Reisetipps Frankfurt

Sehenswertes Frankfurt Fachwerkidylle und Hochhausglanz

Frankfurt ist eine Stadt der Kontraste: cool und charmant, businessorientiert, aber zugleich voller Kunst und Kultur

Große Distanzen kennt man in „Mainhattan“ nicht - fast alle Sehenswürdigkeiten liegen im Zentrum oder nur wenige Minuten entfernt. Zu Fuß, per Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die Stadt wunderbar erobern - das Auto bleibt am besten gleich in der (Hotel-)Garage.

Denn trotz seiner vielen Museen ist Frankfurt vor allem eine Outdoor-Destination, ein lebendiges Stück Architekturgeschichte. Futuristische Bankenpaläste und historische Bürgerpalais, ehrwürdige Kirchen und freche U-Bahn-Stationen, stille Parks und belebte Einkaufsstraßen bilden ein stimmiges, nur dem Flaneur sich wirklich erschließendes Puzzle. Regelmäßig werden in ihm alte Teile ersetzt und immer wieder auch neue hinzugefügt.

Das gilt auch für jene Stadtteile, die den historischen Kern Frankfurts umschließen und von denen jeder seinen ganz eigenen Charakter hat. In ein paar Spazier- oder U-Bahnminuten sind sie problemlos zu erreichen. Auch für die Erkundung von Frankfurts einzigartiger Museumslandschaft braucht man kein Auto. Fast fünfzig Sammlungen und Institute - von Avantgarde bis Alte Meister, von Technik bis Natur - liegen innerhalb der Stadtgrenzen, viele am sogenannten Museumsufer, dem Schaumainkai, im südlich des Flusses beginnenden Stadtteil Sachsenhausen. Und auch bei diesen Sammlungen gilt: Ständig wird dort erweitert, restauriert, renoviert. Es entstehen neue Anbauten oder gar ganz neue Hüllen für die Kollektion - wie z. B. im Falle des Museums für Komische Kunst (Caricatura), des Historischen Museums, des Eintracht-Museums und des Kinder-Museums.

Sammeln gehörte von jeher zu den Leidenschaften der Frankfurter Bürger. Zahlreiche Kollektionen datieren daher bereits aus dem 18. oder frühen 19. Jh. Fast alle befinden sich in repräsentativen Räumlichkeiten, oft mit eigener Gastronomie. Die traditionsreichen residieren in noblen Villen, für die neueren wurden zeitgenössische Stararchitekten wie Hans Hollein, Richard Meier, Günter Behnisch oder Oswald Mathias Ungers verpflichtet. Neben den städtischen Sammlungen existiert eine Vielzahl reizvoller Privatkollektionen.

Da Kunst und Kommerz in der Handels- und Bankenstadt Frankfurt schon immer zusammengehörten, besitzen auch einige große Geldinstitute inzwischen eigene Sammlungen, die sie mitunter für Besucher öffnen. Außerdem hat sich eine rege Galerienszene etabliert, vor allem in der Umgebung des Museums für Moderne Kunst, des Kunstvereins und der Kunsthalle Schirn. Das Gros der Museen verfügt über einen eigenen Internetauftritt. Als Navigationseinstieg empfiehlt sich www.kultur.frankfurt.de; eine gute Galerienübersicht mit aktuellen Ausstellungshinweisen bietet überdies www.germangalleries.com unter dem Stichwort Frankfurt. Die Eintrittspreise in den Frankfurter Museen betragen zwischen 2,50 und 8 Euro, Kinder zahlen in der Regel die Hälfte. Am letzten Samstag im Monat gewähren einige städtische Museen freien Eintritt.

Alte Brücke

Herzstück des historischen Handelswegs über den Main; bereits 1222 erstmals urkundlich erwähnt und lange Zeit die einzige feste Verbindung über den Fluss. Immer wieder zerstört und ausgebessert, wurde sie nun grundsaniert und bekam ein Brückenhaus: die neue Städelschule-Ausstellungsstätte Portikus. Die Kopie eines Rosenkranzkreuzes am Cityaufgang der Brücke erinnert daran, dass einst zum Tode Verurteilte von der Brücke gestoßen wurden. Die Insel vor den mit rotem Mainsandstein verkleideten Gewölbebögen ist Vogelschutzgebiet; regelmäßig machen hier Hunderte von Zugvögeln halt. | Bus 30/36 Schöne Aussicht

Alte Nikolaikirche

1264 erstmals urkundlich erwähnt, war die königliche Hofkirche im 15. Jh. Mittelpunkt der städtischen Almosenpflege und wurde als Ratskirche genutzt. Nach ihrer Aufstockung erhielt sie eine gotische Dachgalerie (1476), von welcher aus die Ratsherren bei den verschiedenen Festlichkeiten auf dem Römerberg zusahen. Vor ihren Mauern entstand in hölzernen Wechselstuben Frankfurts Bankenwesen. Im Inneren befinden sich u.a. die Grabsteine von Siegfried zum Paradies und Katharina Netheha zum Wede, ausgeführt von Madern Gerthner (1410/20). Vom Turm ertönt jeweils mittwochs von 12.30 bis 13.30 Uhr ein Geläut aus vierzig Glocken, von einer Japanerin von Hand geschlagen. Die Alte Nikolaikirche ist die einzige evangelische Kirche in Frankfurt, die 365 Tage im Jahr geöffnet ist. Jeden ersten Mittwoch im Monat um 17 Uhr gibt es eine kostenlose Führung. Jeden Donnerstag um 12 Uhr startet hier ein Altstadtrundgang mit Bezug zum Thema Kirche. | Tgl. 10-20, im Winter 10-18, im Advent 10-21 Uhr | Am Römerberg 9 | www.alte-nikolaikirche.de | U 4/5 Dom/Römer

Archäologisches Museum

Funde aus der Römerstadt Nida-Heddernheim bilden den Kern der interessanten Sammlung in der ehemaligen Karmeliterkirche, die um moderne Anbauten von Josef Paul Kleihues ergänzt wurde. Dazu geben Exponate aus sechs Jahrtausenden Auskunft über das Leben u.a. in der Frühzeit des Irans und Anatoliens. | Di u. Do-So 10-17, Mi 10-20 Uhr | Karmelitergasse 1 | 5 Euro | www.archaeologisches-museum.frankfurt.de | U 1-5 Willy-Brandt-Platz, U 4/5 Römer

Börse

„Kapitalistendom“ heißt der 1879 vollendete Kuppelbau im Volksmund; das Auf (Hausse) und Ab (Baisse) der Finanzwelt symbolisieren vor seinem Portal zwei Tierskulpturen: der Bulle und der Bär. Frankfurt gilt als weltweit drittgrößter Wertpapierumschlagplatz; der erste Börsenbau (1585) stand nahe der heutigen Paulskirche. Verwaltung und Computerhandel bündelt die inzwischen außerhalb der Stadt gelegene Neue Börse. Der Parketthandel findet noch in der City statt. Montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr können Zuschauer das hektische Treiben kostenlos miterleben, Personalausweis und Voranmeldung (24 Std.) sind aber nötig. | Börsenplatz | Tel. 21111515 | www.deutsche-boerse.com | U-/S-Bahnen Hauptwache

Caricatura - Museum für Komische Kunst

Etwa 8000 skurrile Originalzeichnungen der Begründer der Neuen Frankfurter Schule (z. B. Hans Traxler, Chlodwig Poth, F. W. Bernstein, Robert Gernhardt) bilden den Grundstock für das junge Museum, das im historischen Leinwandhaus (voraussichtlich ab Herbst 2008) sein neues Domizil gefunden hat. Sonderausstellungen ergänzen den Sammlungsbestand. | Öffnungszeiten und Eintrittspreise lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor | Weckmarkt 17 | U 4/5 Dom/Römer

Eiserner Steg

Frankfurts Bürger finanzierten diese Fußgängerbrücke 1868/69 selbst vor und erhoben dann fast zwei Jahrzehnte lang Brückenzoll. Der Frankfurter Expressionist Max Beckmann setzte der eisernen Konstruktion mit seinem Bild „Eisgang auf dem Main“ (Städel-Museum) ein künstlerisches Denkmal. Im Sachsenhäuser Brückenkopf ist eine Bar untergebracht. | U 4/5 Römer

Eschenheimer Turm

Der ca. 50 m hohe gotische Turm, 1428 von Dombaumeister Madern Gerthener vollendet, gilt als der prächtigste des einstigen dritten Stadtrings. Als die Stadtmauer Anfang des 19. Jhs. abgerissen und durch die Wallanlagen ersetzt wurden, blieb der Eschenheimer (oder Eschersheimer) Torturm durch die Fürsprache des Gesandten der damaligen französischen Besatzer als einer der wenigen ehemaligen Stadttürme erhalten. | Eschenheimer Tor | U 1-3 Eschenheimer Turm

Freßgass'

Flanieren, Schlemmen und Snacken zwischen Alter Oper und Zeil, weitgehend vor historischen Fassaden und ungestört vom Autoverkehr. Akzentuiert wird die kurze Fußgängerzone durch die begehbare Brunnenanlage aus grauem Granit von Inge Hagen und eine dralle, steinerne Liegende. Im Sommer finden auf dem edlen Laufsteig ein Weinmarkt und das Freßgassenfest statt. | U-/S-Bahnen Hauptwache, U 6/7 Alte Oper

Goethehaus und -museum

Eine der wichtigsten Dichtergedenkstätten Deutschlands. Am 28. August 1749 erblickte Johann Wolfgang von Goethe im Großen Hirschgraben 23 das Licht der Welt. Sein Elternhaus brannte allerdings im Zweiten Weltkrieg völlig aus; das heutige Gebäude ist eine Rekonstruktion. Die Einrichtung spiegelt jedoch die typische bürgerliche Wohnkultur im Spätbarock. Schreibtisch und Arbeitspult im „Dichterzimmer“ sind gerettete Originale. Das benachbarte Goethemuseum birgt zahlreiche Handschriften und Gemälde aus der Goethezeit. Die Bildergalerie umfasst Werke sowohl Frankfurter Maler als auch bedeutender Künstler des deutschsprachigen Raums wie Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, Angelika Kauffmann u.a. | Mo-Sa 10-18, So 10-17 Uhr, Führungen tgl. 14 und 16 Uhr | Großer Hirschgraben 23-25 | 5 Euro | www.goethehaus-frankfurt.de | U-/S-Bahnen Hauptwache

Hauptwache

Einst Wachlokal und Gefängnis, in dem u.a. der Bruder des Naturforschers Johann Christian Senckenberg und der berühmte „Schinderhannes“ einsaßen, dient das 1731 vollendete Gebäude heute, wie schon um 1900, als Café. Außerdem markiert die Hauptwache das Zentrum des städtischen Nahverkehrs: unter ihr liegt der wichtigste U-Bahn-Knoten Frankfurts. Für dessen Bau wurde das Ensemble komplett ab- und nach zwei Jahren, 1968, originalgetreu wieder aufgebaut. Geschichtliche Bedeutung erlangte die Hauptwache durch den Wachensturm 1833, als junge Revolutionäre ein Signal zur Errichtung einer Republik geben wollten. | An der Hauptwache | U-/S-Bahnen Hauptwache

Historisches Museum

Frankfurts Geschichte vom Spätmittelalter bis ins 20. Jh.: Ratssilber, Münzen, Textilien, Grafiken, Gemälde und Kunsthandwerk.

Im Zuge der geplanten Altstadtsanierung wird auch das Historische Museum neu konzipiert, Gleiches gilt für das bislang dort untergebrachte Kindermuseum. | Di-So 10-18, Mi 10-21 Uhr | Saalgasse 19 | 4 Euro (Dauerausstellung), 1 Euro Altstadtmodelle/Historische Topografie, am letzten Sa im Monat eintrittsfrei (außer Sonderausstellungen) | www.historisches-museum.frankfurt.de | U 4/5 Römer

Kaiserdom

Hervorgegangen aus der karolingischen Salvator-Kapelle (852), war die St.-Bartholomäus-Kirche seit dem Mittelalter Wahlort der deutschen Könige. Von 1562 an wurden in ihr zehn deutsche Kaiser gekrönt. Das brachte ihr die Ehrenbezeichnung Dom ein - obwohl sie kein Bischofssitz war und bis heute nicht ist. 1867 brannte der gotische Hallenbau nieder; sämtliche Glocken schmolzen. Im Stil der Neugotik baute man ihn 1880 wieder auf. Erst damals wurde auch der 96 m hohe Turm vollendet, zu dessen Spitze 332 Stufen führen. Der Zweite Weltkrieg brachte erneut schwere Schäden am Dom; erst 1953 war er wiederhergestellt. Die historischen Ausmalungen wichen dabei schlichtem Weiß. Seit der Restaurierung zur 1200-Jahr-Feier Frankfurts 1994 bestimmt nun kräftiges Ziegelrot nach mittelalterlichem Vorbild die Wände und Pfeiler. Im Zuge dieser Restaurierung wurden im Dom auch archäologische Grabungen durchgeführt. Dabei entdeckten die Experten das Grab eines merowingischen Mädchens. Ihre Grabbeigaben sind im Dommuseum ausgestellt. Zu den Schätzen im Inneren der Kirche zählen der Bartholomäus-Fries (15. Jh.), das Chorgestühl (Mitte 14. Jh.), der Maria-Schlaf-Altar (1434) sowie die Kreuzigungsgruppe (1509). Vor dem Dom finden sich im archäologischen Garten die ältesten Spuren Frankfurts: Reste eines römischen Militärlagers mit Thermen sowie der karolingischen Königspfalz. | Domplatz 14 | Dom: tgl. 8-12 und 14.30-18 Uhr, in der Mittagszeit und Freitagvormittag ist nur die Turmhalle geöffnet, Führung tgl. 15 Uhr; Dommuseum: Di-Fr 10-17, Sa/So 11-17 Uhr | 2 Euro | www.dom-frankfurt.de | U 4/5 Dom/Römer

Karmeliterkloster

Eines der bedeutendsten erhaltenen historischen Bauwerke der Stadt. Seine Geschichte reicht zurück ins 13. Jh. Nach einem Umbau gestaltete Jörg Ratgeb es ab 1514 mit Fresken aus. Jene im Kreuzgang sind weitgehend zerstört, die erhaltenen Abschnitte wurden restauriert. Ursprünglich stellten sie auf 80 x 4 m als größtes Wandbild nördlich der Alpen die Heilsgeschichte dar. Das Gemälde im Refektorium mit der Ordenshistorie ist relativ gut erhalten. Das Kloster ist heute Sitz des Instituts für Stadtgeschichte. Die Klosterkirche wird vom Museum für Vor- und Frühgeschichte genutzt. In den Klosterräumen finden regelmäßig interessante Ausstellungen, Vorträge und Konzerte statt. | Das Kloster war bei Redaktionsschluss wegen Sanierungsarbeiten bis auf Weiteres geschlossen | Karmelitergasse 5 | Tel. 21236276 | U 1-3 Dom/Römer, Willy-Brandt-Platz

Katharinenkirche

Frankfurts protestantische Hauptkirche steht an der Stelle des ehemaligen Jungfrauenklosters und Spitals des Deutschen Ordens. Am 9. März 1522 verkündete hier ein Schüler Martin Luthers die Reformation in Frankfurt. 1678-1681 schuf Melchior Häßler einen neuen, nachgotischen Saalbau mit Flankenturm und barocken Zierportalen. Georg Philipp Telemann amtierte von 1712 bis 1721 als Kirchenmusikdirektor. Goethe wurde in der Katharinenkirche getauft und konfirmiert. 1944 wurde die Kirche bis auf die Umfassungsmauern zerstört, 1950 bis 1954 wiederaufgebaut: außen detailgetreu, innen vereinfacht, mit modernen Glasgemälden biblischer Szenen von Carl Cordel. | An der Hauptwache | www.katharinenkirche.de | U-/S-Bahnen Hauptwache

Kunstverein

Junge Kunst in alten Mauern - präsentiert in Galerienmanier, d.h. als Wechselausstellung mit Leihgaben aus aller Welt. | Di-So 11-19 Uhr | Markt 44, Steinernes Haus | 6 Euro | www.fkv.de | U 4/5 Römer

Leonhardskirche

Frankfurts erste Pfarrkirche, seit 1219 erbaut als flach gedeckte Basilika mit schlanken Zwillingstürmen. Sie sind ebenso erhalten wie das Hauptportal, das nach dem Umbau zur Hallenkirche ab 1425 in den Innenraum versetzt wurde. Bemerkenswert: das kleine Portal der Südseite mit einer Anbetung der Könige im Bogenfeld (um 1415), das Gewölbe des Salvator-Chores, der bayerische Hochaltar, ein flandrischer Marien- sowie ein Kreuzaltar (alle Anfang 16. Jh.). | Am Leonhardstor 25 | U 4/5 Dom/Römer

Liebfrauenkirche/Kapuzinerkloster

Klosterhof und Kirche sind eine Oase im Citygewimmel. Das im Inneren schlichte Gotteshaus wurde um 1310 als Marienkirche am Rand der Stadt errichtet und in der Folgezeit ständig umgebaut. Von Bomben im Zweiten Weltkrieg zerstört, begann 1954 der Wiederaufbau der Kirche. Das Tympanonrelief mit der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland (um 1425) schmückte einst das Portal an der Südseite. | Liebfrauenstr. 4 | U-/S-Bahnen Hauptwache

Museum für Moderne Kunst (MMK)

„Tortenstück“ nennen die Frankfurter den dreieckigen Bau von Hans Hollein, der zur Heimat wurde für hochkarätige Werkgruppen amerikanischer und europäischer Kunst der 1960er-Jahre aus der Sammlung Karl Ströher. Diese Werke (u. a. Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Joseph Beuys) wurden ergänzt durch eine Kollektion internationaler zeitgenössischer Kunst. | Di-So 10-17, Mi 10-20 Uhr | Domstr. 10 | 7 Euro | www.mmk-frankfurt.de | U 4/5 Römer

Paulskirche

Kein Gotteshaus, sondern ein politisches Denkmal: als Stätte der ersten Deutschen Nationalversammlung 1848. Fast 800 Parlamentarier kamen hier an der Stelle des einstigen Barfüßerklosters zusammen (wo u.a. der berühmte Maler Adam Elsheimer getauft wurde), um Deutschland eine liberale Verfassung zu geben. Ein Monumentalfries (32 m) des Berliner Malers Johannes Grützke erinnert seit 1991 mit historischen, zeitgenössischen, allegorischen und anekdotischen Szenen an den Einzug der Volksvertreter in die 1833 geweihte Saalkirche. Nach dem Zweiten Weltkrieg nicht originalgetreu rekonstruiert und Ende der 1980er-Jahre erneut verändert, wird die Paulskirche heute v.a. für wichtige nationale Ehrungen genutzt: die Verleihung des Goethepreises z.B. oder des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels. Im nüchternen Plenarsaal hängen die Flaggen aller Bundesländer. | Tgl. 10-17 Uhr außer bei Veranstaltungen | Paulsplatz | U 4/5 Dom/Römer, Straßenbahn 11 Römer

Römer

Frankfurts historisches Rathaus entstand 1405 aus den beiden mittelalterlichen Häusern Zum Römer (dessen vormaliger Besitzer vorwiegend mit Rom Handel getrieben haben soll) und Goldener Schwan. Drei Jahre lang wurde umgebaut. Im Erdgeschoss entstanden die bis 1846 benutzten Kauf- und Messehallen, darüber richtete man 1612 den Kaisersaal ein, in dem bis 1806 die Krönungsbankette von zehn deutschen Kaisern stattfanden. Bis Ende des 19. Jhs. kaufte die Stadt weitere elf Gebäude hinzu. Bomben zerstörten im Zweiten Weltkrieg das gesamte Ensemble. 1950-1953 wurde das Rathaus komplett wiedererrichtet. In dem modern wiedererbauten Kaisersaal sind Bildnisse von 52 deutschen Kaisern versammelt - von Karl dem Großen bis Franz II. Alle Werke entstanden erst im 19. Jh. An der Rückfront des Rathausensembles lässt sich im Römerhöfchen (Limpurger Gasse) eine bedachte Treppenspindel entdecken, eines der wenigen erhaltenen Zeugnisse Frankfurter Renaissancebaukunst. Der Römer ist heute Sitz des Stadtoberhauptes und des Standesamts. | Kaisersaal tgl. 10-13 u. 14-17 Uhr (bei Veranstaltungen geschl.) | Römerberg | 2 Euro | U 4/5 Dom/Römer

Römerberg

Zentraler Platz der Frankfurter Altstadt, die bis zu ihrer Zerstörung kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs mit ihren mehr als 2000 Gebäuden als die größte noch in mittelalterlichen Formen erhaltene in Deutschland galt - obgleich viele Häuser erst im 17. und 18. Jh. erbaut worden waren. Auf dem leicht abschüssigen Areal, früher auch Samstagsberg genannt, wurden seit dem 9. Jh. Märkte und Kundgebungen abgehalten, Turniere ausgefochten und Feste gefeiert. Im 16. Jh. stand der Römerberg in dem Ruf, der schönste Platz im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation zu sein. Heute wird die „gudd Stubb“ Frankfurts neben Römer und Nikolaikirche geprägt durch die 1986 nach historischen Plänen wiederaufgebauten Fachwerkhäuser der Ostzeile und des Schwarzen Sterns. Jedes dieser Gebäude ist ein typischer Vertreter mainischer Fachwerkbauweise. Sie heißen (von links): Großer Engel (hier wurde im 17. Jh. die erste Bank Frankfurts gegründet), Goldener Greif, Wilder Mann, Kleiner Dachsberg, Großer und Kleiner Lauberberg. Restaurants und ein Minicafé logieren in ihren Erdgeschossen. Schon früher florierte an dieser Stelle eine Apfelweinwirtschaft namens Heyland. Sie veranlasste die Einheimischen, auf die Frage nach dem höchsten Berg der Welt schelmisch zu antworten: „Der Römerberg - weil es von dort nur noch eine Stufe zum Heyland ist.“ In der Mitte des Römerbergs erhebt sich der Gerechtigkeitsbrunnen, der Justitia mit unverbundenen Augen, Waage und Schwert zeigt. Er sprudelt seit der Krönung von Kaiser Matthias im 16. Jh.; damals floss aus ihm Wein. Wenige Schritte mainwärts erinnert eine Plakette im Kopfsteinpflaster an die Bücherverbrennung 1933 durch die Nationalsozialisten auf dem Platz. Rechts Richtung Flussufer erhebt sich am Fahrtor das Haus Wertheym, das einzige vom Bombenhagel 1944 verschonte Fachwerkgebäude des Römerbergs. Hinter dem Historischen Museum gegenüber verstecken sich Turm und Palastkapelle des Saalhofs, eines königlichen Burghofs aus der Stauferzeit, der als Ersatz für die Karolingerpfalz am Main entstand. In der Saalgasse konnten namhafte Architekten auf mittelalterlichen Parzellen die Formensprache der 1980er-Jahre realisieren. Die Häuserzeile gilt heute als Musterbeispiel der Postmoderne.

Schirn Kunsthalle

„Kegelbahn“ tauften die Einheimischen die lang gestreckte Ausstellungshalle. Ihre eigenen Schauen bzw. die aus renommierten Häusern wie dem Musée d'Orsay, der Eremitage oder dem Guggenheim-Museum übernommenen Ausstellungen widmen sich vorwiegend der bildenden Kunst. | Di, Fr-So 10-19, Mi/Do 10 bis 22 Uhr | Römerberg 6 | 8 Euro | www.schirn-kunsthalle.de | U 4/5 Römer

Bibelhaus

Erlebnismuseum rund um das „Buch der Bücher“ - vom Nomadenzelt bis zur aktuellen Multimediawelt. | Di-Sa 10-17, Mi 10-20, So 14-18 Uhr | Metzlerstr. 19 | 5 Euro | www.bibelhaus-frankfurt.de | Straßenbahn 15/16 Schweizer-/Gartenstr.

Deutsches Architektur-Museum (DAM)

Als „Haus im Haus“ im Innern einer umgebauten historischen Villa konzipiert, bietet das DAM einen Überblick über die menschliche Bau- und Siedlungsgeschichte von der Steinzeit bis zur Wolkenkratzerära. | Di, Do-So 11-18, Mi 11-20 Uhr | Schaumainkai 43 | 6 Euro | www.damonline.de | U 1-3 Schweizer Platz

Deutsches Filmmuseum

Originalgeräte, Studioarchitektur, Tricktechnik (die man selbst ausprobieren kann) gewähren einen spannenden Einblick in die Welt der bewegten Bilder. Im angeschlossenen Kino laufen Filme unterschiedlichster Thematik und oft in der Originalsprache. | Di, Do/Fr 10-17, Mi/So 10 bis 19, Sa 14-19 Uhr | Schaumainkai 41 | 2,50 Euro, Sonderausstellungen 4,50 Euro, Kombikarte 6,20 Euro, letzer Sa im Monat freier Eintritt (außer Sonderausstellungen), Kino 6 Euro | www.deutsches-filmmuseum.de | U 1-3 Schweizer Platz

Dreikönigskirche

Der neugotische Hallenbau entstand 1880 auf den Fundamenten der mittelalterlichen Kapelle des Hospitals der Deutschordensritter. Sein 81 m hoher Turm war damals zweithöchstes Gebäude in Frankfurt nach jenem des Doms, dessen Formensprache er zitiert. Fenstermotive, Geläut und Orgel stammen aus den 1950er-Jahren. Die Dreikönigskirche ist berühmt für ihre Musiktradition, regelmäßig finden hier Kantatengottesdienste, Abendmusiken und Orgelkonzerte statt. | Dreikönigsstr. 32 | www.dreikoenigsgemeinde.de | Bus 46 Schulstr., Bus 36 Elisabethenstr.

Goetheturm

Am Rand des Stadtwaldes in Sachsenhausen steht der 1931 errichtete Goetheturm. Mit seinen 43 m ist er einer der höchsten hölzernen Aussichtstürme Deutschlands. Er bietet einen herrlichen Blick auf die Skyline und den Frankfurter Grüngürtel. An seinem Fuß gibt es zwei Waldspielparks (Gaststätte und Kiosk). | Sachsenhäuser Landwehrweg | Bus 30/36 Sachsenhäuser Warte

Ikonen-Museum

Oswald Mathias Ungers konzipierte die Ausstellungsräume hinter der barocken Fassade des Deutschordenshauses. Den Sammlungsschwerpunkt Holzikonen ergänzen interessante Metallplastiken. | Di-So 10-17, Mi 10-20 Uhr | Brückenstr. 3-7 | 3 Euro, Sonderausstellungen 4 Euro, am letzten Sa des Monats ist der Eintritt frei | www.ikonenmuseum.frankfurt.de | Bus 30/36 Elisabethenstr.

Kuhhirtenturm

Der spätgotische, auch „Elefant“ oder „Paradiespförtchen“ genannte Turm war Teil der Stadtbefestigung und diente bis ins 17. Jh. zum Schutz des Mainufers. Danach wurde er als Privathaus genutzt. 1923-1927 wohnte der Komponist Paul Hindemith hier, er war damals als Konzertmeister an der Frankfurter Oper engagiert. Im Kuhhirtenturm schrieb Hindemith u. a. seine Oper „Cardillac“ und das „Marienleben“. Im Jahr 2006 beschloss der Frankfurter Stadtrat, den Kuhhirtenturm im Rahmen des Netzwerks „Städte der Zuflucht“ mit einer Wohnung für politisch verfolgte Schriftsteller auszustatten. | Große Rittergasse 118 | Bus 46 Schulstr.

Liebieghaus - Museum Alter Plastik

Meisterwerke plastischer Kunst. Die Palette reicht von ägyptischen, griechischen und römischen Skulpturen über das Mittelalter bis zum Klassizismus. Das Liebieghaus beherbergt Frankfurts schönsten Cafégarten. Im Sommer Konzerte und Gesangsabende. | Di, Fr-So 10-17, Mi/Do 10 bis 21 Uhr | Schaumainkai 71 | Eintritt 7 Euro | www.liebieghaus.de | Straßenbahn 15/16 Otto-Hahn-Platz

Museum für Angewandte Kunst

Europäisches Kunsthandwerk vom 12. bis 21. Jh., Buchkunst und Kunsthandwerk aus Ostasien und des Islam, sogar Digital Craft - alles findet Platz in dem lichten Bau des New Yorker Architekten Richard Meier. | Di, Do-So 10-17, Mi 10-21 Uhr | Schaumainkai 17 | 5 Euro | www.museumfuerangewandtekunst.frankfurt.de | Straßenbahn 15/16 Gartenstr.

Museum Giersch

Forum für Kunst aus dem Rhein-Main-Gebiet. Schwerpunkt ist Frankfurter Kunst vom 19. bis ins frühe 20. Jh. | Di-Fr 12-19, Sa/So 11 bis 17 Uhr | Schaumainkai 83 | 4 Euro | www.museum-giersch.de | Straßenbahn 15/16 Otto-Hahn-Platz

Museum für Kommunikation

Ursprünglich das Bundespostmuseum, inzwischen zeitgerecht eingekleidet von Günter Behnisch und ausgestattet mit zahlreichen interaktiven Stationen. Der inhaltliche Bogen der Dauerausstellung spannt sich von den Anfängen der Nachrichtenübermittlung bis zur modernen Informationsgesellschaft. | Di-Fr 9-18, Sa/So 11-19 Uhr | Schaumainkai (Museumsufer) 53 | 2,50 Euro | www.museumsstiftung.de | U 1-3 Schweizer Platz

Museum der Weltkulturen/Galerie 37

In der Galerie 37 zeigt das Haus Werke indianischer, afrikanischer, ozeanischer und indonesischer Künstler. IKAT, das interkulturelle Atelier, verknüpft als „Museum zum Anfassen und Ausprobieren“ ethnologisches Fachwissen mit künstlerischen Aktionen. | Museum: Di, Do/Fr, So 10-17, Mi 10-20, Sa 14-20 Uhr | Schaumainkai 29-37 | 3,60 Euro, Galerie 37 3,10 Euro | www.mdw.frankfurt.de | U 1-3 Schweizer Platz, Straßenbahn 15/16 Gartenstr.

Portikus (auf der Alten Brücke)

Das zur Städelschule gehörige Forum für zeitgenössische Kunst präsentiert neben aktuellen Arbeiten bekannter Künstler auch bedeutsame junge Positionen. Der Portikus hat sein neues Domizil in einem nach historischem Vorbild errichteten Brückenhaus mitten auf der bereits 1222 erstmals erwählten Alten Brücke gefunden, dem Herzstück des jahrhundertealten Handelswegs über den Main. | Di-So 11-18, Mi 11-20 Uhr | Alte Brücke 2 | Maininsel | Eintritt frei | www.portikus.de | Bus 46 Schulstr., Bus 30/36 Schöne Aussicht (Frankfurter Seite)

Städel-Museum

Alte Meister und Werke der Moderne stehen im „Städel“ in einem spannenden Dialog. Berühmte Vertreter der Vergangenheit sind u.a. Jan van Eyck, Johann Heinrich Tischbein, Auguste Renoir und Edouard Manet; die frühe Moderne vertritt eindrucksvoll Max Beckmann. Wechselnde Sonderausstellungen bereichern die hochkarätige ständige Sammlung, deren historischer Kern der Stiftung des Frankfurter Kaufmanns und Kunsthändlers Johann Friedrich Städel zu verdanken ist. Das „Städel“ besitzt auch rund 600 Skulpturen, von denen nur ein kleiner Teil ausgestellt ist. Es ist ein spektakulärer, unterirdischer Erweiterungsbau geplant (voraussichtlich 2010). | Di, Fr-So 10-18, Mi/Do 10-21 Uhr | Schaumainkai 63 | 10 Euro | www.staedelmuseum.de | U 1-3 Schweizer Platz, Straßenbahnen 15/16 Otto-Hahn-Platz

Hochhäuser/Bankenviertel

Noch in den 1950er-Jahren war der Kaiserdom mit 96 m das höchste Gebäude der Stadt. Heute prägen fast hundert Hochhäuser die Frankfurter Skyline, einige ragen gut 300 m in den Himmel. Bei den jüngsten zeigten die Architekten zwar wieder mehr Bescheidenheit, der Westhafentower etwa (in dem viele gern ein typisches, geripptes Apfelweinglas erkennen) misst nur 99 m, das Gallileo-Haus der Dresdner Bank am Jürgen-Ponto-Platz 136 m und der Skyper an der Taunusanlage 151 m. Doch schon bald soll im geplanten Europaviertel an der Messe der Millenniumtower mit 365 m Höhe die bisherige Spitze Frankfurts (und Europas), Sir Norman Fosters Commerzbankbau (259 m, mit Antenne 300 m | Kaiserstr./Kirchnerstr.), übertrumpfen. Das Gros der Frankfurter Wolkenkratzer konzentriert sich im Bankenviertel zwischen Alter Oper und Hauptbahnhof. Es sind meist Bürogebäude. Aus diesem Grund kann ihr Inneres auch nicht besichtigt werden. In einigen sind aber auch Wohnungen, Läden und Restaurants untergebracht, z.B. im Eurotower (Willy-Brandt-Platz) sowie in mehreren Gebäuden an der Taunusanlage. Als bislang einziges Hochhaus bietet der Main Tower auf 200 m eine Besucherplattform (Neue Mainzer Str. | So-Do 10-21, Fr/Sa 10-23, im Winter bis 19 bzw. 21 Uhr, wetterbedingte Schließungen sind möglich | 4,60 Euro | www.maintower.helaba.de). Alle zwei Jahre findet das Wolkenkratzerfestival statt, bei dem eine Vielzahl von Hochhäusern für das Publikum einen Tag lang geöffnet ist und ein unterhaltsames Rahmenprogramm geboten wird (Auskunft über Tourist-Information, nächster Termin vorauss. 2009).

Holbeinsteg

Modernes Pendant zum Eisernen Steg, 1990 nach Plänen von Albert Speer realisiert. Die an Stahltrossen aufgehängte Fußgängerbrücke führt vom Bahnhofsviertel zum Museumsufer und ist abends effektvoll beleuchtet. | U-/S-Bahnen Hauptbahnhof

Kaiserstraße

Lange Zeit war sie nur Synonym für das Rotlicht- und Drogenmilieu, zumindest in Bahnhofsnähe. Dank der Sperrgebietsverordnung, die Prostitution und Pornoshops weitgehend in die Nebenstraßen verdrängte, ist die Kaiserstraße inzwischen mehr und mehr Einkaufsadresse geworden. Die Qualität des Angebots steigt mit der Nähe zur Innenstadt; dienstags und donnerstags gibt es einen Wochenmarkt. Viele Häuser zeugen noch von der einstigen Pracht des Boulevards, der nach der Niederlegung des Cronstetten-Stiftes 1864 die Westorientierung der Stadt eröffnete. Der Fürstenhof an der Ecke Gallusanlage wurde entkernt, hinter der historischen Fassade entstanden edle Geschäftslokale.

Außerdem etablierten sich in den Gründerzeitbauten hippe Bars und Szeneclubs; Künstler und Kreative zogen in die großen Wohnungen ein. Das English Theatre hat sein neues Domizil in einem Bankenhochhaus an der Kaiserstraße, tagsüber eine beliebte Snackadresse für das nahe Bankenviertel. Am Kaiserplatz stehen der bislang höchste Wolkenkratzer der Stadt und das noble Traditionshotel Frankfurter Hof, davor sprudelt der Kaiserplatzbrunnen (1876). Die Kaiserstraße endet am Roßmarkt, wo seit 1858 das Gutenbergdenkmal steht. Neben dem Erfinder der Buchdruckerkunst, Johannes Gutenberg, symbolisieren vier allegorische Figuren Theologie, Poesie, Naturwissenschaften und Industrie; die 14 Männerköpfe zeigen damals bekannte Drucker und Verleger. | U-/S-Bahnen Hauptwache/Hauptbahnhof

Nizza

Frankfurts wärmste Ecke: Fast das ganze Jahr über blüht und grünt es auf dem bereits 1866-1875 angelegten Areal am Mainufer zwischen Untermain- und Friedensbrücke. Mehr als 150 exotische Gehölze wachsen hier im Schutz der Sandsteinmauern: Feigen, Bitterorangen, Zitronen- und Erdbeerbäume, Ginkgos, japanische Faserbananen etc. Jogger, Skater, Radfahrer und Spaziergänger genießen das mediterrane Uferflair und das kulinarische Angebot des Caférestaurants Nizza. | Untermainkai | U 1-5 Willy-Brandt-Platz

Bethmannpark/Chinesischer Garten

Durch dicke Mauern vom Großstadtverkehr abgeschirmt, wurde die an Blumenbeeten reiche Oase auf dem einstigen Gartengelände der Bankiersfamilie Bethmann angelegt. Ursprünglich umfasste der Park auch das Areal um das Odeon (Seilerstr.). Ein Schmuckstück ist der von Experten aus dem Reich der Mitte konzipierte Chinesische Garten (1989). Mit Teich, Brücke und drachengeschmücktem Stufenportal entspricht er den Gestaltungsprinzipien der Harmonielehre Feng-Shui. | Berger-Str. | U 4 Merianplatz

Günthersburgpark

Das Gelände des ehemaligen Landsitzes der Familie Rothschild lädt mit seinem alten Baumbestand und vielen freien Wiesenflächen zum Relaxen ein. Es herrscht überall Hundeverbot, deshalb ist dieser Park gerade bei Eltern mit kleinen Kindern sehr beliebt. Besondere Attraktionen für Kids sind die Wasserspiele im Sommer und die ca. 10 m hohe Kletteranlage. | Wetteraustr./Comeniusstr. | U 4 Bornheim Mitte, Straßenbahn 12 Hartmann-Ibach-Str.

Hauptfriedhof

Als englische Parkanlage konzipierte Stadtgärtner Sebastian Rinz den 1828 eröffneten Totenacker. Hinter dem prachtvollen klassizistischen Säulenportal liegen u.a. die Philosophen Arthur Schopenhauer und Theodor W. Adorno begraben, der Mundartdichter Friedrich Stoltze, der „Struwwelpeter“-Autor Heinrich Hoffmann, der Gehirnforscher Alois Alzheimer, die Schriftstellerin Ricarda Huch sowie Goethes „Suleika“, Marianne von Willemer. | Eckenheimer Landstr. 188-190 | U 5 Hauptfriedhof

Holzhausenpark

Bereits im 14. Jh. stand hier eine Wasserburg, die „Große Oed“. Seit 1503 war sie im Besitz derer von Holzhausen, eines der ältesten Patriziergeschlechter der Stadt. Im 18. Jh. machte die Familie ihr Landgut dann zum Hauptwohnsitz. Das Holzhausenschlösschen inmitten des Teichs wurde 1728 erbaut; es wirkt aber eher klassizistisch als barock. Inzwischen ist das ehemalige Schlösschen städtisch, die Frankfurter Bürgerstiftung veranstaltet in den klaren Räumen Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Events für Kinder. | Holzhausenstr. | www.holzhausenschloesschen.de | U 1-3 Holzhausenstr.

Höchst

„Villa hostat“ nannten die Römer den 1928 eingemeindeten westlichen Vorort, als sie im 1. Jh. n. Chr. hier ein kleines Kastell erbauten, in dem Ziegel gebrannt wurden für die Stadt Nida (die heutige Römerstadt). Ihr ältester, zum Fluss gelegener Teil weist noch eine geschlossene, behutsam restaurierte historische Bebauung auf mit verwinkelten Gassen und Fachwerkbauten. Besonders sehenswert ist das Dalberger Haus, in dem die 1786 gegründete Höchster Porzellanmanufaktur Verkaufsräume unterhält. Der Firmensitz und die Erlebnismanufaktur sind inzwischen in der Palleskestr. 32 angesiedelt (Führungen jeweils Di 10 und 15 Uhr | 5 Euro | Tel. 3009020 | www.hoechster-porzellan.de). Dort wird der Entstehungsprozess von der Herstellung der Porzellanmasse über das Modellieren der Figuren bis zur Handmalerei gezeigt. Beachten sollten Sie außerdem das Kronberger Haus (Dependance des Historischen Museums Frankfurt), das Alte Rathaus und das Greifenclausche Haus (beides Renaissancesteinbauten mit Treppengiebeln) sowie die rekonstruierten Bauten Zum Anker und Zum Karpfen (ein ehemaliges Gasthaus, in dem schon Goethe speiste). Heute kehren Radfahrer, Rollerblader und Spaziergänger gerne bei den Wirten auf dem Höchster Schlossplatz ein. Das Schloss selbst wurde im Mittelalter als Zollburg errichtet. Die Mainschiffer mussten hier Tribut entrichten - denn Höchst zählte nicht zu Frankfurt, sondern zum Kurfürstentum Mainz. Heute ist im erhaltenen neueren Teil des Schlosses das Museum für Höchster Geschichte mit einer beispielhaften Porzellansammlung untergebracht sowie das Firmenmuseum der Farbwerke Hoechst, die die Geschicke des Ortes viele Jahrzehnte prägten. Alljährlich von Mitte Juni bis Mitte Juli bilden Schloss und Schlossplatz das Zentrum des Höchster Schlossfestes. Der schönste Blick auf das 790 erstmals urkundlich erwähnte (Alt)-Höchst bietet sich vom Fähranleger auf der Frankfurter Mainseite. Fast intakt präsentiert sich die historische Uferfront: Vom Ochsenturm im Westen, dem Schlossturm über das Maintor mit dem hinter der kleinen Bastion sichtbaren Zollturm bis hin zur ehemaligen Mainmühle beherrscht die vollständig erhaltene Stadtmauer aus dem 14./15. Jh. mit der darüber aufragenden Justinuskirche das Bild. Das Gotteshaus ist das älteste auf Frankfurter Stadtgebiet; es wurde ab 825 gebaut und 850 durch Rabanus Maurus geweiht. Nach Osten hin beschließt der über der Niddamündung gelegene Barockbau des Bolongaropalastes das malerische Ensemble. Der dreiflügelige barocke Bau wurde 1772-1775 für zwei Schnupftabakfabrikanten gebaut. In den Prunkräumen ist eine Porzellansammlung ausgestellt; im Kapellensaal finden regelmäßig Konzerte und Lesungen statt. Bolongaropalast: Mo-Fr 9-15 | Bolongarostr. 109; Schlossmuseen: Mi-So 10-16 Uhr | Eintritt frei | S 1/2 Höchst | Straßenbahn 10/11 Zuckschwertstr.

Messe

Handel trieben die Frankfurter schon lange, aber offiziell hob Kaiser Friedrich II. die Messe Frankfurt erst 1240 aus der Taufe. Anfang des 20. Jhs. wurde mit der Festhalle auf dem Messegelände ein Ort für internationale Ausstellungen und Kongresse geschaffen, der gleichzeitig eine gute Akustik hat. Bis heute dient der damals größte Kuppelbau Europas für Sportereignisse und Rockkonzerte. Inzwischen umgeben ihn zehn Ausstellungspavillons sowie mehrere architektonisch eindrucksvolle zeitgenössische Bauten: Das Torhaus von Oswald Mathias Ungers, der liebevoll „Bleistift“ genannte und längst zum Wahrzeichen nicht nur der Messe, sondern der ganzen Stadt avancierte, 256 m hohe Messeturm nach Plänen von Helmut Jahn sowie die Hochhauszwillinge Castor und Pollux. Den Zugang zum Messegelände akzentuiert der „Hammering Man“, eine 22 m hohe Skulptur von Jonathan Borofsky. | Ludwig-Erhard-Anlage 1 | www.messe-frankfurt.com | U 4, S 3-5 Messe, Straßenbahn 16/17/19 Messe

Naturmuseum Senckenberg

Dinosaurierskelette, Fossilien aus der Grube Messel, afrikanische Vormenschenschädel - in mehr als 190 Jahren Sammlungsgeschichte kamen fast eine halbe Million Exponate aus allen Epochen der Erdgeschichte zusammen. Das größte, bedeutendste und wohl schönste Museum seiner Art in Deutschland. | Mo/Di, Do/Fr 9 bis 17, Mi 9-20, Sa/So 9-18 Uhr | Senckenberganlage 25 | 6 Euro | www.senckenberg.de | U 4/6/7 Bockenheimer Warte, Bus 32/50 Senckenbergmuseum

Palmengarten

Eine der schönsten und größten botanischen Sammlungen Europas, 1868 von Frankfurter Bürgern begründet. Als Basis kauften sie die Kollektion tropischer Pflanzen des Herzogs von Nassau und ließen dafür das Palmenhaus errichten. In der Konstruktion aus Glas und Eisen kann man wie durch einen Dschungel streifen. Fast 30 ha Freilandanlagen und 10000 m² Schauhausflächen gehören zum Palmengarten, außerdem Themengärten, Rosenschauen, das Tropicarium, ein Bootsweiher, eine Theaterbühne sowie eine Konzertmuschel für Jazz und Kammeropern. Seit 2004 gibt es zudem links vor dem Haupteingang das Café Siesmayer mit riesiger Sommerterrasse. | Palmengartenstr./Siesmayerstr. 61 | Nov.-Jan. tgl. 9 bis 16, Feb.-Okt. 9-18 Uhr | 5 Euro | www.palmengarten-frankfurt.de | U 6/7 Palmengarten, Bus 36 Grüneburgweg

Römerstadt

Eines der herausragenden bauhistorischen Beispiele der frühen Moderne in Deutschland. Frankfurts Stadtbaurat Ernst May konzipierte 1927/28 mit seinem Mitarbeiter Martin Elsässer die heute denkmalgeschützte Gartensiedlung am Niddaufer in Heddernheim im Rahmen des Projekts „Neues Frankfurt“, bei dem zwischen 1925 und 1930 rund 15000 neue Sozialwohnungen geschaffen wurden. Das Ensemble liegt auf dem Areal des römischen Ortes Nida und verbindet das städtebauliche Prinzip der englischen Trabantenstadt mit der Formensprache des rationalistischen Neuen Bauens. May schuf für die Römerstadt eine Komposition aus vorwiegend zweigeschossigen, kurvenförmig arrangierten Zeilen von Einfamilienhäusern. Ihren südlichen Abschluss bildet eine umlaufende Stützmauer mit bastionenartig vorspringenden Terrassen.

Alle Häuser der Hadrianstraße sowie der Straßen Am Forum und An der Ringmauer (wo noch der Brunnen einer römischen Villa zu sehen ist) sind bis heute bewohnt. Eines davon, das Ernst-May-Haus, kann jeden ersten Samstag im Monat von 15 bis 18 Uhr besichtigt werden (Im Burgfeld 136 | www.ernst-may-museum.de | U 1 Römerstadt).

Zoo

Der Zoologische Garten, ebenfalls eine bürgerliche Gründung (1858), gehört zu den ältesten Tierparks der Welt. Bereits um 1900 hatte er einen bemerkenswerten Bestand. Alles wurde 1944 in einer Nacht zerstört, nur 20 Tiere überlebten den Bombenhagel. Direktor Bernhard Grzimek machte durch seinen Einsatz für den Wiederaufbau den Frankfurter Zoo international bekannt und zum Synonym für moderne Tierhaltung. Heute beherbergt er rund 4500 Tiere aus 600 Arten. Besucher erleben sie fast wie in freier Wildbahn: Tiger und Löwen tummeln sich im Katzendschungel; in der Robbenanlage können Zwergseebären unter Wasser beobachtet werden. Einzigartig in Europa ist die Freiflughalle, in der Vögel und Menschen sich ungehindert bewegen können. Das Nachttierhaus gewährt ebenso spannende Einblicke wie das Exotarium. Für die Menschenaffen entstand eine neue großzügige Anlage mit Temperaturen wie im Dschungel. | Im Sommer tgl. 9-19, im Winter tgl. 9-17 Uhr, Nachttierhaus ab 9.30, Exotarium ab 10 Uhr | Alfred-Brehm-Platz 16 | 8 Euro, jeden letzten Sa im Monat 6 Euro | www.zoo-frankfurt.de | U 6/7 Zoo