Tourismus USA-Urlaub trotz Trump

Die USA sind seit Jahren eines der beliebtesten Fernreiseziele der Deutschen.

(Foto: sumikophoto - Fotolia)

Viel wurde über einen "Trump-Effekt" spekuliert - doch wie buchen die Deutschen tatsächlich, seit der große Knall vom 8. November etwas verhallt ist?

Von Irene Helmes

Bei der Frage, wohin man noch reisen mag, geht es um Ängste und Sicherheit, aber auch um Sympathie und Abneigung. Will man hin oder nerven einen die Nachrichten aus einem Land dermaßen, dass kein Wolkenkratzer hoch, kein Strand romantisch, kein Canyon faszinierend genug sein kann, um sich mit all dem auch noch im Urlaub auseinanderzusetzen? Im Fall der Vereinigten Staaten war diese Frage vor zwei Monaten plötzlich allgegenwärtig. Trump! Präsident! Wahnsinn! Schnell wurde spekuliert, viele Deutsche könnten nun die Lust auf das Land verlieren, ähnlich wie zu Zeiten von George W. Bush.

Kurioserweise kam eine repräsentative Umfrage für das Buchungsportal Holidaycheck im November vergangenen Jahres zum Ergebnis, dass deutlich mehr Befragte (49 Prozent) im Juni angaben, die USA unter einem Präsidenten Trump meiden zu wollen, als nach seinem Sieg - da waren es nur noch 39 Prozent. Doch wie buchen die Deutschen tatsächlich, seit der große Knall vom 8. November etwas verhallt ist?

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Veranstalter zeigen sich auf Nachfrage Anfang Januar gelassen: Der Anbieter America Unlimited meldet nach "spürbarer Zurückhaltung" in der Woche nach der Wahl zurzeit eine Verdopplung der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bei Canusa liegen die Buchungen im "einstelligen Plus". Thomas Cook hat "keine Buchungsrückgänge", man sei zufrieden und habe besonders für den Westen der USA das Angebot ausgebaut. Tui sieht die Nachfrage "ungebrochen hoch", auch hier wurde der Katalog für 2017 erweitert. FTI beobachtet den Dollarkurs und die Einreisebestimmungen, kann aber im Moment keine Rückgänge feststellen.

Der Wechselkurs ist meist entscheidender für Buchungen als der Ausgang von Wahlen - zurzeit gibt es für 95 Eurocent einen Dollar. Dieser Trend zum ungünstigen Tausch aus Sicht der Deutschen ist auch laut Visit USA, dem offiziellen Tourismus-Vermarkter des Landes, eine Herausforderung. Was Auswirkungen der Wahl betrifft, sehe man aber keinen Grund zur Sorge, selbst wenn es noch zu früh für ein Fazit zu einem "Trump-Effekt" sei.

Aus Slowenien übrigens, der Heimat der künftigen First Lady, wird ein "Melania-Rausch" und "Goldgräberstimmung" im Tourismus gemeldet. Das Fremdenverkehrsamt in Ljubljana verkündet deutlich gestiegenes Interesse, besonders bei Besuchern aus den USA.

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