Akropolis in Athen

Hier muss man wirklich nicht lange reden und rechten. Was die große Polis Athen nach dem Sieg über die Perser auf dem von diesen zerstörten Burgberg ihrer Stadt errichtete, gehört zu den erhabensten und schönsten Bauten, die Menschen je geschaffen haben: die Akropolis. Schon die Zeitgenossen wandelten staunend entlang des Parthenon, des Nike-Tempels, der Propyläen und was der Wunder und Herrlichkeiten mehr waren; noch heute in der versmogten Athener Luft hat man eine Ahnung davon. Nicht allen aber, denen es im 5. Jahrhundert v. Chr. auf der Akropolis die Sprache verschlug, blieben die Worte vor Ehrfurcht weg. Wenn die Besucher den Inseln und Städten des zur Abwehr der Perser geschaffenen Attischen Seebundes entstammten, werden sie häufig gedacht haben: Ach, hier ist also unser Geld geblieben.

Wenn es nämlich heißt, die Athener hätten für die Pracht weder Kosten noch Mühen gescheut, ist das nicht ganz richtig. Sie haben es nicht gescheut, die Kosten und Mühen, welche aus den üblichen Überschreitungen des Etats folgten, ihren Verbündeten aufzubürden. Es heißt, allein die Ausgaben für den Parthenontempel hätten den Haushalt Athens deutlich überschritten. 454 v. Chr. schleppten die Athener die Kasse des Seebundes von Delos in ihre Stadt. Perikles, der große attische Staatsmann, soll gesagt haben: "Das Geld gehört doch nicht denen, die es zahlen, sondern denen, die es bekommen." Mag sein, dass das Zitat falsch ist. Aus der Schutzmacht Athen war indessen eine Vormacht geworden. Und in diesem Augenblick begann ihr Niedergang.

Joachim Käppner

Bild: dpa

20. Januar 2013, 11:35 2013-01-20 11:35:13

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