Reisetipps Athen

Ausflüge & Touren Athen

Mit der Fähre nach Ägina

Diese Tagestour unternehmen Sie mit der Fähre oder dem schnelleren und teureren Tragflügelboot. Abfahrtsort ist in jedem Fall die Platía Karaiskáki in Piräus, zu der Sie am besten mit der Metro gelangen. Zielort ist die Stadt Ägina. Die Schiffe verkehren in dichtem Abstand zwischen 7 und 21 Uhr; Tickets kauft man an den Fahrkartenschaltern am Anleger. Kosten für Metro, Überfahrt und Inselbus ca. 20 Euro.

Die Insel im Saronischen Golf ist fast schon ein Vorort Athens. Viele Städter haben hier Sommerhäuser. Am Kai des Hauptortes Ägina, einem richtigen Inselstädtchen, steht die fotogene, blendend weiß gekalkte Kapelle des heiligen Nikolaus; an den Kaimauern haben zahlreiche Fischerboote festgemacht. Das gesellige Leben spielt sich vor allem in den Cafés und Tavernen entlang der Hafenpromenade ab. In der dahinter gelegenen Agorá mit dem Fischmarkt der Insel kann man gut essen, z.B. in der Taverne I Agorá (€€).

Ein fünfminütiger Spaziergang führt vom Anleger an den nordwestlichen Ortsrand, wo sich auf einem Felskap eine dorische Säule erhebt. Sie gehörte in der Antike zu einem Apollo-Tempel. Seit 1966 haben Archäologen rundherum die Mauern von elf aufeinanderfolgenden Dörfern (Di-So 8.30-15 Uhr) freigelegt, in denen die Menschen im 3. und 2. Jt. v. Chr. lebten.

Die Hauptsehenswürdigkeiten der Insel, auf der zahllose Pistazienbäume gedeihen, erreichen Sie am besten mit dem Linienbus nach Agía Marína. Er fährt an der Uferpromenade ab. An der Strecke liegt zunächst das Kloster Ágios Nektários, ein viel besuchter Pilgerort mit einer der größten Kirchen Griechenlands. Vom Kloster aus sieht man an einem gegenüberliegenden Hügel schon die Überreste der mittelalterlichen Siedlung Paleochóra. Hier kann man in zahlreichen Kapellen noch Reste von Wandmalereien entdecken. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit ist der fotogene Aféa-Tempel (auch: Aphaia-Tempel) oberhalb des Badeortes Agía Marína. Der dorische Tempel aus dem 5. Jh. v. Chr. ist relativ gut erhalten: 23 Säulen stehen noch oder wurden wieder aufgerichtet (15. Mai-Okt. tgl. 8-19 Uhr, Nov.-14. Mai Di-So 8-14.30 Uhr).

Zum Sonnenuntergang nach Kap Soúnion

Einer der landschaftlich besonders schön gelegenen antiken Tempel Griechenlands erhebt sich auf der äußersten Landspitze von Attika, dem Kap Soúnion, in 60 m Höhe über der Ägäis. Tgl. 8 Uhr bis Sonnenuntergang, Okt.-April Mo geschl. 63 km südöstlich der Stadt, Linienbusse halbstündlich ab Áreos Park, Odós Mavromatéon 14.

Für davonsegelnde Schiffe war er das letzte Zeichen der Heimat, für ankommende deren erster Gruß. Der Tempel, um 445 v. Chr. entstanden, war dem Meeresgott Poseidon geweiht, dem die Seeleute im Vorüberfahren Bitt- und Dankopfer leisteten. Sein Altar stand schon seit dem 7. Jh. v. Chr. an dieser Stelle, ab etwa 600 v. Chr. flankiert von den beiden Koúroi (Jünglingsstatuen), die jetzt im Archäologischen Nationalmuseum von Athen ausgestellt sind. Der Tempel mit seinen 16 teils original erhaltenen, teils wieder aufgerichteten, schlanken dorischen Säulen war Teil einer Befestigungsanlage, die die Athener im 5. Jh. v. Chr. am Kap angelegt hatten, um die Einfahrt in den Saronischen Golf zu kontrollieren.

Den Tempel besuchen Sie am besten am Spätnachmittag, vielleicht nach einem Bad am nahen Sandstrand. Dann können Sie auch durch die Tempelsäulen hindurch dem grandiosen Sonnenuntergang über dem Saronischen Golf zusehen.

Ein Tag in der Árgolis

Diese Tagestour führt Sie zu einigen der interessantesten Stätten des alten Griechenlands auf dem Peloponnes. Mit dem Ausflugsbus sehen Sie nur den Kanal von Korinth, Mykene und Epidauros (66 Euro). Unternehmen Sie die Fahrt im Mietwagen, können Sie auch Alt-Korinth besichtigen und ein Abendessen in Nauplia genießen. Länge der PKW-Rundfahrt: ca. 290 km. Öffnungszeiten Alt-Korinth, Mykene, Epidauros: April-14. Mai, Sept., Okt. tgl. 8-19 Uhr, 15. Mai-Aug. tgl. 8-20 Uhr, Nov.-März tgl. 8-14.30 Uhr, Museen Mo immer erst ab 12 Uhr.

Folgen Sie von Athen aus den Wegweisern nach Korinth. Sie fahren auf einer Schnellstraße durch die Industrievororte Skaramángas und Eleusis, dann über die Autobahn bis zum Kanal von Korinth. Er verbindet seit 1893 den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth und damit Piräus mit dem Ionischen Meer. Er ist 6300 m lang, 23 m breit und 8 m tief; die Felswände ragen bis zu 80 m hoch auf. Schiffe mit max. 8000 BRT können ihn mit Schlepperhilfe im Einbahnverkehr passieren.

Fahren Sie nun auf der Autobahn weiter Richtung Patras und nehmen Sie dann die Ausfahrt nach Archéa Kórinthos/Ancient Corinth. Die Ruinen dieser antiken Großstadt liegen etwas außerhalb des heutigen Korinth, das keinerlei Sehenswürdigkeiten besitzt. Zu sehen sind in Alt-Korinth vor allem die Überreste der Gebäude, die um den antiken Marktplatz standen, auf dem auch der Apostel Paulus einst gepredigt hat. Nicht weit von der Agorá stehen noch sieben aus einem Stück gearbeitete Säulen eines Apollo-Tempels aus der Zeit um 540 v. Chr. Auf dem Grabungsgelände steht auch ein Museum mit schönen Mosaiken aus römischer Zeit.

Über die Landstraße geht es nun nach Mykene (sprich: Mikíni) in der Region Árgolis. Dort ragt am Rand einer fruchtbaren Ebene ein unscheinbarer Hügel auf, der in der zweiten Hälfte des 2. Jts. v. Chr. das Machtzentrum Griechenlands war. Seine Könige lieferten den Stoff für viele antike Tragödien: Atreus, Agamemnon und Orest zum Beispiel.

Außerhalb des ummauerten Burgbergs besucht man zunächst einige der Kuppelgräber, von denen das sogenannte Schatzhaus des Atreus am besten erhalten ist. Dann steht man vor der 6 m dicken Zyklopenmauer, die um 1350 v. Chr. aus mächtigen, vieleckigen Steinen errichtet wurde. Das berühmte Löwentor führt nun in die Burg hinein. Gleich dahinter steht man am Rund der Königsgräber, in denen Heinrich Schliemann den mykenischen Goldschatz fand, der heute im Archäologischen Nationalmuseum in Athen ausgestellt ist. Auf dem höchsten Punkt des Burgbergs sind die Grundmauern des Königspalasts zu sehen. Auf einem vorgegebenen Rundweg gelangt man zum Abschluss zum kleinen, modernen Grabungsmuseum mit interessanten Kleinfunden in drei Sälen.

Von Mykene geht es über Landstraßen weiter an der Stadt Nauplia vorbei nach Epidauros, einem der bedeutendsten Kurorte und Heiligtümer Griechenlands in der Antike. Verehrt wurden hier Apoll und dessen Sohn Asklepios. Inmitten einer schönen Parklandschaft öffnet sich das gewaltige Theater, das in 55 Sitzreihen etwa 14000 Zuschauern Platz bot. Es wird im Sommer wieder für Theateraufführungen genutzt.

Im übrigen Ausgrabungsgelände findet man außerdem die Überreste des Odeons, eines kleineren, überdeckten Musiktheaters, und des Katagogions, eines komfortablen Gästehauses. Man sieht die Ruinen römischer Thermen und eines Asklepios-Tempels. Besonders interessant sind die Fundamente einer Thólos, eines runden Tempels. Man erkennt mehrere Ringe unterirdischer Gänge. Wie er ursprünglich aussah, kann man bei einem Besuch im Museum von Epidauros erahnen, wo er unter Verwendung von Originalteilen teilweise rekonstruiert wurde.

Der kürzeste Weg zurück führt nun über die Nationalstraße N 70 entlang der Westküste des Saronischen Golfs zum Kanal von Korinth und dann über die Autobahn weiter nach Athen. Wenn Sie noch mehr sehen möchten, fahren Sie zurück, wie Sie gekommen sind, und besuchen die Stadt Nauplia (Náfplio). Sie gehört zu den schönsten Kleinstädten Griechenlands und ist mit ihren vielen stimmungsvollen Tavernen ein guter Platz fürs Abendessen.

Besuch beim Delphischen Apollo

Délfi war eins der bedeutendsten Heiligtümer der griechischen Welt. Die Ausgrabungen gehören zu den weitläufigsten und landschaftlich schönsten in Hellas. Am besten unternehmen Sie den Tagesausflug dorthin mit dem Mietwagen. Vorteil eines organisierten Busausflugs (70 Euro) ist die qualifizierte Führung. Sie können auch mit dem Linienbus fahren (ab Athen 7.30 Uhr, Busbahnhof Odós Lióssion 260), haben in Délfi dann aber nur knapp 7 Stunden Aufenthalt. Entfernung Athen-Délfi: 182 km.

Délfi ist einzigartig. Die eindrucksvollen Überreste von Tempeln und Schatzhäusern, das Stadion und das Theater liegen fast 600 m hoch in einer wilden Gebirgslandschaft, von der aus der Blick in eine grüne Ebene mit Olivenbäumen und auf das blaue Meer des Korinthischen Golfs geht.

In Délfi wurde vor allem Apoll, der Gott des Lichts und der Künste, verehrt. Berühmt war Délfi als Orakelstätte. Hierher pilgerten Privatleute und Könige, aber auch Feldherren und Abgesandte der antiken Stadtstaaten, um sich von der Pythia, einer Priesterin des Apoll, Rat für schwerwiegende Entscheidungen zu holen. Die Orakelsprüche der Pythia waren so zweideutig, dass sie nicht falsch sein konnten. Das brachte dem Heiligtum Erfolg und zahlreiche wertvolle Geschenke. Davon zeugen heute neben vielen Weihegaben im Museum auch die teilweise rekonstruierten Schatzhäuser, die mehrere griechische Stadtstaaten in Délfi zur Aufbewahrung ihrer Geschenke an Apollo errichtet hatten.

Im tiefstgelegenen Teil des Heiligtums, der Athena als Tempelwächterin geweiht ist, steht die fotogene Thólos, ein Rundtempel, dessen Funktion unbekannt ist. Der Weg führt zur Kastalischen Quelle in einer schönen Schlucht. Hier unterzogen sich die Pilger einer kultischen Reinigung, bevor sie das eigentliche Apollo-Heiligtum betraten. Über die einstige Heilige Straße steigt man weiter bergan und passiert die Schatzhäuser. Dann erreicht man den Apollo-Tempel, in dem die Bodenöffnung noch deutlich zu erkennen ist, in der die weissagende Pythia saß. Besonders schön ist später der Blick vom Theater, das einst 5000 Zuschauern Platz bot. Schließlich steht man im Stadion unmittelbar unterhalb einer steil abfallenden Felswand.

Unbedingt sehenswert ist das Museum (April-14. Mai u. Sept., Okt. tgl. 8-19 Uhr, 15. Mai-Aug. tgl. 8-20 Uhr, Nov.-März tgl. 8-14.30 Uhr, Museum Mo immer erst ab 12 Uhr) an der Straße zwischen den Ausgrabungen und dem Dorf Délfi, das ganz auf Tourismus eingestellt ist.