Zoll bringt App heraus Nie wieder Kobra in Reisschnaps

Vom Zoll sichergestellte Produkte: geschnitztes Elfenbein und eine Flasche mit einer in Schnaps eingelegten Schlange.

(Foto: dpa)

Korallen oder eine billige Jeans: Oft sorgen Mitbringsel bei der Heimkehr für ein böses Erwachen. Viele Souvenirs sind aus Artenschutzgründen verboten, und auch gefälschte Markenware kostet Strafe. Nun bietet eine Zoll-App Orientierung vor dem Kauf.

Lebende bunte Frösche aus dem südamerikanischen Regenwald, eingelegte Schlangen, Instrumente aus Schildkrötenpanzer und Elfenbein-Schnitzereien: Zum Start der Urlaubssaison haben Zoll und Umweltschützer vor illegalen Mitbringseln gewarnt. Souvenirs von bedrohten Tier- oder Pflanzenarten könnten für den Reisenden teuer werden und gefährdeten den Bestand zusätzlich.

"Mit der Nachfrage in den Urlaubsländern werden die Händler animiert, diese Souvenirs weiterhin anzubieten und der perfide Handel geht weiter", sagte Finanzstaatssekretär Hartmut Koschyk am Montag in München. Oft griffen Touristen aus Unwissenheit zu solchen Mitbringseln, sagte WWF-Sprecher Jörn Ehlers.

Das schütze sie aber nicht vor Strafe. Eine kostenlose App für Smartphones soll Reisende vor illegalen Souvenirs warnen. Das vom Zoll konzipierte Programm funktioniert ohne Internetverbindung, so dass keine Roaminggebühren anfallen. Sie berechnet nun auch bis zu einem Warenwert von 1130 Euro die Einfuhrabgaben, die der Reisende bezahlen muss, wenn die Freimenge überschritten ist.

Damit lasse sich schon im Urlaubsland ausrechnen, ob sich ein Kauf lohne. Die Zollbeamten finden bei Urlaubsheimkehrern immer wieder skurrile und verbotene Mitbringsel. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 4000 Waren sichergestellt, in denen unerlaubte Tierteile enthalten waren, darunter Rheumapflaster mit Affenhoden und Kobras in Reisschnaps.

"Die am Strand gefundene Koralle ist nach wie vor unser Problem", sagte der Sprecher des Hauptzollamts München, Thomas Meister. Auch sie darf nicht mit nach Hause genommen werden. "Das Souvenir wird abgenommen und das Bußgeld dafür liegt bei rund 150 Euro." Neben Artenschutzverstößen bereitet dem Zoll die Markenpiraterie immer größere Sorgen. 2012 seien allein in München 235.000 gefälschte Artikel im Warenwert von vier Millionen Euro sichergestellt worden - von Jeans über Taschen bis zu Arzneimitteln.

Gefälschte Markenartikel kosten nicht nur Strafe, wie Meister erläutert: "Ich kann nur den Tipp geben, dass Sie die Produkte anfassen und daran riechen. Wenn etwa an den Schuhen extremer Klebergeruch festzustellen ist, ist das bestimmt nicht gesundheitsfördernd."