Zecken und damit von ihnen übertragene Krankheiten breiten sich nach Expertenmeinung in Europa weiter aus.
Das bestätigte der Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten, Jochen Süss, in Erfurt.
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Eine Zecke hier auf einer Makroaufnahme beim Saugen in der menschlichen Haut. (© Foto: dpa)
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Ursachen für ein verstärktes Ausbreiten auch im Norden seien wahrscheinlich Klimawandel, globale Erwärmung und veränderte landwirtschaftliche Nutzung. Neben Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose rückten sechs weitere Krankheiten wie das gefährliche Q-Fieber in das Blickfeld. In Jena diskutieren bis Samstag 200 Ärzte und Wissenschaftler aus 20 Ländern über wachsende Risiken und Therapiemöglichkeiten.
Gefährliches Q-Fieber
Eine hohe Dunkelziffer in Deutschland vermuten die Wissenschaftler beim Q-Fieber, das durch Tiertransporte eingeschleppt wurde. Die bakterielle Erkrankung wird durch Staub oder Luft übertragen und ist vor allem für Schwangere und deren Fötus hochgefährlich. Etwa 30 Prozent der betroffenen Frauen haben eine Fehl- oder Frühgeburt, sagte der Direktor des Friedrich-Loeffler-Institutes in Jena. Auch spätere Schwangerschaften verliefen oft problematisch. Da sie wie eine Sommergrippe mit enormen Stirnkopfschmerzen auftritt, werde sie oft nicht erkannt.
FSME kann tödlich enden
Pro Jahr erkrankten in Deutschland etwa 300 Menschen an FSME, die ebenfalls wie eine Sommergrippe beginne und bis zu Hirnhautentzündung und Nervenlähmungen im Rückenmark führen könne. Wie wichtig Impfen gegen diese Viruserkrankung ist, zeige Österreich, wo zwischen 83 und 96 Prozent der Einwohner geimpft seien. Die Zahl der Erkrankungen sank dadurch von bis zu 700 Fällen pro Jahr auf 50 bis 60.
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