Reisetipps Gardasee
Ausflüge & Touren Gardasee
Auf engen Berg Strässchen zum Idrosee
Diese mit Abstechern gut 100 km lange Autotour nimmt etwa einen Tag in Anspruch. Zunächst geht es zum Stausee von Valvestino und dann weiter an den Lago d'Idro. Es sei vorausgeschickt: Man muss wirklich gerne Auto fahren, um diese Tour zu unternehmen. Besonders muss man enge Bergsträßchen mit Serpentinen mögen und darf sich vor steil abfallenden Bergflanken, oft nur durch schmale Leitplanken gesichert, nicht fürchten. Auch von der zahlenmäßig überlegenen Konkurrenz der Rennradler und Motorradfahrer sollten Sie sich nicht schrecken lassen - und einen einigermaßen stabilen Magen sollten Sie auch haben. Dann aber: ein Genuss.
Schon in der Ortsmitte von Gargnano beginnt die Strecke mit engen, steil aufsteigenden Serpentinen, kurvenreich geht es in den oberen Ortsteilen von Gargnano weiter. Bald verlassen Sie die Zone der Olivenbäume und landwirtschaftlich genutzten Flächen und kommen in waldigere Regionen. Es geht stetig aufwärts. Schließlich fahren Sie auf eine große Staumauer zu: Hier wird der Toscolanobach aufgestaut, was das Betreiben der Papiermühlen im gleichnamigen Tal in Toscolano-Maderno ermöglichte. Die moderne Staumauer schafft einen See von wilder Schönheit, den Lago di Valvestino, nicht so blau und so südlich wie der Gardasee, sondern schmal und grün. Meist liegt er tief unter Ihnen im Tal. Unweit der Staumauer gibt es eine Ausweichstelle; diese sollten Sie kurz ansteuern, um den Blick in die Landschaft auch richtig genießen zu können.
Am Ende des Sees bietet sich ein kleiner Abstecher in das Gebirgsdorf Magasa an. Zurück an der Abzweigung, biegen Sie rechts ab, Richtung Capovalle. Sie folgen der Hauptstraße durch den Ort, danach geht es in einigen Serpentinen steil hinunter zum Lago d'Idro. Bald sieht man unten den See schimmern. Er ist vor allem bei deutschen Urlaubern mit Kindern und bei Campingfreunden sehr beliebt. Auf den Campingplätzen werden auch Bungalows vermietet. Die ganze Gegend hat eher etwas Gebirgig-Tirolerisches, doch die Orte sind italienisch, mit schmalen Gassen, romanischen Kirchen und Blumentöpfen auf den Balkonen. Auf den kleinen Plätzen sieht man Männer, die Boccia spielen. Wer sich für ein Picknick am See eindecken möchte, geht in die ortsansässige Käserei (Caseificio Rendena Val Chiese | Via Trento 15 | Do-Nachmittag und Mo geschl.) in Pieve Vecchia am Südzipfel des Sees. Dort gibt es eine große Auswahl an Trentiner Käsesorten. Wer lokale Küche kosten möchte, hält am besten in Anfo und kehrt in die Trattoria La Taverna ein (Do. geschl. | Via Roma 20 | Tel. 0365809244 | €€), dort gehört strangolapreti zu den Spezialitäten, Trentiner Spinatgnocchi, die sich ins Deutsche übertragen als Priesterwürger entpuppen.
Den Idrosee durchfließt das Flüsschen Chiese. Wenn Sie diesem flussaufwärts folgen, kommen Sie nach Lodrone an der einst so umkämpften Grenze zwischen Lombardei und Trentino. Hier kann man sich die Beine verteten, kleine Straßen führen durch Obstgärten am Ortsrand. Zurück zum Südufer des Sees geht es auf derselben Straße. Nun folgen Sie dem Lauf des Chiese bis nach Roè-Volciano, der Verkehr nimmt dabei stetig zu. Die Straße ist breiter als der Hinweg, man fährt so entspannter, doch die Fahrt ist landschaftlich nicht ganz so schön. In Roè-Volciano biegen Sie nach Salò ab und kommen so zurück an den Gardasee.
Durch das Sarcatal nach Trento
Die knapp 100 km lange Autotour nimmt mit ausreichend Zeit für Besichtigungen zwei Tage in Anspruch. Zunächst geht es durch das wilde Sarcatal in Richtung Arco. Dann kommen Sie an zwei Seen vorbei, um schließlich Trento zu erreichen, die Hauptstadt des Trentino, eine Stadt mit großer Vergangenheit. Am nächsten Tag geht es über Rovereto zurück an den Gardasee. Die Anreise ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Die Innenstadt Trentos ist für den Autoverkehr ohnehin gesperrt, Parkplätze sind rar und teuer. Wer in erster Linie Trento ansteuert, kann mit dem Bus bis Rovereto fahren und dort in den Zug umsteigen oder von Riva ganz mit dem Bus bis nach Trento fahren (Aufenthalt in Arco dennoch möglich).
Die Tour beginnt zwischen Torbole und Riva del Garda direkt unterhalb des Monte Brione. Nach wenigen Kilometern erreichen Sie Arco. Dem Ort (13000 Ew.) sieht man seine interessante Vergangenheit heute noch an; um das alte Bergdorf herum wuchsen die Villen und Hotels des einstigen noblen Kurortes. Am besten stellen Sie das Auto ab und spazieren zur Burg (April-Sept. tgl. 10-18, Okt.-März 10-16 Uhr) hinauf, von dort hat man den besten Überblick. Der Aufstieg beginnt gegenüber der Kirche, ein Schild weist den Weg zum Castello. Die Burg thront weithin sichtbar über dem Ort. 1495 malte sie Albrecht Dürer bei seiner Italienreise, als Postkarte bekommt man diese Ansicht in fast jedem Laden des Orts. 1703 schleifte der französische General Herzog Vendôme die Burg. Die Kirche von Arco wirkt viel zu groß, scheint fast den Rahmen des Ortes zu sprengen. Sie wurde nach palladianischem Muster von 1613-1671 erbaut und ist eines der berühmtesten Bauwerke der späten Trentiner Renaissance. Verlässt man den alten Ortskern, kommt man in den Parco Arciducale (tgl. 8-19 Uhr): Den botanischen Garten mit Bäumen und Sträuchern ließ der habsburgische Erzherzog an der Wende zum 20. Jh. pflanzen. Beim ehemaligen Kurhaus an der Promenade liegt die Touristeninformation (Viale delle Palme 1 | Tel. 0464532255 | Fax 0464532353 | www.gardatrentino.it). Falls Sie jetzt schon Hunger haben: Riesige Pizzen im schönen Innenhof eines alten Palazzo serviert die Cantina Marchetti (Mo geschl. | Piazza Marchetti | Tel. 0464516233 | €). Nobler und besser isst man im Alla Lega (Mi geschl. | Via Vergolano 4 | Tel. 0464516205 | www.ristoranteallalega.com | €€). Im Caffè Conti d'Arco (Do geschl. | Piazza Marchetti 3) trinken nicht nur Mountainbiker gerne bicicletta (Fahrrad), ein Mixgetränk aus Campari und Prosecco.
Weiter geht es auf der Straße 45 bis nach Dro. Dort dürfen Sie die Abzweigung zum Lago di Cavedine nicht verpassen. Es geht ein paar Kurven hinauf, und schon sind Sie in den Marocche, einem wilden Gebiet. Hier ging vor Urzeiten ein gewaltiger Bergsturz zu Tale, die zyklopischen Brocken liegen wie Bauklötze von Riesenkindern verstreut herum. Weiter geht es auf der kurvigen Straße, dann in einer Rechtsserpentine links ab zum Lago di Cavedine. Es gibt eine schmale Straße am See entlang, ein paar Picknickplätze und viele Angler. Bei Pietramurata gelangen Sie wieder auf die Hauptstraße nach Trento. Ein weiterer, reizender See wird passiert: der Lago di Toblino. Auf einer Insel, die Sie zu Fuß über einen Damm erreichen, liegt das Wasserschloss mit seinen markanten Türmen. Im Kern stammt es als Burg aus dem 12. Jh., wurde aber vom Fürstbischof Madruzzo im 16. Jh. in ein komfortables Wohnschloss umgebaut. Heute gibt es dort ein gutes Restaurant: Ristorante Castel Toblino (Di und Nov.-Mai geschl. | Via Caffaro 1 | Tel. 0461864036 | www.casteltoblino.com | €€-€€€).
Nach weiteren 20 km erreichen Sie Trento (Trient, 105000 Ew.). Das Konzil von Trient, das zur Rettung der katholischen Kirche vor Luthers Reformation einberufen werden sollte, hat die Stadt an der Etsch weltberühmt gemacht. Bernard von Cles, Fürstbischof von Trient und gewitzter Standortpolitiker, bemühte sich im 15. Jh. darum, Trento zum Austragungsort des Konzils zu machen. Er ließ den mittelalterlichen Festungsort zur Renaissancestadt umbauen. Mit Erfolg: Das Konzil tagte von 1545 bis 1563 in Trento.
Beginnen Sie den Stadtrundgang im mächtigen Castello Buonconsiglio (Di-So 9.30-17 Uhr), dem Cles seinen Stempel aufdrückte: Überall in der Burg, die in die Stadtmauer integriert wurde, ist sein Wappen zu sehen, zwei Löwen auf rotem und weißem Grund. Das Schloss, Regierungssitz der Trienter Fürstbischöfe, besteht aus drei Teilen: Castelvecchio, Magno Palazzo und Giunta Albertiana. Der Gang durch die Säle berauscht mit der Farbenpracht der Fresken. Auf keinen Fall verpassen sollten Sie den Adlerturm mit den gotischen Monatsfresken. Der kunsthistorisch einzigartige Bilderzyklus wurde zwischen 1390 und 1407 durch den böhmischen Maler Wenzeslaus geschaffen.
Über die Via San Marco gelangt man von der Burg in die Altstadt. An der Ecke zur Via del Suffragio steht der Palazzo del Monte, ein Renaissancebau aus dem 16. Jh.
Ein weiteres repräsentatives Stadthaus ist der Palazzo Galasso, den der Augsburger Georg Fugger 1602 errichten ließ. An der Ecke Via Roma und Via Belenzani steht die Kirche San Francesco Saverio aus der ersten Hälfte des 18. Jhs. Sie gilt als der bedeutendste Barockbau des Trentino. Die Via Belenzani bringt Sie zum Domplatz. Linker Hand fällt der renovierte Palazzo Geremia aus dem 15. Jh. mit seinen venezianischen Fresken auf. Ihm gegenüber steht der Palazzo Thun, seit 1873 Sitz der Stadtverwaltung.
Der Domplatz mit dem Neptunsbrunnen von 1768 im Zentrum ist einer der schönsten Plätze Italiens. Der Dom, ein mächtiges gotisches Gotteshaus, wurde um das Jahr 1100 über einer älteren Kirche und dem Grab des San Vigilio errichtet. Im Dominneren wurden unter dem Chor die Fundamente der aus dem 6. Jh. stammenden, frühchristlichen Basilika freigelegt. An den Dom schließt sich der Palazzo Pretorio an, Anfang des 13. Jhs. erbaut. Darin ist das Diözesanmuseum untergebracht. Gegenüber vom Dom bezeugen die Fassaden der Case Rella mit ihren niedrigen Lauben das alpine Erbe im Stadtbild.
Den besten Blick auf das Herz der Stadt haben Sie im Caffè Italia (Piazza Duomo 7). Viel älter als das Ristorante al Vò (So geschl. | Vicolo del Vò 11 | Tel. 0461985374 | www.ristorantealvo.it | €€) kann eine Gaststätte kaum sein: 1345 öffnete hier die erste Osteria Trentos; heute gibt es dort traditionelle Trentiner Küche. Wer weitere typische Lokale sucht, holt sich im Fremdenverkehrsamt die Broschüre Osterie Tipiche Trentine. In allen aufgenommenen Restaurants wird strikt mit Trentiner Produkten gekocht, so etwa in der Antica Trattoria Due Mori (Mo. geschl. | Via San Marco 11 | Tel. 0461984251 | €€). Mitten im Zentrum (Zimmer mit Domblick verlangen!) und trotzdem günstig wohnen Sie im Hotel Venezia (40 Zi. | Piazza Duomo 45 | Tel. 0461234114 | Fax 0461234114 | www.hotelveneziatn.it | €-€€). Auskunft: Via Manci 2 | Tel. 0461983880 | Fax 0461232426 | www.apt.trento.it
Auf der Rückfahrt über die Strada Statale 12 passieren Sie Rovereto. Dort lohnen das Kriegsgeschichtliche Museum (Museo Storico Italiano della Guerra | April bis Nov. Di-So 10-18 Uhr) und das neue Museum für moderne Kunst einen Stopp. Von Rovereto sind Sie dann in 30 Minuten wieder am Gardasee.
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