Reisetipps Athen

Sehenswertes Athen Lebendige Stadt mit viel Geschichte

In Athen sind Gestern und Heute eng miteinander verwoben

Athen ist eine urlauberfreundliche Stadt. Fast alle Sehenswürdigkeiten und Museen liegen im Stadtzentrum, sodass man sie gut zu Fuß erreichen kann.

Märkte, Einkaufsstraßen, Cafés und Tavernen ermöglichen viele Unterbrechungen beim Sightseeing; auch die meisten Athener Hotels sind im Zentrum zu finden. Ein Auto wäre hinderlich, Busse und Bahnen wird man kaum benutzen. Nur nach Piräus braucht man Metro oder Straßenbahn, kann dort dann aber auch wieder das meiste zu Fuß erledigen.

Die Athener Sehenswürdigkeiten stammen nicht nur aus der Antike. Auch das Mittelalter hat vor allem in Form von Kirchen und Klöstern seine Spuren hinterlassen. Von osmanischer Zeit zeugt noch eine Moschee. Zahlreiche markante Bauwerke entstanden nach der Schaffung des neugriechischen Staates im 19. und frühen 20. Jh., stilprägend war dabei der Klassizismus. Immer mehr wenden sich die Griechen jetzt ihrer Industriearchitektur zu. Im ehemaligen Gaswerk sind Galerien und Szenelokale entstanden, eine Großbrauerei wird gerade zu einem Museum zeitgenössischer Kunst umgestaltet.

Athens Museumslandschaft ist äußerst bunt. Drei bedeutende Museen sind der Antike gewidmet, in zwei Sammlungen steht die byzantinische Kunst im Vordergrund. Jüdischem Leben und islamischer Kunst kann man in den Museen der Stadt ebenso begegnen wie moderner Kunst, Volkskunde und neugriechischer Geschichte. In Piräus wandelt man auf den Spuren des maritimen Hellas und kann dort sogar ein Schlachtschiff aus dem ersten Weltkrieg besichtigen. Fast alle Museen, die hier beschrieben werden, liegen im Zentrum oder sind von dort aus in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Geschlossen sind alle Museen am 1. Jan., 25. März, Karfreitag, Ostersonntag, 1. Mai, 25. und 26. Dez. Sonntagsöffnungszeiten gelten am 6. Jan., Rosenmontag, Karsamstag, Ostermontag, 15. Aug., 28. Okt. Nur von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet sind die Museen am 2. Jan., Faschingssonntag, Gründonnerstag, 24. und 31. Dez.

Agía Dínami

Das winzige Kirchlein aus dem 17. Jh. steht unter einem modernen Hochhaus, das man eigens dieser Kapelle wegen zum Teil auf Pfeilern erbaute. Das Gotteshaus wird noch immer von vielen Gläubigen besucht. Davon, dass die heilige Dínami viele Gebete erhört hat, zeugen die zahlreichen kleinen Votivtäfelchen an der Ikonostase. Tagsüber geöffnet | Odós Mitropóleos

Agorá und Agorá-museum

Das Herz der antiken Stadt Athen schlug auf ihrem Markt- und Versammlungsplatz, der Agorá. Auf einer annähernd quadratischen Fläche von etwa 120 mal 120 m hatten viele politische Institutionen ihren Sitz, Götter ihre Tempel, Helden ihre Statuen. Hier provozierte der Philosoph Sokrates die Athener, hier verbrachten Dichter wie Aischylos und Euripides, Politiker wie Perikles und Themistokles, Denker wie Platon und Aristoteles viele Stunden.

Die Agorá bildete über 1000 Jahre lang, vom 5. Jh. v. Chr. bis 580 n. Chr., den Mittelpunkt des kommerziellen und gesellschaftlichen Lebens. Was davon übrig blieb, stammt freilich aus ganz unterschiedlichen Jahrhunderten. Auch in der Antike veränderte sich das Stadtbild ja ständig. Das Bild, das die Agorá heute vermittelt, gehört am ehesten noch in die römische Zeit um Christi Geburt.

Zwei Bauten bestimmen den Eindruck: im Osten die Stoá des Attalos, im Westen der Hephaistos-Tempel. Die Stoá des Attalos ist eine 116 m lange, zweigeschossige Säulenhalle, in der wahrscheinlich Läden untergebracht waren. Stoen wie diese umgaben die Agorá auf allen vier Seiten. Die heutige Stoá ist freilich kein antiker Bau, sondern die Rekonstruktion eines im 2. Jh. v. Chr. von Herodes Atticus gestifteten Baus. Sie beherbergt das sehenswerte Agorá-Museum.

Der besondere Reiz dieses kleinen Museums liegt darin, dass viele der ausgestellten Objekte vom politischen und privaten Alltag der Menschen vor über 2000 Jahren erzählen. So sieht man zwei Tonmodelle von Schuhen aus der Zeit um 900 v. Chr., bronzene Gewichte von 500 v. Chr. und Bleigewichte aus den ersten beiden vorchristlichen Jahrhunderten. In einer anderen Vitrine wirkt ein Babysitz mit Nachttopf aus dem 6. Jh. v. Chr. ganz modern; an anderer Stelle dokumentieren Töpfe, Pfannen, Stövchen, Grillgeräte und ein tragbarer Ofen das Küchenleben vor 2500 Jahren.

Scherbengerichte gehörten im Athen des 5. Jhs. v. Chr. zum politischen Alltag. Höchstens einmal jährlich fand eine Volksversammlung mit mindestens 6000 Bürgern statt, die den Namen des Mannes in eine Tonscherbe einritzen durften, den sie am liebsten für zehn Jahre aus der Stadt verbannt haben wollten. Der Unglückliche, auf den die meisten Stimmen entfielen, musste dann ins Exil ziehen. Solche Scherben, óstraka genannt, sind im Museum in großer Zahl zu sehen. Auch eine Wasseruhr ist ausgestellt, die bei Gerichtsverfahren die Redezeit pro Person auf sechs Minuten begrenzte, und eine Art Lottomaschine, mit der öffentliche Ämter nach dem Zufallsprinzip verteilt wurden.

Weitgehend original ist hingegen der Hephaistos-Tempel (Thiseion), Griechenlands besterhaltener Tempel überhaupt. Der Tempel für den griechischen Gott des Feuers, der Schmiedekunst und generell des Handwerks stammt aus der zweiten Hälfte des 5. Jhs. v. Chr. und wurde bis 1834 als Kirche weiter genutzt - dadurch entging er dem Schicksal so vieler anderer antiker Bauten, die in christlichen Zeiten leider nur noch als Steinbruch geschätzt wurden.

34 dorische Säulen bilden eine Ringhalle um den Tempelkern, in dem die Kultbilder des Hephaistos und der Athena aufgestellt waren. Außen umläuft den Tempel ein Fries, bei dem drei senkrechte Balken, Triglyphen genannt, als Metopen bezeichnete Felder voneinander trennen, die zum Teil mit Skulpturen geschmückt sind. Sie zeigen Taten der mythischen Heroen Herakles und Theseus (daher auch die andere Bezeichnung „Thiseion“). Interessant ist ein Blick unter die Decke der Ringhalle: Sie wird von reich verzierten Kassetten gebildet, wie sie einst fast alle Tempel besaßen. Nur hier sind sie so gut und vollständig erhalten.

Das Originaldach des Tempels ist verschwunden, es war einst mit roten Ziegeln gedeckt. Will man sich den Bau im Originalzustand vorstellen, muss man sich schließlich noch viel Farbe hinzudenken. Friese und einzelne Bauteile waren nämlich bunt bemalt.

Zwischen der Stoá des Attalos und dem Hephaistos-Tempel standen zahlreiche weitere Bauten, von denen größtenteils nur geringe Spuren erhalten geblieben sind. So waren an der Westseite unterhalb des Hephaistos-Tempels das Bouleutérion als Rathaus Athens, das Métroon als athenisches Staatsarchiv und ein Rundtempel, die Thólos, als Versammlungsraum für die 50 Ratsherren der Stadt angesiedelt. Im Zentrum der Agorá wurde im Jahr 20 v. Chr. schließlich noch ein großes Odeon erbaut, ein Konzertsaal für etwa 1000 Zuhörer.

Quer durch die Agorá zog sich die Heilige Straße, auf der die Festzüge während der Panathenäen auf die Akrópolis zogen. Ihr Pflaster ist teilweise original erhalten - wer mag, kann auf dieser Straße heute noch gehen. Archaía Agorá | Eingänge am Nordhang der Akrópolis, an der Platía Thissíou und in der Odós Adrianoú | April-Okt. tgl. 8-19.30 Uhr, Nov.-März tgl. 8-17 Uhr, Museum Mo jeweils erst ab 11 Uhr

Akrópolis

Athens Akrópolis ist das bekannteste Monument der griechischen Antike. Den Griechen gilt sie als Nationaldenkmal, auf dessen heiligem Boden die Aufseher nicht einmal den Verzehr eines Sandwiches gestatten. Die Akrópolis (griech. Hochstadt) erhebt sich auf einem 156 m hohen Felssockel über der Ebene von Athen. Nach drei Seiten hin fällt der Fels uneinnehmbar steil ab, nur von Westen her ist er zugänglich.

Das Plateau ist mit einer Ost-West-Länge von 320 m und einer Breite von 156 m groß genug für eine Vielzahl von Bauten. Der Blick reicht bei klarer Sicht bis zu den Inseln im Saronischen Golf, Sálamis und Ägina. An schönen Wintertagen leuchten die schneebedeckten Gipfel des Peloponnes herüber.

In der Antike war der Akrópolis-Fels ein idealer Burgberg, der optimalen Schutz vor Feinden bot, und die Akrópolis selbst war denn auch zu Beginn ihrer Geschichte wie noch das ganze Mittelalter über vor allem eine Festung. Im Lauf von 4000 Jahren veränderten sich die Funktionen des Berges immer wieder, und so zeigte die Akrópolis viele verschiedene Gesichter.

Was Besucher heute sehen, vermittelt in Wahrheit einen durchaus schiefen Eindruck. Geblieben sind von den Bauten aus vier Jahrtausenden nämlich nur das Beulé-Tor, die Propyläen, der Nike-Tempel, das Erechtheion und der Parthenon. Diese Bauten prägten vor allem das Bild, das sich die Menschen in den beiden letzten Jahrhunderten von der klassischen Antike machten. Die Griechen restaurieren die Bauten heute einem Idealbild gemäß, auf das sich der Stolz ihrer Nation mitbegründet. Daran wird weitergearbeitet - auch in den nächsten Jahren wird die Akrópolis eine Großbaustelle sein.

Manche Kritiker nennen die Akrópolis denn auch „eine künstliche Ruine“. Sie bemängeln, dass in den letzten 160 Jahren alles abgerissen wurde, was nicht ins Bild der Archäologen und Altertumswissenschaftler passte. In der Tat: Auf noch nicht einmal 200 Jahre alten Aquarellen und Stichen erkennt man, dass die Akrópolis eine lebendige Stadt war. Im Parthenon erhob sich eine Moschee mit Minarett, in den antiken Gemäuern befanden sich ein Palast und ein Harem. Überall, wo Besucher heute über nacktes Gestein schreiten, standen Ställe und Häuser mit Gärten, drängten sich in den Gassen Menschen und Tiere.

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung auf dem Akrópolis-Felsen stammen aus der zweiten Hälfte des 2. Jts. v. Chr., also aus mykenischer Zeit. Damals stand auf seinem höchsten Punkt der Palast eines Königs, der von hier aus sein kleines Reich beherrschte. Mit der Einwanderung der dorischen Griechen um 1050 v. Chr. ging das mykenische Königtum unter, der Palast zerfiel. Im 8. Jh. v. Chr. diente die Akrópolis nicht mehr als Sitz eines herausgehobenen Herrschers, denn Athen wurde von gleichberechtigten Adelssippen gemeinsam regiert. Die Akrópolis war jetzt Heiligtum für eine Vielzahl von Gottheiten. Diese wurden nicht nur in Gestalt von Statuen, sondern auch als Naturerscheinungen verehrt - Athena z.B. in einem Ölbaum. Im Freien und in kleinen Holzbauten waren zahllose Weihegaben aufgestellt, auf Altären wurden Tieropfer dargebracht. Der erste monumentale Tempel der Akrópolis entstand erst im frühen 6. Jh. v. Chr. Er war der Göttin Athena geweiht, die dadurch eindeutig aus der Vielzahl der Gottheiten herausgehoben wurde. Der Tempel selbst war nur zum Teil aus Stein errichtet; die Säulen waren noch ganz aus Holz. Erst um 530 v. Chr. entstanden auf dem Akrópolis-Felsen die ersten reinen Steinbauten.

Der mit breiter Unterstützung des einfachen, unter der Adelsherrschaft leidenden Volkes 546 v. Chr. an die Macht gekommene Tyrann Peisistratos und seine Söhne Hipparch und Hippias wollten sich wohl auch selbst ein Denkmal setzen, als sie den alten Athena-Tempel weitgehend niederreißen und durch einen ganz aus Stein gestalteten ersetzen ließen. Außerdem entstand während dieser Tyrannis ein erstes Eingangstor zur Akrópolis und zudem noch ein Heiligtum für die bis dahin vor allem in Brauron verehrte Artemis.

All diese Bauten wurden von den Persern vernichtet, vor denen sich die Athener im Jahre 480 v. Chr. völlig auf die Insel Sálamis zurückzogen. Als sie nach der Seeschlacht von Sálamis und der sich 479 v. Chr. anschließenden Landschlacht von Platää zurückkehrten, fanden sie auf der Akrópolis nur noch ein Ruinenfeld vor.

Dreißig Jahre lang blieb es so. Die Ruinen sollten Mahnung und Erinnerung zugleich an die gefährdete Freiheit sein. Um das zu unterstreichen, hatte man weithin sichtbar auch noch Überreste des Athena-Tempels auf die Umfassungsmauer gestellt, neue Teile der Umfassung unter Verwendung alter, heute noch gut sichtbarer Säulentrommeln errichtet.

Athen wandelte sich in diesen Jahren zu einem radikaldemokratischen Staat, in dem die Volksversammlung der männlichen freien Vollbürger alle Entscheidungen zu treffen hatte. Das Volk von Athen beschloss um 450 v. Chr., auf dem Akrópolis-Felsen die vier Bauten zu errichten, die Besucher heute bewundern: Parthenon, Nike-Tempel, Propyläen und Erechtheion.

Ein Mann trieb in der Volksversammlung die Neugestaltung der Akrópolis besonders voran: der geniale Staatsmann Perikles, der mehr als 30 Jahre lang immer wieder in die höchsten Staatsämter gewählt wurde. Freilich hatte er auch Gegner, sodass sich in den Bauten der Akrópolis zwei politische Strömungen niederschlugen. Parthenon und Propyläen sind eher progressiv-demokratische Bauwerke, Erechtheion und Nike-Tempel hingegen konservativ-rückwärts gewandte. Die beiden Grundideen, die hinter der Neubebauung der Akrópolis standen, kommen darin zum Ausdruck. Vor allem ging es um den in Stein manifestierten Ausdruck der Athener Macht und des Athener Glanzes; erst an zweiter Stelle und vor allem bei den Konservativen folgte auch die Intention, den bedeutendsten in Athen verehrten Göttern ein neues Heiligtum zu schaffen.

Beulé-Tor (Zugang)

Unterhalb der Propyläen sieht man die Überreste eines festungsartigen Tores, das nach Ernest Beulé, seinem französischen Ausgräber im vorletzten Jahrhundert, benannt ist. Es entstand erst mehr als 700 Jahre nach den klassischen Bauten des perikleischen Zeitalters. Hinter ihm ragt ein sehr hoher, steinerner Sockel auf, der in römischer Zeit ein Denkmal des Agrippa in einem Viergespann trug. Agrippa war ein Feldherr und Schwiegersohn von Kaiser Augustus.

Propyläen

Mit den Propyläen schufen die Athener unter Leitung des Architekten Mnesikles zwischen 437 und 432 v. Chr. einen so monumentalen Eingangsbereich zu einem Heiligtum, wie es ihn noch nie zuvor in Hellas gegeben hatte. Er empfing den Eintretenden mit einer Reihe von sechs dorischen Säulen. Im rechten Winkel dazu stand eine Doppelreihe von je drei ionischen Säulen. Durch sie führte der Weg in eine Halle mit einer fein bemalten Kassettendecke. Wiederum sechs dorische Säulen, parallel zu den sechs vorderen stehend, entließen Akrópolis-Besucher in das Heiligtum.

Die Front der Propyläen war genau auf die Stätte der Volksversammlungen, den Pnyx-Hügel, ausgerichtet. Der linke und größere der beiden Seitenflügel diente als Gemäldesammlung und als Raststätte für Pilger. Der rechte Seitenflügel ist viel kleiner - erstaunlich bei dem sonst überall an den Propyläen sichtbaren Bestreben nach Symmetrie. Er zeugt von einem Kompromiss, den Neuerer und Konservative miteinander schlossen. Wäre der rechte Seitenflügel ebenso groß wie der linke, hätte er nämlich in die sehr viel älteren Heiligtümer der Artemis von Brauron und der Nike übergegriffen. Als ein sichtbares Zeichen für diesen Prozess der Verständigung hat man die Südwand des rechten Seitenflügels der Propyläen unfertig gelassen. Die Bossen, die zum Heben der Steine durch Kräne dienten, wurden, anders als sonst, nicht vollständig abgeschlagen.

Nike-Tempel

Schon äußerlich hebt sich der winzige Nike-Tempel in seiner Zierlichkeit deutlich von den Großbauten der Propyläen und des Parthenons ab. Anders als jene beiden hatte er eine wirkliche Tempelfunktion: Im Tempel wurde ein Kultbild verehrt, davor an einem Altar der Göttin Athena Nike geopfert. Die vier ionischen Säulen an der Vorder- und Rückfront des Tempels waren bewusst „altmodisch“ gestaltet, der Tempel absichtlich auf seine kultische Funktion beschränkt worden. Er sollte einen Gegensatz zu den revolutionären Bauten des Perikles bilden. 2003 wurde der Tempel vollständig abgetragen. Der Marmor soll saniert und der Tempel danach in alter Form wieder zusammengesetzt werden.

Erechtheion

Während einer Unterbrechung des Peloponnesischen Krieges um 421 v. Chr. wurde mit dem Bau eines weiteren konservativen Kultbaus begonnen, dem des Erechtheions. Im Jahr 406 v. Chr. war es fertiggestellt. Zwei Jahre später kapitulierte Athen. Sein goldenes Zeitalter war vorüber.

Das Erechtheion ist ein gänzlich unsymmetrischer, verwinkelter Bau. In ihm fanden noch einmal die Kulte für all jene Gottheiten einen Platz, die seit alters auf der Akrópolis verehrt wurden: Poseidon und Hephaistos etwa, die mythischen Stadtkönige Kekrops und Erechtheus, insgesamt mindestens ein Dutzend. Auch das alte hölzerne Kultbild der Athena, das bislang noch in der Ruine des früheren, aus der Zeit vor den Perserkriegen stammenden Athena-Tempels verwahrt wurde, wurde im Erechtheion aufgestellt.

Der auffälligste und bekannteste Teil des Erechtheion ist die Korenhalle. Ihr Dach wird von sechs Karyatiden, anmutigen Mädchenstatuen (Koren), getragen. Heute sieht man moderne Kopien; die Originale stehen im British Museum in London und im Akrópolis-Museum. Koren waren vor allem im 6. Jh. v. Chr. beliebte Weihegaben, wie man im Akrópolis-Museum feststellen kann. Sie statt Säulen zu verwenden, zeugt also wieder von einem bewussten Rückgriff auf vergangene Zeiten.

Parthenon

Der größte und immer noch glanzvollste Bau auf der Akrópolis entstand in nur 15 Jahren Bauzeit von 447 bis 432 v. Chr. Zwar fehlen ihm heute das Dach, die Wände des Innenraums und die farbige Bemalung von Dachgebälk und Giebeln, sodass der jetzige Eindruck nicht der gleiche wie in der Antike ist, doch seine Leichtigkeit, Eleganz und Harmonie sind nach wie vor zu spüren.

Ein eigentlicher Tempel war der Parthenon nicht; einen Altar für Opferhandlungen hat es vor dem Parthenon nie gegeben. Die 12 m hohe Athena-Statue aus Gold und Elfenbein, um die herum der Parthenon gebaut wurde, war vielmehr Repräsentationskunst und Geldanlage zugleich. Überhaupt hatte der Parthenon die Funktion eines Schatzhauses: In einem separaten Raum, dem Opisthódom, wurde die Bundeskasse des Attisch-Delischen Seebundes verwahrt. Die Tributzahlungen des übrigen Griechenlands brachten Athen jährlich etwa 11 t Silber ein - für den Bau des Parthenon und der Athena-Statue brauchte man insgesamt nur 20 t Silber aufzuwenden.

Wäre der Ehrgeiz der Athener mit der Errichtung eines Tempels, bei dem selbst das Dach mit reinem Marmor bedeckt war, und der Aufstellung der wertvollsten Statue Griechenlands schon befriedigt gewesen, wäre der Parthenon freilich nicht das Meisterwerk, das er ist. Die Athener wollten mit seinem Bau nicht nur ihre Macht, sondern auch ihre technische und intellektuelle Überlegenheit in Hellas zum Ausdruck bringen - und das vor allem hat sie zu dieser großartigen geistigen, handwerklichen und architektonischen Leistung angestachelt.

Die Wirkung des Parthenon beruht unter anderem auf der Harmonie der Proportionen. Sie waren von den Architekten, Iktinos und Phidias, genau berechnet worden. Um den für damalige Verhältnisse sehr großen Bau feingliedrig wirken zu lassen, erhielten die ohnehin dichter als üblich gestellten 42 dorischen Säulen nicht nur 16, sondern jeweils 20 Kanneluren (Längsrillen). Um den Eindruck gespannter Kraft zu vermitteln, verjüngen sich die Säulen von unten nach oben nicht gleichmäßig, sondern sind ein wenig bauchig, wobei der Schwerpunkt dicht unterhalb der Mitte liegt. Diese leichte Schwellung bezeichnet man als Entasis. Außerdem sind alle Säulen kaum merklich nach innen geneigt. Ohne diesen Trick würden sie wegen einer weiteren Raffinesse des Baus aussehen, als kippten sie nach außen.

Diese weitere Raffinesse ist die sogenannte Kurvatur des gesamten Tempels: Alle waagerechten Linien beim Parthenon sind in Wirklichkeit nicht exakt waagerecht, sondern ganz leicht gekrümmt! So steigen alle Stufen des Unterbaus, der gesamte Tempelboden und alle waagerechten Steine des Dachgebälks in Längsrichtung zur Mitte hin um gut 10 cm an - man kann das heute noch leicht mit bloßem Auge erkennen. Das heißt aber auch, dass jeder Stein individuell bearbeitet werden und dass auch die Unter- und Oberseite jeder Säule dieser Kurvatur angepasst sein musste.

Wie die architektonische Leistung der Athener von der Größe ihrer Demokratie zeugt, so berichten die Skulpturen des Parthenon nicht nur von Göttern und mythologischen Ereignissen, sondern auch von der Pracht des athenischen Festes zu Ehren der Göttin Athena. Kein anderer Tempel Griechenlands hatte zuvor so reichen Skulpturenschmuck besessen. Während unterhalb des Dachs der dorische Fries in 92 Bildfeldern von verschiedenen Kämpfen erzählte, schilderte der 160 m lange ionische Fries, der die Cella-Wand umlief, Aussehen und Verlauf einer Prozession hinauf zur Akrópolis anlässlich der Großen Panathenäen. Dieses jährliche Fest zu Ehren der Athena wurde alle vier Jahre besonders aufwendig begangen. Einige Teile der Friese sind im Akrópolis-Museum zu sehen, andere in Paris und in London. April-Okt. 8-19 Uhr, Nov.-März tgl. 8-17 Uhr | Eingang auf der Westseite

Akrópolis-Museum

Das alte Akrópolis-Museum direkt auf der Akrópolis ist seit Juli 2007 für immer geschlossen. Alle größeren Ausstellungsobjekte von unermesslichem Wert wurden spektakulär per Kran-Stafette ins neue Akrópolis-Museum südlich des Tempelberges transferiert. Der erdbebensichere Bau entstand nach Plänen des Schweizer Architekten Bernard Tschumi. Glas ist das wichtigste Baumaterial, sodass die Besucher immer wieder die Akrópolis vor Augen haben, von der ja alle Objekte stammen. Die Kunstwerke repräsentieren 1000 Jahre künstlerischer Entwicklung zwischen dem 6. Jh. v. Chr. und dem 4. Jh. n. Chr.

Zu den ältesten Werken zählt ein Giebel aus Tuffstein. Er zeigt den Helden Herakles im Kampf mit einer neunköpfigen Wasserschlange, der Hydra von Lerna. Ein großer Krebs eilt ihr zu Hilfe und zwickt Herakles in den Fuß. Der ruft daraufhin seinen Wagenlenker Iolaos herbei, damit der einen nahen Wald abbrenne. Die Figuren waren einst bemalt und stammen aus der Zeit um 600 v. Chr.

Eine der berühmtesten Statuen aus archaischer Zeit ist der Kalbträger. Es handelt sich dabei um einen aristokratischen Landbesitzer, der das Tier den Göttern zum Opfer darbringt. Sein Name, Rhombos, steht auf dem Sockel. Das Werk aus reinem Marmor wird auf die Zeit um 550 v. Chr. datiert.

Von den Idealen und vom Leben der attischen Grundherren erzählen viele weitere bildhauerische Werke. Sie schätzten die Jagd, den Krieg und das Beutemachen und in Verbindung damit die Zucht edler Pferde. Darauf verweist die erste Reitergruppe aus archaischer Zeit, die „Pampin'schen Reiter“ genannt.

Die zahlreichen Frauenstatuen, in der Fachsprache als Koren bezeichnet, sind ebenfalls Ausdruck eines Lebensideals der attischen Männer. Sie tragen alle ein prächtiges, einst bunt bemaltes Gewand und raffen es mit einer Hand so, dass ihre Fesseln sichtbar werden. In der anderen Hand trugen sie ursprünglich ein Weihgeschenk für die Götter. Die großen religiösen Feste, bei denen eben auch Weihegaben dargebracht wurden, waren nämlich einer der wenigen Anlässe, bei denen sich adlige Frauen in der Öffentlichkeit zeigten. Ihre Gatten waren auf sie ebenso stolz wie auf ihre Pferde oder den Wert ihrer Weihegaben. Darum gehörten Koren auch zu den häufigen Skulpturen im Tempelbezirk. Die berühmtesten aller Koren sind die jungen Damen, die einst ein Vordach des Erechteion-Tempels stützten. Vor Ort auf der Akrópolis wurden sie durch Kopien ersetzt. Im Museum sind die vier Koren (Karyatiden) im Original ausgestellt, die in Athen verblieben. Sie stammen bereits aus dem 5. Jh. v. Chr., also aus der Zeit nach den Perserkriegen.

Die etwas älteren Werke aus der Zeit um 480 v. Chr., als die Perser die alte Akropolis zerstörten, vermitteln einen guten Eindruck von der Zeit des Übergangs zwischen archaischem und klassischem Stil. Als eine der ersten klassischen Skulpturen überhaupt gilt die des Krition-Jünglings, der beim Stehen nicht mehr wie bei Werken der Archaik beide Beine gleichmäßig belastet, sondern der bereits mit (unbelastetem) Spiel- und (belastetem) Standbein gezeigt wird. Ein reifes Werk der griechischen Klassik ist das 50 cm hohe Marmorrelief der trauernden Athena. Auf ihre Lanze gestützt steht sie mit gesenktem Kopf vor einem Steinpfeiler, also einem Grabdenkmal.

Besonders eindrucksvoll sind die beiden restkonstruierten Giebel des klassischen Parthenon-Tempels. Hier steht man dem gesamten griechischen Götterhimmel gegenüber. Vom Fries, der das Parthenon schmückte, kann das Museum leider nur wenige Originale zeigen. Die meisten befinden sich noch im Besitz des Britischen Museums in London, das sie trotz internationalen Drängens nicht an Griechenland zurückgeben will. Sie zeigen lebendig und in großer Ausführlichkeit Ereignisse während eines Festzuges zu Ehren der Göttin Athena. Odós Dionísiou Areopagítou | Eröffnung voraussichtlich 2008, Öffnungszeiten und Eintrittspreise standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest

Areopag

Nahe dem Eingang zur Akrópolis führen einige wenige, aber sehr glatte Stufen auf einen kahlen Felsen hinauf, der die ganze Antike über Versammlungsort des obersten Athener Gerichtshofs war, eben des Areopags. Seine Befugnisse wandelten sich im Lauf der Jahrhunderte, immer jedoch wurden ihm Verhandlungen in Mordsachen zugewiesen. Vom Areopag aus kann man einen schönen Blick auf die Agorá und eine eindrucksvolle Ansicht von den Propyläen der Akrópolis genießen. Frei zugänglich

Dionysos-Theater

Das Theater am Südhang der Akrópolis ist die Geburtsstätte des europäischen Theaters. Hier verehrten die alten Griechen seit dem 6. Jh. v. Chr. ihren Gott Dionysos alljährlich mit ausgelassenen Tänzen und Chorgesängen. Im Jahr 534 v. Chr. kam ein gewisser Thespis zu diesen Feiern. Er stellte dem Chor einen Gegenspieler zur Seite, der Dialog war geboren und damit das Theater. Es dauerte nicht lange, bis es seinen ersten Höhepunkt erreichte mit Aischylos (525-456), Sophokles (496-406) und Euripides (480-406).

Zur Zeit des Thespis lagerten sich die Zuschauer noch einfach am Berghang. Um 490 v. Chr. begann man, Zuschauerränge auszuheben und Holzbänke aufzustellen. Von hier aus wohnten die Athener den städtischen Dionysien bei. Sie dauerten jeweils sieben Tage. Theater wurde an drei Tagen gespielt, und zwar in Form eines Wettbewerbs. Je drei Dichter konkurrierten miteinander. Jeder hatte an einem Tag drei Tragödien und ein Satyrspiel (Vorläufer der Komödie) zur Aufführung zu bringen. Die Zuschauer zahlten keinen Eintritt, sondern erhielten ebenso wie für den Besuch der Volksversammlung sogar noch einen Obolus.

Im Jahr 330 v. Chr. wurden die Holzbänke durch Steinbänke ersetzt, das Theater erhielt in etwa seine heutige Form. In der ersten Reihe stellte man marmorne Sitze mit Lehne auf, die den Priestern und anderen Würdenträgern vorbehalten waren. Der mittlere, mit Reliefs verzierte und heute noch sichtbare Sitz stand dem Dionysos-Priester zu. Der römische Kaiser Hadrian ließ sich einen marmornen Ehrenplatz hinter der ersten Sitzreihe errichten, auch dieser ist erhalten.

Unter Kaiser Nero wurde die Bühne so umgestaltet, dass Gladiatorenkämpfe und sogar Wasserspiele veranstaltet werden konnten. Unter Nero entstanden auch die Reliefs an der Vorderbühne, die mythische Szenen darstellen: links die Geburt des Dionysos, daneben ein Opfer für den Gott, rechts die Verehrung des Gottes. Zugang auch von der Akrópolis aus | April-Sept. tgl. 8-19 Uhr, Nov.-März tgl. 8-17 Uhr | Odós Dionissíou Areopagítou

Hadrian-Bibliothek

Am Rand des immer belebten Monastiráki-Platzes erhebt sich die Fassade eines um 132 n. Chr. vom römischen Kaiser Hadrian in Auftrag gegebenen Bibliotheksgebäudes. Zum Komplex gehörte ein großer, von 100 Säulen umstandener Hof mit Wasserbecken, der im 6. Jh. mit einer christlichen Basilika überbaut wurde. | Vivliothíki Adrianoú; nur über den Zaun zu betrachten, Fassade an der Odós Áreos

Hadrian-Bogen

An der verkehrsreichen Straße Leofóros Amalías steht inmitten der Abgase ein fast 1900 Jahre altes, 18 m hohes Tor: der Hadrian-Bogen. Der römische Kaiser Hadrian ließ Athen zwischen 124 und 129 n. Chr. um ein ganzes Stadtviertel erweitern und dabei diesen Bau an der Grenze zwischen Alt- und Neustadt als Denkmal für sich selbst errichten. Zur Akrópolis hin trägt das Tor die Inschrift: „Das ist die Stadt des Theseus, die alte Stadt“; auf der anderen Seite wird verkündet: „Dies ist die Stadt des Hadrian, nicht die des Theseus.“ Pilí Adrianoú | Leofóros Amalías | frei zugänglich

Jüdisches Museum

Zeugnisse aus 2300 Jahren griechischen Judentums. Auf neun Ebenen werden Geschichte und die Feste, die Kulthandlungen und der Alltag, aber auch das Verhältnis zwischen griechischen Christen und Juden während der deutschen Besetzung dargestellt. Mo-Fr 9-14.30 Uhr, So 10-14 Uhr | Odós Níkis 39 | www.jewish-museum.gr

Lysikrates-Denkmal

Im Rahmen der alljährlichen Dionysien fanden im Dionysos-Theater jeweils dreitägige Theaterwettbewerbe statt. Die Finanzierung des Chors übernahm jeweils ein wohlhabender Bürger, Chorege genannt. Nicht der Autor, sondern der Chorege erhielt dann auch den Siegespreis - einen bronzenen Dreifuß. Ein solcher erfolgreicher Chorege war im Jahr 334 v. Chr. ein Mann namens Lysikrates. Wie die meisten seiner Vorgänger und Nachfolger stellte er seinen Preis öffentlich aus und errichtete sich damit zugleich selbst ein Denkmal. An der alten Straße von der Agorá zum Dionysos-Theater säumten zahlreiche solche Denkmäler den Weg. Erhalten blieb als einziges das des Lysikrates, weil es im Mittelalter als Bibliothek eines Kapuzinerklosters genutzt wurde. Ein nur 25 cm hoher Fries umläuft den Marmorbau. Dargestellt ist der Gott Dionysos, wie er mit einem Panther spielt, während Satyrn - Naturdämonen aus seinem Gefolge - etruskische Seeräuber für den Versuch bestrafen, Dionysos gefangen zu nehmen. Frei zugänglich | Odós Lisikrátous

Mitrópolis und Kleine Mitrópolis

Die orthodoxe Kathedrale ist ein Werk des 19. Jhs. - zwar groß, aber keineswegs schön. Von hier werden die von der politischen Prominenz Griechenlands besuchten großen Gottesdienste des Jahres per Fernsehen übertragen.

Unmittelbar neben dieser Hauptkirche Athens steht ganz bescheiden die winzige mittelalterliche Bischofskirche. Als man sie im 12. Jh. erbaute, lagen überall in Athen noch zahllose Bauteile antiker und früh-christlicher Gebäude herum. Die bereits Jahrhunderte zuvor sorgfältig behauenen Marmorquader konnten als schönes und noch dazu kostengünstiges Baumaterial dienen; uralte Friese und Reliefs bildeten einen willkommenen Schmuck des neuen Kirchleins. Geht man um den Bau herum, so erkennt man z.B. heidnische Tänzerinnen, einen Löwen, der gerade ein Reh erbeutet hat, und über dem Eingang einen Fries aus dem 4. Jh. v. Chr., der eine ganze Reihe heidnischer Feste darstellt. Mitrópolis ganztägig geöffnet, Kleine Mitrópolis meist vormittags geöffnet | Odós Mitropóleos

Museum für griechische Volkskunst

Das kleine, sehr übersichtlich und modern gestaltete Museum in der Pláka präsentiert anhand weniger ausgewählter Objekte die verschiedenen Arten griechischer Volkskunst und griechischen Volkslebens: Stickerei, Holzschnitzerei, Silberschmiedekunst mit Schmuck und Waffen, Trachten. Einmalig ist die Sammlung traditioneller Karnevalskostüme von der Insel Skíros sowie aus Dráma, Kaválla und Náoussa, die auf lebensgroßen Puppen präsentiert werden, sowie die Schattenspielfiguren für das traditionelle Karaghiozis-Theater. Mousío Ellínikis Laikís Technís | Odós Kidathinéon 17 | Mo 12-19 Uhr, Di-So 8-19 Uhr, Winter Di-So 8.30-15 Uhr

Odeon des Herodes Atticus

Dieses klassisch-antike Theater am Südhang der Akrópolis schenkte der reiche Athener Bürger Herodes Atticus seiner geliebten Heimatstadt im Jahr 161 n. Chr. Da dort oft Musik gespielt wurde, nannte man das Theater auch Odeon (Konzerthaus). Auf seinen 32 Rängen fanden 5000 Zuschauer Platz. Anders als beim griechischen Dionysos-Theater steigen hier die Ränge steil an, die Cavea genannte Spielfläche wird wie bei allen römischen Theatern von einem hohen Bühnenhaus abgeschlossen. | Odeíon Iródou Attikoú; nur bei Aufführungen zu betreten; sonst guter Überblick von der Akrópolis aus | Odós Dionissíou Areopagítou

Römische Agorá und Turm der Winde

Zusätzlich zur altgriechischen Agorá legten die Römer um 10 n. Chr. nahe dem Marktplatz eine neue Agorá an, die von Säulenhallen mit Geschäftsräumen umschlossen war. Der Haupteingang, ein bis heute erhaltenes Tor, lag der alten Agorá zugewandt.

Am anderen Ende des Platzes erhebt sich der sehr gut erhaltene, 12 m hohe Turm der Winde. Er stammt aus dem 1. Jh. v. Chr., als Griechenland bereits unter römischer Herrschaft stand, und beherbergte eine Uhr. Die Zeit maß man in der Antike vor allem mit Sonnenuhren, die freilich bei Nacht und wolkenverhangenem Himmel versagten. So hatte man an einigen Orten Wasseruhren aufgestellt, die über ein kompliziertes Röhrensystem immer recht genau die Zeit anzeigten. Zusätzlich waren an den Außenseiten des achteckigen Turms Sonnenuhren angebracht. Darüber sind in einem Relieffries die acht antiken Windgötter dargestellt, jeder in seiner Himmelsrichtung. Gleich neben dem Eingang zum Ausgrabungsgelände sind noch die Reste einer antiken Gemeinschaftslatrine zu erkennen, die 70 Männern gleichzeitig Platz bot. Romaikí Agorá und Náos Aiólou | Odós Pelopída | April-Sept. tgl. 8-19 Uhr, Nov.- März tgl. 8-17 Uhr

Tempel des Olympischen Zeus

Die mächtigsten Säulen Athens gehören zum Olympieion, dem Tempel des Olympischen Zeus. 15 stehen noch aufrecht, eine sechzehnte ist liegend intakt geblieben. Einst besaß der Tempel 104 fast 17 m hohe Marmorsäulen mit einem Gesamtgewicht von 15500 t. Die Baugeschichte des Tempels erstreckt sich über mehr als 700 Jahre. Erste Arbeiten für einen - allerdings kleineren - Zeus-Tempel an dieser Stelle begannen unter dem Tyrannen Peisistratos vor 550 v. Chr. Seine Söhne Hippias und Hipparch nahmen dann als Erste diesen Riesentempel in Angriff. Erst unter dem römischen Kaiser Hadrian wurde der Tempel um 130 n. Chr. vollendet. In seinem Innern wurden eine Zeus-Statue aus Elfenbein und Gold verehrt und ein Reiterstandbild des Kaisers. Erdbeben zerstörten den Tempel dann im Lauf der Jahrhunderte. Stíles Olympíou Diós; tgl. 8.30-19 Uhr, Winter tgl. 8.30 bis mind. 15 Uhr | Leofóros Amalías/Leofóros Vasilíssis Ólgas

Historisches Nationalmuseum

Die Geschichte Griechenlands vom Ende des Byzantinischen Reichs 1453 bis zum Zweiten Weltkrieg findet hier, im ersten Parlamentsgebäude Griechenlands, den passenden musealen Rahmen. Das klassizistische Bauwerk wurde 1858 eingeweiht und diente der Volksvertretung bis 1934 als Versammlungsort. Zu sehen sind vor allem Flaggen und Banner, Waffen und viele persönliche Gegenstände aus dem Besitz von Königen und Freiheitskämpfern. Ethnikó Istorikó Mousío | Odós Stadíou 13 | Di-So 9-14 Uhr

Islamisches Museum

Islamische Kunstwerke aus verschiedenen Ländern. Besonders eindrucksvoll sind Teile eines Prunksalons aus einem über 350 Jahre alten Haus in Kairo. Im Untergeschoss sind antike Reste der Athener Stadtmauer und eines Grabes zu sehen. Di-So 9-15 Uhr (Mi bis 21 Uhr) | Odós Ágion Asómaton | Ecke Odós Dípilou 12 | www.benaki.gr

Kapnikaréa

Die kleine byzantinische Kirche aus dem 11. Jh. steht in Athens bedeutendster Fußgängerzone. Sie ist mit traditionellen Fresken aus dem 19. Jh. ausgeschmückt. Ganztägig geöffnet | Odós Ermoú

Kerameikós und Kerameikósmuseum

Etwas abseits der üblichen Besichtigungsrouten träumt der von deutschen Archäologen freigelegte antike Friedhof von Athen vor sich hin. Hier erzählen Grundmauern von der Stadtgeschichte und eine Vielzahl von Grabdenkmälern von persönlichen Schicksalen. Kerameikós war ein Stadtteil Athens, der sich bis zur antiken Agorá erstreckte und weit über die Stadtmauer hinausragte. Im Bereich der Ausgrabungen - nur ein kleiner Teil von Kerameikós konnte freigelegt werden - hat man die beiden bedeutendsten Stadttore Athens entdeckt. Das eine ist das Heilige Tor, durch das die Heilige Straße führte, auf der alljährlich ein Festzug nach Eleusis zog. Das andere ist das Dípylon, das Doppeltor, durch das im Rahmen der Panathenäen der große Festzug zur Akrópolis die Stadt betrat. Zwischen beiden Toren stand das Pompeíon, in dem der Festzug hergerichtet wurde, und in dem sich die Honoratioren zum Festmahl trafen. Sonst diente das Pompeíon auch als Sportstätte für Ringkämpfe.

Besonders eindrucksvoll sind die Grabmonumente zu beiden Seiten des jetzt unterirdisch geführten Flüsschens Erídanos, der am Berg Likavittós entspringt. Einige wurden zu Ehren gefallener Soldaten vom Staat errichtet, andere sind privat. Auch große Staatsmänner, wie zum Beispiel Perikles und Kleisthenes, wurden hier bestattet.

Das modern konzipierte Museum auf Athens antikem Friedhof zeigt hier gefundene Grabdenkmäler und Vasen. Besonders schön sind ein Koúros und eine Sphinx aus dem frühen 6. Jh. v. Chr., eine Löwenskulptur aus dem späten 6. Jh. v. Chr. und ein monumentaler steinerner Stier aus der 2. Hälfte des 4. Jh. v. Chr. Alle Objekte werden ausführlich auch auf Deutsch erklärt. April-Sept. Di-So 8-19 Uhr, Nov.-März Di-So 8.30-15 Uhr | Eingang an der Odós Ermoú

Markthallen

Athens Markthallen sind über 100 Jahre alt, haben aber gerade erst ein Facelifting erhalten. Alle Metzger präsentieren ihr umfangreiches, meist bildschön drapiertes Warenangebot jetzt in großen Kühltresen, unter der Decke flimmern Flachbildschirme, auf denen die Spots von Musiksendern zur Unterhaltung von Marktbeschickern und -besuchern laufen. Auf dem Fischmarkt, auf dem alles verkauft wird, was die Weltmeere an Essbarem hergeben, haben die Kühltresen noch keinen Einzug gehalten - doch hier wird die Ware ohnehin nicht älter als ein paar Stunden. Los- und Plastiktütenverkäufer stehen an den Eingängen zu den Hallen. An deren Außenfronten wird ringsum mit Nüssen und Oliven, Honig, Käse und Eiern, Wein und Spirituosen gehandelt. Auf der gegenüberliegenden Seite der Athínas-Straße ist der Obst- und Gemüsemarkt ebenfalls modernisiert worden, in den Ladenzeilen rings um ihn herum wird mittlerweile überwiegend mit exotischen Produkten wie polnischen Würsten und isländischem Stockfisch gehandelt.

Buntes Markttreiben herrscht hier überall - von montags bis samstags an jedem Morgen. Die Markttavernen sind außer sonntags rund um die Uhr geöffnet - sie bieten eine große Auswahl und sind vor allem nachts wegen ihrer heißen Suppen beliebt. Odós Athínas

Monastiráki-Platz

Der geschäftige Platz über der gleichnamigen Metrostation ist genau das Gegenteil vom szenig-schicken Kolonáki-Platz. Auch wenn nicht gerade Sonntagvormittag und damit Flohmarkt ist, bestimmt hier der Straßenhandel das Bild.

Omónia-Platz

Der „Platz der Eintracht“ (Platía Omonoías) ist im nicht gerade leisen Athen der wohl lauteste Ort. Zu jeder Tages- und Nachtzeit stehen hier Gruppen diskutierender Männer; vor allem ist dies der Treffpunkt der vielen Polen, Albaner und Schwarzmeergriechen. Auch unterirdisch herrscht Betrieb, denn die Metrostation Omónia ist die verkehrsreichste der Stadt.

Síntagma-Platz

Der Repräsentationsplatz der Hauptstadt, „Platz der Verfassung“ (Platía Sintágmatos) genannt, ist ein regelmäßiges Viereck mit Bänken und Grünanlagen, das vom Straßenverkehr umbrandet wird. Die Randbebauung ist modern, aus dem 19. Jh. stammen nur die großen Hotels King Roi Georges II und Grande Bretagne sowie das ehemalige Königsschloss am oberen Platzende. Letzteres entstand in den Jahren 1834-38 und dient heute als Parlament sowie als Sitz des Präsidenten. Vor dem Schloss halten Evzonen, Wachsoldaten in historischer Tracht, Ehrenwache vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten, zu jeder vollen Stunde machen sie ein paar markante Schritte, an jedem Sonntag um 11 Uhr findet ein großer Wachwechsel statt. Unter dem Platz gibt es ebenfalls Sehenswertes: In Athens prachtvollster Metrostation sind zahlreiche antike Funde ausgestellt, auf die man während der Bauarbeiten stieß.

Synagogen

Einander direkt gegenüber liegen die beiden Synagogen der jüdischen Gemeinde Athens. Die Etz-Hayyim-Synagoge (Hausnr. 8) wurde 1904 von um 1500 aus Spanien zugewanderten sephardischen Juden gegründet, die Beth-Salom-Synagoge (Haus nr. 5) 1935 von romaniotischen, also schon seit der Antike in Hellas ansässigen Juden. Odós Melidóni 5 und 8 | keine Innenbesichtigung

Ardittós

Der bewaldete Hügel unmittelbar südlich des Panathenäischen Stadions trägt den Namen eines antiken Heroen. Auf seinem Gipfel wurden Überreste eines Tempels für die Schicksalsgöttin Tyche freigelegt. Der Hügel ist heute besonders bei Joggern beliebt. | Zugang nur tagsüber von der Odós Archimídous aus

Benáki-Museum

Obwohl das Museum auch einige Objekte aus der Antike, dem koptischen Ägypten, der byzantinischen Zeit sowie der islamischen und chinesischen Kunst besitzt, ist es doch hauptsächlich der Kunst, dem Kunsthandwerk und der Geschichte der nachbyzantinischen Zeit gewidmet. Die meisten seiner Exponate stammen demnach aus der Zeit zwischen 1453 und etwa 1900.

Unter den Objekten aus der Antike ragen zwei einfache, 5000 Jahre alte goldene Vasen heraus. Sehr beeindruckend ist das fast fotografisch genaue Mumienporträt eines jungen Mannes, entstanden im 3. Jh. in der ägyptischen Oase Fayum.

In einem Saal kann man zwei Bilder des aus Kreta stammenden Malers El Greco miteinander vergleichen. Das eine ist noch eine wahre Ikone, die den Evangelisten Johannes beim Porträtieren der Madonna mit dem Kind zeigt. Das andere ist eine Darstellung der Anbetung durch die Heiligen Drei Könige, die schon ganz von der westlichen Malerei geprägt ist. In den oberen Etagen zeigen zahlreiche Aquarelle, Ölgemälde und andere Arbeiten ausländischer Künstler Szenen aus der jüngeren griechischen Geschichte sowie Stadtansichten, Landschaften und einfache Leute aus dem 18. und 19. Jh.

Am interessantesten in diesem Museum sind die volkskundlichen Sammlungen. Hier sind hervorragende Stickereien und Webarbeiten namenloser Frauen ausgestellt, Dinge, die heute unbezahlbar wären. Man findet Trachten aus den meisten Regionen Griechenlands, naiv bemalte Truhen, Keramik und Erzeugnisse begabter Holzschnitzer. Am allerschönsten sind aber wohl der goldene, mit Emaille und echten Perlen besetzte Anhänger in Form eines Dreimasters unter vollen Segeln von der Insel Pátmos und sehr ähnliche goldene Ohrringe von der Insel Sífnos - alles Werke des 17. Jhs. | Mo, Mi, Fr, Sa 9-17 Uhr, Do 9-24 Uhr, So 9-15 Uhr | Leofóros Vasilíssis Sofías, Ecke Odós Koumbári | www.benaki.gr

Byzantinisches Museum

Das Museum ist auf dem Gelände der 1840 im Stil der florentinischen Renaissance erbauten Villa Ilissía angesiedelt, dem ehemaligen Stadtpalast einer exzentrischen französischen Herzogin. Die Villa selbst beherbergt heute überwiegend Sonderausstellungen. Die ständige Sammlung wird modern und informativ in einem ausgedehnten, weitgehend unterirdisch angelegten Museumstrakt gezeigt. Hier erfährt man viel über alle Aspekte des griechischen Mittelalters von der Technik bis zum Wohnen, von der Verwaltung bis zum Kriegswesen. Gut dargestellt ist auch die byzantinische Architektur von etwa 400 bis 1500. Die Spannweite der Ausstellung reicht von ausgewählten Meisterwerken der Ikonenmalerei bis zu profanen Objekten aus dem byzantinischen Alltagsleben. Vyzantinó ke Christianikó Moussío | Leofóros Vasilíssis Sofías 22 | April-Okt. Di-So 8-19.30 Uhr, Nov.-März Di-So 8.30-15 Uhr

Kriegsmuseum

Die Obristen, die Griechenland von April 1967 bis Juli 1974 mit Terror und Unterdrückung regierten, schufen dieses moderne Museum der griechischen Militärgeschichte. Interessanter als Waffen, Flugzeuge und Orden sind die vielen Fotos, die vom Leiden der Menschen und vom harten Kampf der griechischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg erzählen. Polemikó Mousío | Leofóros Vasilíssis Sofías, Ecke Odós Rizári | Di-Fr 9-14 Uhr, Sa, So 9.30-14 Uhr | Eintritt frei

Likavittós

Der 277 m hohe Kalksteinfelsen beherrscht mehr noch als der Akrópolishügel das Bild Athens. Er erhebt sich über das Häusermeer mit einem grünen Gartenkragen, aus dem ein kahler Felskopf herausragt. Angenehme Spazierwege und eine Stand-seilbahn im Innern des Berges führen zum Gipfel, auf dem eine kleine, um 1990 neu im traditionellen byzantinischen Stil ausgemalte Kapelle dem heiligen Georg geweiht ist. An den seltenen klaren Tagen kann man von hier aus nicht nur die Athen umgebenden Berge, sondern auch die Insel Ägina und die Gipfel des Peloponnes erkennen; auch der Sonnenuntergang ist von hier aus ein Erlebnis. Standseilbahn tgl. 9-3 Uhr (Do ab 10.30 Uhr) | Talstation am oberen Ende der Odós Plutárchou, Bus 60 ab Kolonáki-Platz bis „4H Lykavittós“

Museum für kykladische Kunst

Die frühkykladische Kunst wirkt - obwohl 4000-5200 Jahre alt - ausgesprochen modern. Sie entstand u.a. auf Náxos, Mílos, Síros, Amorgós. Am interessantesten sind die Idole aus weißem Marmor. Sie wurden mit Bronzesägen aus den harten Marmorblöcken geschnitten und mit Korund modelliert. Anfangs stellten sie - stark stilisiert und mit phallusförmigem Hals - die Große Göttliche Mutter, die Gebärerin allen Lebens, dar. Später traten Musikanten hinzu, die zum Gefolge der Göttin gehören, und gegen Mitte des 3. Jts. v. Chr. tauchten dann erste Kriegerfiguren auf. Ab 2000 v. Chr. gerieten die Inseln unter minoischen Einfluss aus Kreta, später unter den Einfluss Mykenes. Die Kykladen-Kultur endete um 1100 v. Chr.

In diesem privaten, modernen Museum sind insgesamt 230 kykladische Objekte ausgestellt. Der kleine Museumsladen verkauft ausgesprochen gute Kopien, die zum Teil sogar als Schmuck gestaltet wurden. Mousío Kikladikó kai archaías technís | Odós Neofítou Doúka 4 | Mo, Mi, Fr 10-16, Do 10-20, Sa 10-15 Uhr | www.cycladic-m.gr

Nationalgalerie

Hier erhält der Besucher vor allem einen guten Überblick über die griechische Malerei des 19. und 20. Jhs. Zu sehen sind auch drei Werke des auf Kreta geborenenen Malers El Greco (eigentlich: Dominikos Theotokópoulos). Mo, Mi-Sa 9-15 Uhr, Mo und Mi auch 18-21 Uhr, So 10-14 Uhr | Odós Michalakopoúlou 1/Vas. Konstantínou 50 | www.nationalgallery.gr

Nationalgarten

Mitten im Großstadttrubel Athens liegt eine Oase der Ruhe und Entspannung: der Nationalgarten. Im Schatten hoher Palmen und vieler alter Bäume kann man hier Athener Volksleben genießen. An einem kleinen Teich werden Enten gefüttert und mit Sesam bestreute Brotkringel verkauft. Es gibt einen großen Kinderspielplatz und das nette Kaffeehaus O Kípos. Ethnikós Kípos, Haupteingang am Leofóros Amalías nahe dem Síntagma-Platz | tgl. von Sonnenauf- bis -untergang

Panathenäisches Stadion

Alle vier Jahre wurde im antiken Athen mitten im Hochsommer das Hauptfest der Stadt, die Panathenäen, gefeiert. Dazu gehörten auch sportliche Wettkämpfe, die genau an der Stelle des heutigen alten Stadions ausgetragen wurden. Es liegt in einer natürlichen Mulde zwischen zwei Hügeln. Ursprünglich war nur die Wettkampffläche planiert, die Zuschauer lagerten auf Erdwällen an den Seiten. Um 140 n. Chr. stiftete der hohe Beamte Herodes Atticus Marmorsitze für alle Zuschauer. Damals, in römischer Zeit, fanden hier nicht nur sportliche Wettkämpfe, sondern auch Gladiatorenkämpfe statt. Von Kaiser Hadrian ist überliefert, dass er einmal eintausend wilde Tiere gleichzeitig in das Stadion hetzen ließ.

Als Athen zum ersten Austragungsort der modernen Olympischen Spiele gewählt wurde, fand sich erneut ein reicher Gönner, der die Restaurierung des alten Stadions finanzierte. Es gab viel Arbeit, da die antike Stätte im Mittelalter als Steinbruch hatte herhalten müssen. Schließlich konnten hier aber pünktlich zur Eröffnung der Spiele im Sommer 1896 auf 44 Stufenreihen 70000 Zuschauer der Wiederaufnahme dieser alten Tradition beiwohnen. Für die Olympischen Spiele 2004 wurde das Stadion als Wettkampfstätte der Bogenschützen, für Teile der Eröffnungsfeier sowie als Zielort des Marathonlaufs hergerichtet. | Di-So 8-14.30 Uhr | Leofóros Ardittoú

Präsidentenpalast

Die Villa Mégaro Máximou, 1924 für den damaligen Direktor der Nationalbank und späteren Premierminister Dimítrios Máximos errichtet, ist heute der Amtssitz des griechischen Staatspräsidenten. Odós Iródou Áttikou | Innenbesichtigung ist nicht möglich

Záppion

Südlich an den Nationalgarten schließt sich eine weitere Grünanlage an, in der das als Ausstellungsgebäude geplante, 1888 vollendete Záppion steht. Sein repräsentativer Innenhof ist eindrucksvoll. Tagsüber meist frei zugänglich

Archäologisches Museum

Das kleine, aber sehr eindrucksvolle Museum neben den Überresten des antiken Theaters von Piräus birgt als Prunkstück ein monumentales Grabdenkmal aus der Zeit um 330 v. Chr. Es zeigt Einflüsse des etwa zeitgleich entstandenen Mausoleums von Halikarnassos, eines der sieben Weltwunder der Antike. Nahezu einzigartig ist ein archaischer Koúros (Jünglingsstatue) aus Bronze (Obergeschoss). Zurzeit wegen Umbaus geschlossen, Infos: Tel. 2104521598 | Odós Chariláou Trikoúpi 31 | Metrolinie 1: Endstation Piräus, dann Bus 904 bis Filéllinon

Kantharós-Hafen

Im Handelshafen von Piräus, der auch schon in der Antike von Handels- wie von Kriegsschiffen genutzt wurde, machen vor allem große und kleine Fährschiffe sowie Kreuzfahrtdampfer fest. Ihre Zahl übertrifft die der Frachter inzwischen bei Weitem. Hafenrundfahrten werden nicht angeboten; man kann jedoch an weiten Teilen des Ufers entlanggehen. Metrolinie 1: Endstation Piräus

Karaiskáki-Stadion

Das Stadion ist der Austragungsort der Heimspiele der Fußballmannschaft Olympiakós Piräus. Für die Olympischen Spiele 2004 wurde es total umgebaut und modernisiert. Hier finden auch oft Konzerte berühmter griechischer und ausländischer Popstars statt. Metrolinie 1: Néo Faliró

Mikrolímano-Hafen

Das schönste Hafenbecken von Piräus, bis 1974 auch Túrkolimano, also Türkenhafen, genannt, liegt voller Fischerboote und Yachten. An seiner Kaimauer sind neben Cafés und Tavernen die besten Fischrestaurants der Stadt versammelt. In der Antike diente das ovale Hafenbecken als Kriegshafen. Metrolinie 1: Endstation Piräus, dann Trolleybus Nr. 20 in Richtung Néo Faliró

Schifffahrtsmuseum

Anhand von Schiffsmodellen gibt das kleine Museum am Yachthafen Zéa Marína von Piräus einen Überblick über die griechische Seefahrtsgeschichte von der Antike bis heute. Anschaulichen Geschichtsunterricht erteilt ein Modell der Seeschlacht von Sálamis, in der die Griechen mit ihren sehr viel kleineren, aber dafür wendigeren Schiffen die mächtige Kriegsflotte der Perser vernichteten. Auf dem Vorhof ist der Turm eines griechischen U-Bootes aus dem Zweiten Weltkrieg ausgestellt. Navtikó Mousío | Aktí Themistokléous, Zéa Marína, Piräus | Di-Fr 9-14 Uhr, Sa 9-13.30 Uhr

Skafáki-Bucht

An der Bucht abseits der gängigen Touristenpfade sind die Reste der antiken Stadtmauer aus dem frühen 4. Jh. v. Chr. samt ihrer Türme besonders gut erhalten. Abends werden sie effektvoll angestrahlt. Einheimische gehen hier das ganze Jahr über schwimmen. Aktí Themistokléous | Metrolinie 1: Endstation Piräus, dann Bus 904 bis Haltestelle Skafáki

Stadttheater

Das 1884-87 erbaute Stadttheater ist ein prächtiger neoklassizistischer Bau. Am gleichen Platz steht auch das 1871 erbaute Rathaus der Stadt, in dem jetzt die Sängerin Vicky Leándros als Vizebürgermeisterin residiert. Platía Korái | Metrolinie 1: Endstation Piräus

Zéa Marína

Der ausgedehnte Yachthafen, in dem kleine Jollen ebenso festmachen wie die Luxusyachten der Millionäre, war in der Antike der bedeutendste Kriegshafen Athens. Während der türkischen Herrschaft nannte man ihn Pása Limáni, also „Hafen des Paschas“. Metrolinie 1: Endstation Piräus, dann Trolleybus Nr. 20 in Richtung Néo Faliró oder Bus 904 bis Haltestelle Pása Limáni

Archäologisches Nationalmuseum

Der 1860 fertiggestellte Bau birgt die weltgrößte Sammlung griechisch-antiker Kunstwerke. Die Ausstellungen im Erdgeschoss sind chronologisch angeordnet. Vom Eingang aus an der Kasse vorbei geradeaus kommt man zunächst in den Mykenischen Saal. Der Blick fällt sogleich auf die Vitrine mit den Goldfunden Heinrich Schliemanns. Die goldene Totenmaske, die er für die des sagenhaften Königs Agamemnon hielt, stammt aus der Zeit um 1580 v. Chr., also aus der Frühzeit Mykenes.

Nach rechts gelangt man in den Saal der Kykladenkultur, deren 4000-5000 Jahre alte Kunst sehr modern wirkt. Die eindrucksvollsten der ausgestellten Idole sind wohl der sitzende Harfenspieler und der stehende Doppelflötenspieler. Geht man nun in den Kassenraum zurück, so kann man die Besichtigung im Uhrzeigersinn fortsetzen. Durch einen Raum mit Werken aus der geometrischen Epoche (1100-700 v. Chr.), in der geometrische Motive als Dekor vorherrschen und Menschen und Tiere fast strichartig dargestellt sind, kommt man in den Saal VIII. Hier beeindrucken zwei etwa 3 m hohe Koúroi vom Kap Soúnion aus der archaischen Epoche (700-480 v. Chr.). Sie zeichnet sich durch orientalische Einflüsse, eine Vorliebe für mythologische Themen und starke Formalisierung aus - so wirken die beiden nackten Jünglinge aus der Zeit um 600 v. Chr. noch steif und unbewegt, ein individueller Ausdruck fehlt weitgehend.

Im Lauf der Jahrzehnte wurden die archaischen Skulpturen weniger steif wirkend gearbeitet. Die Gesichtszüge wurden lockerer, ein verhaltenes Lächeln, eine Fußbewegung oder eine kleine Anspannung der Glieder führten zu einer individuelleren Ausdruckskraft.

Im Saal XVI steht man bereits mitten in der klassischen Kunst (480-330 v. Chr.). Ein schönes Beispiel dafür ist das um 440 v. Chr. entstandene Weiherelief aus Eleusis. Es zeigt die Göttin Demeter, die Triptolemos eine Getreideähre übergibt und damit der Menschheit das Korn schenkt, zusammen mit ihrer Tochter Persephone. Weitere besonders schöne Beispiele für die klassische griechische Kunst sind die überlebensgroße Bronzestatue des seinen Dreizack schleudernden Meeresgottes Poseidon, die um 460 v. Chr. entstand, sowie im Saal XVIII die Grabstele der Hegeso vom Ende des 5. Jhs. v. Chr. Allen klassischen Werken gemeinsam sind die Betonung der Körperlichkeit von Menschen und Göttern, die starke Ausdruckskraft, die individuelle Gestaltung und das Streben nach Schönheit und Würde. Die Natur wird erkannt, aber idealistisch überhöht.

Gerade diese Idealisierung fehlt den Werken der hellenistischen Epoche (330-146 v. Chr.) und der römischen Zeit (146 v. Chr.-395 n. Chr.). Deutlich wird das schon am „Reitenden Knaben“ aus dem 2. Jh. v. Chr. im Saal XXI, der bereits barock verzerrt wirkt. Noch weiter geht die Marmorgruppe mit der Liebesgöttin Aphrodite, dem Hirtengott Pan und Eros: Das Ensemble wirkt äußerst verspielt und zugleich ganz unpersönlich. Der Bockshörner tragende Pan, von Eros inspiriert, schäkert mit der Göttin, die sich scherzhaft weigert, ihm ihre Sandale zu überlassen.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten seit 2002 sind im Jahr 2008 eventuell noch nicht alle Räume im Obergeschoss wieder öffentlich zugänglich, betroffen davon ist in diesem Fall ein Teil der Vasensammlung. Mo 13-19.15 Uhr, Di-So 8.30-19.15 Uhr, Winter Mo 13-17 Uhr, Di-So 8.30-15 Uhr | Odós Patissíon 44 | ab Omónia und Sýntagma Buslinien, z.B. Trolleybus 2 bis Haltestelle Polytechnío oder Égyptou

Dafní

Der Glanz des Byzantinischen Reiches spiegelt sich in den Mosaiken von Dafní wider. Sie gehören zu den größten Schätzen der byzantinischen Kunst in Griechenland und sind von Athen aus so leicht und schnell zu erreichen, dass Sie einen Ausflug zu diesem zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Kloster nicht versäumen sollten. Mosaiken und Kloster stammen aus der Zeit kurz vor 1100. Gut 100 Jahre später eroberten fränkische Kreuzritter Athen und siedelten in Dafní statt orthodoxer Mönche Zisterzienser an. Aus ihrer Epoche blieben die mächtigen, zinnenbekrönten Festungsmauern erhalten.

Auf den ersten Blick beeindruckt an den 76 Mosaiken der prächtige Goldhintergrund, der alles Dargestellte in eine unwirkliche Sphäre entrückt. Dann fasziniert die an die klassische Antike erinnernde Eleganz der Figuren, die zugleich eine starke Vergeistigung ausstrahlen. Bei genauem Hinsehen erkennt man auch die theologische Botschaft der Darstellungen. Ein großartiges Beispiel dafür bildet das Mosaik gleich rechts vom heutigen Eingang. Es zeigt den Abstieg Christi in die Unterwelt. Christus, angetan mit einem goldenen Gewand und das Kreuz in der Rechten haltend, hat gerade gewaltsam die Pforten zum Totenreich aufgebrochen. Die Türflügel liegen kreuzförmig auf dem Boden, Schlüssel, Schlösser und Türbeschläge sind losgerissen und zeugen von der Kraft des Eindringenden. Seine Füße, an denen deutlich die Wundmale von der Kreuzigung zu erkennen sind, halten den am Boden liegenden Herrn der Unterwelt - Hades - nieder. Mit seiner Linken zieht Christus Adam stellvertretend für die ganze Menschheit aus einem Sarkophag. Aber Hades kämpft noch immer um die Toten, hält sich an Adams Fuß und Gewand fest. Hinter Adam harren bereits Eva und alttestamentarische Könige mit Kronen auf den Häuptern auf ihre Erlösung, auf der anderen Seite warten Johannes der Täufer und weitere Gerechte. Die Aussage ist eindeutig: Durch seinen Menschentod am Kreuz und durch seine göttliche Kraft hat Christus den Tod besiegt. Moní Dafní | 11 km westlich der Stadt | seit 1999 zur Behebung von Erdbebenschäden geschlossen, Wiedereröffnung für 2008 geplant | Auskunft über Wiedereröffnung bei der Touristinformation oder unter Tel. 2105811558 | Linienbus A16 ab Platía Eleftherías

Eleusis/Eléfsis

Eléfsis ist eine enorm unter Umweltverschmutzung leidende Industriestadt (20000 Ew.) am inneren Ende des Saronischen Golfs. Vor dem Ufer ankern stillgelegte und ausgemusterte Tanker und Frachter. Inmitten dieser eher abschreckenden Szenerie haben Archäologen eine ganz wichtige Mysterienstätten der Antike freigelegt.

Was genau die Mysterien waren, weiß man nicht, denn allen, die an ihnen teilgenommen hatten, war es unter Androhung der Todesstrafe verboten, darüber zu berichten. Die Mysterien waren der Sage nach von der Fruchtbarkeitsgöttin Demeter selbst gestiftet worden. Hades, der Gott der Unterwelt, hatte ihre Tochter Persephone entführt. Demeter begab sich auf die Suche nach ihr, kam dabei auch nach Eleusis und wurde freundlich aufgenommen. Als Dank dafür schenkte sie dem eleusinischen Prinzen Triptolemos als erstem Menschen die Getreideähre, deren Anbau dieser fortan lehrte. Ein Vertrag mit Göttervater Zeus gestattete Persephone schließlich für zwei Drittel des Jahres die Rückkehr auf die Erde - vom Frühherbst bis zum späten Frühjahr - die Zeit, in der in Griechenland das Getreide wächst.

So fanden in Eleusis jeweils am Herbstanfang und am Frühjahrsende mystische Zeremonien statt, die das mythologische Thema nachvollzogen. Man nimmt an, dass die Eingeweihten, die daran teilnehmen durften, glaubten, dadurch selbst in den Kreislauf von Tod und Wiederkehr eingebunden zu werden.

Von den zahlreichen Gebäuden sind nur noch Grundmauern erhalten. Deutlich erkennbar ist noch das große Viereck des Telestérion mit seinen 42 Säulen, in dem sich die Mysterienspiele vollzogen. Angeschlossen ist ein kleines Museum, das schon 1889-96 erbaut wurde, mit einigen interessanten Exponaten. Di-So 8.30-15 Uhr | 21 km westlich der Stadt, Linienbus A16 ab Platía Eleftherías

Hellenic Cosmos

Hier trifft die Antike auf modernste Technologie, gepaart mit engagierten jungen Mitarbeitern. Unter der Kuppel der Thólos erleben die Besucher die Geschichte der antiken Athener Agorá, können selbst an einem antiken Scherbengericht teilnehmen, sind von den visuellen Effekten immer wieder hingerissen. Im Kivótos spaziert man durchs antike Olympia oder die antike Stadt Milet. In der ersten vieler noch geplanter Ausstellungshallen kann man sich ausgiebig anhand von Kopien einiger Originalobjekte, an interaktiven Bildschirmen und bei einem Wissenstest über die antike Agorá informieren, in der Cafeteria stehen Computer zur kostenlosen Nutzung für weitere Recherchen (und E-Mail-Abrufe) bereit. Juni-Sept. Mo-Fr 9-16 Uhr (Mi bis 21 Uhr), So 10-15 Uhr; Okt.- Mai Mo-Fr 9-14 Uhr (Mi und Fr bis 21 Uhr), Sa 11-16 Uhr, So 10-16 Uhr | Eintritt je nach Nutzungsgrad ab 16 Euro | Odós Piréos 254 | www.hellenic-cosmos.gr | Bus 049 und 914 ab Omónia-Platz bis Haltestelle Skolí Kalón Technón

Kessarianí

Noch auf Athener Stadtgebiet, aber schon mitten im Grün der Wälder am Hang des 1025 m hohen Berges Ymettós steht ein uraltes, heute unbewohntes Kloster, dessen Kirche und Zellentrakte sehr gut erhalten sind. Zypressen, Blumentöpfe und Beete schmücken den Klosterhof, Vögel zwitschern, Katzen streichen zwischen den Resten antiker und christlicher Bauten herum.

Das Kloster wurde bereits im 11. Jh. gegründet; aus dieser Zeit stammen noch das Badehaus und die Kirche. Die Wandmalereien in der Kirche stammen aus dem frühen 18. Jh., während diejenigen in der Vorhalle - dem Narthex - 1682 entstanden. Di-So 8.30-15 Uhr | Bus 224 ab Byzantinischem Museum an der Leofóros Vasilíssis Sofías bis Endstation, dann 30 Min. zu Fuß

Trocadéro-Hafen

In Athens Museumshafen kann das Schlachtschiff „Averof“ aus dem Ersten Weltkrieg ausgiebig besichtigt werden. Man vergleiche die Enge des Mannschaftsschlafraums mit dem Luxussalon des Admirals! Daneben liegen der Nachbau einer antiken Triere aus dem 5. Jh. v. Chr. und eine alte Inselfähre aus der frühen Nachkriegszeit. Mo-Fr 9-13 Uhr, Sa, So 11-15 Uhr, außerdem: Juni-Okt. Mo, Mi, Fr 17-19 Uhr, Nov.-Mai Mo, Mi, Fr 15-17 Uhr | Tram Richtung Néo Faliró bis Haltestelle Trocadéro