Warum Frauen auf Bergwanderungen die größeren Abenteuer erleben, Männer dafür die Karte öfter mal richtig herum halten.
Frauen erleben auf Bergwanderungen größere Abenteuer als Männer. Das gilt zumindest dann, wenn man die Ergebnisse der modernen Geschlechterforschung aus den Labors auf die Bergwelt überträgt.
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(© Foto: iStock)
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Demnach müssen Frauen sich nicht nur stärker anstrengen, um auf die Gipfel zu gelangen, denn ihre Körper bestehen im Durchschnitt zu 30 Prozent aus Muskelmasse, während Männer 40 Prozent aufbieten. Frauen freuen sich auch stärker über die Belohnung des Ausblicks über Täler und Tannenwipfel.
In sämtlichen psychologischen und neurophysiologischen Versuchen, in denen die Gefühle der Probanden eine Rolle spielen, haben Frauen in aller Welt bislang stärkere Reaktionen und Fähigkeiten gezeigt als Männer.
Den Grund dafür sehen Forscher in der vorgeburtlichen Hirnentwicklung und ihren Folgen für die kindlichen Verhaltens- und Erfahrungsweisen: Während im männlichen Gehirn der Botenstoff Testosteron schon im Mutterleib viele Neuronen-Verbindungen kappt und ein Denkorgan schafft, das seine Aufgaben später getrennt voneinander wahrnimmt - hier Gefühl, Mutter, Mitmensch, dort Mobile, Laufstall, Räume und Bäume - bleiben solche Regionen im weiblichen Gehirn stärker miteinander verbunden.
Mädchen spielen liebevoll mit Puppen und kleinen Bettchen und trennen weniger zwischen Sachen und Gefühlen als Jungen, die körperbetonter spielen und mit Spielautos und Holzschwertern mehr abstrakte "Raumerfahrung" sammeln.
Dass Eltern, Freunde und später Lehrer entsprechend auf die Kinder reagieren, mag dazu beitragen, dass sich solche Unterschiede auch noch im Erwachsenenalter zeigen.
Frauen können sich auf Wanderungen besser Wegmarken merken, an denen sie vorbeispaziert sind: Kirchtürme, Springbrunnen, Blumenwiesen. Sie verarbeiten den emotionalen Gehalt der gesehenen Dinge intensiver.
Das führt zu einem weiteren Grund, aus dem Frauen in der Bergwelt größere Abenteuer erleben: Sie verfolgen eine etwas andere Strategie als Männer, wenn sie sich räumlich orientieren - und diese Strategie macht sie zu aussichtsreichen Kandidatinnen für das Abenteuer des Sich-Verlaufens.
Männern, so stellt der britische Psychologe Simon Baron-Cohen fest, "liegen die systematischen Gesetze räumlicher Verhältnisse eher". Das heißt, sie können sich zwar an Blumenwiesen nicht so genau erinnern, wissen aber, dass sie von Norden nach Süden wandern müssen und deshalb bei Gelegenheit rechts abbiegen sollten. Deshalb halten Männer die Landkarte häufiger richtig herum - nur beraubt dieses Vermögen den männlichen Bergwanderer natürlich der Momente wahrer Überraschung und Spannung.
(SZ vom 28.6.2007)
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Als Heranwachsende haben wir immer mal wieder einem unserer Altersgenossen empfohlen, das Denken doch lieber den Pferden zu ueberlassen, denn die haetten den groesseren Kopf...Gibt es wissenschaftliche Studien, die die Hirnmasse von Pferden mit der Hirnmasse von Maennern zuverlaessig verglichen haben? Gibt es zur Absicherung der humanspezifischen Vergleiche wissenschaftliche Studien ueber die Hirnmasse von Hengsten und Stuten?
Wer kann helfen und mich aufklaeren?
wie kann ich die art. auf seite V2/4 reise v. 28.6.07 bekommen bzw. an eine freundin verschicken?
mfg
marion andreani
marion@andreani.eu
haben, dann suchen sie und suchen sie, während Frauen schon nach dem Weg gefragt haben und schnell ans Ziel kommen.
gut gesagt, stefan999 !
Im SZ-Wissen-Magazin war dieses Jahr zu lesen, dass Menschen (Mann oder Frau!), die selten Karten lesen oder sich sonst orientieren, sich häufiger an Wegmarken orientieren, während Menschen (Mann oder Frau!), die im Kartenlesen und orientieren geübt sind (z.B. in ihrem Job als TaxifahrerIn), automatisch anfangen, sich eher an Himmelsrichtungen zu orientieren.
Aber weil wir ja alle wissen, dass Kartenlesen und Wegfindung Männersache sind (auch Dank unserer geliebten SZ!), lesen dann auch nur Männer Karten und finden den Weg aus reiner übung vielleicht tatsächlich einen Tick besser. Dann kommen "wissenschaftliche Studien" auf den Markt, die "beweisen", dass Männer sich tatsächlich besser orientieren können als Frauen (und von vornherein auch nur dies beweisen wollten, so dass das Ergebnis derartiger "Studien" sowieso oft schon von vornherein feststand).
Auch dass Frauengehirne besser vernetzt wären, ist ein reines Klischee ohne jeglichen Hintergrund, wie auch in Ihrem eigenen Magazin nachzulesen war. Tatsächlich sind die Verbindungen bei Frauen- und Männergehirnen im Durchschnitt gleich groß, weswegen Männergehirne von Frauengehirnen auch absolut nicht unterscheidbar sind, wenn man nicht weiß, welches Geschlecht der/ die einstige HirnbesitzerIn besessen hat (einzig sind Männergehirne zwar im DURCHSCHNITT einen Tick größer als Frauengehirne, aber es gibt keinen Einfluss der Gehirngröße auf irgendwelche Fähigkeiten, auch Männer mit etwas kleineren Gehirnen zeigen keine Intelligenzabfall o.ä.).
Dennoch möchte die SZ unsere soziale Realität immer wieder aus unseren Gehirnen ableiten.... GäääääHN! Vielleicht in Zukunft einfach mal mit den eigenen Kollegen diskutieren?
Paging