Reisetipps Berlin

Stichworte Berlin

Berliner Schloss

Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, die Reste dann auf Ost-Berliner Geheiß gesprengt, jetzt kurz vor der Auferstehung: Seit März 2006 wird der Palast der Republik, das einstige Kulturzentrum der DDR, abgerissen. Später sollen dann hier die Schlossfassaden errichtet werden, hinter denen das Humboldt-Forum mit den Museen außereuropäischer Kulturen, der Landesbibliothek und den Sammlungen der Humboldt-Universität Platz finden soll.

Design

2006 erhielt Berlin im Rahmen eines Festakts von der Unesco die Auszeichnung "Stadt des Designs" verliehen und ist damit als erste deutsche Stadt im globalen Netzwerk der kreativen Städte, dem von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur gegründeten "Creative City Network", vertreten. Weitere Städte in diesem illustren, internationalen Kreis sind u.a. Buenos Aires als "Stadt des Designs" sowie Edinburgh als "Stadt der Literatur".

Sieben Ausbildungsstätten, darunter zwei Kunsthochschulen und drei Modeschulen, bilden in Berlin derzeit Designer aus, laut Wirtschaftssenat rund 5000 an der Zahl. Etwa 11700 Designer arbeiten in der so genannten Kreativwirtschaft und produzieren Möbel, Kleiderständer, Lampen oder bildende Kunst. Allein 6700 Designerfirmen erwirtschaften in Berlin einen Umsatz von ca. 1,5 Mrd. Euro jährlich - ein Wachstumsmarkt, der international wahrgenommen wird. Wichtigste Veranstaltung der Branche ist das alljährlich stattfindende Festival Designmai (www.designmai.de) mit Ausstellungen und experimentellen Entwürfen zu einem Schwerpunktthema.

Hofarchitektur

Berlin ist berühmt für seine Hofensembles. Zwei bis acht Häuser hintereinander, verbunden durch Höfe und Durchgänge, sind keine Seltenheit. Nicht zuletzt die Hackeschen Höfe in Mitte haben dieser besonderen Architektur wieder Geltung verschafft. Weitere Highlights gekonnter Hofsanierungen in Mitte sind die Heckmann-Höfe in der Oranienburger Straße, die Sophie-Gips-Höfe in der Sophienstraße sowie die Kurt-Berndt-Höfe an der Neuen Schönhauser Straße. Letztere wurden 1911/ 12 für die Metropol-Palast-Gesellschaft errichtet. Nach der Rückübertragung an den Alteigentümer wurde das Gebäude Ende der 1990er-Jahre modernisiert und rekonstruiert.

Mode

Trendscouts großer Modefirmen tummeln sich regelmäßig in der Stadt, um sich von dem phantasievollen und gewagten Outfit der Bewohner in Szenevierteln wie Mitte, Prenzlauer Berg oder Friedrichshain inspirieren zu lassen. Modedesign ist nicht zuletzt dank Modemessen wie der Durchreise und Premium ein großes Thema. Etliche Berliner Designer nähen Unikate im Hinterzimmer, während sie vorne im Laden verkaufen. Otto Normalverbraucher schert sich um Mode allerdings wenig. So ziehen es die meisten Berliner vor, möglichst bequem durch den Alltag zu laufen. Und als schick gelten in manchen Bezirken vor allem Jogginganzug und Badelatschen ...

Mundart

"Die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist", lautet eine gängige Erklärung für das oftmals barsche rhetorische Gebaren der Berliner. Wer in einen Bus steigt und den Fahrer nach dem Weg fragt, muss mit einer pampigen Antwort rechnen ("Bin ick hier det Auskunftsbüro oder wat?"). Freundlichkeit hält sich in Grenzen, doch wer schlagfertig kontert, wird schnell akzeptiert. Übrigens: Brötchen sagen in Berlin nur Zugereiste, an der Spree isst man zum Frühstück Schrippen. Und Berliner heißen hier nicht Berliner, sondern Pfannkuchen.

Ostalgie

Spätestens seit Wolfgang Beckers Film "Good bye Lenin" ist die Alltagskultur der DDR wieder voll im Trend. Design aus ehemals Volkseigenen Betrieben (VEB) wird hoch gehandelt: Shops mit Mitropa-Geschirr und DDR-Möbeln können sich vor Interessenten kaum retten. Plattenbau-Quartette sind beliebte Mitbringsel, und wer an die Drehorte von "Good bye Lenin" geführt werden möchte, bekommt auch diesen Wunsch erfüllt. Diverse Stadtführungsbüros haben "Ostalgietouren" im Programm. Dennoch sollte auch die andere Seite der Medaille nicht vergessen werden: Ein Besuch des Stasi-Gefängnisses in Hohenschönhausen z.B. (Genslerstr. 66 | Führungen tgl. 11 und 13, Sa/So auch 15 Uhr) erinnert eindrücklich an die Schattenseiten des Regimes.

Tierliebe

Die Berliner sind gewissermaßen vernarrt in alles, was vier Beine hat. Besonders Hunde erfreuen sich so großer Beliebtheit, dass Fußgänger immer einen Schritt voraus denken müssen, damit ihnen keine stinkende Tretmine zum Verhängnis wird. Aber nicht nur der Hundekot ist ein Problem, auch der mangelnde Auslauf für viele Bellos. Die Auslaufzonen im Volkspark Friedrichshain und in der Hasenheide in Kreuzberg sind notorisch überfüllt. Dass längst nicht jeder mit seiner Mieze oder seinem Fiffi klarkommt, zeigt das neue Tierheim am nordöstlichen Stadtrand. Mit einer Fläche von 16 ha ist es das derzeit größte Tierheim der Welt, inklusive Tierfriedhof.

Wasserstadt

Kaum eine Stadt in Europa verfügt über so viele Seen, Flüsse und Kanäle wie "Spree-Athen". Insgesamt rund 500 km Ufer bieten sich zum Spazierengehen, Wohnen und Sonnen an! Restaurants und Clubs mit Wasserblick gibt es vor allem an der Oberbaumbrücke in Friedrichshain. Strandbars mit Liegestühlen am Ufer der Spree und natürlich jede Menge Sommerbäder laden zum Relaxen ein. Und das Beste: Die meisten Seen und selbst die Havel haben eine gute bis hervorragende Wasserqualität.