Reisetipps Japan

Sehenswertes Japan

Region: Tokio

Asakusa

In diesem Stadtviertel am Sumida-Fluss mit seinen Einkaufsstraßen, Restaurants und Handwerksbetrieben sowie kleinen Gassen erhalten Sie noch am ehesten eine Vorstellung, wie das Tokio der Vormoderne einmal aussah, damals, als Asakusa (sprich: Assacksa) berühmt war als Amüsierviertel mit Freudenhäusern, Theatern und Jahrmärkten. Hier wurde später die erste westliche Oper aufgeführt, der erste Kinofilm gezeigt und das erste Stripteaselokal eröffnet.

Asakusas Zentrum ist der Sensoji, besser bekannt als Asakusa-Kannon-Tempel. Der Weg dorthin führt durch das Kaminari-Mon (Donnertor) mit einem der bekanntesten Fotomotive Tokios, einem 3,30 m hohen und 100 kg schweren Lampion. Das Tor ist eine Nachbildung, die Köpfe der Götterstatuen Donner und Wind dagegen sind alt. Die Nakamise-dori mit vielen Souvenirläden führt direkt zum Haupttempel, vorbei an einem großen Weihrauchgefäß. Hingebungsvoll fächern sich die Gläubigen hier den Rauch der glimmenden Stäbchen ins Gesicht: Er soll vor Krankheiten und anderem Ungemach schützen.

In einem goldenen Schrein des Tempels soll ein goldenes Abbild der Göttin der Barmherzigkeit Sho Kannon liegen. Der Legende nach ging die Figur im Jahr 628 nahe der Flussmündung zwei Fischern ins Netz, die daraufhin den Tempel gründeten. Die mehrfach zerstörte große Halle Kannon-do wurde 1958 wieder aufgebaut. Viele Japaner beten hier um Glück, nachdem sie Geld in einen Opferkasten geworfen haben. Neben mehreren kleinen Hallen - die Awashima-do beispielsweise ist dem Wohl der Frauen gewidmet - fällt v.a. die 48 m hohe, fünfstöckige Pagode ins Auge, die wie die große Halle zu Japans Nationalschätzen zählt. | www.asakusa-nakamise.jp

Westlich des Tempels liegt die Abtresidenz Dempo-in mit einem der schönsten Gärten Tokios (16. Jh.). Er besticht mit malerischen Baum-Rasen-Arrangements sowie einem Teich, an dessen Ufer die älteste Tokioter Glocke aus dem Jahr 1387 zu sehen ist. | Zutritt nur nach vorheriger Anmeldung im Büro links neben der Pagode, Di-So 9-15 Uhr, bei Zeremonien geschl.

Ginza

Die berühmte Glitzermeile mit mehreren bunten Haupt- und Nebenstraßen ist das eigentliche Zentrum Tokios, wo sich heute vor allem ausländische Designer und Luxushersteller mit edlen Boutiquen an Prunk und Preis überbieten. Der elegante Stadtteil mit sieben großen Warenhäusern, vielen Restaurants, Galerien und Geschäften wurde nach einem Brand 1872 das erste Viertel im westlichen Stil mit Steinhäusern und Straßenlaternen. Das Matsuzakaya machte später Geschichte als Japans erstes Kaufhaus, in dem sich die Kunden beim Betreten nicht mehr die Schuhe ausziehen mussten.

Harajuku

Der quirlige Stadtteil rund um den gleichnamigen Bahnhof ist Tokios Zentrum der Mode und bei der Jugend entsprechend beliebt. Hier verläuft auch die schicke Allee Omotesando, zuweilen „Tokios Champs Elysées“ genannt, weil hier die ersten Straßencafés des Landes aufmachten. Neben den bekanntesten japanischen Modeschöpfern wie Issey Miyake und Rei Kawakubo siedeln sich immer mehr teure internationale Boutiquen und Restaurants an. Die Läden in den Seitenstraßen - besonders in der Take-shita-dori - verkaufen ausgeflippte Mode für Manga-Mädchen und Punk-Lolitas. Sonntags wird der Eingang zum Yoyogi-Park (nahe dem Bahnhof) zum Laufsteg für Liebhaber solcher Outfits. Und junge Rock-Bands geben dazu gratis eine Vorstellung.

Idemitsu-Kunstmuseum

Japanische und chinesische Kunst (Porzellan, Malerei, Kalligrafie, Bronzen), berühmt für die Tuscharbeiten des Zen-Mönchs Sengai. | Di-Do und Sa/So 10-17, Fr 10-19 Uhr | Eintritt 1000 ¥ | Teigeki-Bldg., 9F | 3-1-1 Marunouchi | www.idemitsu.co.jp/museum

Kaiserpalast/Kokyo

Der Wohnsitz des Kaisers und seiner Familie auf dem Gelände der ehemaligen Burg gleicht einer riesigen grünen Insel inmitten des Stadtzentrums. Der Palast ist der Öffentlichkeit nur zweimal im Jahr zugänglich, am 2. Januar und zum Geburtstag des Kaisers am 23. Dezember. Sie können jedoch in einem Teil des umliegenden Gartens spazieren gehen. Beim Eintritt erhält man einen Plastikchip, der beim Hinausgehen zurückzugeben ist. | Garten Di-Do, Sa/So 9-15 Uhr, 25. Dez.-3. Januar geschl. | Eintritt frei | www.kunaicho.go.jp

Meiji-Schrein

Das prächtigste Shinto-Heiligtum der Stadt, der Meiji-jingu, liegt inmitten eines 70 ha großen Parkgeländes. Es wurde als Denkmal für den Meiji-Kaiser (1850-1912) errichtet, unter dessen Herrschaft die Isolationspolitik endete und sich Japan auf den Weg zu einem modernen Staat machte. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde der Schrein originalgetreu wieder aufgebaut. Das Ni-no-Torii ist das größte hölzerne Schreintor des Landes. In der Neujahrsnacht pilgern Zehntausende Japaner hierher, um mit einer Geldspende für Glück zu beten. | Tgl. 9-16.30 Uhr, jeden 3. Fr im Monat geschl. | Eintritt frei | www.meijijingu.or.jp/english/

Nationalmuseum

Das Museum besitzt die weltweit größte Sammlung japanischer sowie chinesischer und koreanischer Kunst mit 90000 Objekten. Selbst in den riesigen Ausstellungsräumen mit vier Hauptgalerien können jeweils nur Teile davon gezeigt werden. | Di-So 9.30-16.30, April-Sept., Di-So 9.30-20 Uhr | Eintritt 600 ¥ | 13-9 Ueno-koen | www.tnm.jp

Nationalmuseum für Entwicklung von Wissenschaft und Innovation/Miraikan

Wechselnde Ausstellungen über technischen Fortschritt, besonders beliebt sind neueste Robotermodelle. | Mi-Mo 10-17 Uhr | Eintritt 500 ¥ | 2-41 Aomi | Koto-ku | www.miraikan.jst.go.jp

Shinjuku

Shinjuku, „neue Unterkünfte“, lag früher außerhalb der Stadt als Neubaugebiet mit billigen Absteigen und Bordellen. Erst 1932, als sich die Gegend nach dem Bau des Bahnhofs zu einem Vergnügungsviertel für die weniger betuchten Tokioter entwickelte, wurde Shinjuku eingemeindet. In den Boomjahren avancierte West-Shinjuku mit seinen mittlerweile 18 Wolkenkratzern zum Symbol des wirtschaftlichen Aufstiegs. Im Osten dagegen ist im Rotlichtviertel Kabuki-cho sowie in den Restaurantgassen Unterhaltung angesagt. Mit rund 2 Mio. Fahrgästen täglich ist der Bahnhof Shinjuku der verkehrsreichste der Welt.

Hauptsehenswürdigkeit ist das 243 m hohe, 48-stöckige Rathaus (Tokio Metropolitan Government Offices), das höchste Gebäude des Viertels. Der von Stararchitekt Kenzo Tange gebaute, 1991 eingeweihte zweitürmige Komplex mit der Citizens Plaza wird von den Tokiotern ebenso als „neue Hauptstadt“ bewundert wie als „Steuerturm“ verlästert, weil der Gigant 1 Mrd. Euro kostete. Mehr als 13000 Beamte und Angestellte sind hier tätig. Beeindruckend ist bei klarem Wetter v.a. die Aussicht von der Plattform im 45. Stock, von der mit Glück der Fuji-Berg zu sehen ist. | Tgl. 9.30-23, Südplattform 9.30-17.30 Uhr, am Jahreswechsel geschl.

Sony Building

Hier stellt der Weltkonzern seine neuesten Produkte aus, viele kann der Besucher ausprobieren. Kinder lieben besonders die jüngsten kostenlosen Playstationversionen. | Tgl. 11-19 Uhr | Eintritt frei | 5-3-1 Ginza | www.sonybuilding.jp

Tokio Nationalmuseum für moderne Kunst

Sammlung und Wechselausstellungen zeitgenössischer japanischer Kunst: hervorragende Holzdrucke, Tuschmalereien, auch Ikebana. | Di-So 10-16.30 Uhr | Eintritt 420 ¥, Sonderausstellungen 900 ¥ | 3-1 Kitanomaru-koen | www.momat.go.jp

Tsukiji-Fischmarkt

Köche, Feinschmecker und Touristen schwärmen gleichermaßen von Tokios Fischmarkt, dem größten der Welt. 2400 t Seegetier werden hier täglich versteigert, ein Drittel aller Meeresprodukte des Landes. Das Geschehen mitzuerleben heißt, früh aufstehen: Um 4.30 Uhr karren und schleppen Händler ihre Fracht in die Auktionshalle. Spätestens um 5.30 Uhr sind auch die mehr als 400 umliegenden Esslokale und Geschäfte geöffnet, die neben jedem Zubehör rund um den Fisch auch Gemüse, Obst, Fleisch und alle erdenklichen Haushaltsgeräte anbieten. Bis gegen 10 Uhr kaufen Einzelhändler, Hausfrauen und Touristen hier ein, essen das frischeste Sushi der Welt oder schlürfen eine frühe Nudelsuppe auf der Straße. | Tgl. außer So und Mi 3-13 Uhr | 5-2-1 Tsukiji | Chuoku | www.shijou.metro.tokyo.jp

Ueno, Ueno-Park

Der erste öffentliche Park Japans (Keno-koen) erfreut mit Tempeln, einer berühmten Pagode und den meisten Museen der Hauptstadt und ist - außer bei den Saufgelagen zur Kirschblütenzeit - eine Oase der Ruhe. Interessant sind die Samurai-Statue von Saigo Takamori am südlichen Parkeingang, der Kiyomizu-Kannon-Tempel, der den Stadtteil vor bösen Geistern schützen soll, sowie die Museen. Witzig außerhalb des Parks ist die alte Passage Ameya-yokocho nahe dem Ueno-Bahnhof mit Hunderten von Händlern und Marktschreiern.

Region: Himeji

Himeji-jo

Für den Samuraifilm „Ran“, den Regisseur Akira Kurosawa 1985 hier drehte, lieferte Himeji eine erhabene Kulisse. Und auch wesentliche Passagen des Films zum Clavel-Roman „Shogun“ wurden hier aufgenommen: an der größten von zwölf noch einigermaßen erhaltenen Feudalburgen Nippons.

Als das Himejo-Schloss 1610 fertig gestellt wurde, galt es im Reich als Sensation. Erstmals hatte ein Herrscher seine Burg nicht auf einem abgelegenen Bergversteck errichtet, sondern weithin sichtbar auf einem Hügel. Die 46 m hohe Wehranlage war offenbar derart gut befestigt, dass sich kein Angreifer zum Sturm entschließen konnte. So steht sie denn im Prinzip noch genauso elegant und mächtig da wie vor knapp vier Jahrhunderten.

Am Hauptturm lässt sich gut erkennen, wie im japanischen Mittelalter gekämpft wurde. Vorn erscheint der Wehrbau fünfstöckig. Im Inneren sieht man wie bei vielen japanischen Burgen eine „blinde Etage“ - eine ohne Zwischendecke als 2. und 3. Stock. Dort konnten sich der Oberkommandierende und sein Stab vor feindlichem Beschuss relativ sicher fühlen. Achtung! Aufgrund umfangreicher Rekonstruktionsarbeiten wird der Wehrtum von Herbst 2009 bis voraussichtlich Frühjahr 2015 durch ein Stahlkorsett verkleidet. Besucher können in zwei gläsernen Aufzügen einen Blick auf das Gebäude werfen. Außerdem erwägt die Stadt, den Fortgang der Arbeiten rund um die Uhr durch eine Webkamera zu dokumentieren.

Interessant ist auch der „Eitelkeitsturm“ im westlichen Teil der Anlage: dort lebten (gut bewacht) die Damen. Am Ende der Zimmerflucht hat man die Wohnräume der Prinzessin Sen (1597-1667) originalgetreu und mit lebensgroßen Puppen nachgestaltet. | tgl. 9-16, Juni-Aug. 9-17 Uhr, Jahresende geschl. | Eintritt 600 ¥ | Tel. 0792/85-1146 nur auf Japanisch (bitten Sie z.B. die Hotelrezeption um Hilfe) | www.himejicastle.gr.jp

Hyogo-Geschichtsmuseum

Thema ist der Burgenbau in aller Welt. Um 10.30, 13.30 und 15.30 Uhr kann man sich als Samurai oder im Hofkimono fotografieren lassen. | Di-So 10-17 Uhr, am Tag nach einem Feiertag geschl. | Eintritt 200 ¥ | 5 Min. nördl. der Burg

Koko-en

Park im traditionellen Edo-Stil. Früher standen hier Wohnhäuser der Samurai. Vom Teepavillon - die Tasse für 500 ¥ - hat man einen netten Blick. | Tgl. 9-17 Uhr | am westlichen Burggraben

Städtisches Literatur Museum Himeji

Wer mit den lokalen Schriftstellern nur wenig anzufangen weiß, kommt wegen des Baus: Architekt Tadao Ando gehört zu den Großmeistern des modernen Japan. | Di-So 10-17 Uhr | 84 Yamanoi-cho | nordwestlich von der Burg

Region: Hiroshima

Atombombenkuppel

Das Skelett der ehemaligen Industrie- und Handelskammer wurde nach kontroversen Diskussionen 1996 zum Welterbe erklärt. Genau hier explodierte die erste zu Kriegszwecken eingesetzte Atombombe der Geschichte. Es wurde als Ruine stehen gelassen. Am Abend des Jahrestags der Katastrophe setzen hier die Einwohner der Stadt Papierschiffchen mit brennenden Kerzen in den Ota-Fluss; in einer bewegenden Prozession schwimmen sie dem Meer entgegen und erinnern an die Toten jeder Familie.

Friedensmuseum

Um die amerikanischen Touristen nicht zu provozieren, heißt das Haus „Peace Memorial Museum“. Es zeigt die Geschichte des Bombenabwurfs und dokumentiert die Folgen der Explosion. Lesenswert ist das Gästebuch. Ein US-Bürger schrieb in Erinnerung an die japanische Kriegsschuld: „Nie wieder Hiroshima! Ja, mit ganzem Herzen. Aber auch nie wieder Pearl Habour.“ | Tgl. 8.30-18, Dez.-April 8.30-17 Uhr | Eintritt 50 ¥ | 1-2 Nakajima-cho | Naka-ku | www.pcf.city.hiroshima.jp/top_e.html

Friedenspark/Heiwa-koen

Über diesem früheren Bankenzentrum lag das Hypozentrum der Explosion. Wichtigste Gedenkstätte ist der Zenotaph, ein leeres Grabmal mit Satteldach. Seine ewige Flamme soll so lange brennen, bis die letzte Nuklearwaffe auf der Welt abgeschafft ist. Am Turm für die Seelen der 200000 Opfer steht geschrieben: „Ruhet in Frieden. Dieser Fehler wird sich nicht wiederholen.“

Kinderdenkmal

Der Lebenskampf der Sakado Sasaki (1943-1955) inspirierte dieses bewegende Monument. Das radioaktiv verstrahlte Mädchen wollte 1000 bunte Papierkraniche falten - ein Symbol für langes Leben und Glück. Als 663 fertig waren, starb Sasaki an Leukämie - als ein Opfer der Atombombe. Menschen aus allen Landesteilen stellten die restlichen her und schmückten ihr Grab mit 1000 Kranichen. Daraus ist in Japans Schulen eine permanente Bewegung entstanden, und jährlich wird der Friedenspark mit Millionen von Faltkranichen geschmückt.

Region: Kyoto

Chion-in

In der ausgedehntesten Tempelanlage Japans ist zwar nicht alles alt - die meisten der Gebäude stammen aus dem 17. Jh. -, aber dafür ist sie riesig. Schon das zweistöckige Haupttor San-mon ist mit 24 m Höhe das größte im Land. Und südöstlich des Tempels hängt, 1633 gegossen, die größte Glocke Japans. Sie wiegt 74 t, und um sie anzuschlagen, bedarf es der Kraft von 17 Mönchen.

Die mächtige Haupthalle aus dem 17. Jh. wird dominiert durch den goldenen Altar und ein Abbild des Sektengründers Honen. Die Halle ist durch den berühmten „singenden“ Rundgang mit der Versammlungshalle Dai Hojo verbunden: Der Holzfußboden wurde so verlegt, dass bei jedem Schritt ein Quietschlaut entsteht - zum Schutz vor ungewollten Lauschern. | März-Nov. tgl. 9-17.40, sonst 9-16.30 Uhr | Haupthalle Eintritt 400 ¥, sonst frei | www.sacred-destinations.com/japan/kyoto-chionin.htm

Daimonji-yama

Von nahezu jedem Platz kann man Richtung Osten am Hang dieses Berges das Schriftzeichen dai sehen. An jedem 16. August geht es in Flammen auf, um die Seelen der Toten zu ihren Familien zu leiten - eines der wichtigsten Rituale beim O-Bon-Fest. Wer den 5 km langen Aufstieg (gleich hinter dem Ginkaku-ji) nicht scheut, wird mit einem wunderbaren Panoramablick belohnt.

Daitoku-ji

Diese Tempelanlage im Nordwesten Kyotos ist ein bedeutendes Zentrum der Zen-Schule Rinzai. Besuchern zugänglich sind acht der 24 Tempel, darunter der ehrwürdige Haupttempel Daitokuji. Das hier verwahrte Bild des Teemeisters Sen no Rikyu wird von vielen Japanern fast wie eine Reliquie verehrt. Der Meister, 1591 angeblich vom Shogun zum rituellen Selbstmord gezwungen, ist ein Sinnbild der Reinheit.

Der bekannteste Tempel ist aber der Daisen-in, berühmt wegen seines Zen-Gartens. Von der Terrasse aus lässt sich die Spur der Steine und des Kieses verfolgen. Auch wer zu tieferer Meditation nicht fähig ist, findet Gefallen an dieser perfekten Komposition aus Geist und Natur. Im Herbst sollte man keinesfalls den kleinen Garten Koto-in versäumen, wo Ahornbäume ihr tiefrotes Laub über altem Moos abwerfen. Kommen Sie unbedingt am Vormittag, das Licht ist dann ideal für wunderbare Fotos. | Tgl. 9-16.30 Uhr | Der Eintritt ist in den meisten Tempeln frei, Daisen-in und Koto-in Eintritt je 400 ¥

Ginkaku-ji

Ende des 15. Jhs. von einem Shogun als elegante Villa und geheimer Zufluchtsort errichtet, sollte der „Silberne Pavillon“ eigentlich mit Blattsilber überzogen werden. Wenn dies auch nicht geschah, gehört diese Garten- und Tempelanlage doch zum Schönsten, was das klassische Kyoto zu bieten hat. | Tgl. 8.30-17, Dez.-Mitte März 9-16.30 Uhr | 800 ¥ | www.shokoku-ji.or.jp/ginkakuji

Gion

In einigen Straßen dieses Geisha-Distrikts scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Am Vormittag, gegen 10 bis 11 Uhr, sieht man hier mit etwas Glück eine Geisha oder eine Maiko vorbei rauschen. An lauen Sommerabenden dringen Shamisen-Klänge und fröhlicher Gesang durch die Bambusvorhänge alter Teehäuser (in die man leider nicht unangemeldet eintreten kann). | Nördlich und südlich der Shijo-dori am Ostufer des Kamo-Flusses

Gosho/Alter Kaiserpalast

Er ist vielleicht nicht die schönste Sehenswürdigkeit, aber weil er für Japaner schwer zugänglich ist, gilt er ihnen als etwas Besonderes. Die Anlage ist 11,3 ha groß, wurde 1331 offizielle Kaiserresidenz und nach mehrfachen Bränden 1855 vollständig rekonstruiert. 1868, mit dem Umzug des Kaisers nach Tokio, verlor sie ihre einstige Funktion. Nirgends sonst in Kyoto wird bis heute so viel Wert auf höfische Form gelegt wie hier. So ist das Südtor nach wie vor dem Tenno vorbehalten, das Osttor der Kaiserin und ihrer Mutter. Bei Staatsgästen legt das Protokoll jeden Fall individuell fest. Präsidenten gehen gemeinsam mit dem Tenno. Bei weiblichen Staatsgästen zieht man sich am liebsten so aus der Affäre, dass sie im Wagen durch das Besuchertor im Westen gefahren werden.

Eine 30-minütige Führung zeigt von den 18 Gebäuden die Shishin-Halle, den „Kleinen Palast“ Ko Gosho, den Hauptpalast Tsune Gosho und den Teichgarten O-ike-niwa. Die Gebäude werden meist nicht betreten. In der Shinsin-den findet die Thronbesteigung statt: Dort steht der offizielle Kaiserstuhl unter einem Baldachin mit Phönixfigur, davor zwei Gestelle für die Reichskleinodien. Der Ko Gosho enthält drei kleinere Audienzräume mit Blick auf den Landschaftsgarten.

Besichtigung nur mit Genehmigung; wenden Sie sich an das Hofamt (Imperial Household Agency, durchs nordwestl. Tor, dann rechts | Tel. 075/211-1215 | Reisepass nötig), Ausländer erhalten normalerweise sofort und am selben Tag einen Termin (Antrag auf: http//sankan.kunaicho.go.jp/order). | Englischsprachige Führung um 10 und 14 Uhr (nicht Sa 14 Uhr, So/Fei); Eintritt frei, 28. Dez.-4. Januar geschl.

Der ausgedehnte Park im Norden des Palastes mit vielen alten Kirschbäumen ist stets geöffnet.

Heian-Schrein

Der orangerote Nachbau des Kaiserpalastes der kunstverliebten Heian-Zeit wurde 1885 zu Kyotos 1100-Jahrfeier errichtet. Durch das rote Tor Otomon gelangen Sie zu der großen Staatshalle Daigokuden, zu den östlichen und westlichen Haupthallen sowie den Pagoden. Dahinter liegt ein großer Teichgarten, in dem - anders als bei den immergünen Zen-Gärten - saisonal blühende Bäume wachsen. Blickfang ist eine chinesisch anmutende Holzbrücke, kombiniert mit einem Pavillon, wie er zur Heian-Zeit als Aussichtsplattform zum Beobachten von Zierfischen zu jeder vornehmen Villa gehörte. So lebt jene Glanzzeit des japanischen Adels in dem Garten symbolisch fort. | 15. März-31. August tgl. 8.30-17.30 Uhr, sonst früherer Toresschluss | Eintritt frei, Garten 600 ¥ | www.heianjingu.or.jp/index_e.html

Hongan-ji

Osttempel (Higashi-Hongan-ji): Auch wenn dieser gewaltige Bau nach einem Großbrand 1895 künstlerisch nur wenig beeindruckend wiederaufgebaut wurde, bietet auch er sein Highlight: ein Seil, das aus den Haaren von weiblichen Anhängern der buddhistischen Schulrichtung Jodo Shinshu - „wahre Lehre vom reinen Land“ - geflochten wurde; damit wurde Holz für den Neubau herangeschafft. | Tgl. 6.20-16.30 Uhr (im Sommer und zu Festtagen zuweilen auch länger) | Eintritt frei | 500 m nördlich des Hauptbahnhofs | www.honganji.net

Westtempel (Nishi Hongan-ji): Für die Kyotoer ist klar, dass dieser Tempel der wichtigere ist, denn bei ihm lassen sie die Richtungsbezeichnung Nishi (West) meist gleich weg. Er ist Hauptsitz der buddhistischen Schule Jodo Shinshu mit weltweit über 12 Mio. Anhängern und mehr als 10000 Tempeln. Auch architektonisch hat diese von Hideyoshi Toyotomi ab 1591 erbaute Anlage viel zu bieten. Die fünf Gebäude des Komplexes werden zu den schönsten Bauwerken der Azuchi-Momoyama-Zeit (1568-1600) gerechnet. Auch wenn die prächtige Haupthalle wegen einer umfangreichen Restaurierung bis etwa 2010 geschlossen ist, lohnen die phantasievollen Bilder, Holzarbeiten und Metallornamente in der Daisho-in-Halle fast ebenso den Besuch. Alle Schiebetüren stammen von Meistern der Kano-Schule. Die Räume sind nach dem jeweiligen Motiv der Malerei benannt. Der „Storchenraum“ war das Beratungszimmer des Shoguns. Erhalten ist auch die Staatshalle des Fushimi-Palastes, in der der Herrscher badete, Tee trank und anschließend ruhte. | Tgl. 6-17 Uhr, saisonal manchmal länger | Eintritt frei | 400 m westlich des Osttempels | www2.hongwanji.or.jp/english

Kinkaku-ji

„Goldener Pavillon“ heißt das meistfotografierte Gebäude Kyotos. In der Tat sind die Wände der zwei oberen Etagen des dreigeschossigen Baus außen mit Blattgold belegt. Er entstand Ende des 14. Jhs. als Altersruhesitz eines Shoguns, der sich jedoch mit 37 Jahren in den Priesterstand zurückzog. An klaren Tagen spiegelt sich der Bau im Wasser des Gartensees und ergibt eine nicht zu übertreffende Komposition aus Blau, Gold und Grün. Besonders schön kommt er zur Geltung, wenn Schnee gefallen ist, aber auch während der herbstlichen Laubfärbung, wenn satte Rottöne das Farbenspiel steigern. | Tgl. 9.30-17 Uhr | Eintritt 400 ¥ | www.shokoku-ji.or.jp

Kiyomizudera

Ganz früh am Morgen tickt das alte Kyoto noch wie vor über 1000 Jahren. Bevor tourende Schulklassen lärmend über den im Jahre 798 gegründeten Kiyomizu-Tempel herfallen, knarren in dem berühmten Gebetshaus der alten Kaiserstadt die alten Holzdielen der Terrasse, duftet es betörend nach Weihrauch, verharren Mönche einsam in stillem Gebet. Die Harmonie zwischen Mensch, Architektur und Natur stimmt besonders, wenn sich Ende November die Ahornbäume tiefrot färben und den Rahmen für die schönste Aussicht auf Kyoto bilden. Der Name „Tempelkloster des klaren Wassers“ bezieht sich auf den Quell unterhalb der Haupthalle. Er soll Heilwunder vollbringen. Wer Heilung sucht, fängt mit langen Kellen das Wasser auf und gießt es sich über die Hände.

Die von Hunderten von Säulen getragene Holzterrasse ist eines der Wahrzeichen Japans. Von diesem Felsvorsprung zu springen ist im Japanischen die Metapher für „etwas Schwieriges wagen“. | Tgl. 6-18 Uhr | Eintritt frei | Haupthalle 300 ¥

Wer rechtzeitig genug kommt, darf auch noch fast ungestört durch die sogenannten Teekannenwege pilgern - die vielen kleinen Gassen, die zum Tempel führen und in denen (neben dem obligatorischen Kitsch) die besten Töpferwaren Kyotos angeboten werden.

Die abzweigende Kopfsteingasse Sannenzaka („Dreijahresweg“) und der anschließende Ninenzaka („Zweijahresweg“) sind der schönste Geheimtipp am Kiyomizu. Hier kann man bei einer Tasse grünen Tees noch vom alten Japan träumen. Immer mal wieder wird vor historischer Kulisse für eine Werbung auch eine Geisha fotografiert.

Kyoto International Manga Museum

Japans erstes Museum, das sich mit dem ganzen Spektrum der Manga-Kultur befasst, wurde 2007 eröffnet. Das gemeinsame Projekt der Stadt und der Seika-Universität - die eine eigene Fakultät für Mangas unterhält - beherbergt knapp 300000 Exponate. Hier gibt es die ersten Ausgaben japanischer Mangas aus der frühen Meiji-Zeit (1868-1912) ebenso wie ausländische Werke. Besucher haben freien Zugang zu rund 40000 Bänden aus allen Perioden. | Do-Di 10-20 Uhr | Eintritt 500 ¥ | Oike Agaru | Karasuma-dori, Nakagyo-ku | www.kyotomm.com

Maruyama-Park

Ein Zufluchtsort im hektischen Stadttreiben, wenn auch nicht gerade als Oase der Ruhe. Den Berg hinauf reihen sich alte Kirschbäume, eine beeindruckende Trauerkirsche ist ein Zentrum der Blütenanbeter. Das Rasthaus am Teich bietet neben traditioneller Küche ein romantisches Fotomotiv. Im Südosten steht der Yasaka-Schrein. Er ist ein beliebtes Ziel für den ersten Schreinbesuch in der Silvesternacht oder am Neujahrsmorgen. | Ständig geöffnet | Eintritt frei | nahe der Shijo-dori

Nanzen-ji

Der kaiserliche Altersruhesitz wurde Ende des 13. Jhs. in einen der schönsten Zen-Tempel Kyotos umgewandelt und dient heute der einflussreichen Rinzai-Schule als Hauptquartier. In der Tempelhalle kann man erstklassigen Tee trinken und dabei auf den klassischen „Garten des springenden Tigers“ schauen. Vom zweiten Stock des gewaltigen Eingangstores San-mon bietet sich ein wunderschöner Blick über die Stadt. | Tgl. 8.40-17, Dez.-Feb. 8.40-16.30 Uhr | Eintritt 500 ¥ | http://nanzenji.com

Nationalmuseum für moderne Kunst

Bekannt für seine Sammlung zeitgenössischer japanischer Keramik und Malerei. Wechselausstellungen. | Di-So 9.30-17 Uhr | Eintritt 420 ¥, Sonderschauen extra | Okazaki-enshoji-cho, Sakyo-ku | www.momak.go.jp

Nijo-Schloss

Aus der Logik der Macht ergibt sich, dass der Sitz des Shogun nicht weit vom Palast entfernt liegt. Anfang des 17. Jhs. ließ Tokugawa Ieyasu die pompöse Anlage errichten, um dem Tenno zu signalisieren, wer das Reich in Wirklichkeit lenkte. Allerdings war sich der berühmte Kriegsherr seiner Herrschaft und Beliebtheit offenbar auch nicht so sicher. So ließ er den Wohntrakt mit aufwendigen Sicherheitsvorkehrungen ausstatten. Die berühmteste ist das „Nachtigallen-Parkett“: Niemand konnte in dieser Zimmerflucht einen Schritt tun, ohne auf dem Holzfußboden ein zwitscherndes Geräusch zu verursachen. In Geheimkammern lauerten Leibwächter auf Eindringlinge.

Nur Angehörigen des Adels, die sich dem Shogun unterwarfen, war es gestattet, durch das große Tor (Kara-mon) den aus fünf Gebäuden bestehenden Palastteil Ninomaru zu betreten. Heute interessieren hier vor allem die Wandschirme der vierten Kammer (Ohiroma Yon-no-ma) und der Palastgarten, der von dem Landschaftsarchitekten und Teemeister Kobori Enshu geschaffen wurde. | Tgl. 8.45-17, Einlass bis 16 Uhr, 26. Dez.-4. Januar geschl. | Eintritt 600 ¥, ein englischsprachiges Heft inklusive | Eingang Horikawa-dori

Ninna-ji

Lassen Sie sich nicht abschrecken von den finsteren Gesellen, die als Holzfiguren das kolossale Tor bewachen: Touristen dürfen ungehindert passieren. Eigentlich sollte die im Jahr 888 fertig gestellte Anlage als Palast dienen, wurde aber nur gelegentlich von einem kaiserlichen Prinzen bewohnt. Sie brannte mehrfach ab, wurde verkleinert und ist heute der Haupttempel der buddhistischen Omura-Schulrichtung. Die bestehenden Gebäude stammen aus dem 17. Jh. Vor allem die fünfstöckige Pagode aus dem Jahr 1630 gilt als ein Meisterwerk japanischer Sakralarchitektur. | Tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt zur Anlage frei | die einzelnen Gebäude kosten extra Eintritt

Nomura Museum

Schriftrollen, Bilder sowie Keramik und Teezeremoniegerät. | Di-So 10-16 Uhr | Eintritt 700 ¥ | 61 Shimogawara-cho Nanzen-ji | Sakyo-ku

Ryoan-ji

Den berühmten Zen-Garten der Rinzai-Schule kennt in Japan jedes Kind, weil keine Schule diesen Ausflug auslässt. Wer eindringen will in die mystische Gedankenwelt der 15 scheinbar zufällig verstreuten Felsen im sorgsam geharkten Terrain, sollte unbedingt früh bei Toresöffnung da sein. Angelegt wurde der Garten bereits 1450, aber niemand weiß genau, wer der Schöpfer war und was er damit aussagen wollte. Das Geheimnis des Gartenkunstwerks muss jeder Besucher für sich entschlüsseln. | Tgl. 8-17, Dez.-Feb. 8.30-16.30 Uhr | Eintritt 500 ¥ | www.ryoanji.jp

Sanjusangen-do

Der Name dieses 1164 von Kaiser Goshirakawa errichteten, nach einem Brand 1266 wieder originalgetreu aufgebauten Tempels bedeutet „33 Säulenzwischenräume“. Das hohe Gebäude ist entsprechend lang. Sein Inneres birgt 1001 Statuen der Kannon, der buddhistischen Göttin der Barmherzigkeit. Beherrschendes Standbild ist eine tausendarmige Senju Kannon in der Mitte, flankiert von jeweils 500 der anderen Figuren. Tatsächlich zählt man nur 40 Arme. Nach buddhistischer Vorstellung rettet jeder Arm der Kannon jedoch 25 Welten, sodass man auf 1000 kommt.

Am 15. Januar findet hier alljährlich das Toshiya-Fest statt, ein traditioneller Wettkampf von Bogenschützen, die von der Galerie an der Westseite aus durch die Halle schießen. Die Idee stammt aus der Edo-Zeit (1600-1868): Um die Tüchtigkeit und Wehrkraft der Schützen zu messen, galt es, innerhalb von 24 Stunden möglichst viele Pfeile zum anderen Hallenende zu jagen. Der Rekord wurde 1686 mit 8000 Pfeilen erzielt, die die Nordwand erreichten. | 1. April-15. November tgl. 8-17, sonst 9-16.30 Uhr | Eintritt 600 ¥ | 15 Gehmin. östlich des Hauptbahnhofs

Tetsugaku-no-michi

Dieser „Philosophenweg“ genannte autofreie Spazierpfad zwischen dem Ginkaku-ji im Norden und den Nanzen-ji im Süden ist Kyotos erste Kirschblütenadresse. In der Umgebung wohnen berühmte Künstler und Wissenschaftler.

To-ji

Die 794 fertig gestellte Tempelanlage war eigentlich zum Schutz der Stadt bestimmt, die sich allerdings so rasant ausdehnte, dass sie militärisch nutzlos wurde. So schenkte sie der Kaiser dem Mönch Kukai, der dort die buddhistische Shingon-Schule gründete. Die meisten erhaltenen Bauwerke stammen aus dem 17. Jh. Künstlerisch bedeutend sind die 21 esoterischen Bildnisse in der Lesehalle Kondo sowie in der Haupthalle der Heilende Buddha Yakushi mit seinen zwei Begleitern.

Der fünfstöckigen Pagode, die im Laufe von Jahrhunderten fünfmal wieder aufgebaut wurde, sieht man ihre exzellente Bedeutung nicht ohne weiteres an. Der derzeitige Bau aus dem Jahr 1643 ist jedoch mit 56 m Höhe die größte Pagode Japans. | Tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt frei, Kondo und Schatzkammer Homotsukan 500 ¥ | ca. 15 Gehmin. südlich des Hauptbahnhofs

Region: Nara

Isui-Garten

Dieser vielleicht schönste Garten Naras mit einem Karpfenteich aus der Meiji-Ära (1868-1912) ist eine willkommene Oase zum Ausruhen nach anstrengender Tempeltour. Für 450 ¥ kann man beim Tee die Aussicht genießen. | Mi-Mo 10-16.30 Uhr, 18. Dez.-6. Januar geschl. | Eintritt 600 ¥ | 74 Suimon-machi

Kasuga Taisha

Die Attraktion des im 8. Jh. gegründeten Klan-Schreins der Fujiwara ist der Laternenweg mit 3000 Stein- und Bronzelampen. Zweimal im Jahr werden sie zum Laternenfest Mantoro (2.-4. Feb., 14.-15. Aug.) ab 18 Uhr angezündet. Am jeweiligen Abschlusstag findet im Apfelgarten eine traditionelle Tanzvorstellung statt. In der Schatzkammer Homotsu-den sind Insignien der Shinto-Zeremonien und Zubehör für die Aufführungen im klassischen Theater zu besichtigen. | Schreingelände tgl. 6.30-17.30, Schatzkammer 9-16 Uhr | Eintritt 420 ¥ | im Südosten des Nara-Parks

Kofuku-Tempel

Dieser Haupttempel des in seiner Blütezeit Nara beherrschenden Fujiwara-Klans wurde aus Kyoto umgesiedelt, als Nara Hauptstadt wurde. Wie bei vielen Holzbauten haben auch hier Feuersbrünste und Kriege wenig Altes überdauern lassen. Von den einst 175 Gebäuden stehen heute nur noch ein Dutzend, darunter die fünfstöckige Pagode, Naras Wahrzeichen. Der Tempel birgt die nationale Schatzkammer Kokuhokan - ein Museum mit geretteten Kunstwerken aus allen Landesteilen. Die östliche Halle Tokondo stammt noch aus dem 15. Jh.; sie birgt eine berühmte Bodhisattva-Statue aus dem 7. Jh. | Tempelgelände stets geöffnet | Eintritt frei | Schatzkammer tgl. 9-17 Uhr | Eintritt 500 ¥ | 48 Noborioji

Nationalmuseum

Das 1895 erbaute und 1972 erheblich erweiterte Haus beherbergt Schätze des 6. bis 8. Jhs. Der moderne Flügel ist der buddhistischen Kunst gewidmet. Im alten Teil sind wechselnde Ausstellungen zu sehen. Etwa vom 20. Oktober bis zur ersten Novemberwoche werden Kaiserschätze aus dem Shoso-in gezeigt. | Di-So 9-16 Uhr | Eintritt 420 ¥, Sonderausstellungen 830 ¥ | 50 Noborioji-cho

Todai-ji

Die riesige Tempelanlage wurde 745 von Kaiser Shomu als Hauptsitz aller buddhistischen Tempel Nippons begründet. Sie ist die Hauptattraktion Naras. Zur Haupthalle gelangen Sie durch das von 16 Säulen getragene Tor Nandaimon aus dem 12. Jh. Dabei passieren Sie zwei besonders grimmig ausschauende Devas, die Wächter Buddhas. Diese Holzfiguren der aus Kamakura stammenden Bildhauer Unkai und Kaikei aus dem 13. Jh. wurden aufwendig restauriert und zählen zu den künstlerisch hochwertigsten Skulpturen, die Japan bietet.

Sehenswert ist die Halle des Großen Buddha. Zwar ist sie im Zuge mehrerer Rekonstruktionen auf zwei Drittel ihrer ursprünglichen Ausmaße geschrumpft, gilt aber mit 57 m Länge, 50,5 m Breite und 48,7 m Höhe noch als das größte Holzbauwerk der Welt. Im Inneren steht auf einem Bronzepodest in Form einer Lotosblüte der Große Buddha (Daibutsu) aus Bronze. Seine rechte Hand verheißt Frieden, die linke die Erfüllung der Wünsche.

Für den Guss der über 16 m hohen Statue wurden 437 t Bronze, 130 kg Gold und 7 t Wachs verwendet. Das Original aus dem Jahr 749 soll sogar um ein Drittel größer gewesen sein. Den nicht nur für damalige Verhältnisse verschwenderischen Aufwand erklären Historiker damit, dass Kaiser Shomu mit diesem Monumentalbuddha eine verheerende Pockenepidemie bannen wollte, die nicht nur ungezählten Menschen das Leben kostete, sondern auch die Macht des Tennos untergrub.

Selbst wenn Größe und Gewicht kein Garant für Schönheit sind, macht die Statue allein schon auf Grund der Ausmaße einen gewaltigen Eindruck. Allerdings wird über die Figur viel Unsinn erzählt, z.B. dass man durch die Nasenlöcher des fast 5 m großen Kopfes mit einem aufgespannten Regenschirm klettern könnte.

Suchen Sie an der Rückseite des Buddha eine Holzsäule mit kleinem Durchlass. Wer sich durch die Öffnung zwängen kann, findet angeblich Erleuchtung. Kinder schaffen das - rücklings, mit den Füßen zuerst - spielend und haben viel Spaß daran. | Nov.-Feb. 8-16.30, März 8-17, April-Sept. 7.30-17.30, Oktober 7.30-17 Uhr | Eintritt 500 ¥

Shoso-in: Ein kurzer Spaziergang nördlich des Daibutsu führt zum alten kaiserlichen Schatzhaus. In dem Holzgebäude regelt sich die Luftfeuchtigkeit durch das klimabedingte Ausdehnen und Zusammenziehen der Balken von selbst. Seit 1963 befinden sich die Schätze jedoch im Nationalmuseum von Nara.

Kaidan-in: Westlich vom Daibutsu entfernt stehen in dieser Halle berühmte Tonfiguren der Vier Himmelskönige. Hier fand früher die Priesterweihe statt. | Öffnungszeiten wie Todai-ji | Eintritt 400 ¥

Nigatsu-do: Ein paar Steintreppen führen von der Halle des Großen Buddha Richtung Osten zu dieser Halle, wo alljährlich vom 1. bis 14. März nach Mitternacht das Fest Omizutori - die Zeremonie des Wasserschöpfens - stattfindet, eine spezielle Weiheperiode für die Mönche dieses Tempels. Von hier aus bietet sich in der Abenddämmerung ein pittoreskes Stadtpanorama. | Öffnungszeiten wie Todai-ji | Eintritt frei

Sangatsu-do: Dieses älteste Gebäude des Komplexes besitzt eine feine Sammlung von Figuren aus der Nara-Zeit (710-794). | Öffnungszeiten wie Todai-ji | Eintritt 400 ¥

Region: Nagasaki

Dejima

Das Inselchen war einmal Japans Nadelöhr zur Welt. Es blieb nur im Museum an der Straßenbahnhaltestelle Dejima erhalten. Rund 200 Jahre lang lebte hier, völlig vom japanischen Leben abgeschnitten, eine Handvoll holländischer Kaufleute. Zugang hatten neben ihren Handelspartnern nur Mönche und Prostituierte. | Tgl. 8-18 Uhr | Eintritt 500 ¥

Glover garden

Schon von weitem hört man das berühmte Arienmotiv der Madame Butterfly - aus dem Mund der japanischen Opernsängerin Miura Tamaki (1884-1946), der man hier ein Denkmal errichtet hat. Ansonsten ist alles Legende. Thomas Glover, der um 1900 und bis zu seinem Tod 1911 auf diesem grünen Hügel über der Hafeneinfahrt als bekanntester Ausländer von Nagasaki residierte, war Schotte und nicht, wie die männliche Hauptfigur in Giacomo Puccinis Oper, Amerikaner. Noch heute ist die einzigartige Atmosphäre der ersten westlichen Villen in Japan zu spüren. Das 1863 gebaute Glover House bietet einen traumhaften Blick auf den Naturhafen. | Tgl. 8-18 Uhr, 15. Juli-9. Oktober 8-20 Uhr | Eintritt 600 ¥

Holland Slope

Den „Katzenkopfpfad“ säumten nach der Öffnung Japans aus Holz erbaute Residenzen von Ausländern. Der Einfachheit halber galten sie alle ohne Unterschied als Holländer. Einige der Häuser wurden rekonstruiert. Besonders beeindruckt ist das 1868 gebaute Junibankan, einst Sitz des Preußischen Konsulats in Nagasaki.

Hypocenter Park

Ein schwarzer Stein markiert Ort und Zeit der Atombombendetonation: 9. August 1945, 11.02 Uhr. Getroffen werden sollte die Kriegswerft Mitsubishi, getötet wurden schätzungsweise 75000 Zivilisten, ebenso viele schwer verwundet. Im anschließenden Friedenspark, einst Standort des Zentralgefängnisses, findet alljährlich eine Gedenkfeier statt. Der Besuch des oberhalb gelegenen Atombombenmuseums ist eine erschütternde Erfahrung. | Tgl. 8.30-17 Uhr | Eintritt 200 ¥ | www1.city.nagasaki.nagasaki.jp/na-bomb/museum

Konfuzius-schrein Sofuku-ji

Die farbenprächtige Pilgerstätte beherbergt das einzige Konfuzius-Mausoleum außerhalb Chinas. Dort werden 20 Sammelwerke, eingeritzt in Mamor, aufbewahrt, die in 500 Sektionen und 16000 Schriftzeichen die Lehren des großen chinesischen Philosophen widerspiegeln. Aus dem gigantischen Kochtopf, der rätselhaft im Tempelgrund steht, sollen während der dramatischen Hungersnot 1652 täglich 3000 Bedürftigte mit Hirsebrei verpflegt worden sein. | Tgl. 8.30-17 Uhr | Eintritt 525 ¥

Oura-Kirche

Die für katholische Ausländer gebaute Kirche (1864) ist den 26 im Jahr 1597 gekreuzigten Christen geweiht. Hier trafen sich trotz Religionsverbot für Einheimische Ende des 19. Jhs. auch japanische Gläubige. | Tgl. 8-18 Uhr | Eintritt 300 ¥ | unterhalb des Glover Parks

Urakami-Kirche

Die 1914 fertig gestellte Kathedrale war bis zu ihrer Zerstörung durch die Atombombe das größte Gotteshaus Ostasiens. Der Neubau stammt von 1959. | Tgl. 9-17 Uhr

Region: Nagoya

Atsuta-Schrein

Der Atsuta-jingu aus dem 3. Jh. gehört zu den bedeutendsten Sakralbauten Japans. Eine der drei kaiserlichen Herrschaftsinsignien - das Schwert Kusanagi-no-Tsurugi - wird hier verwahrt. Der Sage nach erhielt es der Tenno mit samt den zwei anderen Reichskleinodien: Juwel und Spiegel von der Sonnengöttin Amaterasu. Das Privileg, es zu sehen, ist dem Kaiser und einigen Shinto-Priestern vorbehalten. Der Schrein ist rund um die Uhr zugänglich. Probieren Sie die Schreinvariante der lokalen Spezialität Kishimen Nudeln. | Eintritt frei | Tel. 052/671-4151 | www.atsutajingu.or.jp/eng/

Nagoya-Burg

Die von Shogun Tokugawa Ieyasu Anfang des 17. Jhs. errichtete Burg wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1959 in Stahlbeton rekonstruiert. Auffällig sind zwei schwere, delphinähnlichen Geschöpfe aus 18-karätigem Gold an den Giebelenden, die sich in jedem Souvenirladen der Stadt wiederfinden. | Tgl. 9-16.30 Uhr, am Jahresende geschl. | Eintritt 500 ¥

Osu Kannon Tempel

Populärer Tempel aus dem 17. Jh. mit angrenzender Einkaufsmeile. Die heutigen Gebäude sind neu. Flohmarkt am 18. und 19. des Monats. | Tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt frei

Tokugawa Kunstmuseum

Die hier gezeigten Drucke, Kalligrafien, Rollbilder, kunstvollen Lackarbeiten und Keramiken gehörten einst der Shogun-Familie Tokugawa. Leider befinden sich die wertvollsten Stücke, darunter die Bilderrollen zur Geschichte des Prinzen Genji aus dem 12. Jh., unter Verschluss, und man muss sich mit einem Video begnügen. Sehenswert ist auch der Tokugawa-Garten und die Ausstellungsstücke des Nō-Theaters. | Di-So 10-17 Uhr, 20. Dez.-3. Januar geschl. | Eintritt 1200 ¥, Garten 300 ¥ | www.tokugawa-art-museum.jp

Region: Aizu-Wakamatsu

Samurai-Haus Buke-yashiki

Der imposante Nachbau eines Samurai-Hauses mit 35 Räumen. April-Nov. 8.30-17, Dez.-März 9-16.30 Uhr | Eintritt 850 ¥ | Bus ab Bahnhof Higashiyama Onsen

Tsuruga-Burg

Die einst stärkste Festung Japans, die mehr als 600 Jahre das Herz der Stadt war, wurde 1868 zerstört. 1965 hat man den zentralen Burgbau rekonstruiert; er beherbergt heute ein Heimatmuseum (tgl. 8.30-16.30 Uhr | Eintritt 400 ¥ | Bus ab Bahnhof bis Tsuruga-jo kitaguchi). Auf dem Burggelände befindet sich auch ein 400 Jahre altes Teehaus, das der Zerstörung der Burg entging. | Tgl. 10-15 Uhr | Eintritt 200 ¥, Kombinationsticket mit Burg 500 ¥

Region: Hakone

Hakone-Schrein

Gut erhalten ist der Hakone-jinja, 757 von dem Priester Mangan gegründet, dessen rotes Tor zum See hinüber leuchtet. Sie erreichen ihn über einen mit Zedern gesäumten Uferweg (tgl. 9.30-16 Uhr). In nächster Nähe passiert man die Seki-sho, eine Zollstelle der Edo-Zeit (1600-1868) an dem berühmten Tokaido, der Fernstraße Tokio-Kyoto. Das rekonstruierte Haus birgt ein Museum zur Geschichte der Straße.

Region: Kamakura

Daibutsu/Großer Buddha

Der berühmte Große Buddha ist die Hauptattraktion der Stadt. Die über 13 m hohe Figur stammt aus dem Jahr 1252 und befand sich einst in einer Tempelhalle, die 1495 einer gewaltigen Flutwelle zum Opfer fiel. Heute sitzt der Große Buddha im Freien, wodurch seine Ruhe und Harmonie ausstrahlende Wirkung besonders gut zur Geltung kommt. | Tgl. 7-18, im Winter 7-17.30 Uhr | Eintritt 220 ¥ | Enodenbahn bis Hase

Engaku-Tempel

Der in der Nähe des Bahnhof Kita-Kamakura gelegene Engaku-ji stammt aus dem Gründungsjahr 1282 und ist der älteste Zen-Gebäudekomplex Japans. | Tgl. 8-16.30 Uhr | Eintritt 200 ¥

Kencho-Tempel

Der Kencho-ji ist der größte der fünf Zen-Tempel Kamakuras und wurde 1253 von einem chinesischen Priester gegründet. | Tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt 200 ¥

Tokei-Tempel

In den 1285 gegründeten „Scheidungstempel“, Tokei-ji, (gegenüber Engaku-ji) flüchteten Frauen, als Scheidungen noch den Männern vorbehalten waren. Hatte eine Frau drei Jahre hier gelebt, galt sie praktisch als geschieden. | Tgl. 8.30-17 Uhr | Eintritt 50 ¥

Tsurugaoka-Hachimangu

Mit seiner bewegten Vergangenheit und einem Schatzhaus, das Kunstwerke aus mehr als 1000 Tempeln dieser Gegend birgt, gilt der Schrein als wichtigster der Stadt. | Di-So 9-16 Uhr | Eintritt 150 ¥

Region: Kanazawa

Kenroku-Garten

Kenroku lässt sich am besten übersetzen mit „Die Vereinigten Sechs“. Damit sind die klassischen Kriterien eines chinesischen Gartens gemeint: Abgeschlossenheit, Weitläufigkeit, Künstlichkeit, Altertümlichkeit, Wasser und weite Sicht. Am Ende des künstlichen Teichs steht eine Steinlaterne, die Kotoji genannt wird, weil sie wie eine Brücke in Form des Zupfinstruments (Koto) aussieht. Ihre geschickte Statik hat sie berühmt gemacht.

Ursprünglich war Kenroku nur der Garten der Kanazawa-Burg, deren Ruine man besser meiden sollte, weil japanische Touristen busladungsweise zu diesem Drehort für Samurai-TV-Dramen strömen. Im 17. Jh. wurde der Park jedoch ständig erweitert, und seit 1871 ist er mit seinen 12000 Bäumen der Öffentlichkeit zugänglich. Es ist ein Genuss, darin zu spazieren - außer zur Kirschblüte, wenn man wegen der Menschenmassen kaum treten kann. Wer jedoch früh um 7 Uhr kommt, hat den Park fast für sich allein (März-14. Oktober tgl. 5-18, 15.-31. Oktober 5-16.30, Nov.-Feb. 6-16.30 Uhr, 29. Dez.-3. Januar geschl. | Eintritt 300 ¥ | gratis vor 6.45 bzw. vor 7.45 Uhr).

Samurai-Viertel Nagamachi

Die Gasse mit Erdwällen, Holzhäusern, Papierfenstern und versteckten Gärten gibt einen Einblick in die Lebensart der Kriegerkaste: In Kanazwa findet man eines der am besten erhaltensten Samurai-Viertel der Edo-Periode. Vor allem das Nomura-Haus (tgl. 10-16 Uhr) vermittelt eine gute Vorstellung. Zum Terajima-Haus aus dem Jahr 1770 gehört ein friedlicher Miniaturgarten. Im Teezimmer wird für 300 ¥ eine Schale grünen Tees serviert (Fr-Mi 9-16 Uhr | Eintritt 300 ¥ inkl. englischem Faltblatt). Sehenswert ist auch das Seihatsuan Kaga Yuzen Silk Center, ein früheres Samurai-Haus, in dem heute Kimonoseide gefärbt wird (Fr-Mi 10-16 Uhr | Eintritt 600 ¥). | Buslinien 20, 21 und 22 vom Bhf. bis Haltestelle Korinbo, dann 10 Min. zu Fuß

Seisonkaku

Ein Fürst des in Kanazawa herrschenden Maeda-Klans ließ die Villa 1863 für seine Mutter bauen. Das stilvolle Haus mit eleganter Einrichtung kann heute besichtigt werden. | Tgl. 9-17 Uhr, Do nach Feiertag u. 29. Dez.-2. Januar geschl. | Eintritt 600 ¥ mit englischsprachigem Begleitheft | südöstlich des Kenroku-Parks | www.seisonkaku.com

Region: Nagano

Zenko-Tempel

Um den Tempel aus dem 7. Jh. ranken sich eine Menge Legenden, von denen aber keine so richtig glaubhaft erklären kann, wohin die Ikko Sanzon - die erste Buddha-Statue, die Japan vermutlich im Jahr 552 aus Korea erreichte - verschwunden ist. Angeblich wird sie jetzt versteckt. Nur alle sechs Jahre ist heute eine Kopie zu besichtigen, das nächste Mal 2009. Auch ist die Anlage sehr oft von Bränden zerstört, aber durch großzügige Spenden stets wieder halbwegs originalgetreu rekonstruiert worden. Die heutige Haupthalle (Hondo) stammt aus dem Jahr 1707 und ist nationaler Kulturschatz. In ihrem hinteren Teil führt eine Treppe ins Dunkel. Den Weg kann man sich nur ertasten, bis die Hände auf etwas Metallisches stoßen - den „Schlüssel zur Erlösung“. Eine Attraktion ist die Morgenandacht Ojuzu Chodai um 5.30 Uhr, bei der buddhistische Gebetsperlen gesegnet werden. | Tgl. 5-16 Uhr | Eintritt 500 ¥ | 1,5 km vom Bahnhof entfernt, am Nordende der Chuo-dori | Bus alle 10 Min. ab Bussteig 1200 ¥, Taxi ca. 900 ¥

Region: Kobe

Chinatown

Das kleine Stadtviertel Nankinmachi ist eine typisch chinesische Ansiedlung mit einer besonderen Atmosphäre am Abend, wenn die bunten Fassaden und roten Lampions der Speiselokale einladen. Nicht nur die 40000 in Kobe lebenden Chinesen kommen gern her. | 5 Gehminuten südlich der S-Bahn-Station Motomachi

Kitano

Reiche Händler und Diplomaten aus dem Ausland haben dieses Villenviertel (Ijinkan) Anfang der Meiji-Ära (1868-1912) errichten lassen, als Kobe zum wichtigen Handelshafen wurde. Japaner schätzen die westliche Lebensart und flanieren gern in den kleinen Gassen. Über 20 der teils prachtvollen Residenzen, zumeist im viktorianischen Baustil, sind heute der Öffentlichkeit zugänglich, einige davon kostenlos.

Rokko-Seilbahn

Diese Seilbahn führt vom Einkaufszentrum OPA nahe dem Bahnhof Shin-Kobe auf den 400 m hohen Bergkamm Rokko, von wo Sie vor allem bei Sonnenuntergang eine phantastische Aussicht auf die Stadt und die Bucht der Inlandsee haben. | Seilbahn in Winter tgl. 9.30-17, im Frühling und Herbst 9.30-20, sonst bis 21 Uhr | einfache Fahrt 570 ¥, inkl. Rückfahrt 1000 ¥

Region: Okayama

Koraku-Garten

Die 1700 fertig gestellte Grünanlage war der erste Garten Japans mit ausgedehnten Rasenflächen, die von prachtvoll arrangierten Bambus, Kiefern und Kirschbäumen gekrönt werden. | Tgl. 7.30-18, Okt.-März 8-17 Uhr | Eintritt 350 ¥ | www.okayamakorakuen.jp

Region: Osaka

Freilichtmuseum

Elf traditionelle Bauernhäuser wurden aus allen Landesteilen zusammengetragen und originalgetreu wieder aufgebaut. Jedes vertritt einen typischen Regionalstil. | April-Okt. tgl. 10-17, Nov.-März 10-16 Uhr | Eintritt 500 ¥

Museum für orientalische Keramik

Eine der weltweit schönsten Sammlungen chinesischer und koreanischer Keramik mit über 1300 Exponaten. Ausgestellt werden u.a. zwei Nationalschätze und 13 als bedeutsam eingestufte Kunstwerke. | Di-So 9.30-17, Einlass bis 16.30 Uhr, Fei geschl. | Eintritt 500 ¥ | www.moco.or.jp

Osaka-Burg

Sie ist zwar nur eine Betonrekonstruktion von 1931, lässt aber ahnen, welche politische und militärische Macht sich hier im Mittelalter ballte. Als der Bau 1583 unter Shogun Toyotomi Hideyoshi fertig gestellt wurde, war hier das Zentrum des Reiches. Der Kriegsherr hatte Nippon gerade vereinigt und ließ seinen Stolz von 100000 Arbeitern in einer „uneinnehmbaren Festung“ aus Granit manifestieren. 32 Jahre später wurde sie von den Truppen seines Erzrivalen Shogun Tokugawa Ieyasu dem Erdboden gleich gemacht. 1997 wurde das Wahrzeichen Osakas aufwendig restauriert. Es beherbergt ein Geschichtsmuseum. | Tgl. 9-17 Uhr, 28. Dez.-2. Januar geschl. | Eintritt 600 ¥ | www.osakacastle.net

Roboterlaboratorium

Der kickende Fußballheld VisiON, der dinosaurierähnliche Sicherheitsroboter Banryu, der singende ifbot für Kinder und einsame Pensionäre sowie andere Vertreter der künstlichen Intelligenz sind in diesem Laboratorium zu besichtigen. Hier wird an der Zukunft intelligenter Maschinen gearbeitet. Doch das Laboratorium ist erst der Anfang. 2009 wird in der Nähe der riesige F&E-Komplex RoboCity folgen. Interessenten sollten unbedingt einen Termin vereinbaren. | Osaka-Ekimae Dai3 Bldg, 16 F | 1-1-31600 Umeda | Kita-ku, Osaka 530-0001 | Tel. 06/6347-7877 | Fax 6347-7875 | www.robo-labo.jp

Sumiyoshitaisha-Schrein

Der Haupttempel aller Sumiyoshi-Schreine schützt das Wohlergehen der Familien und der Reisenden. Er wurde zum Gedenken an die sichere Überfahrt einer Kaiserin im 3. Jh. nach Korea für die Shinto-Gottheiten der Meere errichtet. Die Anlage, in der noch einige originalgetreu nachgebildete Bauten des 3. Jhs. stehen, gehört zu den seltenen Bauwerken, die vor dem Einfluss des chinesischen Buddhismus auf Japans Shinto-Architektur entstanden. So sind die Hauptgebäude beispielsweise nicht mit Ziegeln, sondern mit Stroh bedeckt. | Tgl. 6-18 Uhr | Eintritt frei | 2-9-89 Sumiyoshi | Sumi-yoshi-ku | www.sumiyoshitaisha.net

Universal Studios

In diesem Hollywood-Themenpark spielen Kinofans die Hauptrolle. In „Jurassic Park“ rettet Sie vor einem wild gewordenen Dinosaurier nur ein atemberaubender Sprung in 29 m Tiefe und totale Dunkelheit. „Back to the Future“ katapultiert Sie von der Zukunft in die Vergangenheit. Und in „E.T.“ schwebt der Außerirdische mit dem Besucher auf einem Fahrrad durch den Raum. Gut besucht, daher vor den einzelnen Attraktionen lange Wartezeiten. | Die Öffnungszeiten schwanken nach Jahreszeit | Eintritt inkl. aller Erlebniswelten 5800 ¥ | Universal City | Tel. 06/6465-3000 | www.usj.co.jp

Region: Beppu

„Höllenviertel“ Kannawa

Die Einheimischen nennen die Quellen wegen ihrer extremen Temperaturen „Höllen“ und nutzen das Wasser zum Heizen oder Kochen. Mehr als 1 Mio. Hektoliter werden täglich abgepumpt. Jede Quelle ist etwas Besonderes: Umi-jigoku, die „Seehölle“, hat intensiv blaues Wasser mit Zusätzen aus Schwefel und Eisen und ist 98 Grad heiß. Sie wurde vor 1200 Jahren entdeckt. Chi-no-ike-jigoku - die „Bluthölle“ - ist tiefrot gefärbt, aus dem kleinen See dampft gewaltig. In der Kamado-jigoku - der „Ofenhölle“ - schwappen heiße Schlammquellen. Yama-jigoku, die „Berghölle“, wirkt wie ein in stets neu aufwallende Nebelschwaden gehüllter Fels. Und Tatsumaki-jigoku, die „Zyklonhölle“, ist ein Geysir, der alle 30 Minuten heißes Wasser speit. Die kräftige Fontäne kann man dann für drei Minuten bestaunen.

Sechs der neun berühmtesten heißen Quellen von Beppu liegen fußläufig beieinander, die beiden anderen etwa 1 km außerhalb von Kannawa. Erwerben Sie den Jigoku Meguri Circuit Pass, der für alle „Höllen“ gilt (2000 ¥, Eintritt einzeln je 400 ¥).

Region: Fukuoka

Canal City

Ein wahres Konsum- und Vergnügungsparadies mit interessanter Architektur, zahlreichen Boutiquen und Bistros und 13 Kinos. An einem künstlichen Fluss steht ein Amphitheater. | www.canalcity.co.jp

Fukuoka Kunstmuseum

Das Museum bietet eine der besten Sammlungen zeitgenössischer asiatischer Kunst sowie eine Bibliothek. | Do-Di 10-19.30 Uhr | Eintritt 200 ¥ | 7./8. Etage des Hakata-Riverain-Komplexes | Stadtteil Kawabata | 1-6 Ohori-Koen | Chuo-ku

Fukuoka Tower

Dieses Wahrzeichen der Stadt ist mit 234 m Höhe auch das auffälligste Gebäude. Vom Café Dart bietet sich ein schöner Blick in der Abenddämmerung. | Tgl. 9.30-21, Okt.-März 9.30-22 Uhr | Eintritt 800 ¥ | www.fukuokatower.co.jp

Fukuoka Stadtmuseum

Gezeigt werden Beispiele für die kulturelle Verbindung Japans zu den asiatischen Nachbarn, darunter das Goldsiegel eines chinesischen Kaisers sowie wunderschöne Antiquitäten. | Di-So 10-19 Uhr | Eintritt 250 ¥ | 3-1-1 Momochihama | Sawara-ku (beim Fukuoka Tower), Momochi

Region: Kagoshima

Iso-teien

Das Geschlecht der Shimazu hinterließ der Stadt auch ihre schönste Attraktion: den malerisch in einer Bucht gelegenen Schlosspark mit Pflaumenbäumen und Bambushainen, in dem auch die fürstliche Residenz liegt. An einem kleinen Fluss wurden in noblen Zeiten rauschende Lyrikfeste gefeiert, bei denen jeder Teilnehmer schnell ein Gedicht verfassen musste, bevor das nächste Sake-Fass flussabwärts kam. Der Park ist leider nicht so gepflegt, wie Tourismusbroschüren versprechen. | Tgl. 8.30-17.30, im Winter 8.30-17 Uhr | Eintritt 1000 ¥ | nördlich der Innenstadt

Sakurajima

1914 schleuderte der Vulkan 3 Mio. t Lava in die Meerenge, begrub mehrere Dörfer und schüttete zwischen Insel und Festland eine 400 m breite und 70 m tiefe Verbindung auf. Der letzte große Ausbruch war 1960. Seit 1955 spuckt einer der drei Kegel praktisch permanent Rauch und oft auch Asche aus. Einige Teile der Insel wirken wie eine verstaubte Mondlandschaft, andere sind extrem fruchtbar. Hier wachsen Rettiche mit einem Gewicht von bis zu 35 kg und einem Durchmesser von 1,5 m. Es ist verboten, den Vulkan zu besteigen, aber es gibt gute Aussichtspunkte ringsherum. Fähren verkehren alle 15 Minuten von einem Pier nahe dem Bahnhof. An der Anlegestelle gibt es ein Besucherzentrum (Di-So 9-17 Uhr | Tel. 099/223-7271).

Region: Okinawa

Friedensmuseum

Hier wird die japanische Sicht des grauenhaften Kampfes um Okinawa präsentiert. | Di-So 9-17 Uhr | Eintritt 300 ¥ | am Anfang des früheren Schlachtfeldes

Shuri-Burg

Die frühere Residenz der Könige von Ryukyu wurde als Hauptquartier der kaiserlichen Armee im Kampf um Okinawa 1945 total zerstört, 1993 als detailgetreue Nachbildung wieder eröffnet. | Tgl. 9-17.30 (Sommer 9-18) Uhr | Eintritt 800 ¥ | www.wonderokinawa.jp/001/index-e.html

Region: Nikko

Toshogu

Nikkos berühmteste Sehenswürdigkeit ist das Mausoleum des Tokugawa Ieyasu. Es gilt dem ersten großen Shogun und Begründer der Tokugawa-Dynastie, die Japan vor seiner Öffnung über 250 Jahre regierte. Der 1634 von einem Enkel in Auftrag gegebene Schreinkomplex wurde innerhalb von zwei Jahren von 15000 Handwerkern und den besten Künstlern jener Zeit in einer für Japan ungewöhnlichen Prachtfülle errichtet. Die von Zedern beschattete Anlage spiegelt bewusst Reichtum und Macht des Tokugawa-Klans wider. Der Weg in den Schreinbezirk führt an der heiligen Shinkyo-Brücke vorbei über viele Steinstufen durch ein riesiges Tor, neben dem eine Pagode steht.

An jedem Bauwerk - darunter die drei heiligen Speicher mit geschnitzten Elefanten und der heilige Stall mit den berühmten drei Affen, die nichts hören, sagen und sehen wollen - finden sie außergewöhnliche Kunstwerke. Das Prunkstück der Anlage ist das mit Millionen Goldfolien und kostbaren Schnitzereien geschmückte „Sonnenlichttor“ Yomei-mon. | Tgl. 8-17, Nov.-März 8-16 Uhr | Eintritt je nach Kombiticket 1000-1300 ¥ | Tobu-Bus ab Bahnhof bis Haltestelle Shinkyo oder Nishi-sando