Reisetipps Gardasee
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Apolipoprotein-A-1-Mailand-Gen
In Limone wachsen nicht nur schöne Zitronen, hier gibt es auch ein medizinisches Phänomen: das Apolipoprotein-A-1-Mailand-Gen. Dieses Protein beugt Arterienverkalkung und Herzinfarkt vor. Aufgrund einer gutartigen Mutation sind die Träger des Gens vor bedrohlichen Ablagerungen in ihren Blutgefäßen geschützt. Doch das Protein, das zufällig vom Mailänder Prof. Cesare Sirtori 1979 bei einem Einwohner von Limone entdeckt wurde, wurde nur im Blut einer Familie festgestellt - es wird seit Generationen weitervererbt. Die Medizin ist damit beschäftigt, einen Impfstoff gegen Arteriosklerose zu erforschen. Einer US-Firma ist es unlängst gelungen, das Apolipoprotein synthetisch herzustellen.
Ausgrabungen
Natürlich logierten auch die Römer schon am Gardasee, auch wenn der See damals noch Benacus hieß. Immer wieder werden bei Bauarbeiten römische Grundmauern gefunden. Die bekannteste und größte Ausgrabungsstätte sind die sogenannten „Grotten des Catull“ in Sirmione. Der römische Dichter Gaius Valerius Catull lebte einige Zeit auf Sirmione: „O du, der Inseln und Halbinseln Augenstern“ dichtete er, aber vermutlich nicht an der nach ihm benannten Stelle. Ebenfalls am Südufer, in Desenzano, kann man ein schönes römisches Bodenmosaik bewundern. Im Norden des Sees, bei Riva, gefiel es den Römern so gut, dass sie einen Kultplatz errichteten. Und erst unlängst stießen Bauarbeiter am Friedhof von Castelletto auf die Reste einer römischen Villa. Dabei soll es sich um einen Bau aus dem fünften Jahrhundert nach Christus handeln. Der Fund soll der bedeutendste seiner Art im gesamten Veroneser Gardaseegebiet und auch im Veneto sein.
Fauna
Wasservögel mögen den See nicht besonders, zu wenig Uferraum wurde ihnen zum Brüten und Verstecken gelassen, einige Möwen- und Entenarten flattern aber umher. Viele Zugvögel ziehen dagegen hier durch, was eine interessante Mischung von nordafrikanischen und nordeuropäischen Vögeln ergibt. Im Parco Alto Garda hat sich ein Goldadlerpärchen eingenistet, und auch Auerhähne sind dort zu beobachten. Ein echter Spezialist muss man sein, um die herrlichen Schmetterlinge auseinander halten zu können. 959 verschiedene Sorten wurden am See gezählt! Aber auch wer ihre Namen nicht kennt, wird sich an den bunten Faltern erfreuen können, wenn sie auf Lavendelbüschen sanft im Wind schaukeln. Urtümliche Lebewesen wie Feuersalamander und Smaragdeidechsen wird man vor allem beim Wandern entdecken - und vereinzelt auch die giftige Aspisviper und die Kreuzotter, festes Schuhwerk ist also angeraten! Sogar der Luchs ist zurückgekehrt an den Gardasee. Natürlich streift er nicht nachts durch die Gassen von Limone, aber in den Bergen oberhalb, im Parco Alto Garda, wurde das scheue Wildtier gesichtet.
Flora
Die Nutzpflanzen bestimmen die Aura des Sees. Am nordwestlichen Ufer stehen die erwähnten, heute leider aufgegebenen Zitronenhaine, im Osten und im Süden wechseln sich sanfte Weinhügel mit Olivenhainen ab. Ein Dorado für Botaniker ist der Monte Baldo, der auch Garten Europas genannt wird. Da sein Gipfelkamm während der Eiszeiten über die Gletscher hinausragte, konnten sich Pflanzen erhalten, die es sonst nirgends mehr gibt, so etwa die endemische Anemone baldensis. Etwas tiefer, im Schatten großer Steineichen und Buchen, wachsen wilde Alpenveilchen. Im Parco Alto Garda, der Hochebene von Tremosine also, findet man die einzige Insekten fressende Spezies des Gebiets, die Pinguicula alpina. Auch rare Feuerlilien und die Orchideenart Frauenschuh wachsen hier. Am Seeufer selbst spaziert man in mediterraner Blütenpracht. In Maderno reihen sich am Ufer Oleanderbäume auf, Mimosen und Kamelien wachsen in den parkähnlichen Gärten von Gardone, Magnolien beschatten die Uferstraße von Desenzano, und an der schönen Promenade von Salò sitzen Sie sogar unter Palmen. Ganz zu schweigen von den Rosen, die rund um den See an Spalieren die Hauswände emporklettern und ihre Blütenkelche dem Spaziergänger zuneigen.
Friedenspfad
Das Gebiet um den Gardasee war immer wieder Schauplatz erbitterter Kämpfe, nicht nur zu Zeiten der Scaligerherrschaft: Im Ersten Weltkrieg verlief durch das Trentino die Front zwischen Italien und Österreich. Auf über 350 km folgt ihr heute der Sentiero della Pace, gekennzeichnet mit einer weißen Taube. Im Norden des Gardasees streift er das Gebiet, zum Beispiel am Monte Brione. Für die gesamte Wanderstrecke braucht man etwa 30 Tage.
Isola di Trimelone
Die Isola di Trimelone liegt zwischen Porto di Brenzone und Malcesine. Die Insel ist militärisches Sperrgebiet und darf nicht betreten werden. Bis jetzt, jedenfalls. In der Zeit des Ersten Weltkriegs wechselten sich die Militärgruppen bei der Nutzung der Insel ab. Einmal wurde von hier aus Riva del Garda bombardiert. Die Ruinen des von den Österreichern errichteten und massiv betonierten Waffenlagers sind heute noch zu sehen. Auch im Zweiten Weltkrieg lagerte hier Munition, danach wurde mit der Räumung der Insel begonnen. Am 5. Oktober 1954 explodierten etliche Tonnen des explosiven Materials, ein Brand wütete drei Tage und Nächte. Durch die Explosion wurden Sprengkörper in den See geschleudert. Man überließ die Insel sich selbst. Anfang 2005 begann schließlich doch die Räumung der Insel mit finanziellen Mitteln der Provinz Verona, der Gemeinde Brenzone sowie verschiedener Banken. Über 26000 Bomben wurden bis 2006 geborgen, man entschärfte sie in zwei alten Steinbrüchen. Da die Insel so lange ein Sperrgebiet war, entwickelte sie sich zur Oase für Zugvögel; derzeit ist nicht geklärt, ob sie nach der Beseitigung der Sprengkörper ein Vogelschutzgebiet bleiben kann oder ob ein Museum über das Waffenarsenal gebaut wird.
Politik
„Lega Nord“: An vielen Hauswänden und Mauern in Norditalien findet man diesen Schriftzug. Die dem rechten Lager zuzurechnende Partei des Populisten Umberto Bossi geht auch rund um den Gardasee auf Stimmenfang. Die Lega verlangt die Loslösung vom armen Süden Italiens und setzt sich auch sonst nicht gerade für die Schwachen in der Gesellschaft ein. Nachdem Anfang der Neunzigerjahre die traditionellen Parteien Italiens, die Democrazia Cristiana und die Sozialisten, mit ihren Parteiführern bis zum Hals im Korruptionssumpf versanken, konnte die Lega hohe Stimmanteile verzeichnen. Von 2001 bis 2005 war sie als Koalitionspartner von Ministerpräsident Silvio Berlusconi an der Regierung beteiligt.
Sprache
Keine Frage: Auch ohne ein Wort Italienisch kommen deutschsprachige Urlauber am Gardasee zurecht und bekommen ihr gewünschtes Abendessen. Auch holländische Besucher müssen sich nicht unbedingt mit Italienisch abmühen, viele Kellner sprechen auch diese Sprache - ganz zu schweigen von den vielen Gastarbeitern am See: Bayern als Surflehrer, Engländer als Discjockeys, Holländerinnen als Barmädchen. Auch die Gardaseedialekte werden noch von vielen jungen Leuten gepflegt. Vielleicht kann man zuletzt nur noch in der Sprache eine Heimat finden, wenn die Gassen und Orte jahrein, jahraus von Fremden bevölkert sind.
Vergnügungsparks
Italiener lieben sie: riesige Ferienparks, wie sie in der Umgebung von Peschiera zu finden sind. Doch in den letzten Jahren gab es Kritik, vor allem nach dem Tod von zwei Delphinen in Gardaland. Während die Direktion von einem natürlichen Tod spricht, beschuldigte ein Dresseur die Leitung, die Tiere zu großem Stress auszusetzen. Der Beliebtheit des größten Vergnügungsparks in Italien hat das keinen Abbruch getan: Seit über 30 Jahren amüsiert man sich in Gardaland, bei mittlerweile 38 Attraktionen in vier unterschiedlichen Themendörfern.
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Bella Figura in Italien