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Ausflüge & Touren China

Durchs Lössgebiet zu Chinas Wurzeln

Die Tour beginnt in der historischen Stadt Pingyao und führt danach per Bahn durch das Tal des Fen-Flusses mit Höhlendörfern in typischer Lösslandschaft. Am Abend des zweiten Tages erreichen Sie das Ziel der 880 km langen Tour: Chinas alte Hauptstadt Xi'an.

Pingyao ist einer der seltenen Orte in China, die sich eine geschlossene mittelalterliche Altstadt bewahren und dieses Erbe bewusst pflegen - stolz auf die vollständige Stadtmauer, auf Schmucktore, Tempel und alte Bankhäuser. Ein Stadtturm überspannt die Hauptstraße. Wegen ihres überreichen Bildschmucks nicht zu versäumen sind die außerhalb gelegenen Klöster Shuanglin Si (7 km südwestlich) und Zhenguo Si (15 km nördlich der Stadt). Eine so stilvolle wie angenehme Altstadtherberge ist das Yide Hotel (Yide Kezhan | Shaxiang Jie 16 | Tel. 0354/5685988 | Fax 5684449 | www.yide-hotel.com | €).

Nächste Station, per Taxi zu erreichen, ist der einzigartige Tempel Jin Ci, der die Leben spendende Kraft des Wassers und der Frauen thematisiert. Nach einer Nacht in Taiyuan geht's per Bahn südwärts, wobei man noch einmal an Pingyaos Mauern vorbeirollt. Bald darauf verengt sich die Ebene zum Tal des Fen-Flusses, der sich durch die Lösshügel gegraben hat. Höhlendörfer gewähren Einblick in diese für die Lössgebiete typische Wohn- und Siedlungsform. Die fruchtbaren Terrassenfelder werden intensiv genutzt, doch im Winter gleicht das uralte Kulturland einer graugelben Wüste. Hier lassen sich noch die Wurzeln der chinesischen Zivilisation erahnen - die Gründe für ihre Bodenständigkeit und für die Verehrung des Regen spendenden Himmels, der Wolken- und Brunnendrachen. Am Spätnachmittag folgt der Zug eine Weile dem Gelben Fluss, Chinas Schicksalsstrom, eher er seine ockergelben Wasser überquert. Gegen 20.30 Uhr endet die Fahrt in Xi'an, dem alten Herzen des Reichs der Mitte.

Naturwunderund Abenteuer

Diese Fahrt, im Winter nicht praktikabel, ist etwas für Hartgesottene. Per Bahn fahren Sie von Xi'an nach Lanzhou, von dort per Bus nach Xiahe mit dem großen Labrang-Kloster. Dann wird es abenteuerlich: Per Bus geht es durch die Randgebiete Tibets. Die Herbergen sind schlicht, doch als Belohnung winken Naturwunder von unglaublicher Schönheit. Nach knapp zwei Wochen ab Xi'an erreichen Sie Chengdu. Länge der Tour: 1950 km

Der Anfang ist - sofern Sie sich früh genug um Bahntickets bemüht haben - am bequemsten, dazu noch schön und interessant: Etwa 470 km weit folgt der Zug dem Wei-Fluss. Sie blicken auf Dörfer, sehen Fähren über den ockerfarbenen Strom setzen und erheischen durch Seitentäler immer wieder Blicke auf schon recht hohe Berge. Sind Sie morgens gegen acht abgefahren, erreichen Sie gegen 15 Uhr Lanzhou. Hier können Sie im Friendship Hotel (Youyi Binguan | Xijin Xilu 16 | Tel. 0931/2333051 | Fax 2330304 | €-€€) übernachten. Bleiben Sie einen Tag, um sich zeitig (!) die Fahrkarte für den Bus nach Xiahe zu besorgen, der frühmorgens vom Busbahnhof West abfährt.

Xiahe ist durch das Labrang-Kloster (Eintritt 40 Yuan | zweimal täglich englische Führung) berühmt, eines der sechs tibetischen Hauptklöster. Seit seiner Gründung (1709) wurde es immer weiter ausgebaut und bedeckt heute 40 ha. Im Kloster leben 1800 Mönche. Die Haupthalle brannte 1985 ab und wurde bis 1990 mit staatlichen Mitteln neu errichtet. Eine Besichtigung von Innenräumen ist nur mit Führung möglich. Beachten Sie den Rundweg mit den Gebetsmühlen. Eine gute Unterkunft an der Hauptstraße nahe dem Kloster ist das Overseas Tibetan Hotel (Huaqiao Fandian | Tel. 0941/7122642 | €).

Xiahe ist gut für zwei Tage Aufenthalt. Auch hier müssen Sie sich rechtzeitig um Busfahrkarten kümmern. Das nächste Ziel ist die tibetische Klosterstadt Dagcanglhamo (chinesisch: Langmusi). Der Ort an der Grenze zu Sichuan ist ideal für Reitausflüge. Außerhalb des Ortes ist die Himmelsbestattung zu beobachten (Leichname werden Aasvögeln zum Fraß gegeben). Hotel: Langmusi Binguan (Tel. 0941/6671086 | €). Es folgt eine 240-km-Etappe über Zoigê (Ruogai, dort umsteigen) nach Songpan, einer alten, ummauerten Kreisstadt (Taiyang Hotel | Tel. 0837/7232888 | €). Von hier fahren Busse nach Jiuzhaigou; nach Huanglong (77 km) organisiert man sich am besten mit mehreren ein Taxi.

Huanglong, „Gelber Drache“: So heißt eine gut 4 km lange Folge von Kalksinterterrassen in einem abgelegenen Hochgebirgstal nördlich von Songpan. Das kristallklare Wasser in den Teichen ist durch Bakterien und Algen mal giftgrün, mal gelb, mal blau oder weiß gefärbt. Holzstege führen über das bunte, gelb gerandete Geriesel hinweg, und an einem ockergelben Wasserfall beginnen Sie zu begreifen, woher der Ort seinen Namen hat: Von hier aus zieht sich eine 2,5 km lange und rund 100 m breite Travertinfläche bergan, die vollständig mit einer dünnen Schicht fließenden Wassers bedeckt ist und als Rücken eines gewaltigen gelben Wasserdrachens gelten könnte. Ein Stück oberhalb davon geht es weiter mit den bunten Teichterrassen. Seinen Höhepunkt erreicht das Farbspiel, zu dem im Herbst auch die Vegetation beiträgt, in den Fünffarbenteichen am oberen Ende des Besucherwegs. Eintritt 200 Yuan

Um nach Jiuzhaigou zu gelangen, kehren Sie zunächst nach Songpan zurück. Dieses Naturschutzgebiet, das ebenso wie Huanglong von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde, grenzt zwar nördlich an das Gebiet von Huanglong an, ist von dort aus jedoch nicht direkt zu erreichen. Die Wunderwelt des „Neun-Dörfer-Tals“, das von Tibetern besiedelt ist, lässt sich hier nur andeuten. Das Areal ist so groß, dass Sie nicht alles ablaufen können und sich zwischendurch fahren lassen müssen. Denkwürdig sind vor allem die im fließenden Wasser stehenden Bäume und Sträucher und die schwimmenden Grasinseln des Duftgras-Sees, schön die Kalktuffdämme mit ihren Kaskaden, wo das Wasser unter den Holzstegen für die Besucher hindurchsprudelt, imposant die Wasserfälle, erstaunlich die Farbspiele, die es in mehreren Seen zu beobachten gibt. Mehr noch als im höher gelegenen Huanglong beglückt hier auch eine üppige Vegetation (staunenswert: die Flechtenvielfalt), und hier wie dort geht der Blick hinauf bis zu schneebedeckten Gipfeln. Eintritt 200 Yuan

Zwei Tage Aufenthalt, z.B. im guten Jiuzhaigou Hotel (€-€€), sind mindestens nötig, um die Schönheiten zu genießen, besser sind drei Tage. Der weitere Weg nach Chengdu führt noch einmal durch großartige Bergszenerien und macht eventuell eine weitere Übernachtung nötig.

Für teures Geld können Sie diese Tour bequemer und mit weniger Zeitaufwand unternehmen: nämlich per Geländewagen mit Fahrer, vorher zu arrangieren über chinesische Reisebüros (z.B. CITS). Eine dreitägige Kurzversion Chengdu-Huanglong- Jiuzhaigou-Chengdu ist per Flugzeug möglich (buchbar bei den Reisebüros in Chengdu), allerdings entgeht einem dabei einiges an Landschaftserlebnis.

Besichtigungstipp: Das Gedränge meiden Sie in Huanglong, wenn Sie vor 9 Uhr kommen, in Jiuzhaigou auf den straßenfernen Pfaden.

Ausflug zum Kaiserkanal

Von Nanjing aus erkunden Sie auf dieser rund 100 km langen Tour Zhenjiang und Yangzhou, zwei Orte am alten Kaiserkanal, deren Gärten und Tempelklöster auf eine glanzvolle Vergangenheit verweisen. Drei bis vier Tage sollten Sie sich dafür Zeit nehmen.

Vom Hauptbahnhof in Nanjing geht es zunächst mit dem Zug durch eine angenehme Hügellandschaft, den Jangtse stets unsichtbar zur Linken. Nach einer geruhsamen Stunde ist die alte Garnisonsstadt Zhenjiang erreicht, in deren Nähe der Kaiserkanal den Jangtse kreuzt. Von fern grüßt das markanteste Bauwerk der Stadt, die Pagode Cishou Ta auf dem Goldenen Hügel. Das sie umgebende Kloster ist ebenso sehenswert wie die beiden anderen Hügel, die vom Fluss her das Weichbild der Stadt bestimmen: der Beigu Shan, in dessen Pavillons man Tee mit Jangtse-Blick serviert, und der nur mit einer kleinen Fähre zu erreichende Jiao Shan mit seinen Klosteranlagen und alten Steininschriften. Schlendern Sie auch durch die Altstadt: Östlich des Boxian-Parks finden Sie Kolonialbauten aus der Zeit um 1900. Für die Unterkunft empfiehlt sich das Zhenjiang Hotel (186 Zi. | Zhongshan Xilu 92 | Tel. 0511/5233888 | Fax 5236425 | €€).

Für die nächsten 30 km vertrauen Sie sich einem der Kleinbusse am Busbahnhof an. Sind alle Plätze besetzt, geht es los - und erst einmal auf die Fähre, die den hier schon gewaltigen Jangtse überquert. Nach etwa einer Stunde Busfahrt durch flaches Schwemmland erreichen Sie die ehemalige Handelsmetropole und Künstlerstadt Yangzhou, deren Salzhändler über legendären Reichtum verfügten. Jetzt empfiehlt sich ein Spaziergang durch die Gärten des Schmalen Westsees (eigentlich ein aufgegebener Abschnitt des Kanals). Besonders anmutig: die Fünf-Pavillon-Brücke, erbaut 1757 anlässlich einer kaiserlichen Visite. Die Weiße Pagode daneben gleicht der im Pekinger Beihai-Park. Sie wurde der Legende nach aus Säcken voller Salz errichtet, von steinreichen Kaufleuten zur freudigen Überraschung des Kaisers über Nacht aufgetürmt. In der Altstadt sollten Sie zwei Literatengärten besuchen: den Garten des Herrn He (He Yuan) mit seinen alten Wohngebäuden und Wandelgängen sowie den Bambusgarten (Ge Yuan), dessen Pflanzen und künstliche Felsen raffiniert die vier Jahreszeiten symbolisieren. Anschließend wird ein Imbiss fällig: im traditionsreichen Restaurant Üppiger Frühling (Fuchun Chashe | Desheng Qiao 35 | Tel. 0514/7332572 | €€) - die hausgemachten Dim Sum sind vorzüglich. Auch eine Portion gebratenen Reis - in ganz China nur als „Yangzhou-Bratreis“ bekannt - sollten Sie kosten. Zentrale Unterkunft bietet das Yangzhou Hotel (147 Zi. | Fengle Shangjie 5 | Tel. 0514/7805888 | Fax 7343599 | €). Um nach Nanjing zurückzukehren, können Sie die Eisenbahn nehmen, aber meistens ist man mit den Bussen flexibler. Auf diese Weise können Sie sich auch wieder nach Süden wenden und in drei Stunden ins „paradiesische“ Suzhou gelangen.