Urlaubsziel Madeira Einst Stützpunkt der Seemacht Portugal

Die Urlauberinsel Madeira gehört zu Portugal und liegt im Atlantik, etwa 700 Kilometer von der Küste Afrikas und 1000 Kilometer von Lissabon entfernt.

Zum Archipel zählen noch Porto Santo sowie die unbewohnten Inselgruppen Desertas und Selvagems. Sie stehen unter Naturschutz und sind ein Rückzugsgebiet seltener Vögel. Madeira selbst hat etwa 265 000 Einwohner. Der Archipel wurde im Jahre 1419, auf Befehl Heinrich des Seefahrers, für Portugal erobert. Madeira diente als Stützpunkt für alle Unternehmungen der großen Seemacht Portugal.

Mitten im Winter ist Madeira die Verheißung des Frühlings: Kältester Monat ist der Februar mit durchschnittlich 16 Grad, wärmste Monate sind August und September mit durchschnittlich 24 Grad. Die Wassertemperatur beträgt im Sommer 23 Grad. Madeira bietet eine vielfältige Landschaft - von der grünen Küste mit prachtvollem Blumenschmuck über dichte Laubwälder bis zum kahlen Gebirgsmassiv im Inselinneren.

Noch in den 70er Jahren gehörte die Insel zu den ärmsten Regionen Europas. Mit Fördergeldern der Europäischen Union machte Madeira jedoch einen gewaltigen Sprung. Die meisten Orte, früher nur durch stundenlange Fahrten auf der Küstenstraße zu erreichen, sind nun mit einer Autobahn verbunden.

Die ersten Touristen auf Madeira waren reiche Engländer, die Mitte des 19. Jahrhunderts die Insel als ihr Reiseziel entdeckten. Ein wesentlicher Tourismuszuwachs war erst zu verzeichnen, als auch die großen Kreuzfahrtschiffe begannen, auf ihren Routen zu den Kanaren und in die Karibik im Hafen der Hauptstadt Funchal anzulegen. Seit der Eröffnung des Santa Catarina Flughafens 1963 kommen die meisten Urlauber mit dem Flugzeug, und die Touristenzahlen steigen jedes Jahr. Den Hauptanteil bilden heute Briten und Deutsche.

Immer mehr junge Urlauber entdecken in den Gebirgsregionen den Reiz der stundenlangen Wanderungen in relativer Einsamkeit. Eine der spektakulärsten Höhenwanderungen, die man in Europa machen kann, ist die vom dritthöchsten Berg Pico do Arieiro über den Torre Pico zum höchsten Gipfel Madeiras, dem Pico Ruivo. Besonders beliebt sind Wanderungen entlang der Levadas, der rund 2000 Kilometer langen Wasserversorgungswege auf Madeira. Die ersten Kanäle wurden von Sklaven bereits im 15. Jahrhundert angelegt. Sie halfen bei der Bewässerung der Zuckerrohrplantagen.