Reisetipps Capri

Insider Tipps Capri MARCO POLO Insiderin Pia de Simony im Interview

Die Journalistin Pia de Simony ist Halbitalienerin und lebt in Wien. Für die Wahlcapreserin ist diese Insel ihre zweite Heimat.

Sie wohnen in Wien, haben zuvor aber 20 Jahre in Italien gelebt. Wieso?

Meine Mutter wollte, dass ich in ihrer Heimatstadt Florenz aufwachse. So habe ich die italienische Kultur und Sprache sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen, bis hin zum italienischen Abitur.

Sprechen Sie besser italienisch oder deutsch?

Beides gleich gut, da ich mehrsprachig erzogen wurde. Nach der Schulzeit bin ich nach München übersiedelt, um dort das Journalistik-Studium zu absolvieren. Danach hat es mich beruflich aber wieder nach Italien verschlagen. In Mailand arbeitete ich neun Jahre lang als freie Reisejournalistin. Eine kostbare Gelegenheit, um das facettenreiche Italien vom Scheitel bis zur Sohle noch näher kennenzulernen.

Und dabei haben Sie Capri entdeckt?

Nein. Diese Zauberinsel kannte ich schon als Teenager - durch meine Tante. Mit ihr verbrachte ich viele Sommerferien auf Capri. Die ungezählten Wanderungen über Stock und Stein, mit den überwältigenden Weitblicken aufs glitzernde Meer, gehören zu meinen prägendsten Kindheitserlebnissen. Heute noch, von Wien aus, zieht es mich im Sommer regelmäßig dorthin. Capri ist wie ein kleines Stück von mir: das schönste Fleckchen auf Erden!

Was reizt Sie an Capri besonders?

Was den Dichter Rilke hier emotional überforderte - „zu viel Berge auf zu engem Raum“ - gerade das zieht mich magisch an. Die atemberaubende Landschaft, das azurblaue Meer, die laue Luft, die betörenden Düfte. Und das kontrastreiche Leben auf Capri regt mich mächtig an. Zum Beispiel ist tagsüber der Ort Capri selber quirlig, laut und voll. Abends aber, wenn die letzte Fähre die Tagestouristen nach Neapel zurückgebracht hat, teilt man das Gefühl der Einheimischen: Jetzt gehört die Insel wieder uns! Dolcefarniente erlebt man dann auf der salonartig, intim wirkenden Piazzetta, wo Gäste aus aller Welt zum Aperitif kommen.

Was von Capri vermissen Sie am meisten, wenn Sie in Wien sind?

Die Warmherzigkeit der Einheimischen, ihre ungekünstelte Offenheit allen Ausländern gegenüber. Das zieht übrigens auch viele Gäste nach Capri. In diesem kultivierten, kosmopolitischen Mikrokosmos fühle ich mich besonders wohl. Was mir hier in Mitteleuropa am meisten abgeht? Natürlich das Meer, aber auch die unverfälschte Capreser Küche - besonders das frische Gemüse und die Fischgerichte.