Reisetipps Indien
Ausflüge & Touren Indien
Anzeige
Rajasthan, Land der Rajputen, Leoparden und Kamele
Diese Drei-Wochen-Rundreise von insgesamt rund 1350 km durch das Wüstenland im Westen Indiens führt von Palast zu Palast, von einem Highlight der Architektur, Kunst und Natur zum nächsten. Die große Rajasthan-Reise ist auch mit Bus und Eisenbahn zu machen, am komfortabelsten aber im klimatisierten Mietwagen mit Fahrer. Anstrengend ist die Tour zu den grandiosen Zeugnissen der Rajputen-Kultur aber selbst im Mittelklassewagen, denn für die Entfernungen von Stadt zu Stadt braucht man viele Stunden, und die Möglichkeiten zur Rast unterwegs sind spärlich. Wer zum Beispiel mangels entsprechender Gelegenheit in den Dörfern und Landstädtchen ein diskretes Plätzchen in der Natur sucht, entdeckt unversehens, dass die Wüste lebt. Immer tauchen Holz sammelnde Frauen, Ziegen hütende Hirten oder ein Bauer auf seinem Kamelkarren auf. Mit Nächten in zauberhaft romantischen Heritage-Hotels können Sie sich jedoch für alle Entbehrungen entschädigen, ohne dass es Unsummen kostet.
Sicher werden Sie Jaipur nicht verlassen, bevor Sie sich in der Stadt der rosa Mauern umgesehen haben. Auf dem Highway Nr. 8 in Richtung Pushkar mit seinem heiligen See durchfährt man Ausläufer der Wüste Thar und kann vor Pushkar noch einen Halt in Ajmer einlegen, der Halbmillionenstadt mit Heiligtümern der Muslime und der Jains. Jodhpur prunkt mit den mittelalterlichen Mauern, den Steinschnitzereien und Goldornamenten seines Höhenforts und mit dem Umaid-Bhawan-Palast. Lust auf noch mehr Wüste? Ein Abstecher nach Jaisalmer kostet allerdings mindestens drei Tage. Südlich von Jodhpur wird Rajasthan grüner, es geht zu idyllischen Oasen wie dem Rajputen-Hotelschlösschen Rohet Garh (Tel. 02932/268231 | €€ | 40 km) und bizarren Felsenburgen wie der von Kumbhalgarh inmitten eines Wildschutzdschungels. Wer einige Tage dazugibt, reitet mit Rajputen vom Landsitz Sodawas Kot (90 km südlich von Jodhpur) über Bera nach Maharani Bagh. Ein Platz ist schöner als der andere. In Bera können Sie vom Jeep aus womöglich Leoparden sehen und sich vom Grundherrn Devi Singh verwöhnen lassen (Kontakt: Thakur Sunder Singh, Umaid Bhawan Palace | Jodhpur | Tel. 0291/2510741 | Fax 2510928 | www.maharajajodhpur.com).
Die weißen Jain-Tempel von Ranakpur gehören zur kostbarsten Architektur Indiens. Auf der Weiterfahrt nach Udaipur locken Abstecher zum Keramikerdorf Molela und zu den Marmorbildhauern von Pindwara, die nach jahrhundertealten Vorbildern Götterfiguren meißeln. Der alte Stadtkern von Udaipur ist voller Verlockungen zum Einkaufen. Ruhe und Ursprünglichkeit erleben Sie 40 km südöstlich von Udaipur in Bambora. Von Udaipur in nordöstlicher Richtung erreichen Sie in etwa drei Stunden die Ruinen auf der Hochfläche von Chittorgarh, der mittelalterlichen Residenz der Mewar-Herrscher. Die Rückfahrt nach Jaipur führt in die grünsten Regionen Rajasthans, zu den kaum vom Tourismus berührten Maharaja-Städten Kota und Bundi. Auf halbem Weg von Bundi nach Jaipur kommen Sie bei Sawai Madhopur zum fast 400 km² großen Nationalpark Ranthambhore mit vielen Wildtieren, auch Tigern.
Heilige Stätten der Hindus und Buddhisten
Für diese rund 1300 km (ohne Abstecher) lange Tour sollten Sie sich drei Wochen Zeit nehmen. Sie führt von Varanasi, den Buddha-Stätten südlich und nördlich vom Ganges in den beiden bevölkerungsreichen Staaten Uttar Pradesh und Bihar, Tempelhainen und Bananenplantagen, den Vorbergen des Himalayas nahe der Grenze zu Nepal, zu den von Touristen wenig besuchten Millionenstädten Lucknow und Allahabad. Zum Schluss führt ein Abstecher zum entlegenen Dorf Khajuraho mit seinen berühmten Tempelskulpturen. Sie können diese Rundtour per Bus, per Bahn, am besten aber in einem Mietwagen mit Fahrer unternehmen.
Man hat Indien nicht gesehen, wenn man Varanasi nicht gesehen hat, das Pilgerziel jedes frommen Hindus und an indischer Kultur interessierten Touristen - auch wenn es manchen vor den Verbrennungsstätten unter freiem Himmel schaudert. Nur 12 km nördlich von Varanasi predigte Buddha in Sarnath. Auf der großen Trunk Road, der Nationalstraße Nr. 2 Richtung Kolkata, erreichen Sie das schon im Bundesstaat Bihar gelegene Bodhgaya, den Ort von Buddhas Erleuchtung. Auch die benachbarten Stätten von Rajgir - u.a. der Baumpark Venuvana, in dem Buddha mit seinen Schülern lebte - werden von Buddhisten aus aller Welt besucht.
Auf Bihars Hauptstadt Patna zu, führt ein Abstecher nach Nalanda mit den Ruinen einer der bedeutendsten buddhistischen Universitäten des Mittelalters. Die Palastreste von Kumrahar in Patna am Ganges werden dem Maurya-Kaiser Ashoka zugeschrieben, dem großen Förderer des Buddhismus, der im 3. Jh. v. Chr. über den Großteil Indiens herrschte.
Über die 8 km lange Gangesbrücke von Patna, der längsten Brücke Indiens, kommen Sie in eine Landschaft tropischer Fülle mit Bananen- und Mangohainen. In Vaishali, 50 km nördlich, sind mehrere buddhistische Stupas erhalten, eine Ashoka-Säule mit dem Löwensymbol und ein uraltes Shiva-Lingam mit vier Gesichtern. In Vaishali, so steht es im uralten Epos Ramayana, habe ein erstes indisches Parlament getagt.
Weiter nordwestlich, schon nahe der nepalesischen Grenze, erreichen Sie Kushinagar, wo Buddha ins Nirvana eingegangen sein soll. Der Nirvana-Tempel mit einer riesigen Statue des liegenden Buddha und die Mukta-Bandhana-Statue sind sehenswert. Wer nicht im teuren Lotus Nikko Hotel (Tel. 05564/271139 | €€€) wohnen will, findet einfachere Unterkünfte im 50 km westlich liegenden Gorakhpur.
Auf der Nationalstraße Nr. 28 geht es rund 250 km weiter westlich Richtung Lucknow. Bei Faizabad liegt nur 6 km entfernt Ayodhya, der Legende nach der Geburtsort des Götterhelden Rama und deshalb einer der sieben heiligsten Pilgerorte Indiens. Eine Moschee, die an der überlieferten Stelle der Geburt erbaut worden war, wurde 1992 von radikalen Hindus zerstört. Der seither fanatisch vorangetriebene Plan, an gleicher Stelle wieder einen Rama-Tempel zu errichten, führte im Frühjahr 2002 zu Gewalttaten in Uttar Pradesh sowie in Gujarat. Vor allem bis dahin friedlich mit Hindu-Nachbarn lebende Muslime wurden zu Hunderten getötet. Polizei und Armee schritten zu spät ein. Vor einer Reise nach Ayodhya sollten Sie unbedingt die aktuelle Lage erfragen!
Lucknow gehört zu den wenig besuchten, aber besonders interessanten Zielen Nordindiens. Die heutige Millionenstadt war Residenz der reichen Nawabs von Oudh (Avadh) und Schauplatz der Mutiny, des Aufstands von 1857 gegen die britische Kolonialherrschaft.
Südlich von Lucknow kreuzt die Straße den Ganges und trifft wieder auf die Great Trunk Road, auf der Sie nach rund 200 km in Allahabad und nach nochmals 135 km wieder in Varanasi landen. Bei Allahabad strömt der Yamuna-Fluss in den Ganges, und da beide Flüsse heilig sind, streben Millionen von Hindus nach Allahabad zu einem Bad im Sangam (Zusammenfluss). Zwischen Mitte Januar und Mitte Februar feiern die Pilger die Magh Mela und alle zwölf Jahre die Kumbh Mela, die als das größte Pilgerfest weltweit gilt. Tempel, das Heim der Nehru-Familie (Anand Bhavan), das 1970 von Indira Gandhi dem Staat geschenkt wurde, Gärten und Museen können Sie besichtigen.
Wer will, kann von Allahabad direkt nach Varanasi zurückfahren. Lohnenswert ist aber zuvor ein Abstecher in den ziemlich abseits gelegenen Tempelpark von Khajuraho. Der 285 km von Allahabad entfernt gelegene Kultort ist heute wegen der erotischen Skulpturen ein touristisches Ziel erster Ordnung - mit zahlreichen Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten
Indiens Tiefer Süden
Muten Sie sich nicht den ganzen Süden zu, wählen Sie aus! Als Ausgangsort bietet sich Bangalore an, wegen seiner guten Flug- und Bahnverbindungen. Mit dem Bus, der Bahn oder noch komfortabler mit einem Mietwagen lassen sich auf dieser rund 1400 km langen Route binnen drei, mit einigen Verkürzungen auch binnen zwei Wochen besonders schöne Regionen erfahren: mit traumhaften Stränden und üppig bunten Tempeltürmen, mit Elefantenpirsch in Nationalparks und lässigen Hausboottagen auf den Backwaters, Keralas Kanälen und Lagunen.
Von Bangalore, der Hauptstadt Karnatakas, sind die berühmten Tempelstädte Tamil Nadus rund 350 km, also eine Tagesfahrt, entfernt: Tiruchirapalli und die kleinere Schwesterstadt Thanjavur, zu denen Madurai die südliche Spitze eines lang gestreckten Dreiecks setzt. Die neun mit bunten Figuren übersäten Gopurams, die Terrassentürme des Shri-Meenakshi-Tempels von Madurai, sind ein spektakulärer Kontrast zur Rationalität westlicher Architektur. Alle drei Städte bieten große Basare, gute und hervorragende Hotels.
Wer von Madurai direkt nach Kerala fährt, kommt mit einem kleinen Abstecher von der Straße Madurai-Quilon (Kollam) zum Periyar Tiger Reserve, einem der schönsten Nationalparks Südindiens. Reich an Wäldern und üppiger Blütenpracht ist auch die Hügellandschaft auf dem Weg zur Malabarküste und zu Keralas Hauptstadt Thiruvananthapuram. Rund 850 km lang erstreckt sich die Malabarküste mit ihren Lagunen und Haffen, mit Kokospalmwäldern und Reisfeldern von Kanyakumari bis Goa, im Hinterland von den Westghats begleitet. Wenige Kilometer von Thiruvananthapuram entfernt liegt der beliebteste Badeort Keralas: Kovalam Beach.
Für lange Strecken an der Malabarküste können Sie in eins der komfortablen Hausboote auf den Backwaters umsteigen, die Wohn- und Schlafkomfort einschließlich Dusche und Moskitonetz bieten. Mit einem guten Führer an Bord erfährt man bei Landgängen manches über den dörflichen Alltag. Später können Sie mit einem Mietwagen die Weiterreise antreten. Die interessanteste Hafenstadt ist Kochi mit portugiesischen, holländischen und jüdischen Reminiszenzen. Das Kontrasterlebnis zur städtischen Kultur wartet auf dem Rückweg nach Karnataka abseits der Straße Calicut-Mysore: das Green Magic Nature Resort, mit Wohnungen hoch in den Baumkronen des Hügellands (Auskunft Tour India | Tel. 0471/2331507 | www.tourindiakerala.com). Hier kommen Sie über eine Hängebrücke oder in einem Bambusfahrstuhl ohne Motorkraft in Ihr Apartment! In Mysore und im 16 km entfernten Srirangapatnam können Sie südindische Palastkultur erleben und viele Zeugnisse des Widerstands gegen die Herrschaft der Briten finden. Schöne Waldlandschaften um den Cauvery-Fluss und der Bandipur-Nationalpark verlocken zu einem längeren Aufenthalt in und um Mysore. Zurück nach Bangalore sind es etwa 150 km.