Urlaubsangebote im Netz Übernachten bei freundlichen Menschen

Wollten Sie schon immer mal in einem echten Airstream-Wohnwagen in Oregon Urlaub machen? Wer übers Internet sucht, der findet.

(Foto: airbnb)

Immer nur Hotelzimmer ist langweilig? Wer im Urlaub mal was anderes erleben oder Geld sparen möchte, wird fündig im Netz: Vom Couchsurfing auf WG-Sofas über Haustausch mit hippen New Yorkern bis zur Elefantenbetreuung gegen Unterkunft in Thailand - eine Übersicht.

Von Charlotte Theile

Privatzimmer mieten

(Foto: SZ Grafik)

Wie funktioniert's?

Die Idee zur Website airbnb.com hatten Brian Chesky und Joe Gebbia aus einem einfachen Grund: Sie brauchten Geld. Also legten sie drei Luftmatratzen in ein Zimmer, stellten die Schlafplätze ins Internet. Und weil in ihrer Heimatstadt San Francisco gerade ein Kongress stattfand, waren die drei Schlafplätze schnell ausgebucht. Zusätzlich zur Luftmatratze bekamen die Gäste noch ein Frühstück: Airbed and Breakfast war geboren. Das war 2008. Chesky und Gebbia machten aus ihrer Erfahrung eine Geschäftsidee, die genauso einfach funktionieren sollte: Angebot ins Internet stellen, Gäste aufnehmen, Geld verdienen. Heute sind mehr als 600 000 Schlafplätze bei Airbnb gelistet: Klapprige WG-Sofas, luxuriöse Schlossetagen - und alles dazwischen. Die Buchung funktioniert per Kreditkarte, zuvor muss man sich mit einem persönlichen Profil anmelden. Von jedem Geschäftsvorgang behält Airbnb einige Prozent Gebühren ein. Auch die Wettbewerber 9flats und Wimdu funktionieren nach dem gleichen Prinzip.

Zoff ums Zimmer

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Was bringt mir das?

Die privaten Unterkünfte sind meist billiger als ein Hotelzimmer, ein Einzelzimmer in München findet sich zum Beispiel für 25 Euro. Viele Gastgeber wollen ihre Gäste kennen lernen, ihnen Tipps zur Stadt geben und sie ein bisschen herumführen. Gerade in einer fremden Stadt sind die Privatzimmer also eine Möglichkeit, sich schnell heimisch zu fühlen und Kontakte zu knüpfen. Airbnb hat zudem einige ganz besondere Schlafplätze im Angebot: Ein Baumhaus in Huétor de Santillán, Andalusien, 30 Euro die Nacht, ein kinderfreundliches Hausboot in Amsterdam, 165 Euro, einen uralten italienischen Wachturm in Tuoro sul Trasimeno, 70 Euro für zwei Personen. Ob sich das lohnt, erkennt man fast immer an den Kommentaren früherer Gäste. Bei den drei letztgenannten Unterkünften sind sie übrigens ziemlich euphorisch.

Vom Geldeintreiber zum Schülerlotsen

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Was kann schiefgehen?

Einiges. Ein unzuverlässiger Host, dreckige, überteuerte Zimmer, eine Katze, obwohl man vorher extra von seiner Katzenhaarallergie geschrieben hat: Wer privat übernachtet, muss sich grundsätzlich auf einiges gefasst machen. Allerdings bemühen sich die Anbieter, das Risiko mit verifizierten Profilen, Bewertungen und sicheren Zahlungsmodalitäten so gering wie möglich zu halten. Dennoch gibt es Total-Ausfälle: Gastgeber, die nach einer Woche Dienstreise in eine Wohnung kommen, die von einem drogenabhängigen Reisenden ausgeräumt wurde, tote Haustiere, benutzte Heroinspritzen. Wer mehr Horror-Stories sucht, findet im Internet eine große Auswahl. Allerdings betonen fast alle Betroffenen, dass das, was ihnen passiert ist, eine Riesenausnahme sei. "97 Prozent der Airbnb-Gäste sind freundliche, ehrliche Menschen", das schreibt sogar der Mann, dem die Wohnung ausgeräumt wurde.