Flugbegleiter lieben Passagiere, die einsteigen, ihr Gepäck fast ohne Hilfe verstauen, höflich Bitte und Danke sagen und sich ansonsten ruhig verhalten. Zu diesen Passagieren gehörte der Kläger nicht. Er hatte einen Flug nach Riga und weiter nach Tel Aviv gebucht. Schon bald nach dem Start geriet er mit dem Personal aneinander - die Kabinencrew sieht es wirklich nicht gerne, wenn sich Gäste ungefragt umsetzen. Seinen Frust über den Zwist konnte der Passagier dann noch nicht einmal herunterspülen: Auch das Leeren der eigens im Duty-Free-Shop gekauften Wodkaflasche wollten ihm die Stewardessen verbieten. Als er später dennoch zur Flasche griff, versuchte eine Flugbegleiterin, ihm den Wodka zu entwinden, was zum Gerangel ausartete.

Nun reichte es dem Kapitän: Er meldete den Vorfall der Polizei in Riga. Der renitente Passagier landete auf dem Revier und verpasste nicht nur seinen Anschlussflug - er sei zudem nicht korrekt behandelt worden, klagt er später. Nicht einmal Essen habe man ihm gebracht. So forderte er vor dem Amtsgericht Wedding 520 Euro für ein Ersatzticket nach Israel sowie Schmerzensgeld wegen der Erlebnisse auf der Polizeiwache. Doch vom Richter lernte der Widerspenstige: Grundsätzlich habe der Kläger an Bord die Anweisungen der Besatzung zu befolgen. Der Pilot übe luftpolizeiliche Hoheitsgewalt aus und dürfe deshalb Reisende vom Weiterflug ausschließen, wenn diese betrunken sind. Und für die Behandlung auf dem Revier könne die Airline nun wirklich nichts.

Vor dem Start des nächsten Fluges in den USA wundern sich die Passagiere, als eine Frau mit einem großen Tier über der Schulter an Bord kommt. Bald ist ihnen klar: Die Sache stinkt ...

SZ.de/kaeb/dpa/ Az.: 18 C 181/13

Bild: AFP 9. August 2015, 17:462015-08-09 17:46:23 © Süddeutsche.de/dd/kaeb/ihe/sks