Heathrow gesperrt, Altona vereist, Düsseldorf verspätet - aber Träume auf dem Christkindlmarkt: Erlebnisse von SZ-Reportern im Chaos der Gefühle.
Die Briten und der Schnee, das war schon immer eine schwierige Beziehung. Wenn Nahverkehrszüge stillstehen, weil sich ein paar Stäubchen Schnee auf den Gleisen abgelagert haben, lautet die offizielle Begründung gern: Es handele um "wrong snow", den falschen Schnee. Also um jene Sorte, der die Weichen blockiert. Und es fällt sehr oft der falsche Schnee, besonders in diesem Jahr.
Anzeige
Jetzt liegt er auf dem Flughafen Heathrow, zehn Zentimeter hoch - und das größte Luftfahrt-Drehkreuz Europas steht still. Die Rückreise von London nach München war für diesen Montag gebucht, aber London-Heathrow ist ein einziges Chaos. Ein Heer von gestrandeten Passagieren im Terminal. Koffer, Taschen, Decken überall. Und draußen zu viel falscher Schnee.
Menschen am Rande des Nervenzusammenbruchs, nicht einmal warme Getränke gibt es ausreichend, aber was erwartet man schon anderes in England. Der erste Fluchtgedanke: mit dem Zug nach Paris und vorn dort...
Aber auf diesen Gedanken sind schon andere gekommen. Der Preis für ein Ticket: 500 englische Pfund. Dann lieber mit die Fähre. Hook van Holland bietet die Route Harwich-Rotterdam an. Von London also hinaus nach Harwich mit dem Zug. Zeit genug, das Zugticket von Rotterdam nach München zu buchen. Doch verdammt, der Akku des Mobiltelefons ist gleich leer. War ja klar: Das Erholsamste am Reisen ist oft - die Zeit danach.
Jochen Temsch
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 3 nächste Seite
- Umfrage Reisen im Winter: Was mussten Sie erleben? 20.12.2010
- Passagier- und Fahrgastrechte Die Grenzen der höheren Gewalt 20.12.2010
- Bahnreisen vor Weihnachten In den letzten Zügen 20.12.2010
- Reisen vor Weihnachten "Meiden Sie den 23. Dezember!" 20.12.2010
- Winter in Deutschland Flughafen Frankfurt - erste Flieger heben ab 21.12.2010
- Bahn: Online-Buchung Ein Systemfehler, der kostet 07.12.2010
- 175 Jahre Bahn "Marlene Dietrich reiste mit 'Elefanten'" 07.12.2010
Staatsbesuch in Israel
Träumen, planen, reisen