Reisetipps Hamburg

Sehenswertes Hamburg Zwischen Alster und Elbe

Grüne Metropole am Wasser: weltoffen, sportlich kulturell engagiert und geschäftstüchtig

Kommt Besuch in die Stadt, dann ist klar: Zuerst geht es an die Landungsbrücken. Hier schlägt das Herz der Stadt. Bis zum Rathaus ist es nicht weit, dort steht man am Alsterufer, dem nächsten Highlight.

Immer wichtiger für Touristen wie Einheimische wird die Hafencity. Und: Immer wichtiger werden Kulturevents. Hamburgs Museen waren schon immer gut, aber sie haben das nicht optimal nach außen verkauft. Heute locken großartige Ausstellungen die Gäste zu Hunderttausenden. Hinzu kommen neue Häuser, wie die Ballinstadt auf der Veddel oder das Maritim Museum in der Speicherstadt (Eröffnung Mitte 2008). Überhaupt die Speicherstadt: Sie ist und bleibt Hamburgs Perle am Elbufer. Zum Welterbe der Unesco soll sie eines Tages gehören, dies wünschen sich Hamburgs Stadtväter (und -mütter) und dieser Wunsch besteht zu Recht: Die roten Ziegelspeicher in ihrem phantastischen, in einem Wurf entstandenen Ensemble sind weltweit einmalig.

Lassen Sie das Auto stehen. Die ganze Innenstadt ist gut zu Fuß erlaufbar. Nutzen Sie die Angebote des Tourismusbüros, wie z.B. die Hamburg-Card, die ihnen freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln gewährt (Informationen unter www.hamburg-tourismus.de). Und wenn Sie auch nur ein wenig mehr Zeit haben, dann entdecken Sie Hamburgs Vielfalt in den Stadtvierteln: Eppendorf, St. Georg, Altona, Winterhude, Eimsbüttel und Blankenese waren einst alles von Hamburg unabhängige Dörfer oder kleine Städte. Alle haben sie ihre sympathischen Eigenarten erhalten. Es lohnt, diese zu entdecken. Es gibt wunderbare Kneipen, Boutiquen, bunte Läden, Theater und Kinos.

Binnenalster

Sie sind im Herzen der Stadt. Setzen Sie sich beim Schiffsanleger am Jungfernstieg auf die schönen, neuen Bänke, und genießen Sie den Anblick. Vor Ihnen legen die weißen Alsterdampfer ab, dazwischen ein paar Schwäne, in der Mitte der Binnenalster sprudelt die Fontäne - oder leuchten zur Weihnachtszeit Lichter auf einer riesigen Tanne. 18 ha groß ist der ehemalige Mühlenteich, der seine heutige Form nach dem großen Brand von 1842 erhielt. Während des Zweiten Weltkriegs hatte man die Binnenalster mit Pappattrappen überbaut - zur Desorientierung der feindlichen Bomber. Über 15 Jahre dauerten dann ab 1967 die technisch komplizierten Bauarbeiten des öffentlichen Nahverkehrs: Tief unter der Binnenalster verlaufen heute verschiedene Trassen für S- und U-Bahnen. | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Bischofsturm/Domplatz

Bei der Petri-Kirche im Schauraum im Souterrain finden Sie Reste des Bischofsturms, der einst an die Hammaburg grenzte (Mo-Fr 10-13, 15-17, Sa 10-13 Uhr | Eintritt 1,50 Euro | Speersort 10). Spannend sind die Ausgrabungen gegenüber auf dem Domplatz, einem jahrzehntelang von der Stadtplanung vernachlässigten Parkplatz. Dabei standen an diesem historisch wichtigen Ort die Gelehrtenschule Johanneum und später der große katholische Dom, den die Hamburger 1804-07 pietätlos Stein für Stein abtrugen. Bei Grabungen wurden nun weitere Reste gefunden. Stand hier die Hammaburg? Eifrig diskutieren die Hamburger, was aus dem Domplatz werden soll. Vielleicht ein modernes Bürgerzentrum? Oder noch ein Museum? | U 3, Mönckebergstraße

Bucerius Kunst Forum

Was wäre Hamburg ohne seine großen Mäzene? Gerd Bucerius, der Gründer der Wochenzeitung „Die Zeit“, gehörte dazu. 2002 gründete die von ihm finanzierte Zeit-Stiftung in den Räumen der ehemaligen Reichsbank am Rathausmarkt ein Ausstellungszentrum. Die Kuratoren haben ein geschicktes Händchen für anspruchsvolle Ausstellungen, die auch das breite Publikum faszinieren. | Tgl. 11-19, Do bis 21 Uhr | Eintritt 5, Mo 2,50 Euro | Rathausmarkt 2 | Tel. 3609960 | www.buceriuskunstforum.de | U 3, Rathaus

Chilehaus

Das Chilehaus galt bei seiner Fertigstellung 1924 als „architektonisches Weltwunder“. Stellen Sie sich direkt an die Spitze unter den Steinadler, dann können Sie die Faszination nachvollziehen. Über 4 Mio. rote Klinker verbaute Architekt Fritz Höger im Auftrag des Kaufmanns Henry B. Sloman, der sein Geld mit dem Import von Salpeter aus Chile verdiente. Der Bau des Hauses galt damals als Fanal für Hamburgs Wiederaufstieg nach dem Ersten Weltkrieg. | U1, Meßberg

Europa-Passage

Jahrzehntelang waren Ost- und Westcity getrennt. Nun können die Passanten vom Gänsemarkt bis zur Mönckebergstraße nur durch Passagen laufen. Und das tun sie jetzt auch in Massen, die Passage ist häufig voll. Ob die Idee gut war, bleibt offen, denn die geballte Kaufkraft (110 Geschäfte!) wird aus anderen Ecken der City abgezogen. Gebaut hat die Passage Hamburgs Architekturdarling Hadi Teherani. | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Fleetinsel

Rund um die Admiralitätsstraße, umgeben von Fleeten, hat sich ein Stück altes Hamburg erhalten, das heute vor allem bei Kunstfreunden beliebt ist. In den dank eines großzügigen Mäzens erhaltenen Kontorhäusern residieren einige der besten Galerien der Stadt, es gibt den wunderbaren Kunstbuchladen Sautter+Lackmann und das winzige Theater Fleetstreet (Admiralitätsstr. 71 | Tel. 39993883 | www.fleetstreet-hamburg.de), in dem junge Schauspieler mit wenig Geld und viel Herzblut häufig Großartiges auf die Bühne bringen. Dazu eine Handvoll nette Restaurants und im Sommer ein schönes Straßenfestival mit künstlerischem Anspruch. | S 1, 3, Stadthausbrücke

Grossneumarkt

Der „Große Neumarkt“ (so genannt, weil es bereits den kleineren Neumarkt bei der Nikolaikirche gab) war einst Sammelplatz der Hamburger Bürgerwache. Heute gibt es auf dem Großneumarkt viele gute Kneipen; im Sommer kann man dort romantisch unter Lichtern schmausen. Machen Sie einen kleinen Spaziergang weg vom Platz durch die Neustadt (die „Altstadt“ liegt rund um das Nikolaifleet). Im Valentinskamp finden Sie noch einige restaurierte Fachwerkhäuser, in der Peterstraße wurde eine gesamte Reihe prachtvoller Barockbauten wieder aufgebaut. Unter Denkmalschützern ist das Ensemble umstritten („Disneylandisierung“); unsereiner freut sich, dass mal wieder ein Mäzen tätig wurde. In diesem Fall war es Alfred C. Toepfer. | Metrobus 3, Bus 112, Johannes-Brahms-Platz

Hanseviertel

Sie gilt, Europa-Passage hin oder her, immer noch als Königin der Hamburger Passagenlandschaft. Die Mischung aus biederem Hanseatentum (Ziegel, Wappen, Münzen) und Luxusgehabe (Scampi- und Schampusstand) ist bemerkenswert. Dem Hamburger Architekturbüro GMP (von Gerkan, Marg und Partner) gelang mit dem damals spektakulären Glaskuppelbau 1980 der internationale Durchbruch. Passagen haben eine lange Tradition in der Stadt: Die erste war „Sillems Bazar“, ein 1845 errichteter Passagendurchgang, der später durch den protzigen Hotelneubau Hamburger Hof (heute auch eine Passage) ersetzt wurde. Die Colonnaden, Hamburgs schönste alte Einkaufsstraße, wurden ebenfalls Mitte des 19. Jhs. errichtet. Die repräsentativen Hausfassaden mit ihren prachtvollen Arkaden lassen italienisches Flair aufkommen - in den letzten Jahren wird auch hier endlich Geld investiert, und es gibt ein paar nette Restaurants. | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Hühnerposten

Ein nettes Plätzchen für Touristen zum Aufwärmen, Surfen oder Zeitunglesen, denn hier ist die Zentralbibliothek untergebracht. Als trendige Partylocation lockt der Hühnerposten am Wochenende zum Tanzen. Die beiden auffallenden Bronzefiguren auf dem Vorplatz stammen von dem Bildhauer Stephan Balkenhol. | Bücherei: Mo 14 bis 19, Di-Fr 11-19, Sa 11-16 Uhr | Eintritt frei | Hühnerposten 1 | Tel. 42606215 | www.buecherhallen.de | S-/U-Bahn Hauptbahnhof

Jacobikirche

Die Jacobi-Kirche zählt zu den fünf Hauptkirchen der Hansestadt. Im Krieg wurde sie schwer beschädigt. Ihr wertvollstes Stück, die barocke Arp-Schnitger-Orgel mit ihren 60 Registern, blieb jedoch erhalten. Jeden Do um 12 Uhr gibt es eine Orgelführung. | Mo-Sa 10-17 Uhr, Turm zu unregelmäßigen Zeiten geöffnet | Jakobikirchhof 22 | www.jacobus.de | U 3, Mönckebergstraße

Jungfernstieg

„Die schönste Einkaufsstraße der Welt“ nennen ihn die Hamburger. Vielleicht etwas übertrieben, aber die jüngste Grundrenovierung hat Erstaunliches bewirkt: Wo sich die Fußgänger früher dem Autoverkehr unterordnen mussten, spielen sie heute wieder die Hauptrolle. Leider hat der Kommerz die Straße voll im Griff. Im Sommer gibt es Budenfeste über Budenfeste. Was hätte wohl Heinrich Heine angesichts des bunten Treibens geschrieben? Zu gern lästerte er beim Kaffee im Alsterpavillon über die hanseatischen „Pfeffersäcke“. Den Alsterpavillon (Café Alex) gibt es immer noch. Allerdings treffen sich dort nicht mehr die Intellektuellen, sondern die City-Besucher aus der Vorstadt. Aber der Blick von der Terrasse ist immer noch überwältigend schön! | S-/U-Bahn Jungfernstieg

Kunsthalle

Das Verhältnis der Hamburger zur bildenden Kunst ist merkwürdig. Einerseits ist ihnen die Kultur ein „Staatsziel“, andererseits scheinen viele nicht zu wissen, dass die Kunsthalle eines der wichtigsten Kunstmuseen der Republik ist. Sicher, bei großen Ausstellungen, wie 2006 zu Caspar David Friedrich, reicht die Schlange bis auf die Straße. In der wunderbaren Dauerausstellung aber trifft man oft keinen Menschen. Dabei lohnt der Besuch der Kunsthalle mit ihren frisch renovierten Ausstellungsräumen immer. Besuchen Sie die Alten Meister, hier vor allem den Wandelaltar von Meister Bertram, und die Klassische Moderne mit ihren Hauptwerken von Max Liebermann über Emil Nolde bis zu Pablo Picasso. In der Galerie der Gegenwart, einem Kubusbau von Oswald Mathias Ungers, finden Sie Werke von Gerhard Richter, Jeff Koons oder Georg Baselitz. Im „Hubertus-Wald-Forum“gibt es kleinere Sonderausstellungen. Im Café Liebermann sollten Sie sich eine Pause gönnen. | Di-So 10-18, Do bis 21 Uhr | Eintritt 8,50 Euro | So 10-14 Uhr Brunch mit Führung 25 Euro | Glockengießerwall | Tel. 428131200 | www.hamburger-kunsthalle.de | S-/U-Bahn Hauptbahnhof

Mönckebergstrasse

In einem eleganten Bogen wurde die 29 m breite Straße 1908-11 durch das Gängeviertel geschlagen. Gleichzeitig fräste man sich für eine U-Bahn durch das Erdwerk. Handwerker, Fuhrleute und Arbeiter wurden umgesiedelt, einige Jahre zuvor hatte in den Gassen rund um die Jacobi-Kirche die Cholera gewütet. Nun entstanden Kontorhäuser, der Mönckebergbrunnen am Anfang der Spitalerstraße wurde von Fritz Schumacher entworfen, zur „Förderung des städtischen Lebens“. Lebendig ist es auf der Mönckebergstraße immer, um nicht zu sagen voll. Früher gab es hier vor allem Billigläden, Würstchen und herumstehende Männer mit der Astra-Bierdose in der Hand. Die Europa-Passage brachte eine deutliche Aufwertung. Viel wichtiger: Die Würstchen an den beiden gegenüberliegenden Ständen in der Höhe von C&A schmecken immer noch. | U3, Mönckebergstraße

Museum für Kunst und Gewerbe

Das MKG gehört zum Pflichtprogramm aller kulturell interessierten Hamburg-Besucher. Zurzeit wird es grundrenoviert, einige Abteilungen sind deshalb vorübergehend geschlossen. Doch das Haus ist so riesig, dass es immer genug zu sehen gibt. Bewunderung für seine Weitsicht gebührt dem ersten Museumsdirektor Justus Brinckmann. 1900 kaufte er in Paris ein komplettes Jugendstilzimmer. Berühmt ist auch die Ostasien-Abteilung. Mit Voranmeldung können Sie an einer original japanischen Teezeremonie teilnehmen. Ganz neu präsentiert sich die Porzellan- und Fayencensammlung; immer wieder Aufsehen erregen spektakuläre Foto- und Plakatausstellungen. Stärken Sie sich im netten Museumscafé Destille an einem der leckeren Salate. | Di-So 10-18, Do bis 21 Uhr | Eintritt 8 Euro | Steintorplatz | Tel. 4281342732 | www.mkg-hamburg.de | S-/U-Bahn Hauptbahnhof

Petri-Kirche

Ohne Gespür für den verletzten Stolz der Hamburger hatten die Soldaten Napoleons in der wuchtigen Backsteinkirche kurzerhand ihre Pferde einquartiert. Damit nicht genug: Kurz vor Weihnachten 1813 befahl der französische Kommandant den Stadtbewohnern, sich für die kommenden Monate mit Lebensmitteln auszustatten. Wer das nicht konnte, dem drohte Vertreibung. Tausende dieser Ärmsten der Armen verbrachten eine Nacht voller Schrecken und Kälte in der Petri-Kirche, bevor man sie am 25. Dezember durchs Millerntor über die Stadtgrenze trieb. Ein Gemälde in der Kirche erinnert an das Ereignis. | Mo bis Fr 10-18.30, Sa 10-17, So 9-21 Uhr | Speersort 10 | www.sankt-petri.de | U3, Rathaus

Rathaus

Machen Sie eine Rathausführung mit: Gold und Prunk, wohin das Auge blickt. So auch im großen Kaisersaal, der seinen Namen erhielt, weil Wilhelm II. am 19. Juni 1895 in den Räumen die Einweihung des Nord-Ostsee-Kanals feierte. Feierlich und ehrwürdig geben sich die Hamburger Honoratioren alle Jahre im Februar: Seit 1356 feiern sie dann mit „Vertretern der Hamburg freundlich gesinnten Mächte“ das Matthiae-Mahl.

Beim Großen Brand 1842 war das Alte Rathaus an der Trostbrücke gesprengt worden, in der Hoffnung, auf diese Weise das Feuer eindämmen und noch Schlimmeres verhindern zu können. Anschließend stritt und diskutierte man Jahrzehnte um einen Neubau. Erst dem Architekten Martin Haller gelang 1880 mit dem von ihm gegründeten „Rathausbaumeisterbund“ der Durchbruch. Einfach war der Bau auch aus technischer Sicht nicht. 4000 Pfähle mussten in den morastigen Alstermarschboden gerammt werden. Sie tragen noch heute den 113 m breiten und 70 m tiefen Baukörper mit seinem 112m hohen Mittelturm. Mit viel Glück hat das Rathaus im Zweiten Weltkrieg wenig gelitten und gilt heute als eines der wichtigsten deutschen Bauwerke des Historismus. Parlament heißt das neue Restaurant in den Räumen des alten Rathauskellers (tgl. | Tel. 70383399 | €€). Besichtigung Rathausdiele Mo-Fr 8-18 Uhr, Führungen halbstündlich Mo bis Do 10-15, Fr-So 10-13 Uhr | Ticket 3 Euro (vorher anrufen, Führungen finden nicht immer statt) | Rathausmarkt 1 | Tel. 428312470 (Bandansage) | U 3, Rathaus

Alter Elbtunnel

Es ruckelt und rattert und ist ein echtes Abenteuer: eine Fahrt mit dem Autofahrstuhl hinunter bis unter die Elbe, 24 m tief. Als der Alte Elbtunnel 1911 gebaut wurde, galt er als Weltsensation: 448,5m ist er lang und diente zunächst vor allem den Hafenarbeitern auf ihrem morgendlichen Weg zur Maloche. Der Kuppelbau an den Landungsbrücken hatte das Pantheon in Rom zum Vorbild. An den Wochenenden ist der Tunnel für Autos gesperrt. | Fußgänger und Radfahrer rund um die Uhr, Autos nur Mo-Fr 5.30-20 Uhr | Ticket 2 Euro | S-/U-Bahn, Landungsbrücken

Bismarck-Denkmal

Das größte Denkmal Hamburgs, 15 m hoch ist allein die Figur. 1906 eingeweiht, wurde es nie geliebt: „Eine Scheußlichkeit sondergleichen“, urteilte der ehemalige Opernintendant Rolf Liebermann. Auch heute noch trifft man hier nur wenige Hamburger, trotz des tollen Blicks auf den Hafen. Seit 2007 ist eine Sanierung im Gang. Ähnlich wie der ungeliebten Kanzlerstatue erging es auch einem Standbild von Kaiser Wilhelm I. Das Reiterdenkmal von 1889 war eigentlich für den Rathausmarkt geplant, doch schon 1930 wurde es an die Wallanlagen gebracht. Dort steht es noch heute, genauso konsequent ignoriert wie der olle Reichskanzler. | S-/U-Bahn, Landungsbrücken

Cap San Diego

Weiß, stolz und schlank liegt der ehemalige Stückgutfrachter an der Überseebrücke, dort, wo früher die Kreuzfahrtschiffe anlegten. Die 1961 vom Stapel gelaufene Cap San Diego gilt als größtes fahrtüchtiges ziviles Museumsschiff der Welt. Echtes Seemansfeeling stellt sich ein, wenn Sie in einer der (erstaunlich großen) Kajüten übernachten (€). Buchen Sie eine Fahrt auf der Cap San Diego zur Schiffsparade beim Hafengeburtstag, schöner geht's nicht. | Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 6 Euro | Überseebrücke | Tel. 364209 | www.capsandiego.de | S-/U-Bahn, Landungsbrücken

Deichstrasse

„Fuer! Fuer in de Deiekstraat„, erscholl der Ruf des Nachtwächters am 5. Mai 1842 um 1 Uhr morgens. Die Ereignisse der nächsten drei Tage haben das Stadtbild Hamburgs mehr geprägt als die Zerstörungen der Bombennächte im Zweiten Weltkrieg. Alt-Hamburg lag nach dem Großen Brand in Schutt und Asche, jeder dritte Bewohner war obdachlos. Unter Federführung von Alexis de Chateauneuf erstand eine fast neue Stadt: das „Venedig des Nordens“, mit den Alsterarkaden und dem Rathausmarkt. In der Deichstraße sieht es heute wieder (fast) so aus wie um 1842. Zu verdanken ist dies dem Verein „Rettet die Deichstraße“. Sie können durch schmale Gänge zum Fleet hinunter spazieren und dort auf dem Anleger essen. Bei Niedrigwasser ist das Vergnügen eingeschränkt, der Schlamm mieft. | U3, Rödingsmarkt

Erotic Art Museum

Erotisches zwischen Kunst und Kitsch: Hier geht's zur Sache, mal peinlich, mal künstlerisch, auf jeden Fall immer interessant. Bei Redaktionsschluss war das Museum wegen Umbauarbeiten geschlossen. Es soll aber sobald wie möglich wieder eröffnet werden. | Bernhard-Nocht-Str. 69 | Tel. 3178410 | www.eroticartmuseum.de | S 1, 3, Reeperbahn

Hamburgmuseum

Schon die Fassade ist die reinste Pracht, und auch innen besticht das von Fritz Schumacher geplante und 1922 eingeweihte Museum durch prachtvolle Aufgänge und Räume. Lassen Sie sich zurückbeamen in die Ritterzeit des Mittelalters oder zu der Katastrophe des Großen Brandes von 1842. Sie können von der Brücke des Dampfers „Werner“ auf den Hamburger Hafen um 1938 schauen, in originalen Kaufmannsdielen auf den Spuren der „Pfeffersäcke“ wandeln oder ein Modellschiff in einem Wasserdock auf- und abschweben lassen. Kurz und gut: Was zur Hamburger Geschichte zu sagen ist, ist hier zu finden. Eine schöne Modelleisenbahn gibt es auch noch (Fahrzeiten viermal tgl.). Für Kulturmüde gibt es das Café Fees im glasüberdachten Innenhof. | Di-Sa 10-17, So 10-18 Uhr | Eintritt 7,50 Euro | Holstenwall 24 | Tel. 4281322380 | www.hamburgmuseum.de | U3, St. Pauli

Landungsbrücken

Glaubt man den Statistiken, dann sind die Landungsbrücken nach dem Brandenburger Tor in Berlin Deutschlands zweitwichtigste touristische Attraktion. Tatsächlich ist auf dem Wasserbahnhof immer was los. 1904 bis 1910 wurde die Pontonanlage errichtet. Im Minutentakt legen Hafenfähren an und ab, dazwischen der Katamaran nach Helgoland oder einer der beiden Schaufelraddampfer (einer stammt aus Holland, der andere aus Deutschland). Bis ca. 2009 wird hier gebaut, an einigen Teilen wird die Flutschutzmauer erhöht. Wichtig für Ihre Orientierung ist, dass die Brücken Nummern haben. Die Hadagfähre der Linie 62 z.B. finden Sie auf der Brücke 3. Lassen Sie sich von der Hektik - werbende Hafenrundfahrtskapitäne, verhetzte Pendler, Ausflügler mit Fahrrädern - nicht verunsichern. Kaufen Sie sich ein Fischbrötchen, steigen Sie ein paar Stufen hoch, und betrachten Sie das Gewimmel von oben. | S-/U-Bahn Landungsbrücken

Michaeliskirche

Der Michel, pardon, die St. Michaeliskirche, ist das wohl wichtigste Wahrzeichen der Stadt. Keine andere Kirche genießt bei den Hamburgern ein derartiges Ansehen. Geht es dem Michel schlecht, dann kommen sie und spenden. Der jetzige prachtvolle Barockbau wurde von den Baumeistern Johann Leonard Prey und Ernst Georg Sonnin geplant und 1786 endgültig fertiggestellt. Als ein Feuer im Juli 1906 die Kirche komplett zerstörte, entschied sich der Senat ohne Zögern für einen Wiederaufbau nach den gleichen Plänen am gleichen Platz. Ohne einen Besuch des Michels sollten Sie Hamburg nicht verlassen. Am schönsten dort sind die Konzerte, z.B. während der Bach-Wochen alljährlich im Herbst; romantisch die Weihnachtskonzerte und Gottesdienste, wenn das weiße Holz der Balustrade mit seinen Goldverzierungen nur von Kerzen erleuchtet ist. Der Turm ist 132 m hoch, 452 Stufen führen nach oben (es gibt aber auch einen Fahrstuhl). Besichtigen Sie auch die Gruft: Sie wurde erst vor einigen Jahren eröffnet. Hamburgs ehemaliger Musikdirektor Carl Philipp Emanuel Bach (1714-88) ist hier begraben. Der zweite Sohn von Johann Sebastian Bach hatte die Stelle 1767 als Nachfolger von Georg Philipp Telemann angetreten. Die Diashow Hamburg-History führt Sie durch 1000 Jahre Hamburger Geschichte (alle halbe Stunde | tgl. 12.30-15.30 Uhr, im Winter nur Sa/So). | Kirche und Turm: tgl. 9-19.30 Uhr, Nov.-April 10 bis 17.30 Uhr, Gruft tgl. 11-16.30 Uhr (die Zeiten wechseln häufig, während der Gottesdienste sind in der Regel keine Besichtigungen möglich), Turmchoral Mo-Sa 10 und 21, So 12 Uhr | Eintritt für Turm, Diashow und Gruft zusammen 5 Euro | Englische Planke 1a | Tel. 37678199 | www.st-michaelis.de | Schnellbus 37, Michaeliskirche

Nikolaikirchturm

Nur der 147 m hohe Turm überlebte den Bombenhagel im Krieg, heute ist der Turm ein Mahnmal. Die frühere Hauptkirche war bei ihrer Zerstörung noch gar nicht so alt: Nach dem Großen Brand war sie als mittelalterlich-gotische Kathedrale wiederauferstanden. Die Pläne dafür hatte Gottfried Semper entworfen. Der berühmte Erbauer der Semperoper in Dresden kam aus Hamburg und verdiente sich seine ersten Lorbeeren als Mitglied der „Technischen Kommission“. Kaufen Sie sich für 4 Euro eine Kombikarte für den gläsernen Fahrstuhl im Turm und das Kriegs-Dokumentationszentrum. Der atemberaubende Blick wird ergänzt durch beeindruckende Fotos vom zerstörten Hamburg. | Tgl. 10-18 Uhr, im Sommer länger | www.mahnmal-st-nikolai.de | U3, Rödingsmarkt

Panoptikum

Ständig ändert sich alles auf der Reeperbahn - das Panoptikum bleibt sich treu. 125 Jahre ist es alt, über 130 Wachsfiguren erwarten Sie, darunter Zauberschüler Harry Potter alias Daniel Radcliffe oder Papst Benedikt XVI. | Mo-Fr 11-21, Sa 11-24, So 10 bis 21 Uhr | Eintritt 4,50 Euro | Spielbudenplatz 3 | Tel. 310317 | www.panoptikum.de | S1, 3, Reeperbahn

Reeperbahn

Sie dürfen es ruhig zugeben: Auf die Reeperbahn sind Sie schon neugierig - wo auch sonst bekommt man so ungeniert Kontakt zum Rotlichtviertel? Der käufliche Sex spielt immer noch eine wichtige Rolle auf Hamburgs sündiger Meile. Einige tausend Prostituierte sind offiziell registriert, dazu kommt eine hohe Dunkelziffer. Tagsüber ist das alles ziemlich traurig, am Abend, mit den vielen Lichtern und Leuchtreklamen, schön bunt. Hintergrundwissen vermittelt die „Historische Hurentour“ (Do-Sa 20 Uhr | Treffpunkt Davidwache | 25 Euro pro Person | nur mit Voranmeldung | Mindestalter 18 Jahre). Keine falschen Hoffnungen: Die Damen sind ausgebildete Gästeführerinnen und vollkommen seriös. Natürlich wird trotzdem Klartext geredet. Aber das ist heute nur die eine Seite von St. Pauli. Rund um die Reeperbahn finden sich längst die besten Clubs und Bars der Stadt, es gibt Theater, Kabaretts, Musicals und Lesungen. Bewährte und begehrte Locations für Liveauftritte sind Große Freiheit 36, D-Club und Molotow auf dem Kiez. Mit dem 2006 neu etablierten Reeperbahn-Festival holen die Clubbetreiber die Musikszene wieder an die Meile: Newcomer-Bands und Stars spielen an drei Tagen im September in diversen Clubs rund um den Kiez (www.reeperbahnfestival.com). Im Starclub an der Großen Freiheit starteten die Beatles ihre Karriere, Little Richard und Bill Haley waren auch da. Den Club gibt es nicht mehr, bis jetzt erinnert nur ein Gedenkstein im Hinterhof des Hauses Große Freiheit 39 an die wilden Zeiten. Wenn Corny Littmanns Pläne aufgehen, dann wird es aber ab 2008 den lang ersehnten Beatles-Platz geben. Bei Stattreisen e.V. können Sie eine „Beatles-Tour“ buchen (Mai-Sept. Sa 19 Uhr | 16 Euro | Anmeldung: Tel. 4303481 | www.stattreisen-hamburg.de). S1, 3, Reeperbahn

Rickmer Rickmers

Ganz schön eng, so ein Matrosenbett, und der Koch in der Kombüse musste balancieren können. Auf Hamburgs erstem Museumsschiff wird das harte Seemannsleben lebendig. Seit 1987 liegt der schnittige, grüne Windschoner (Segelfläche 3500 m²) an der Brücke 1 der Landungsbrücken - dank der Aktivitäten des Vereins „Windjammer für Hamburg“. Verschicken Sie eine Postkarte von dort, das Schiff ist offizielle Schiffspoststelle. | Tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 3 Euro | Landungsbrücken | www.rickmer-rickmers.info | S-/U-Bahn Landungsbrücken

Deichtorhallen

Einst trafen sich hier die Marktfrauen aus dem Umland - ihr Gemüse hielten sie in unterirdischen Kellerräumen frisch. Heute parken unten Autos, und oben treffen sich die Kunstfreunde und Anhänger der Fotografie. In der Südhalle, dem Haus der Fotografie, fand die Sammlung von F.C. Gundlach eine ehrenvolle Heimat, zusammen mit dem Bildarchiv des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Gegenüber in der Nordhalle gibt es zeitgenössische Kunst. Zu Fuß vom Hauptbahnhof gehen Sie nur 10 Minuten und passieren dabei die so genannte „Kunstmeile“: Galerien, der Kunstverein und die Akademie der Künste haben sich hier angesiedelt und schaffen es leider seit Jahren nicht, dies auch dem Publikum zu kommunizieren. Die Türen sind oft geschlossen. Einen schönen Souvenirshop finden Sie an der „Abflugstelle“ des Heißluftballons. Das Restaurant der Deichtorhallen, Fillet of Soul, ist einer der Hot Spots der Stadt. | Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 7 Euro | Deichtorstr. 1-2 | www.deichtorhallen.de | U1, Steinstraße

Denkmal Störtebeker

Angeblich hatte Klaus Störtebeker kurz vor seinem Tod dem Henker noch ein Zugeständnis abgerungen: Alle Mitverurteilten, an denen er noch kopflos vorüberlaufen konnte, sollten frei kommen. Viele Legenden ranken sich um den berühmten Piraten, der im 14. Jh. auf Elbe und Ostsee sein Unwesen trieb. Das Denkmal stand Jahrzehnte unbeachtet am Brooktor. Wegen der Bauarbeiten der Hafencity musste es erstmal umziehen, der endgültige Standort ist noch nicht fest. | Großer Grasbrook | Metrobus 6, Am Dalmannkai

Dialog im Dunkeln

Wie fühlt sich ein Briefkasten an, und woran erkennt man das Ende eines Bürgersteigs? Blinde und Sehbehinderte wissen das. Hier spazieren aber alle Besucher durch totale Dunkelheit - ein erhellendes Erlebnis. Das finanzielle Überleben dieser so sinnvollen Einrichtung ist permanent gefährdet. Deshalb: Hingehen und unterstützen! Ohne Voranmeldung läuft allerdings nichts. Eine Tour dauert ca. eine Stunde. | Di-Fr 9-17, Sa/So 11-17 Uhr | Tickets 14 Euro | Alter Wandrahm 4 | www.dialog-im-dunkeln.de | U1, Meßberg

Hamburg Dungeon

Hier erwartet Sie eine Art moderner Geisterbahn zur Geschichte Hamburgs: Elbflut, Stadtbrand, Cholera - keine Katastrophe wird ausgelassen. Ziemlich drastisch und nix für Kinder unter 10 Jahren, auch wenn die ganze Vorstellung (dank Laiendarstellern) manchmal eher ungewollt komisch als gruselig wirkt. | Tgl. 11 bis 18 Uhr | Eintritt 16,50 Euro | Kehrwieder 2 | Tel. 36005522 | www.hamburgdungeon.com | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

HHLA-Zentrale, St. Annen 1

Türme, Zinnen, Erker: Das Gebäude erinnert eher an ein Märchenschloss als an eine Geschäftszentrale. Hier residiert die HHLA, die Hamburger Hafen und Logistik AG. Dem stadteigenen, 1885 gegründeten Unternehmen gehörten die Speicherstadt, der Containerhafen Altenwerder, der Burchardkai und vieles mehr. Als der Hamburger Senat kurzzeitig erwog, diese Urhamburger Institution an die Deutsche Bahn zu verscherbeln, tobte die Öffentlichkeit. Nun ist ein Teilbörsengang geplant. Wenn Sie den Pförtner freundlich fragen, lässt er Sie vielleicht in den überdachten Innenhof hinein. | St. Annen 11 | Metrobus 3, 6, St. Annen

Info-Center Kesselhaus

Ein idealer Ausgangspunkt für jede Tour durch die Speicherstadt und die Hafencity. In dem ehemaligen Elektrizitätswerk der Speicherstadt finden Sie heute ein 8x4 m großes Stadtmodell. Mit der Hafencity wird Hamburgs Innenstadtfläche um 40 Prozent (!) erweitert. 1,8 Mio. m² Bruttogeschossflächen entstehen, darunter 5500 Wohnungen, eine Schule, eine Universität, ein Science-Center und, und, und... Das Kesselhaus bietet viel Information, interaktiven Schnickschnack für die Jugend, außerdem ein Café mit leckeren Snacks. Jeden Samstag starten von hier um 15 Uhr kostenlose Rundgänge durch die Hafencity. | Di-So 10-18 Uhr | Am Sandtorkai 30 | Tel. 36901799 | www.hafencity.de

An sieben Wochenenden im Juli und August wird der Platz vor dem Info-Center zu Hamburgs schönster Freiluftbühne, wenn der Hamburger Jedermann aufgeführt wird. Der Tod kommt im Boot angerudert, und Jedermann ist ein typischer Hamburger „Pfeffersack“- eine großartige Inszenierung. Buchen Sie rechtzeitig! | Karten 16-48 Euro | Tel. 3696237 | www.hamburger-jedermann.de | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

Internationales Maritim Museum

1879 wurde der Kaispeicher B am Magdeburger Hafen erbaut. Als Silospeicher erwies sich der Backsteinkoloss jedoch schon bald als nutzlos. Anfang 2008 eröffnet in dem aufwendig renovierten Gebäude das Internationale Maritim Museum Hamburg seine Pforten. Die riesige Sammlung ist eine Spende des ehemaligen Springer-Verlagschefs Peter Tamm. Kritiker werfen dem Maritim-Freund vor, dass seine Sammlung zu martialisch sei: zu viele Kriegsschiffe. Außerdem ärgern sie sich darüber, dass Hamburg dem privaten Museum mit mehreren Millionen den Umbau finanziert hat. Doch das Museum wird weltweit das größte seiner Art - ein echter Superlativ! | Metrobus 3, 6, Bei St. Annen

Magellan- und Marco-Polo-Terrassen

Als sofort nach Eröffnung der großzügig angelegten Magellan-Terrassen am Sandtorhafen bzw. der Marco-Polo-Terrassen am Grasbrookhafen Skater die schönen Abfahrten für sich entdeckten, versah man diese mit fiesen, kleinen Eisenstoppern. Nun ist alles ruhig und sauber. Will man so die Hafencity zu einem neuen lebendigen Stadtteil machen? Nach der ersten Euphorie macht sich inzwischen Skepsis breit: Was nützen schicke Häuser und Plätze, wenn das wahre Leben ausgesperrt bleibt? Aber vielleicht dürfen zumindest mal ein paar Eisverkäufer tätig werden oder besser noch, Glühweinverkäufer. Denn in der Hafencity bläst in der Regel ein frischer Wind; es ist meist ziemlich kühl. Nehmen Sie eine Jacke mit! | Großer Grasbrook | Metrobus 6, Am Dalmannkai

Miniaturwunderland

Superlative über Superlative und diesmal zu Recht: Was die Gebrüder Braun mit ihrem Vater und ihren Mitarbeitern in der Speicherstadt verwirklicht haben, lässt sich nur so beschreiben: ein Spitzenerlebnis für die ganze Familie. Zahlen gefällig? 12 km Gleislänge, 13000 Waggons, 200000 Figuren, 3500 Häuser usw. Gesteuert wird diese größte Modellbahnanlage der Welt mit 64 Computern und viel Herzblut des Teams. Die Alpen wurden nachgebaut und der Grand Canyon, ein Fußballspiel zwischen den Lokalrivalen HSV und FC St. Pauli, die Köhlbrandbrücke und Las Vegas. Eine neue Transrapidstrecke ist im Bau. Den 4-millionsten Besucher begrüßte man Anfang 2007. Der beste Zeitpunkt für einen Besuch ist der frühe Abend; auf der Internetseite können Sie aktuell erfahren, wie lange man gerade warten muss. Und noch ein Tipp: Machen Sie eine Führung hinter die Kulissen mit. | Mo-Fr 9.30-18, Di 9.30-21, Sa/So 8.30-21 Uhr (Zeiten häufig auch länger) | Eintritt 10 Euro | Kehrwieder 2 | Tel. 3006800 | www.miniatur-wunderland.de | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

Neue Elbphilharmonie Hamburg

64 Mio. Euro sammelte die eigens gegründete Stiftung innerhalb weniger Monate aus privater Hand für Hamburgs zukünftiges neues Wahrzeichen, vulgo Konzerthaus. Das Bild von dem wellenartigen, futuristischen Glaspalast auf dem ehemaligen Kakaospeicher A nach den Plänen der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron hängt an jeder Ecke. Kostensteigerung von 186 auf 241 Mio. Euro? Peanuts, hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Was würde wohl der Speicher-Erbauer Werner Kallmorgen dazu sagen? Der Hamburger Architekt galt als Vertreter klarer, puristischer Linien und kubusartiger Bauten, wie eben des wuchtigen Ziegelklotzes, auf dessen ehemaligen Böden nun bald Autos parken werden. Die Grundsteinlegung fand am 2. April 2007 statt, die ersten Gäste werden für 2010 erwartet. | Sandtorhöft | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

Speicherstadtmuseum

Es sind Menschen wie Henning Rademacher, die die alte Speicherstadt am Leben erhalten. Der Hafenfreund verteidigt mit Engagement und pfiffigen Ideen den schönen alten Museumsspeicher gegen Luxussanierungsmaßnahmen. Der Aufgang zum dritten „Boden“, so nennt man die Etagen in den Speicherhäusern, lohnt sich unbedingt: Hier erfahren Sie, was Schauerleute früher machten und woher der Strom für die Hebekräne an den Speicher kam (aus dem heutigen Info-Center im Kesselhaus). Die Kaffeeklappe bietet kleine Snacks. | Di-So 10-17, im Sommer Sa/So bis 18 Uhr | Eintritt 3 Euro | St. Annenufer 2 | Tel. 321191 | www.speicherstadtmuseum.de | Metrobus 3, 6, Bei St. Annen

Spicy's

Und noch ein Beispiel für echten Enthusiasmus: Als Viola Vierk 1993 mit ihrem Gewürzmuseum in die Speicherstadt zog, war hier noch nicht viel los, heute ist das Haus längst eine Institution. Sie können nach Herzenslust schnuppern, riechen und schmecken oder an ausgefallenen Stadtrundgängen teilnehmen - z.B. mit dem historisch kostümierten Nachtwächter Volker Roggenkamp. | Di-So 10-17 Uhr, Rundgänge März bis Sept. fast jeden Sa 20.30 Uhr | Eintritt 3 Euro | Am Sandtorkai 32 | Treffpunkt: U-Bahn Station Baumwall, Ausgang Kehrwiederspitze | Tel. 367989 | www.spicys.de | Karten inkl. Museumseintritt 13 Euro | Metrobus 3, 6, Auf dem Sande

U-Boot 434

Etwas unheimlich, aber real: 92m lang ist das original erhaltene russische U-Boot, das Sie am etwas abgelegenen Versmannkai besichtigen können. Es wird von einigen Stadtrundfahrten angefahren. | April-Okt. Mo-Do 10-18, Fr-So 9-19, Nov. bis März tgl. 10-18 Uhr | Eintritt 8 Euro | Versmannstr. 23c | www.U-434.de

View Point Hafencity

Das ist momentan sicher einer der spannendsten Aussichtspunkte der Stadt! In den nächsten Jahren soll der mobile Turm immer dort stehen, wo es was zu sehen gibt. Da jedoch in der ganzen Hafencity Pläne und Karten aufgestellt sind, finden Sie das auffällig orangefarbene Teil sicher schnell. Vielleicht blicken Sie von dort auf riesige Schächte - dann entsteht dort die neue U-Bahn Linie 4, eines der umstrittenen und immens teuren Prestigeprojekte der Hafencity. Oder vor Ihnen liegen einfach nur riesige Sandberge. Die alle sinnvoll zu beseitigen, ist eine der großen logistischen Herausforderungen des Projekts. | Großer Grasbrook | Metrobus 6, Am Dalmannkai

Altonaer Balkon

Ein toller Aussichtspunkt und ein beliebter Treffpunkt für Boulespieler und Grillfreunde, wenn die Sonne scheint. Weit vor ihnen spannt sich die Köhlbrandbrücke in 54 m Höhe frei über die Fahrrinne des Köhlbrands, 500m ist die Schrägseilbrücke lang - ein technisches Meisterwerk. Vom Altonaer Balkon aus können Sie gut Spaziergänge starten. Rechts hinunter geht es an der Elbe in ein paar Stunden bis nach Wedel, links in die City. Möglich macht dies der Elbhöhenweg, insgesamt ca. 23km lang (nicht immer ausgeschildert). | Palmaille/Klopstockplatz | Bus- und S-Bahnhof Altona

Altonaer Museum

Ein liebenswertes Haus mit Schuten, Ewern (alte Fischkutter) und Galionsfiguren. Dazu gibt es norddeutsche Landschaftsmalerei vom 18. Jh. bis in die Moderne. Dank Umbauten und neuer Konzepte weht heute ein frischer Wind in den alten Hallen. Das Museumscafé finden Sie in einer original wieder aufgebauten Kate aus dem Alten Land. | Di-So 10-18, Do 10-21 Uhr | Eintritt 6 Euro | Museumsstr. 23 | Tel. 428113582 | Bus- und S-Bahnhof Altona

Altonaer Rathaus

„All to nah“ an Hamburg (auf Hochdeutsch „allzu nah“) war dieser einst dänische Stadtteil. Über Jahrhunderte lebten hier viele Glaubensflüchtlinge, die Straßen Große und Kleine Freiheit erinnern in ihren Namen daran. 1864 kam Altona zu Preußen. Aus dem alten Bahnhof wurde 1896-98 ein prachtvolles, weißes Rathaus mit Reiterstandbild von Wilhelm I. Heute zählt es zu den begehrtesten Standesämtern der Stadt. Zu Hamburg kam Altona übrigens erst 1937 durch das so genannte „Groß-Hamburg-Gesetz“. | Bus- und S-Bahnhof Altona

Barlachhaus

Vielleicht eines der schönsten kleinen Museen in Hamburg. Der schlichte Bau von Werner Kallmorgen mitten im Jenischpark besticht durch seine klaren Linien. Innen finden Sie die wunderbare Sammlung des Hamburger Mäzens (und einstigen Tabakkönigs) Hermann F. Reemtsma. Der Bildhauer Ernst Barlach war unter den Nazis verfemt und verfolgt. Reemtsma ließ sich davon nicht beeindrucken, sondern gab ihm Aufträge. | Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 5 Euro | Baron-Voght-Str. 50a | Tel. 826085 | www.barlach-haus.de | Bus 115, Hochrad

Fischmarkt/Fischauktionshalle

Es soll Hamburger geben, die waren noch nie da, für andere gehört der Fischmarktbesuch zum rituellen Abschluss ihrer Party- oder Kneipentour. Kurz und gut: Für empfindliche Seelen ist der sonntägliche Rummel nix. Die Sprüche der Bananen- und Aalverkäufer sind derb, das Gedränge von Zehntausenden von Besuchern schon morgens um 6 Uhr oft enorm. Trotzdem: Einmal sollten Sie sich das Vergnügen gönnen. Viel Fisch bekommen Sie nicht mehr - dafür aber dicke Pötte mit Grünpflanzen für 5 Euro, auch ein schönes Mitbringsel (April-Okt. 5-9.30, Nov. bis März 7-9.30 Uhr). Um Ihren Magen zu sanieren, besuchen Sie am besten den Brunch in der Fischauktionshalle, 1895 als „Kathedrale des Fischs“ von den Altonaer Kaufleuten errichtet. | Bus 112, Fischmarkt

Grosse Elbstrasse

Es ist schon ein paar Jahre her, dass diese Straße wegen ihres Autostrichs verrufen war. Heute steht ein Neubau am anderen, als „Perlenkette am Elbufer“ erlebte die Große Elbstraße eine Neugeburt. Machen Sie einen Spaziergang vom Fischmarkt aus. Sie können Fisch essen oder schick „lunchen“. Am alten Kreuzfahrtterminal finden Sie im Sommer die Beachclubs. Das spektakulärste Bürogebäude der Stadt ist das Dockland, 2005 von Hadi Teherani erbaut. Steigen Sie auf die „Kommandobrücke“, also aufs Dach. Das ist erlaubt, und von dort oben ist der Blick sensationell. | S1, 3, Königstraße | Bus 112, Bus 383, verschiedene Haltestellen

Jenischhaus/Jenischpark

Schon früh war der Hamburger Westen die bevorzugte Wohngegend wohlsituierter Kaufleute. Das Jenischhaus zählt zu den schönsten damals erbauten Landsitzen nach englischem Vorbild. Sogar Preußens Baumeister Karl Friedrich Schinkel hat mitgeplant. Die Wohnräume sind original erhalten und bilden heute den Kern des Museums für Kunst und Kultur an der Elbe. | Di-So 11-18 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kombikarte mit dem benachbarten Barlachhaus 7 Euro | Baron-Voght-Str. 50a | Tel. 828790 | Bus 115, Hochrad

Der gleichnamige Park ist ebenfalls nach englischem Vorbild angelegt. Baron Caspar Voght hatte das riesige Areal um 1800 zu einem landwirtschaftlichen Mustergut ausgebaut und dazu den wunderbaren Park anlegen lassen. Ein schöner Spaziergang führt vom Anleger Teufelsbrück bis zum Neuen Botanischen Garten an der S-Bahn-Station Klein Flottbek.

Ottensen

Hier geht es richtig schön bunt zu. Auf dem Spritzenplatz hängen die Punks ab, nebenan im Einfkaufszentrum Mercado dominieren die Ökoläden, zwischendrin gibt es ausgefallene Geschäfte, Delikatessen, Cafés, Modeboutiquen, Bratkartoffelkneipen, Türkenimbisse und Szenebars. Seit Jahrzehnten scheitern die Versuche der Makler und Immobilienbranche, dieses sympathische Durcheinander zugunsten langweiliger Yuppie-Neubauten zu vereinheitlichen. | Bus- und S-Bahnhof Altona

Övelgönne

Neben Blankenese wohl das wichtigste Ziel aller sonnenhungrigen Hamburger am Wochenende. Nur wenige hundert Meter lang ist die pittoreske Häuserzeile am Elbufer mit ihren alten Kapitäns- und Lotsenhäuschen. Wer hier leben will, muss vermutlich einheiraten, man hält auf Tradition. Eben deshalb sollten auch Sie diskret sein und sich Ihre Nase nicht an den Fensterscheiben plattdrücken. Im Museumshafen Övelgönne finden Sie wunderbare alte „Pötte“, ein alter Hadagdampfer wurde zum Café umgebaut. Wenn Sie dort Leute werkeln sehen, sprechen Sie sie ruhig an, man freut sich (Eintritt frei | www.museumshafen-oevelgoenne.de). Das Café in dem Alterswohnstift Augustinum oben auf dem Dach des einstigen Kühlturms ist Sa/So 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Blick lohnt! Ein Spaziergang von hier bis nach Teufelsbrück dauert ca. 1,5 Stunden. | Bus 112, Neumühlen

Teufelsbrück/Elbchaussee

Unter dem Namen „Duwels Bomgarde“ verkaufte der damalige Landesherr, ein Schauenburger Graf, dieses Gelände einst einem Hamburger Bürger. „Düwels ok“ ist ein plattdeutscher Fluch, zu hochdeutsch: „Teufel aber auch“. Die baumbestandene Gegend mit ihren moorigen Niederungen rund um die Flottbek galt als unheimlich. Heute ist es hier einfach nur teuflisch schön. Der Anleger Teufelsbrück liegt etwa in der Mitte von Hamburgs berühmtester Straße, der Elbchaussee. Früher zog man mit Pferdekutschen zur Landpartie ins „Café zum Bäcker“, jetzt bevorzugt man das Cabrio und trinkt einen Espresso auf der Lindenterrasse des berühmten Hotels Louis C. Jacob. Die „schönste Straße der Welt“ nannte sie einst der Dichter Detlev von Liliencron. Doch seit einiger Zeit muss Hamburgs erste Adresse bittere Imageverluste hinnehmen. Der Autoverkehr, vor allem am Wochenende mit Tausenden Ausflüglern, ist scheußlich. Dann wurden auf den alten Parkgrundstücken einförmige Eigentumswohnungen gleich in Blöcken hingeklotzt; mal hässlich, mal protzig, mal beides. Und schließlich kam der Airbus, vom teuer erstandenen Balkon blickt man jetzt auf eine Landebahn. So ein Ärger! Die Touristen freut's: Bei der ersten Landung des A 380 gegenüber auf der anderen Elbseite war das Hotel Jacob komplett ausgebucht! | Schnellbus 36 | Metrobus 21 | Bus 286 | Hadagfähre 64, Anleger Teufelsbrück

Zeisehallen

Die ehemaligen Werkshallen der Schiffsschraubenfabrik Zeise wurden schon 1988 zu einem modernen Kulturzentrum mit Kino, Galerien und Restaurants umgebaut; damals eine wirkliche Neuerung und stilbildend für viele ähnliche Projekte in Hamburg. Wenn Sie sich dafür interessieren, fahren Sie z.B. zum Otto-von-Bahren-Park. Dort wurde das riesige Gelände eines Gaswerks neu (und sehr schön) umgestaltet. | Friedensallee | Bus- und S-Bahnhof Altona

Campus/Stolpersteine

Im Grindelviertel liegt die Hamburger Universität. 40000 Studenten beleben Kneipen wie Plätze. Sie finden Deutschlands ältestes Programmkino (Abaton) und viele schöne alte Bürgerhäuser. Über 30000 Juden lebten vor dem Zweiten Weltkrieg in Hamburg, jeder Dritte von ihnen im Grindelviertel. Am Bornplatz stand die große Synagoge. Sie und andere Synagogen im Viertel brannten in der „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 nieder, das jüdische Leben am Grindel wurde Stück für Stück ausgerottet. Achten Sie auf die „Stolpersteine“, kleine quadratische Messingquader, die in die Gehsteige vor den Häusern eingelassen sind. Sie erinnern an die Deportierten. In der Hallerstr. 76 lebte bis zu seiner Deportation Hamburgs bekanntester Oberrabbiner Joseph Carlebach. | Grindelhof/Schlüterstraße | Metrobus 4, 5, Grindelhof | U1, Hallerstraße

Falkenried-Piazza

Piazza? Das klingt schick, so schick wie die Wohnungen, die auf dem Gelände eines alten Straßenbahndepots gebaut wurden. Alt und neu sind hübsch kombiniert, dazu gibt es Kneipen und Läden, und sogar die alte Post zog um. Ein gelungenes Beispiel für zeitgemäße Stadtplanung und ein nettes Örtchen zum Ausschnaufen, der Isebekkanal liegt direkt nebenan. Zwischen Löwenstraße und Falkenried stehen noch einige alte Arbeiterhäuser mit alternativem Flair, sprich mit Gemeinschaftsgärten und Mieterinitiativen - sympathisch! | U3, Hoheluftbrücke, Eppendorfer Baum

Grindelhochhäuser

Sie waren eine Sensation: Hamburgs erste Hochhäuser nach dem Krieg. An die 200m ist jeder dieser zwölf schlanken Wohnblöcke lang, die „Reinkarnation begrabener Ideale aus den 1920er-Jahren“ nennt sie das Architekturlexikon. Im Bezirksamt (Grindelberg 66) fährt noch der alte Paternoster. | Metrobus 5, Bezirksamt Eimsbüttel

Messe/Planten un Blomen

Gleich neben dem Messegelände, das gerade spektakulär bis zum Fernsehturm hin erweitert wurde, liegt „Pflanzen und Blumen“, wie die hochdeutsche Übersetzung für Hamburgs grüne Lunge lautet. Im Mittelalter dienten die Wallanlagen zur Verteidigung der Stadt, ab Mitte des 19. Jhs. wurden sie in Grünanlagen umgewandelt. Die Gewächshäuser sind ein Überbleibsel aus der Zeit, als dies noch Hamburgs einziger botanischer Garten war. Der Neue Botanische Garten liegt in Flottbek, aber Planten un Blomen hat mit seinen Pflanzen, den Seen, dem japanischen Garten, dem Minigolf- und Trampolinplatz immer noch viel zu bieten. Auf den Holzstühlen können Sie im Sommer herrlich ausruhen. Hinter dem Hamburgmuseum liegt eine große Eislaufbahn (im Sommer für Skater); über den Park verteilt gibt es tolle Spielplätze, den besten (mit Ponyreiten im Sommer und vielen schön schmutzig machenden Wasserspielen) finden Sie an der Ecke Marseiller Straße/St. Petersburger Straße. | Mai-Sept. tgl. 7-23, Okt.-April 7-20 Uhr | www.plantenunblomen.hamburg.de | U1, Stephansplatz | U2, Messehallen

Museum für Kommunikation

Vom Wattläufer bis zum Internet alles über die Geschichte des Fernmeldewesens. Eine Einrichtung der Museumsstiftung der Post und daher passend untergebracht im alten Telegrafenamt von 1882. Gut geeignet für Kinder, weil es viele interaktive Stationen gibt: z.B. Rohrpostbriefe selbst verschicken. | Di-Fr 9-17, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 3,50 Euro | Gorch-Fock-Wall 1 | Tel. 3576360 | U1, Stephansplatz

Museum für Völkerkunde

Eine der größten völkerkundlichen Sammlungen Deutschlands; schon der 1907-10 errichtete Bau ist beeindruckend. Die mächtige Eingangshalle beeindruckt mit Ausstattungselementen im Original-Jugendstil. Die etwas verstaubte Ausstellungskonzeption wird Saal für Saal modernisiert. Wirklich großartig geworden ist die Ägypten-Ausstellung: Vorsicht, Sie steigen hinab in eine Pyramide! Die Schätze der Anden präsentieren sich ebenfalls vollkommen neu. Meist gibt's interessant konzipierte Sonderausstellungen. Ein unglaubliches Gedränge herrscht jedes Mal beim Oster- und Weihnachtsmarkt. | Di-So 10-18, Do 10 bis 21 Uhr | Eintritt 5 Euro (Sonderausstellungen Extrapreise) | www.voelkerkundemuseum.com | Rothenbaumchaussee 64 | U1, Hallerstraße

Ballinstadt

Das neue Auswanderermuseum auf der Veddel erinnert an die 5 Mio. Menschen, die 1901-14 von Hamburg aus in die Neue Welt auswanderten. Benannt wurde es nach dem Reeder Albert Ballin, der hier Abfertigungshallen für die Auswanderer hatte errichten lassen. 12 Mio. Euro kostet das Erlebnismuseum, ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Hamburg mit einem privaten Betreiber. Ob der hohe Anspruch, den Ole von Beust bei der Eröffnungsrede im Juli 2007 erhob, eingelöst werden kann, muss sich zeigen. Der schönste Weg hierher führt mit einer Barkasse von den Landungsbrücken (Brücke 10) auf den Anleger an der Ballinstadt. | Ticket ca. 5 Euro (fährt mehrere Stationen im Hafen an) | Infos: Tel. 312288 | www.maritime-circle-line.de | www.ballinstadt.de | Museum: tgl. 10-17 Uhr | Eintritt 9,80 Euro | S 3, 31 Veddel-Ballinstadt

50er-Schuppen

Hier finden Sie das Hafenmuseum im Aufbau - mit Schwimmdampfkran, Schutensaugern und anderen alten Arbeitsschiffen. In den Schuppen gibt's eine Ausstellung zum Thema Hafenarbeit. Von der Kaispitze blicken Sie zur Hafencity. Man meint, rüberspucken zu können. | Ostern bis Okt. Di-Fr 14-18, Sa/So 10-18 Uhr | Eintritt 3 Euro | Australiastraße | www.museum-der-arbeit.de | S Bahn Veddel, dann Fußweg

HSH Nordbank Arena/HSV Museum

Das Auf und Ab der Gefühle echter Fans lässt sich am besten im HSV-Museum nachvollziehen. Dort kann man auch eine Führung durch das Stadion buchen. | Tgl. 10-20 Uhr | Eintritt 6 Euro | Sylvesterallee 7 | Tel. 41551550 | www.hsv-museum.de | Shuttlebus vom S-Bahnhof Stellingen nur bei Veranstaltungen

Jarrestadt

1909 wurde Fritz Schumacher Baudirektor in Hamburg. Wie kein anderer hat der damals 39-Jährige in den Folgejahren das Stadtbild geprägt. Weitsichtig plante er für die Bedürfnisse von Millionen Menschen, so auch die Mustersiedlung Jarrestadt, 1927-30 errichtet. Noch heute ist sie eine beliebte Wohngegend. Im Krieg teilweise zerstört, wurde die Jarrestadt geschickt wieder aufgebaut und steht seit 1974. Wenn Sie mehr wissen wollen, machen Sie eine Rundfahrt mit den Architekturexperten von A-Tour (nur Gruppenführungen mit Voranmeldung | Tel. 23939717 | www.a-tour.de). | Zwischen Jarrestraße, Wiesendamm und Goldbekufer | Bus 172, Jarrestraße

Museum der Arbeit

Was dieses Museum so besonders macht, ist sein Mitmacheffekt: In den Räumen der ehemaligen „New York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie“ dürfen Sie (und Ihre Kinder) nämlich gerne selbst tätig werden, z.B. bei der Druckerwerkstatt (Mo 18-21 Uhr). Sie können das Museum übrigens direkt vom Jungfernstieg mit dem Schiff anfahren (Ende März-Ende Okt. Sa/So viermal ab Jungfernstieg | einfache Fahrt 6,50 Euro | Tel. 3574240). | Mo 13-21, Di bis Sa 10-17, So 10-18 Uhr | Eintritt 4 Euro | Wiesendamm 3 | Tel. 4281330 | www.museum-der-arbeit.de | S-/U-Bahn Barmbek

Ohlsdorfer Friedhof

Der größte Parkfriedhof der Welt ist viel mehr als nur eine Ruhestätte für Hamburgs Tote - er ist auch ein Ausflugsziel. Auf den Bänken unter den großen alten Bäumen lässt sich trefflich über den Sinn unseres irdischen Daseins sinnieren. Architektonisch herausragend ist das 1930-32 von Fritz Schumacher erbaute Krematorium (Talstraße | Nähe Haupteingang). Ein Jahr später wurde Hamburgs Oberbaudirektor von den Nazis geschasst. Etliche Prominente fanden hier ihre letzte Ruhestätte, darunter Hans Albers oder Alfred Lichtwark, Gustav Gründgens, Ida Ehre und Heinz Erhardt; bei über 200000 Gräbern auf einer Gesamtfläche von 400 ha gibt es also genug zu sehen. Es gibt ein Infocenter, ein kleines Museum, und im Internet können Sie sich Tipps für Rundgänge herunterladen. | April-Okt. tgl. 8-21, Nov.-März 8-18 Uhr | Haupteingang Fuhlsbütteler Str. 756 | www.friedhof-hamburg.de | S-/U-Bahnhof Ohlsdorf

Stadtpark/Planetarium

Auch der Stadtpark ist von Fritz Schumacher geprägt; das Gelände war generalstabsmäßig durchgeplant. Ein „Freiluftvolkshaus“ sollte aus dem ehemaligen Jagdgelände des Großgrundbesitzers Adolf Sierich werden. Das ist es auch heute noch: Sonntags treffen sich auf der großen Parkwiese die Freizeitsportler, es gibt einen Biergarten, ein Naturbad, einen riesigen Spielplatz und dann natürlich das Planetarium. Hier lernen Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihren Kindern den Sternenhimmel in der Türkei zu erklären, und dazu noch viel mehr, schließlich ist dies eines der modernsten Planetarien Europas. Da oft ausverkauft, vorher anrufen. | Kasse und Aussichtsplattform Di-So ab 9 Uhr, unterschiedliche Schließzeiten, bis zu zehn Vorstellungen tgl. | Karten ab 7,50 Euro | Plattform 1 Euro | Hindenburgstr. 1b | Tel. 42886520 | www.planetarium-hamburg.de | U3, Borgweg | Bus 179, Stadtpark