Reisetipps Hamburg

Stichworte Hamburg

Airbus

Kaum ein anderes Thema hat die Hamburger in den letzten Jahren so erregt. Wirtschaftswachstum ist gut, aber wehe, dabei geht der Elbblick flöten. Tatsächlich ging es nicht nur um den Blick, sondern um den Schutz eines Süßwasserwatts, des Mühlenberger Lochs. Für den A 380 wurde ein Teil des Naturschutzgebiets zugeschüttet, Löffel- und Krickenten mussten sich einen anderen Platz suchen. Mit Millionen hat der Hamburger Senat das Prestigeprojekt in Finkenwerder subventioniert, Tausende von Arbeitsplätzen entstanden. Mit der hausgemachten Krise, in die Airbus 2006 schlitterte, kochte die Diskussion wieder hoch. Soll etwa alles umsonst gewesen sein? Die Apfelbauern in Neuenfelde, die gegen die Verlängerung der Startbahn gestritten hatten, sind zutiefst verbittert.

Hanse

HH - so lautet das Hamburger Autokennzeichen, für „Hansestadt Hamburg“. Zwischen dem 13. und 15. Jh. gehörte Hamburg zur Hanse, dem mächtigsten Städtebund der damaligen Welt. Im Stadtbild selbst ist aus dieser Zeit kaum etwas erhalten geblieben, anders als ins Rostock, Bremen oder Lübeck. Doch eines haben die Hamburger in die Gegenwart gerettet: Den „Hanseaten“. Ein hanseatischer Kaufmann verkörpert viele Tugenden: traditionsbewusst und ehrlich, geradeheraus, aber nie aufbrausend. Ein echter Hanseat zudem blickt nicht zurück („Was wech is, is wech...“), sondern nach vorn. Mit dem Ergebnis: 22684 Neugründungen von Unternehmen registrierte die Handelskammer 2006, mehr als jemals zuvor in der Geschichte der Stadt.

Hochwasser

Zunächst: Ohne die Flut von 1962 hätte Helmut Schmidt als Innensenator nicht zeigen können, wie prädestiniert er für den Job als Bundeskanzler war. Als die Dämme in Wilhelmsburg brachen, rettete sein entschiedenes Auftreten Tausenden von Menschen das Leben. Das Thema ist mit viel Mythos beladen. Die Tafeln, die in Övelgönne oder in Blankenese auf die großen Fluten hinweisen, zeugen auch von einem gewissen Stolz: Seht her, auch das haben wir überlebt. Dabei ist das Thema sehr ernst. Mit einem Anstieg des Wasserspiegels von 30 cm rechnen die Klimaforscher in Hamburg. Die 103km lange Deichlinie im Stadtgebiet wurde und wird auf bis zu 8,50 m erhöht. Schwer in der Kritik steht die geplante Fahrrinnenvertiefung der Elbe: Die Fließgeschwindigkeit des Wassers steigt, Fluten kommen schneller und heftiger. Irgendwie paradox wirkt das Ganze in der Hafencity. Einerseits stehen alle Neubauten auf künstlich aufgeschütteten Deichen, andererseits plant man Terrassen, Parks und Tiefgaragen so unbedarft, als lebte man am Ufer eines Binnensees. Was wirklich geschieht, wenn die Bewohner wegen Hochwasser aus der Hafencity flüchten müssen, das will man in der Euphorie rund um das Großprojekt nicht so gern diskutieren.

Pfeffersäcke

Das Schimpfwort für die geschäftstüchtigen Hamburger Kaufleute, das in allen möglichen Zusammenhängen zu jedem Hamburg betreffenden Thema verwendbar ist, hat eine lange Tradition. Zum ersten Mal benutzt wurde es von Dänemarks König Christian IV. (1577-1648). Zitat aus einem seiner Briefe über die Hamburger: „Hochmütige Krämer und Pfeffersäcke, schmierige Heringshändler und Bärenhäuter.“

Queen Mary & Co

Wenn die „Queen Mary“ kommt, dann säumen Hamburger wie Touristen zu Tausenden das Elbufer. Sie winken und tanzen, es gibt Sondersendungen im Fernsehen, Bäcker backen Brötchen in Schiffsform, und zugereiste Rheinländer fühlen sich heimisch: Karnevalsstimmung am Elbufer. Mitte 2008 soll der Kreuzfahrtschiff-Hype einen neuen Höhepunkt erleben: mit den Cruise-Days. Sieben riesige Dampfer sollen dann gleichzeitig in Hamburg abgefertigt werden. Das gab es noch nie und nirgendwo auf der Welt. Das eigentlich schon ausrangierte Kreuzfahrtcenter an der Großen Elbstraße wird dafür reaktiviert. Die Botschaft ist klar: Kreuzfahrer aller Welt, Hamburg erwartet euch!

Ziegel

Wie formulierte es Oberbaudirektor Fritz Schumacher Mitte der Zwanzigerjahre: „Der Backstein erleichtert im besten Sinne das Neue Bauen.“ Kunsthallendirektor Alfred Lichtwark beschrieb sein ideales Gebäude so: „Einfache Backsteine mit dem hellen Netz der Fugen“, ein „rotes Ziegeldach“ darüber und bitte „nirgends Säule, Ornament oder Gebälk“. Ziegelbauten prägen die Stadt von den Einfamilienhäusern in Ohlsdorf über die Wohnsiedlungen in Barmbek und die Speicherstadt im Hafen bis zur Hafencity. Vor einigen Jahren brach ein erbitterter Streit aus: „Glas oder Ziegel“ lautete die Frage. Architekten wie Hadi Teherani hatten die Hanseaten mit gläsernen Neubauten auf die Palme gebracht. Modern ja, aber bitte mit Ziegel! So ist es, so war es und so wird's immer bleiben. Übrigens: Das spannende Jahrbuch der hiesigen Literaturszene heißt „Hamburger Ziegel“ - überhaupt nicht altbacken!