Reisetipps Florida

Stichworte Florida

Architektur

Florida hat der Welt einige architektonische Besonderheiten geschenkt. Zu ihnen zählt der Art Déco District in Miami Beach. Er zeigt mit seiner gradlinigen, farbigen Gestaltung, dass man in Florida seit dem ersten Boom modern und mutig zugleich dachte. Das gilt auch für die spanischen Bauidealen nachempfundenen Häuser von Addison Mizner, der Palm Beach prägte. Während aufkommende Patina diesen durch und durch amerikanischen Stilen eine interessante Note gibt, bauen couragierte Planer schon die Denkmäler der Zukunft - von virtuosen Wolkenkratzern in der Brickell Avenue von Miami bis zu phantasievollen Resorthotels in Disney World. Tradition hat sich im Norden gehalten. Holzhäuser mit Veranden künden vom beschaulichen Leben der Plantagenbesitzer.

Fauna & Flora

Immer mehr Arten der exotischen und reichhaltigen Tierwelt (470 Vogelarten, 94 Säugetierarten) werden von der Zivilisation bedroht. Florida-Panther, Spitzkrokodil und Seekuh gibt's nur noch in verschwindend kleiner Zahl, und etlichen Vogelarten, darunter Ibis, Adler, Kormoran und Storch, fehlt zunehmend der Lebensraum. Meeresschildkröten, die an der Ostküste an Land kommen, um ihre Eier zu legen, werden mittlerweile mit viel Fürsorge umhegt, Alligatoren erfolgreich in Farmen gezüchtet. In den Parks und Schutzgebieten sind noch eine ganze Reihe exotischer Tiere in freier Wildbahn zu sehen. Nur eine Tierart lebt in dem schwülen Klima denkbar ungestört: die Stechmücke.

Während im Norden Riedgras und Kiefernwälder sowie das dichte Zwergeichengesträuch heimisch sind, wurden im Süden Zitrusbäume und Palmen importiert. Im Küstenbereich wachsen Mangrovenwälder. Gekrönt wird Floridas Blumenreichtum schließlich von prächtigen Orchideen und Lilien.

Fun Parks

Der Besuchermagnet Walt Disney World bei Orlando hat dafür gesorgt, dass in Florida Vergnügungsparks zu einer Kulturform herangewachsen sind. Die Amüsierbetriebe machen von der Grundidee her Anleihen beim guten alten Rummelplatz, verkleiden jedoch die Karussells, Achterbahnen und Geisterbahnen mit immer neuen Kostümen. Sogenannte theme parks, die erfolgreiche Filme und den Starkult der Kinowelt als Aufhänger nehmen, führen die Idee weiter.

Gay Community

Florida ist ein populäres Ziel in der Schwulenszene. Schrille Trendsetter wie die Sängerin Madonna, die sich hier eine Zweitwohnung zulegte, zogen die jeunesse dorée der Mode-, Model- und Musikszene nach. Auch Gianni Versace lebte am Ocean Drive in South Beach, wo er direkt vor seiner Villa erschossen wurde. Nicht weit davon entfernt, am 12th Street Beach, stellen muskelbepackte Männer mit Vorliebe ihre Körper zur Schau. Danach geht es in die Gyms und die Clubs.

Hurrikane

Mit welcher Urgewalt die Natur zu Werke geht, zeigt sich in Florida, wenn ein hurricane zuschlägt. Die tropischen Wirbelstürme bilden sich in der Regenzeit zwischen Juni und Oktober in Tiefdruckgebieten über dem warmen Wasser der Karibik und ziehen von dort in kaum vorhersehbaren Bahnen nach Norden. Mit Windgeschwindigkeiten über 300 km/h schlagen die Stürme auf ihrem Weg eine breite Schneise der Zerstörung. Die meisten Menschen verunglücken in der meterhohen Flutwelle, die den Sturm begleitet. Überall an der Küste gibt es Schutzunterkünfte und Evakuierungsstraßen in Richtung Inland. Warnungen werden frühzeitig über Fernsehen und Radio verbreitet.

Indianer

Die Ureinwohner Floridas kamen vor etwa 12000 Jahren über die Beringstraße aus Asien ins Land und siedelten sich an den Küsten an. Ähnlich wie die Inkas errichteten sie Tempelbauten auf künstlichen Hügeln. Das, was heute am stärksten an sie erinnert, sind die geografischen Begriffe ihrer Sprache. Viele Indianer vom Stamm der Apalachee und der Timucua starben an eingeschleppten Krankheiten. Sklavenhändler lockten rund 12000 Ureinwohner in die Gefangenschaft. Schon Ende des 16. Jhs. war ihre Zahl auf ein Viertel geschrumpft. Auch die aus Georgia eingewanderten Indianer vom Stamm der Oconee Creek wurden verfolgt. Zuerst 1817/18 im Rahmen einer Strafexpedition des Armeegenerals und späteren US-Präsidenten Andrew Jackson und dann 1835, als sie sich weigerten, in das Indianerterritorium Oklahoma umzusiedeln. Hunderte entgingen der Gefangennahme und flohen in die sumpfigen Gebiete im Süden. Ihre Nachfahren erhielten 197016 Mio. $ Entschädigung für Land, das ihnen unter Bruch alter Verträge weggenommen worden war. Zwei Stämme sind übrig geblieben. Die 600 Miccosukee leben heute in Reservaten am Nordrand des Everglades National Park, die 2000 Seminolen in fünf Reservaten - u.a. in Big Cypress, in Brighton am Lake Okeechobee und in Hollywood.

Intracoastal Waterway

Boote gehören in Florida zum Lebensstil. Wo es die Wasserwege gestatten, werden sie wie Autos als Verkehrsmittel benutzt (wer es sich leisten kann, verfügt über eine private Anlegestelle). Das System einer teils durch Kanäle ergänzten natürlichen Wasserstraße von New Jersey im Norden bis Texas umringt Florida vollständig. Die Wortschöpfung intracoastal (innere Küste) beschreibt das Phänomen nicht ganz korrekt. Die Nehrungen und Barrier Islands, hinter denen sich Segler, Motorbootkapitäne und Fischer geschützt vor Wetter und Strömung bewegen, sind der eigentlichen Küste vorgelagert. Zahllose Ziehbrücken verbinden sie mit dem Festland: Kreuzungen, an denen Boote Vorfahrt vor den Autos haben.

Landwirtschaft

Florida rangiert unter den zehn wichtigsten US-Bundesstaaten in der Fleischproduktion. Die meisten Rinderfarmen befinden sich in Zentralflorida im Umland von Orlando, wo Cowboys - genauso wie in Texas - aus Tradition Rodeos abhalten. Zudem wachsen in Florida 80 Prozent der Früchte für die amerikanische Zitrusfrüchteproduktion auf einer Fläche von insgesamt 3000 km². Die Erträge belaufen sich auf mehr als 4Mia. Euro pro Jahr. Aber die Industrie ist nicht vor Rückschlägen gefeit. Die Farmer kämpfen ständig gegen Baumkrankheiten und müssen erntemindernde Winterfröste hinnehmen.

Manatees

Sticker mit dem Aufruf Save the Manatees zur Rettung der Seekühe kleben an vielen Autos. Tatsächlich sind die bis zu 3 m langen und teils über 500 kg schweren Säugetiere akut vom Aussterben bedroht. Früher waren sie entlang der Küste zwischen North Carolina und Texas anzutreffen. Weil sie fast blind sind und dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen, haben Umweltverschmutzung und Schifffahrt ihr Schicksal inzwischen (fast) besiegelt: Allein 50 Tiere werden jährlich von Schiffsschrauben getötet. Die letzten manatees leben vor allem in den Mündungen von Crystal und Homosassa River. In Miami betreibt das Seaquarium die Züchtung von Manatees.

Musik

Salsa, Merengue, Latinopop, Latinojazz und -rap: Latinomusik boomt! Besonders in Miami und Miami Beach finden die unwiderstehlichen Rhythmen aus Südamerika und der Karibik begeisterte Fans. Zu den Vorreitern gehörten Tito Puente, Cella Cruz und La India. Dann folgte Gloria Estefan mit internationalen Bestselleralben. Inzwischen ist die gebürtige Kubanerin, die viele jüngere Latin-Musiker inspirierte, ein gesellschaftlicher Fixpunkt in Miami. Außerhalb der Latin-Szene verkörpert noch ein Musiker den entspannten Lebensstil im Sunshine State: Jimmy Buffet, ein noch immer aktiver Mittsechziger, spielte sich mit Wohlfühl-Songs wie „Margaritaville“ und „Cheeseburger in Paradise“ in die Herzen und hat sogar eine eigene Fangemeinde, die Parrotheads.

National Parks

Drei der 57 amerikanischen Nationalparks befinden sich in Florida: Everglades, Biscayne und Dry Tortugas. In diesen Naturschutzgebieten leben (und überleben) Tiere und Pflanzen weitgehend ungestört. Ein Heer von Rangern widmet sich der Pflege und regelt den Besucherandrang. Die Territorien dienen nicht nur dem Artenschutz. Sie ermöglichen in den USA fast 300 Mio. Besuchern im Jahr, sich das Wunder Natur und die Erdentwicklung aus der Nähe anzuschauen. Immer mehr Flächen werden als National Forest, also als hegenswertes Waldareal, eingestuft oder als National Preserve (z.B. Big Cypress), National Wildlife Refuge (z.B. Merritt Island) und National Seashore (z.B. Cape Canaveral) ausgewiesen. Florida unterhält darüber hinaus ein großes Netz an State Parks: meist öffentliche Erholungs-, nicht Naturschutzgebiete.

Politik & Gesetze

Typisch für die Südstaaten mit ihrer Tradition der Plantagen und schwarzen Sklaven ist, dass sich die weiße Mehrheit jahrzehntelang gegen die Aufhebung der Rassentrennung wehrte. Die setzte die Washingtoner Regierung erst in den 1960er-Jahren durch. Bis dahin durften Schwarze in Bussen nur hinten sitzen, gingen auf separate öffentliche Toiletten und waren in zahlreichen Schulen und Restaurants nicht zugelassen.

Die föderative Ordnung der USA garantiert den 50 Bundesstaaten große Gestaltungsspielräume, besonders im Erziehungswesen - trotz seines Wohlstands liegt Florida bei der Ausstattung der Schulen am Ende der inneramerikanischen Skala - und im Strafrecht. Im Sunshine State wird beispielsweise die Todesstrafe vollstreckt. Mit einigen Gesetzen werden auch Reisende konfrontiert. In Florida ist man erst mit 21 Jahren volljährig. Wer jünger aussieht, sollte stets seinen Reisepass mit sich führen - und damit rechnen, beim Besuch von Nachtclubs nach einer visual ID gefragt zu werden.

Strände

Florida bietet rund 3000 km Strand und im Süden die Möglichkeit, das ganze Jahr über im wohltemperierten Ozean zu schwimmen. An der Küste des Panhandle ist das Meer am ruhigsten und der Sand am schönsten. Denn weil er zu 99 Prozent aus über Jahrmillionen hinweg poliertem und gebleichtem Quarzkristall besteht, gilt er weithin als der weißeste der Welt. Je weiter man am Golf von Mexiko nach Süden kommt, desto rauer wird es. Den stärksten Seegang und damit gute Möglichkeiten zum Surfen finden Sie am Atlantik.