Reisetipps Irland

Auftakt Irland Was für ein Land!

Die Sonne leuchtet über Täler und Hochebenen. Von Efeu umrankte Burgen und Schlösser warten auf ihre Besucher. Abseits von reetgedeckten Cottages weiden Schafe im Sprühregen, und über dem Meer steht ein Regenbogen - willkommen in Irland. Wer auf der Insel unterwegs ist, wird ihre Schönheit mit allen Sinnen erleben: beim Genuss eines Guinness am Torffeuer eines Pubs, bei einer Wanderung entlang der Klippen, beim Geruch der salzigen Meeresgischt oder bei einem Gespräch mit den stets zu einem Plausch aufgelegten Iren. Wagen Sie den Weg über die Irische See. Und entdecken Sie ein Land voller Magie.

Failte go Eireann: Willkommen in Irland. Vor der Nordwestküste Europas liegt diese Insel wie ein moosgrüner Stein im Meer. Seine üppige Vegetation verdankt Irland einem milden Klima, das wiederum durch das Zusammenspiel von Golfstrom undatlantischen Winden entsteht. Mit den Winden kommt der Regen - und mit ihm oft dramatische Lichtwechsel, bei denen nicht selten ein Regenbogen am Himmel leuchtet. Die poetische Kraft der irischen Natur ist Grundstoff für unendliche Geschichten, die sich rund um die Grüne Insel und ihre Bewohner erzählen lassen.

Von einsamen Buchten handeln diese Geschichten, in denen nur das Gekreische der Seevögel und das Wellenrauschen die Ruhe unterbrechen. Sie berichten von kleinen Dörfern und ihrem sprödem Charme. Von Küsten, deren Klippen steil in die Tiefe fallen. Und natürlich von den Iren selbst, diesen melancholisch-heiteren Geschichtenerzählern, mit denen sich so schnell Bekanntschaft schließen lässt. Mit dem Standardthema Wetter beginnt so mancher Smalltalk: „Isn't it a nice day?“ hört man bei Sonnenschein wie bei Regen und Sturm. Das wechselhafte irische Klima schuf eine unvergleichliche Landschaft, und wer auf holprig-schmalen Straßen über das Land fährt, identifiziert auf Anhieb die viel besungenen „forty shades of green“. Und im lichten Schatten von Baumriesen blühen Azaleen und Rhododendren, wachsen Farne und Gräser.

Failte go Eireann: Welcome to Ireland - die Landessprachen sind Gälisch und Englisch. Doch es sind gerade einmal fünf bis zehn Prozent der Iren, die die alte keltische Sprache Gälisch verstehen und sprechen. Daneben existieren eine Reihe unterschiedlicher Dialekte: Corkonisch wird zum Beispiel von den Einwohnern Corks gesprochen. Die Sprache, so wird selbstbewusst dargelegt, ist verwurzelt mit dem Normannischen, dem Altfranzösischen und dem Englischen des Mittelalters.

4,2 Mio. Iren leben auf der Grünen Insel. Dublin, die Hauptstadt des Landes, zählt rund 950.000 Einwohner, Cork etwa 123000, und Limerick, die drittgrößte Stadt, zählt nur noch 52000 Einwohner. Die Städte besitzen - wie auch jedes Dorf - einen eigenen Charakter, erst in zweiter Linie Schönheit. Ein Gespür für die unterschiedlichen Regionen bekommt man schnell: einfach spazieren gehen und schauen, was auf den Straßen passiert, wer sich mit wem trifft, wo und ab wann die Zeitung vom Straßenhändler verkauft wird.

Näher kommt man sich auch beim Sport: Die Iren lieben Golf und pitch and putt, eine Miniversion des Golfs. Über 400 Golfclubs werden auf der Insel gezählt. Die Plätze im Landesinneren bestechen durch ihre parkähnlichen Flächen, während die an der Küste atemraubende Ausblicke erlauben.

Neben Naturschönheiten finden Besucher viele prähistorische und mittelalterliche Kulturschätzen wie alte Kirchen, Druidensteine, frühzeitliche Grabkammern und Ruinen zahlloser Burgen aus der Normannenzeit. Zu den herausragenden prähistorischen Zeugnissen gehören Dun Aengus, ein Steinfort auf den Aran-Inseln, sowie eine mehr als 5000 Jahre alte Grabkammer in Newgrange in der Grafschaft Meath. Jährlich am 21. Dezember offenbart sich hier ein bezauberndes Lichtspiel, wenn durch eine geschickt angebrachte Öffnung Sonnenstrahlen in das Innere der Anlage fallen. Die frühe Christianisierung hinterließ ihre Spuren in Mönchszellen, Hochkreuzen, Rundtürmen und Klosteranlagen. Um 1000 n. Chr. entstand z.B. die Klostersiedlung in Glendalough (Grafschaft Wicklow). Erhalten sind jedoch nur der Chor und das Kirchenschiff. Aus dem 8. Jh. stammt das Gallarus Oratory, ein Gebetshaus auf der Dingle-Halbinsel.

An den schönsten Stellen des Landes erbauten britische Adlige einst ihre mansion houses, herrliche Landsitze, die im Lauf der Zeit mit der sie umgebenden Landschaft gleichsam zusammenwuchsen. Typisch sind ihre von Efeu und Wein umrankten Eingangsportale, ihre hohen Sprossenfenster, ihre bruchsteingemauerten Stallungen und turmgekrönten Wächterhäuschen sowie ihre Wintergärten in viktorianischem Stil. Viele der Herrenhäuser, Burgen und Schlösser haben heute ihre Tore einem zahlenden Publikum geöffnet, dienen als Restaurants oder Hotels. Originalgetreu ist meist das Interieur: mannshohe offene Kamine, holzgetäfelte Bibliotheken, sanft geschwungene Freitreppen sowie mit Antiquitäten ausgestattete Zimmer.

Eine Reise nach Irland ist immer auch eine Reise mit einem anderen Zeitbegriff. „Als Gott die Zeit machte, hat er genug davon gemacht“, schrieb Heinrich Böll in seinem „Irischen Tagebuch“, was nichts anderes heißen soll, als dass sich auch Urlauber fürs Reisen Zeit nehmen sollen. Zum Beispiel, wenn der Schiffsverkehr auf eine kleine Insel erst am nächsten Tag wieder aufgenommen wird oder wenn es regnet und der geplante Ausflug ins Wasser fällt.

Besonders schön ist Irland im Frühjahr: Das sind riesige Rhododendronbüsche, ausgedehnte Fuchsienhaine, sattgrün leuchtende Wiesen, Vogelkolonien an den Steilküsten, ein Zauber des Lichts, der sich jeder Beschreibung entzieht. Die Westküste lockt die meisten Besucher an. Im Süden beeindruckt der Ring of Kerry, eine atemraubend schöne Straße am Meer. Die Küste im mittleren Westen zeigt sich rau mit ihren Kliffen und Bergen aus Granit und Quarz. Im Osten gibt es Dünenstrände und mit Heide bewachsene Hochplateaus. Der Nordwesten wiederum ist Gaeltacht-Gebiet - Gaeltacht bezeichnet Regionen, in denen irisches Gälisch die vorherrschende Sprache ist: Hier treffen Sie auf Hochmoore sowie einen Nationalpark inmitten einer unerschlossenen Bergwelt.

Doch die Insel hat auch mit Problemen zu kämpfen. Das größte davon ist der Nordirlandkonflikt. Nach der Teilung des Landes (1921) begannen die blutigen Unruhen in Nordirland, und die Anschläge der IRA (Irish Republican Army) dehnten sich auf London und das europäische Festland aus. Erst 1998 schien sich mit dem Karfreitagsabkommen, das für Nordirland Autonomie und im Gegenzug eine Entwaffung der IRA vorsah, eine friedliche Lösung abzuzeichnen. Im Juli 2005 entschied sich die Führung der IRA für die Einstellung des bewaffneten Kampfes. Seitdem sind in Irland friedlichere Zeiten angebrochen und die blutigen Konflikte gehören der Vergangenheit an.