profiboxer wie Yan Bartelemí werden als Helden verehrt. Wer den revolutionären Sportsgeist miterleben will, sollte in einer der vielen Escuelas de Boxeo vorbeischauen. Die besten Boxer des Landes kann man beim jährlichen National Boxing Tournament in Playa Girón beobachten.

Rooftops

Auf den Dächern Havannas

Stylishe Pools und angesagte Bars eröffnen neuerdings in den Wolken! Lust auf Glamour? Dann ab aufs Hotel NH Parque Central. Im schicken türkisblauen Pool mit Blick aufs Capitol fühlt sich jeder wie ein Star (Neptuno e/prado y Zulueta | www.hotelnhparquecentral.com). Für den Nachmittags-Talk ist die Dachterrasse des Hotel Raquel die richtige Location. Hier sitzt man unter bewachsenen Eisenlauben und tauscht den neuesten Gossip aus, dazu passt ein frisch gepresster Zuckerrohrsaft auf Eis (Calle Amargura, Nr 103 | esq a San Ignacio | www.hotelraquel-cuba.com). Das Rooftop des Hotel Saratoga besticht durch den Mix von Art-Nouveau-Design und Kolonialstil, toll für den Sundowner (Prado Nr 603 | Havanna | www.saratogahotel-cuba.com).

Dance the Reggaeton

Dirty Dancing à la Kuba

Havanna-Beats gemixt mit Rock, Hip-Hop und Dance: Das ist der Reggaeton - auch El Perreo genannt. Der Tanzstil ist die jüngere, provokativere und wildere Version des klassischen Salsa. Amerikanische Hip-Hop-Videos sind die Grundlage für die sexy Bewegungen der Mädchen und die coolen Moves der Jungs. Getanzt wird auf Straßen, Plätzen und natürlich in den Clubs (Adressen unter www.reggaeton-in-cuba.com). Der Reggaeton ist nichts für Schüchterne! Wer's trotzdem lernen will, macht einen Kurs, z.B. an der der Academia de Baile Ritmo Cubano (Infos bei Sprachcaffe Kuba | Tel. 069/6109120 | www.sprachcaffe-kuba.com). Zur Einstimmung gibt's Reggaeton-Tunes via Online-Radio auf die Ohren, am besten unter www.perreoradio.com.

Cuba-Fashion

Modemacher und Models werden aktiv

Klein aber fein - die Modeszene entwickelt sich langsam aber stetig. Einmal im Jahr lockt das Mode Festival Exuberarte Fashionistas und Jungdesigner nach Santa Clara. Die Show ist eine Plattform für junge, noch unbekannte Talente und zeigt, was kommende Saison trendy ist auf Havannas Straßen. In verschiedenen Locations der Stadt flanieren kubanische Topmodels über den Catwalk, z.B. im Leoncio Vidal Park (www.netssa.com/fashion.html). Wer sich durch soviel Kreativität beflügelt fühlt und ein Stück einheimischer Schneiderkunst ergattern will, sollte sich ins La Maison begeben. Die stylishe Shopping Mall ist in einem alten Stadthaus in Havanna-City untergebracht. Diverse Boutiquen, eine Pianobar und ein Coffeshop haben täglich geöffnet, im Patio des Hauses werden regelmäßig Fashion-Events organisiert. Und nach dem Shopping kann man sich gleich vor Ort im hauseigenen Pool abkühlen (Calle 16 No. 701 | Miramar | www.netssa.com/la_maison.html).

Film ab!

Nuevo Cine Latinoamericano

Die Filmszene boomt: Junge Regisseure erobern mit einheimischen Produktionen die Leinwände. Jorge Luis Sánchez, Fernando Pérez, Manuel Pérez und Alejandro Gil sind die bekanntesten Vertreter der Cinematografía cubana. Auch ausländische Produktionen wählen Kuba oft als Schauplatz - die Settings sind einzigartig, die karibischen Motive wirken sehr authentisch. Wer das echte Cine-Cuba-Feeling erleben möchte, hat auf vielen Festivals Gelegenheit dazu. Zum Beispiel auf dem International Low Budget Film Festival in Gibara oder dem Festival Internacional del nuevo Cine Latinoamericano (www.habanafilmfestival.com). Die Filmhochschule Escuela internacional de Cine y Television in San Antonio de los Baños gilt für viele als renommierteste Filmhochschule Südamerikas (www.eictv.org).

Raperos & Raperas

Rap Cubano erobert die Insel

Kritische Reime, amerikanische Beats und ein kubanisches Soundbett bilden die Basis für den noch jungen Rap Cubano. Lieblinge der Szene sind die Band Omega mit ihrer Frontfrau Ladies und die sozialkritische Rapperin Telmary Diaz (www.myspace.com/telmarydiaz). Die Wiege des Trends und Rap-Cubano-Hotspot ist die Trabantenstadt Alamar vor den Toren Havannas. Bekannte Raperos wie Doble Filo oder S.B.S. und neue Talente treffen sich jedes Jahr zum Festival Nacional de Rap Cubano. Wichtiger Teil der Rap-Szene sind die Grafiteros. Sprayergroups wie Alta Demanda sprühen, inspiriert von den treibenden Beats, riesige Graffitis auf Leinwände oder Hausmauern.

Contemporary Art

Der Kunst-Untergrund lebt

Provokativ, individuell und politisch: Kubas junge Kunstszene zeigt sich vielseitig und überraschend modern. Trendguide und Plattform für Neulinge der Szene ist The H Magazine (www.thehmagazine.com). In der hippen, vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift finden sich die jeweils aktuellen Adressen in puncto Design, Film und Kunst. Junge Künstler nutzen außerdem verstärkt das Internet als Plattform - egal ob Performances, Video- oder Street-Art, die Webseite www.havana-cultura.com ist immer up to date und zeigt wo was abgeht.

Drachenfliegen

Sportler zieht es in die Luft

Die gute Thermik an den Küsten sorgt für einen neuen Trendsport: Paragliding. Auch Anfänger können den Hype mitmachen und sich in die Lüfte schwingen - Tandemflüge gibts beim Centro Internacional de Paracaidismo in Varadero (Carretera Via Blanca | www.cubairsports.itgo.com). Auch auf dem Meer halten Flugdrachen neuerdings Einzug: Adrenalinjunkies, denen Windsurfen zu langweilig ist, sollten die Wellen mit dem Kite erobern. Board und Kite ausleihen und rein ins Nass. Zum Beispiel in der Kiteschule des Hotels Sol Cayo Guillermo (Cayo Guillermo, Ciego de Avila).