Reisetipps Kuba

Stichworte Kuba

Architektur

Viele Häuser von Habana vieja stammen noch aus der Zeit des Neobarock, der sich mit dem Zuckerboom des 18. Jhs. in repräsentativen Portalen, Marmorböden und -säulen manifestierte. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit wurden die Wände gekachelt und für Decken und Treppengeländer Mahagoniholz verwendet. Die älteren Balkone sind aus Holz; später ging man zu Steinbalkonen mit schmiedeeisernen Ziergittern (rejas) über. Mehrfarbiges, mit Blei verbundenes Glas wurde bald Mode als Lichtfang über Türen, hinter denen sich Patios mit luftigen Galerien öffnen, die zu den hohen Räumen führen. Zu diesen alten Prachtpalästen kamen Anfang des 20. Jhs. aufwendige Jugendstil-, Art-déco- und Bauhausbauten hinzu. Das älteste Haus Kubas (1522) ist die Casa de Velázquez in Santiago. Hier ist sehr schön die kolonialspanische Bauweise der mit Lüftungsgittern verkleideten patio-Galerie zu erkennen. Die bohíos, aus Lehm und Holzstäben erbaute indianische Hütten, haben als Architektur für Touristenrestaurants und Bungalows überlebt.

Bevölkerung

Die meisten der rund 11,4 Mio. Kubaner sind Mulatten (51 Prozent), etwa 37 Prozent der Bevölkerung sind Weiße, elf Prozent ursprünglich afrikanischer und ein Prozent chinesischer Herkunft. Dank der Revolution gibt es heute in allen Schichten der Bevölkerung das Bewusstsein dafür, gleiche Rechte zu besitzen. Das äußert sich in einem relativ respektvollen Miteinander und hat auch den sonst in Lateinamerika weit verbreiteten machismo in Grenzen gehalten.

Che Guevara

Er war Argentinier. Und in die Nähe seines Heimatlandes zog es ihn zuletzt zurück, rastlos von der Idee getrieben, die Welt zu revolutionieren. Am 8. Oktober 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara im bolivianischen Oriente gefangen genommen und am nächsten Tag auf Regierungsbefehl in der Schule des Dorfs La Higuera exekutiert. Seine sterblichen Überreste fand man erst 1997, verscharrt unter einer Landebahn. Noch im gleichen Jahr holte Fidel Castro sie nach Santa Clara, wo Che Guevara mit seinem Sieg über die Batista-Truppen auch den Sieg der Revolution besiegelt hatte. Für die 68er-Generation in aller Welt wurde Che durch seine Idee vom „neuen Menschen“, der materiellen Werten abschwört, zum Idol und sein millionenfach reproduziertes Foto zur Ikone. 2004 gab Walter Salles' Film „Die Reise des jungen Che“ dem Mythos neue Nahrung.

Fauna

Vor allem Vogelkundler kommen auf Kuba ins Schwärmen: 350 Arten sind gelistet, darunter 300 Zugvögel und 25 endemische Arten wie der Tocororo, der wegen seines blau-rot-weißen Gefieders zum Nationalvogel Kubas erkoren wurde. Säugetiere sind mit 54 Arten vertreten, darunter das in den Gebirgswäldern lebende große Nagetier Jutía conga. Zu den 42 Reptilienarten gehört die ungiftige Santa María-Schlange, die bis zu 2 m lang wird. Bemerkenswert unter den 1400 Weichtieren sind die für die Provinz Camagüey typischen Schnecken der Gattung Polymita mit ihren bunt marmorierten Häusern. Den schönsten Anblick bieten die Flamingos auf den Lagunen von Cayo Coco oder Playa Santa Lucía, den seltensten die in den Buchten der Ciénaga de Zapata grasenden Seekühe und lauernden Krokodile. In diesem Biosphärenreservat der Unesco hat auch eine prähistorische Fischart überlebt: der auf 150 Mio. Jahre geschätzte Manjuarí. Taucher können sich auf über 900 Fischarten freuen.

Flora

Typisch für Kuba ist die palma real, die Königspalme, die bis zu 40m hoch wird. Anstelle von Nüssen besitzt sie in dichten Trauben wachsende Fruchtkerne, aus denen Öl gewonnen wird. An vielen Stränden wächst der kräftige Strandweinbaum mit harten, herzförmigen Blättern. Unter dem Laub des dickleibigen Ceibabaumes, der viele städtische Plätze schmückt, sollen sich schon vor der Ankunft der Spanier die Indios zu Beratungen getroffen haben. Zu bizarren Formen bringt es der jagüey-Baum, der Wirtsbäume erdrosselt, um sich mit seinen Luftwurzeln auszubreiten. In den höheren Lagen wachsen Kiefern, und mit dem Eukalyptusbaum wurden viele Regionen zum Schutz vor Erosion aufgeforstet. Zu den endemischen Pflanzen gehören die Korkpalme, die Bauchpalme und die kubanische Kiefer. Die Nationalblume Kubas ist die weiße, stark duftende mariposa (Schmetterlingsjasmin).

Hemingway

Vitale Auseinandersetzung mit der Natur, auch der eigenen, war sein Hauptthema. Ernest Hemingway, geboren am 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois, vertrat literarisch einen durch soziales Engagement gebrochenen Machismo und fühlte sich früh von Kuba angezogen, wo er 1928 und in den Jahren 1932 bis 1961 wiederholt lebte. Stolz und Ehre, Sieg und Niederlage waren seine Themen. Sie bestimmen auch den Roman „Der alte Mann und das Meer“, für den er 1954 den Literaturnobelpreis erhielt. Inspiriert dazu haben ihn seine Angelausflüge von Cojímar bei Havanna. Stets auf der Seite der Kämpfer, begrüßte er Fidel Castros Revolution und blieb auf Kuba. Doch im Kampf gegen sich selbst versagte er. Neunzehn Tage vor seinem 62. Geburtstag erschoss sich Hemingway während eines Jagdausflugs in Ketchum/Idaho.

Literatur

Die bedeutendsten kubanischen Schriftsteller sind José Martí (1853 bis 1895), José Lezama Lima (1910 bis 1976), Alejo Carpentier (1904 bis 1980) und der Lyriker Nicolás Guillén (1902-89). Der berühmteste unter ihnen, zumindest in Lateinamerika, ist José Martí. Er hatte früh unter politischer Repression zu leiden. Er reiste viel und hinterließ ein umfangreiches Werk an Briefen, Reden, Essays und Gedichtbänden, als er im Freiheitskampf für Kuba jung starb. Zu den bekanntesten zeitgenössischen Schriftstellern des Landes zählt Miguel Barnet (geb. 1940), der 1966 den „Cimarrón“ veröffentlichte und mit dieser Geschichte eines entlaufenen Sklaven einen Zyklus über die kubanische Identität eröffnete, darunter „Ein Kubaner in New York“ und „Alle träumten von Kuba“. Guillermo Cabrera Infante (1929-2005) wurde mit den Romanen „Drei traurige Tiger“ und „Ansicht der Tropen im Morgengrauen“ bekannt.

Musik

Kubas Rhythmen, afrospanisch und teilweise auch französisch beeinflusst, genossen dank Havannas Schlüsselposition als Brückenkopf zwischen Europa und der Neuen Welt früh große Popularität in Europa, später auch in den USA. Um 1900 entstand daraus der elegante und üppig mit Instrumenten besetzte Danzón. Die Kubaner auf dem Land liebten ihn leichter und afrikanischer; sie wandelten ihn später in den Son um. Seit dem Film „Buena Vista Social Club“ ist er wieder das Markenzeichen Kubas. Trova sind liebessehnsüchtige Troubadour-Gitarrengesänge und Nueva Trova deren revolutionäre Politvariante. Als größter Sonero aller Zeiten gilt der mit 43 Jahren verstorbene Benny Moré. Seine Kompositionen beeinflussten die Entwicklung der Salsa. Das wohl berühmteste kubanische Lied ist „Guantanamera“, dessen romantischer Text von José Martí stammt.

Tabak

In Kubas Westprovinz Pinar del Río wächst aufgrund der günstigen Bodenverhältnisse der weltweit beste Tabak. Nach einer Wachstumsperiode von drei Monaten werden die Blätter geerntet, sortiert und getrocknet. Regelmäßiges Befeuchten gewährleistet eine gleichmäßige Fermentierung. Es gibt 15 Güteklassen. Die besten sind die dunklen Blätter (hojas negras). Zigarren werden in Handarbeit hergestellt - was bei einem Besuch in einer der Zigarrenfabriken zu sehen ist.

Wirtschaft

Kuba erwirtschaftete zuletzt mit dem Tourismus ca. 45 Prozent seiner Deviseneinnahmen. Daneben wurden seit der opción cero (1993), der „Stunde Null“ nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, neue Einnahmequellen geschaffen: z.B. mit dem Anbau von Ananas und Zitrusfrüchten, dem Export von Fruchtsäften und der Garnelenzucht, bei der Kuba heute zweitgrößter Exporteur der Welt ist. Dank neuer Handelsabkommen mit Ländern der EU, mit Kanada und Staaten Lateinamerikas stabilisierten sich auch die Absatzmärkte für Zucker (macht heute nur noch 25 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion aus), Tabak, Kakao und Kaffee. Außerdem ist Kuba der viertgrößte Lieferant von Nickel in der Welt. Die USA haben ihr Handelsembargo, das sie in den 1960er-Jahren verhängten, bisher nicht gelockert.

Zucker

Das von Christoph Kolumbus eingeführte Zuckerrohr wird auf Kuba erst seit dem späten 18. Jh. in großem Umfang kultiviert. Um an dem damaligen Zuckerboom teilhaben zu können, wurden weite Teile des Landes gerodet. 1791 war Kuba der Welt größter Zuckerproduzent. Zu Beginn des 20. Jhs. wurde die Insel zum Hauptlieferanten der USA. Nach der Revolution versorgte Kuba die Sowjetunion mit Zucker. Inzwischen wird er als Tauschgut Russland, China und neuen Handelspartnern in Europa und Kanada angeboten. Die Ernte (zafra) findet Ende November und Mai (Beginn und Ende der Trockenzeit) statt. Sie ist größtenteils Handarbeit. Die Zuckerrohrstangen ergeben ausgepresst den Saft guarapo, aus dem nach mehrmaligem Kochen Rohzucker wird. Die bei der Reinigung des Safts anfallende Melasse dient zur Rumherstellung.