Thermen bieten neben heißen Quellwassern allerlei moderne Vergnügungen
Die Hörer des klassischen Klavierkonzerts nehmen eine seltsame Position ein. Sie legen sich rücklings aufs Wasser, klemmen sich blaue Schwimmnudeln unter Kniekehlen, Achseln und Nacken und tauchen bis über die Ohren ab. Wenig später sieht man sie wie in Trance auf der Oberfläche treiben und ihr seliger Gesichtsausdruck verrät, dass ihnen gerade etwas ganz Wundervolles widerfährt. Brahms? Haydn? Mozart? Jedenfalls muss es ein akustischer Hochgenuss sein und um diesen mit ihnen teilen zu können, tue ich es ihnen gleich. Welch zarte Töne, doch welch ein Glucksen, Blubbern, Perlen und latentes Rauschen auch, das sich da einmischt und alles zu einer wohligen Sinfonie verrührt. Bald ragt eine ganze Armada großer blauer U-Haken aus dem Wasser und es besteht Kollisionsgefahr ...
Therme Bad Wörishofen (© Foto: Therme Bad Wörishofen)
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Ich befinde mich nicht etwa im gefluteten Münchner Herkulessaal, sondern in der "Römischen Villa" der Therme Erding, wo man sich hüllenlos begegnet. Am schwerelosen Klangvergnügen im Vitalbad des Atriums habe ich mich inzwischen sattgehört, jetzt richtet sich meine Neugier auf die eigentlichen Klassiker altrömischer Badekultur. Mir ist der Kopf schon ganz verschwurbelt von all den Namen: Caldarium oder Calendarium? Tepidarium oder Terrarium? Lakonium oder Canonium? Selbst das kleine Restaurant am anderen Ende des Traktes heißt nicht irgendwie, sondern "Culinarium".
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