Von Ingeborg Pils

Farben sind Energiestrahlen - deshalb beeinflussen sie den Körper, selbst wenn man sie gar nicht sieht

Der oft zitierte Volksmund hat es immer schon gewusst: Farben sind ein Spiegelbild unserer Seele. Wir sind Grün vor Neid, sehen Rot und ärgern uns Schwarz. "Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und Grün des Lebens goldner Baum." So lässt Goethe seinen Mephisto zu Faust sprechen. Farbe erzeugt Stimmung, hat Signalwirkung, beeinflusst unsere Befindlichkeit, hilft uns bei der Orientierung.

(© Foto: Pixland)

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"Die Farben sind der Ort, wo sich unser Gehirn und das Universum begegnen," erkannte der impressionistische Maler Paul Cézanne vor mehr als 100 Jahren. Und er schwärmte: "Farben steigen von den Wurzeln der Welt auf, sie sind der Ausdruck dieser Tiefe an der Oberfläche." Weniger poetisch sieht das die Wissenschaft. "Farbe", so definiert das Brockhaus Lexikon, "ist eine von Licht bestimmter spektraler Beschaffenheit ausgelöste und durch das Auge vermittelte Sinnesempfindung, das heißt, Farbe ist die Kurzbezeichnung für eine derartig hervorgerufene Farbempfindung."

Bleiben wir noch kurz beim kühlen Blick der Wissenschaft auf unsere bunte Farbenwelt und betrachten wir das Phänomen Farbe mit den Augen der Physik. Licht gehört zu den elektromagnetischen Wellen. Innerhalb deren Spektrum erfasst das menschliche Auge das sichtbare Licht im Bereich von etwa 380 nm bis 700 nm. Das Licht wird vom menschlichen Auge wie mit einer Kamera eingefangen und trifft auf die farbempfindlichen Zäpfchenzellen der Netzhaut. Sie können die drei Grundfarben rot, grün und blau erkennen. Diese Farbimpulse addiert unser Gehirn dann zu fast einer Million unterschiedlicher Farbtöne.

Grüne Jungs und reife Früchtchen

Nicht alle Menschen nimmt Farben gleich wahr. Rot- und Gelbtöne werden zwar allgemein als wärmend, anregend und vitalisierend empfunden, Grün mit der Natur, Pflanzen, Leben und Erholung in Verbindung gebracht, Rot suggeriert sowohl Aktivität als auch Aggression und Blautöne werden eher als kühl und beruhigend angesehen. Dennoch, ob wir eine Farbe als angenehm oder störend empfinden, hängt von unserer Wesensart, unserer Lebenserfahrung und unserem Kulturkreis ab.

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