Bisher galt: Niemand reist öfter und gibt dabei mehr Geld aus als die Deutschen. 2007 aber könnten unsere Nachbarländer vorne liegen. Wer wie lang wohin fährt -und was er dort macht.

Die als reisefreudig bekannten Deutschen werden in diesem Sommer wohl von den Urlaubern anderer europäischen Ländern übertrumpft. Im Vergleich zu den Deutschen planen mehr Franzosen, Briten oder Italiener, in den nächsten Monaten in den Urlaub zu fahren, wie aus einer Umfrage des Dienstleisters Europ Assistance hervorgeht. Auch Spanier, Belgier und Österreicher sind reiselustiger.

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Das geplante Reise-Budget der Deutschen liegt ebenfalls unter den Durchschnitt. Wollten sie im vergangenen Jahr noch 2233 Euro ausgeben, sind es nun im Schnitt 2025 Euro. Nur Spanier und Franzosen wollen noch knauseriger sein. Die dickste Reisekasse planen die Briten ein.

Von den 3500 im Februar und März befragten Europäern aus den genannten Ländern gaben zwei Drittel an, in diesem Sommer mindestens ein Mal zu verreisen. Während jedoch 74 Prozent der Briten, 70 Prozent der Österreicher und 68 Prozent der Italiener in den nächsten Monaten wegfahren wollen, sagten dies nur 60 Prozent der Deutschen.

Dabei verreisen die Bundesbürger nicht etwa weniger als zuvor - im Gegenteil. Vielmehr wuchs das Urlaubsbedürfnis in den übrigen Ländern stärker als hierzulande. Allerdings bekundeten schon im vergangenen Jahr mehr Briten, Franzosen, Italiener und Österreicher als Deutsche ihren Urlaubswunsch. Am Ende waren aber doch die Deutschen wieder Reiseweltmeister.

Am beliebtesten ist in diesem Jahr der zweiwöchige Urlaub. 42 Prozent der Befragten wollen für 14 Tage in Urlaub. In Deutschland verreist sogar mehr als die Hälfte für zwei Wochen. Dagegen bevorzugt die Mehrheit der Österreicher und Italiner den einwöchigen Kurzurlaub. Und während die Italiener, Franzosen und Spanier am liebsten in ihrem eigenen Land Urlaub machen, zieht es die meisten Bundesbürger in die Ferne - vor allem ans Meer.

Im Urlaub wollen zwei von drei Bundesbürgern vor allem ausspannen, die Seele baumeln lassen und Zeit mit Familie, Partner oder Freunden verbringen. Jeder dritte geht gerne auf Entdeckungstour, erkundet interessante Städte und Landschaften oder treibt Sport.

Im übrigen Westeuropa braucht dagegen nur gut jeder Zweite im Urlaub Erholung, 39 Prozent sind unternehmungsfreudig. Dabei legen die Deutschen - ebenso wie die Österreicher - im Gegensatz zu den meisten anderen Westeuropäern mehr Wert auf das Klima, achten auf das Risiko von Terroranschlägen, das Preis-Leistungs-Verhältnis und Gesundheitsrisiken.

Erholung und kulturelle Aktivitäten im Vordergrund

Dabei haben sich die Prioritäten im Vergleich zum Vorjahr verschoben: Nach den Bombenanschlägen im ägyptischen Badeort Dahab waren die Deutschen vergangenes Jahr noch vor allem um ihre Sicherheit besorgt. Inzwischen stehen bei der Urlaubsplanung wieder die Erholung und kulturelle Aktivitäten im Vordergrund.

An ihre Urlaubsplanung gehen Deutsche, Belgier und Österreicher mit deutlichem Vorlauf: Hier geben nahezu vier von fünf Befragten an, ihre Sommerferien weit im Voraus geplant zu haben. Die Spanier, Franzosen, Italiener und Briten sind hier deutlich spontaner. Jeder dritte oder vierte bucht hier Last Minute.

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(sueddeutsche.de/AFP)