Reisetipps Kuba

Ausflüge & Touren Kuba

Der Grüne Westen: Orchideen, Höhlen, Fruchtbare Erde

Von Havanna aus führt die hin und zurück rund 400 km lange Tour in den geologisch ältesten Teil der Insel: zu den Wassern der dicht bewaldeten Sierra del Rosario, in die Tabakstadt Pinar del Río und in ihr fruchtbares Hinterland mit dem herrlichen Valle de Viñales und seinen urtümlichen Mogotes. Dort lohnen vor der Rückfahrt zwei Übernachtungen.

Sie verlassen Havanna über die Avenida 5 (Miramar), die Calle 146a (erste links nach der Abfahrt zum Centro de las Convenciones) und die Calle 23 (erster Kreisverkehr rechts) und kommen so direkt zur Autobahn (autopista) nach Pinar del Río. Bei km 65 der Autopista A 4 (bei der Tankstelle) haben Sie die Abfahrt nach Soroa erreicht, das mit seinem Orchideengarten, dem Wasserfall und dem Hotel Soroa nur wenige Autominuten von der Autobahn entfernt im Hang der dicht bewaldeten Sierra del Rosario liegt. In der Nähe liegen auch der malerische Bergsee und das gute Hotel Moka von Las Terrazas.

Fahren Sie danach wieder zurück auf die Autobahn und weiter nach Pinar del Río. Eine ruhige und gepflegte Unterkunft finden Sie in der Casa de Elena Rabelo, und im Paladar El Mesón werden Sie mit üppigen Portionen verwöhnt. Sie können sich die Besichtigung der Stadt natürlich auch für den Rückweg aufheben. Dann fahren Sie weiter ins 53 km entfernte Valle de Viñales. Dort kommen Sie sehr schön - mit Blick auf die Mogotes genannten Kalkberge bei Oreste und Catalina - in der Villa la Rueda unter (Ctra. Mural P. Historia Nr. 214 | Tel. der Nachbarn Tel. 048/23320 | €). Die Familie (man spricht auch Englisch) besitzt eine etwa 3 ha große Finca, wo sie gern Fragen zum Tabak- und Kaffeeanbau beantwortet. Wer baden will, sollte sich einen Tag für die Insel Cayo Jutías bei Santa Lucía (40 km nordwestlich von Viñales) reservieren, bevor es wieder zurückgeht.

Durch die Mitte: Vom schönsten Strand zur schönsten Stadt

Mindestens drei Tage sollten Sie für diese Tour einplanen und auf Spanisch nach dem Weg fragen können, denn das erste Stück von Varadero zur Autopista ist schlecht ausgeschildert. Dafür erwarten sie weite Plantagen, Krokodile, eine Unesco-Welterbestätte, kühle Gebirgstäler und die Gedenkstätte für Che Guevara in Santa Clara. Die erste Etappe ist etwa 300 km lang und führt - mit einem kurzen Abstecher nach La Boca (Mückenschutz nicht vergessen!) - über Cienfuegos in den tiefen Süden nach Trinidad an der Karibikküste. Zurück geht es dann durch die Sierra del Escambray über Sancti Spíritus und Santa Clara (zweite Etappe rund 400 km).

Verlassen Sie Varadero möglichst früh am Morgen in Richtung Cárdenas, wo Schilder bald die Ausfahrt Richtung Coliseo (18 km) weisen. In Coliseo folgen Sie der Carretera nach Jovellanos (15 km) und biegen 7 km hinter dem Ort rechts nach Agramonte (13 km) ein. Von dort sind es nur noch 17 km bis Jagüey Grande, wo schließlich ein Schild „Girón“ aus dem Ort weist. Überqueren Sie vorsichtig die Autopista A 1 geradeaus, passieren Australia und folgen der Hauptstraße nach Girón und La Boca. Die Abzweigung nach La Boca und zur Laguna del Tesoro ist ausgeschildert. Bis 12 Uhr mittags starten die rund halbstündigen Schiffsausflüge zum nachgebildeten Indianerdorf Guamá. Danach bleibt noch Zeit für eine Besichtigung der Krokodilfarm (für beides siehe „Mit Kindern reisen“) und ein Mittagessen, bevor es zurück zur Autopista und dort weiter in Richtung Osten bis zur ausgeschilderten Abfahrt nach Cienfuegos geht. Für diesen Abschnitt benötigen Sie etwa anderthalb Stunden.

Cienfuegos ist eine sehr sehenswerte Hafenstadt, in der sich eine Übernachtung auf jeden Fall lohnt. Am nächsten Tag fahren Sie dann - erst Richtung Botanischer Garten und dann die Küste entlang - ins rund 70 km entfernte Unesco-Weltkulturgut Trinidad. In der pittoresken kolonialen Altstadt fühlt man sich im Zeitsprung um 500 Jahre zurückversetzt. Wer auf Strand und Baden im Meer nicht verzichten will, quartiert sich in der Hostal Sol y Mar an der Playa La Boca bei Joaquín Pomés Figuero ein (2 Zi. mit Klimaanlage | Ave. del Mar 87 | Tel. 0419/3820 | €).

Für die Rückfahrt nach Varadero - mit dem obligatorischen Zwischenstopp bei der Gedenkstätte für Che Guevara in Santa Clara - sollten Sie dann wiederum relativ früh aufbrechen, weil insgesamt rund vier Stunden reine Fahrzeit vor Ihnen liegen. Es gibt von Trinidad aus zwei gleichermaßen reizvolle Routen: die erste (etwa 90 km, viele Serpentinen, schöne Bergtäler) führt durch das Escambray-Gebirge nach Santa Clara - via Topes de Collantes, dort gleich hinter dem Kurhotel rechts weiter nach La Felicidad und Manicaragua; die zweite (136 km) umkreist im Osten das Gebirge - via Valle de Los Ingenios geht es nach Sancti Spíritus und von dort auf der Autopista A 1 Richtung Havanna bis Santa Clara.

Zu den Cayos und Playas im Norden

Diese rund 300 km lange Route ist für Neugierige gedacht, die auch einmal in die benachbarten Ferienparadiese hineinschnuppern wollen. Wenn Sie auf Cayo Coco oder auf Cayo Guillermo wohnen, besuchen Sie Playa Santa Lucía - oder eben umgekehrt.

Nehmen wir einmal an, Sie machen Urlaub in Playa Santa Lucía im östlichen Teil von Kubas Nordküste. Reservieren Sie sich zunächst für die folgenden zwei Nächte bei María eine Cabaña mit urigem Palmdach und Bad im Sitio La Güira auf Cayo Coco (Tel. 033/301208 | €), damit Sie am Ziel nicht ohne Unterkunft sind. Und vergessen Sie Ihren Reisepass nicht! Sie brauchen ihn für die Überfahrt über dan Damm nach Cayo Coco. Um dann von Playa Santa Lucía nach Cayo Coco oder nach Cayo Guillermo zu gelangen, verlassen Sie den Ferienort über die einzige Ausfahrtsstraße, die Richtung Südwesten nach Camagüey führt. Sie kommen erst durch die grüne Ebene der Flüsse Rosalia, Molina und Najarro, bevor das Land beim Parador Santa Isabel sanft ansteigt. Nach rund 80 km haben Sie schon Camagüey, die charmante Hauptstadt der Provinz, erreicht. An der von schönen Kolonialbauten gesäumten Plaza San Juan de Dios laden zwei sehr nette Patio-Restaurants zur Einkehr ein. Stärken Sie sich hier für die etwa einstündige Fahrt nach Ciego de Ávila. Das beschauliche Zentrum der Viehwirtschaft bietet allerdings keine großen Sehenswürdigkeiten. Biegen Sie also noch vor der Stadt rechts in die Straße nach Morón ab, um sehr bald in den Genuss der schönen, weiten Weidelandschaft des Küstenvorlandes zu kommen.

Nach etwa einer halben Fahrstunde schon haben Sie Morón erreicht, die letzte größere Siedlung vor den Cayos im Norden. Kurz nach dem Kreisverkehr geht es rechts ab nach Cayo Coco. Nach einer weiteren Fahrt von ca. zwanzig Minuten ist die Schranke zum Pedraplén, dem 17 km langen Damm nach Cayo Coco, schnell erreicht. Hier müssen Sie sich mit Ihrem Reisepass als Tourist ausweisen und 2 CUC Maut pro Person zahlen (bei der Rückkehr ebenfalls).

Während der Fahrt über den Damm werden Sie Schwärme von rosa Flamingos sehen. Beim hübsch mit Palmblättern gedeckten Informationsstand können Sie sich eine Karte mit dem Lageplan der Hotels auf den Inseln kaufen, um Ihr Quartier und die frei zugänglichen Strände leichter zu finden. Der schönste liegt ganz am Ende der Cayo Guillermo, die ebenfalls durch einen befahrbaren Damm mit Cayo Coco verbunden ist: die Playa Pilar (mit Restaurant). Abgesehen von dem traumhaft klaren Wasser und dem puderfeinen, weißen Sandstrand locken hier der Ausflug mit dem Katamaran zur vorgelagerten Insel Media Luna (5 CUC) sowie ein Tauchtripp zum Korallenriff (noch einmal 3 CUC zusätzlich); ein Liegestuhl am Strand kostet 1 CUC pro Tag.

Für die gleiche Tour in umgekehrter Richtung - wenn Sie also Ihren Urlaubsstandort auf Cayo Coco gebucht haben - reservieren Sie sich in Playa Santa Lucía am besten ein Zimmer im erschwinglichen Hotel Escuela Santa Lucía (31 Zi. | Playa | Tel. 032/336310 | Fax 365166 | €), und folgen Sie dann der oben gegebenen Wegbeschreibung einfach in umgekehrter Reihenfolge.

Den Anfängen auf der Spur. Rundreise ab Guardalavaca

Die rund 450 km lange Strecke mit Übernachtungen in Santiago de Cuba und Baracoa führt Sie über Bayamo, Moa und die Bahía de Nipe zurück nach Guardalavaca. Es ist eine Tour zu den Anfängen der Revolution und der spanischen Kolonialisierung, vor allem aber landschaftlich ein Genuss.

Das sehenswerte Holguín liegt Guardalavaca so nah, dass Sie es besser während eines Tagesausflugs besuchen als während dieser Tour. Fahren Sie deshalb zügig auf der Umgehungsstraße Richtung Santiago, die Sie dann 71 km durch die Ebene am Rand der Sierra Maestra, südwestlich über Ausläufer der Sierra, hinunter nach Bayamo führt. Die Hauptstadt der Provinz Granma ist Ausgangspunkt für spannende Ausflüge auf den Spuren der Revolution, z.B. via Bartolomé Masó nach Santo Domingo (79 km) und von dort zu Fuß in die Sierra Maestra zum ehemaligen Rebellenlager La Comandancia de la Plata. Für diesen Abstecher müssen sie eine Nacht in Santo Domingo einrechnen; am Nachmittag des folgenden Tages können Sie dann bequem zurück nach Bayamo und von dort via Contramaestre und Palma Soriano nach Santiago (128 km) fahren.

Für Santiago de Cuba sollten Sie mindestens einen Tag und eine Übernachtung einplanen, bevor es nach Baracoa (234 km) im äußersten Osten weitergeht. Santiago de Cuba verlassen Sie auf der A1, biegen nach wenigen Kilometern auf die Landstraße nach El Cristo, Alto Songo und La Maya ab und kommen so auf die Autobahn nach Guantánamo; dort folgen Sie den Schildern Richtung Baracoa. Dabei passieren Sie nach rund 25 km die Zufahrtsstraße zum Mirador de Los Malones (zzt. geschlossen), von dem man früher auf die US-Militärbasis schauen konnte, und kommen nach rund 50 km Fahrt entlang der Karibikküste zur Farola, der kurvenreichen Passstraße durch die Berge nach Baracoa. In dem familiären kleinen Ort, einst die erste Kolonialstadt Kubas, laden viele preiswerte Privatquartiere zum längeren Aufenthalt ein.

Die Fahrt nach Moa gehört zu den landschaftlich schönsten Strecken Kubas. Leider sind etwa 70km Schotterstraße, sodass man nur ca. 40 km/h fahren kann. Traumhafte Buchten, Flussmündungen und die Stille der Landschaft entschädigen dafür. Ab Moa ist die Straße wieder gut, und Sie kommen rasch durch eine Landschaft grüner Kegelberge längs der Bahía de Nipe zur Abfahrt zum Cayo Saetia. Wer ein weiteres schlechtes Straßenstück (Guaro-Herrera) nicht scheut, fährt über Banes zurück nach Guardelavaca oder nimmt die Straße via Holguin.