Das Hochtal in den Kitzbüheler Alpen wirbt mit Schneesicherheit und vielfältigen Sportmöglichkeiten in familiärer Umgebung.
Hundert Pistenkilometer sind die "magische Grenze". Thomas Lerch weiß das aus Marketingstudien, und auch aus eigener Erfahrung. Wenn der Geschäftsführer des Tourismusverbands Wildschönau die Region zum Beispiel auf einer Messe vorgestellt hat, dann haben ihn Besucher oft gefragt: "Wie viele Pistenkilometer haben Sie?" Mehr als hundert würde viel klingen und die Chancen erhöhen, den Besucher vom Messestand einst auch als Gast im Skigebiet begrüßen zu dürfen - auch wenn er die vielen Kilometer vielleicht gar nicht würde nutzen können.
Klein und fein, so urteilte etwa der ADAC über das Skigebiet Wildschönau. (© Foto: Gaubitzer)
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Doch weil die Wildschönau an die zwei Nullen ohnehin noch nicht herankommt, versucht sie, mit anderen Vorzügen zu punkten. Etwa mit ihrer Abgeschiedenheit, die erst einmal als Nachteil erscheinen mag. Zehn Kilometer liegt das Gebiet Hochtal mit seinen vier Kirchdörfern Niederau, Oberau, Mühltal-Thierbach und Auffach von der Bahnstation Wörgl und der gleichnamigen Autobahnausfahrt entfernt, von dort geht es noch eine kurvenreiche Straße hinauf.
Der Vorteil: Viele Tagesausflügler steuern andere Ziele an. Die Pisten der Wildschönau sind auch dann nicht überfüllt, wenn es andernorts eng werden kann. Außerdem hat der ADAC diese Destination 2009 mit dem ersten Platz unter allen Skigebieten im Alpenraum in der Kategorie "Klein&Fein" ausgezeichnet. Stolz sagt Tourismusdirektor Lerch: "Auch wenn das Skigebiet nicht riesig ist, so ist das Angebot dennoch vielfältig."
Der 1903 Meter hohe Schatzberg in Auffach zum Beispiel, das Skizentrum der Wildschönau, ist mit seinen breiten Hängen oberhalb der Baumgrenze eher etwas für Anfänger, und Wiedereinsteiger, das Lanerköpfl und das Markbachjoch in Niederau dagegen für geübte Skifahrer. Bis auf eine Ausnahme führen hier nur schwere Strecken ins Tal, die drei Kilometer lange schwarze Gipfel-Hochbergabfahrt auf dem Markbachjoch ist in einem Test der Skiresort Service International GmbH sogar als der "Best Black Run" 2009 ausgezeichnet worden.
Offen und gastfreundlich
Die Wildschönau ist besonders für Familien geeignet. Eben weil sie überschaubar ist, können Kinder hier auch mal alleine fahren, ohne dass sie gleich verlorengehen. Außerdem gibt es Sonderangebote und Kinderbetreuung der Skischulen. Und die meisten der 70 Pistenkilometer sind blau (15 Kilometer) und rot (43 Kilometer). "Du bist hier keine Nummer", hebt Michael Unger, Obmann des Tourismusverbands Wildschönau, obendrein die familiäre Atmosphäre hervor. "Wenn Du zweimal da warst, kennt man Dich." Etwa in der Hütte "Gipföhit" auf dem Schatzberg oder im Traditionsgasthof "Kellerwirt" in Oberau. Das liegt jedoch auch an der Mentalität der Wildschönauer, die sehr offen und gastfreundlich sind. Schon beim ersten Besuch fragen sie: "Griaß Di, wia geht's Da?"
Auch über das Skifahren hinaus ist das Angebot in der Wildschönau vielfältig. Es gibt 50 Kilometer doppelt gespurte Loipen, 40 Kilometer geräumte Winterwanderwege, querfeldein geführte Schneeschuhwanderungen und drei Rodelstrecken. Die schönste von ihnen führt von der Bergstation der Schatzbergbahn hinunter nach Thierbach. "Wenn man aus dem Wald kommt und den Ort zum ersten Mal sieht, kommt man sich wegen der Ruhe vor wie in einem Luis-Trenker-Film", schwärmt Tourismusdirektor Lerch.
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